Fragen und Antworten

Wie geht ihr auf euer Kind ein?

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    • (1) 09.07.19 - 18:56

      Hallo in die Runde!

      Ich habe das Gefühl mit unserer Art der Erziehung relativ alleine dazustehen. Ich wollte mal wissen, wie ihr so etwas handhabt. Es geht um die allgemeine Aufklärung des eigenen Kindes über die Welt, das Leben uvm. (siehe Umfrage).

      Wir erklären sehr viel unseren Kindern, auch ohne gezielte Fragerei. Es ist uns dabei wichtig keine märchenhaften Erklärungen zu erfinden und stets wahrheitsgetreu zu erklären. Themen wie Tod und Krieg erklären wir, genauso wie Fortpflanzung und Recycling. Hat das Kind keine Lust darüber zu reden bzw. zuzuhören, ist das vollkommen ok, meistens kommen dann später Fragen dazu.

      Ich selbst wurde mit vielen Märchen und Lügen als Erklärungen m.E. ruhig gestellt. Im Nachhinein ist mir klar, dass meine Eltern mich gezielt anlogen, um einfach ihre Ruhe zu haben oder für sie unangenehme Themen nicht besprechen zu müssen. Diese Einstellung habe ich hier auf Urbia schon oft gelesen. Klar, für Eltern ist dies die einfachste Lösung, nur hat es schwerwiegende Folgen für das kindliche Ego und für das Vertrauen in die Eltern.

      Gängig ist in unserer Gesellschaft, dass nur gezielte Fragen des Kindes beantwortet werden und das auch nur manchmal wahrheitsgetreu oder mit sinnvoller Erklärung (so meine Wahrnehmung!). So etwas wie "weil ich es sage" höre ich oft von Eltern auf dem Spielplatz. Ich sage eher: Wenn du dies machst, hat es diese Konsequenz, mit der du dann klarkommen musst.
      Zahnfee, Osterhase, Weihnachtsmann, ... Ja, wir sagen unseren Kindern klipp und klar (und liebe- und respektvoll), dass es diese nicht gibt, aber dann auch dass es dennoch ein lustiges "Spiel" ist und Spaß macht den Traditionen nachzugehen, gefolgt von den historischen und kulturellen Erklärungen. Das klingt für manche wohl jetzt schrecklich, klappt aber echt super und nimmt nichts vom "Zauber". Ganz im Gegenteil: Die Kinder verstehen besser, worum es wirklich geht bei Ostern und Weihnachten.

      Was ist eure Einstellung?
      Ist meine Wahrnehmung falsch?

      BITTE BEACHTEN: Bei der Umfrage ist die Osterhasen- und Weihnachtsmanndiskussion Nebensache (das handhabt jeder anders), es geht um "normale" Themen, wie Tod, Fortpflanzung, Technik, ... also reale greifbare Themen.

      • (2) 09.07.19 - 21:10

        Den Osterhasen und das Christkind fanden wir nett als die Kinder klein waren und die Kinder ebenfalls.

        Das hat sie nie davon abgehalten auch ernsthafte Fragen zu stellen, warum Weihnachten und Ostern gefeiert wird, Tod war immer ein Thema, weil ihre Schwester als Baby gestorben ist, und Politik, Technik (dafür ist der Mann zuständig; mittlerweise erklären es die Kinder mir), Geschichte, Kultur etc. haben wir immer erklärt, so gut wir konnten. Ich werde da leicht zu ausführlich, manchmal sind sie auch ausgestiegen, als sie kleiner waren.

        Ich quassel gern. "Weil ich es sage" würde mich nicht befriedigen;-). Wenn sie über "quod licet Iovi..." noch eine weitere Begründung brauchen, warum ich etwas darf und sie nicht, dann können sie die auch gern haben;-).

        (3) 10.07.19 - 05:06

        Ich bin auch die eher zuviel erklärt und die kinder steigen dann nach einiger zeit aus (6 und 8 jahre). Ich leg ihnen aber auch immer wieder einfach ein buch zu einem thema hin das mir wichtig ist und wenn sie wollen schauen sie rein und fragen dann auch.

        Manche themen streife ich aber wirklich nur oder, ganz ehrlich, klammere sie aus. Ich finde es wichtig dass sie von kindesentführung gehört haben und wissen dass sie am nach hause weg von der schule keine abstecher machen dürfen und zu niemanden ins auto einsteigen etc. Aber wenn sie dann fragen was die entführer dann mit den kindern machen.. da muss ich ja wohl wirklich nicht näher ins detail gehen! Ich finde schon dass ich meine kinder vor gewissen themen noch eine weile schützen kann und muss! Durch medien etc. kommen sie mit der zeit dann eh immer mehr auf furchtbare wahrheiten dieser welt drauf.

        Andere, technische, politische etc. fragen beantworte ich so gut ich kann oder wir schlagen gemeinsam nach (ok, meist online!;-). Manchmal ist es mir aber zu viel, ich bin müde etc., da sag ich ihnen das einfach und sie kommen dann wirklich ein andermal nochmals mit der gleichen frage (die dann natürlich beantwortet wird!)

        Wegen osterhase und co:

        Unsere kinder glaubten nie so ganz daran, da sich ihr vater weigert diesbezüglich zu lügen, versuchte aber zumindest zu schweigen. Ab letztem jahr haben sie mir dann beide klipp und klar gesagt es gibt keinen! Aber ich bin nicht ihrer meinung und möchte das einfach nicht so eng sehen. Ich gebe noch immer nicht zu dass ich die eier verstecke! Sie kochen ein fünf gänge menü für ihre stofftiere und es schmeckt denen auch ausgezeichnet (!) und ich bekomme nicht einmal einen osterhasen?!! Soviel phantasie möchte ich in meiner familie behalten!

        (4) 10.07.19 - 08:38

        Kommt drauf an. Unsere Maus is aber auch erst 5.
        Themen wie Tod, Krieg, Anschläge etc bekommt sie in den Nachrichten mit und fragt dann natürlich. Ich versuche so gut wie es geht zu erklären aber nur auf die Fragen, die sie gestellt hat. Sonst fangen wir beim Elefanten an und hören beim Klopapier auf. 😅 (Mein Vater is da eine Koriphäe. Der kann stundenlang reden)
        Ich denke Eltern wissen, ab welchem Punkt ein Kind nichts mehr versteht oder hören will.
        Kindgerecht verpackt wird nur der Tod, da wir gläubig sind ist für sie also klar, wir kommen in den Himmel. Gelogen is das ja nicht, Christen glauben daran. Genauso wie Ostern, Pfingsten, Weihnachten - sie kennt die christlichen Bezüge und nicht nur Christkind und Osterhase.
        Es gibt allerdings auch Themen von denen ich weiß, dass sie noch zu klein ist um sie zu verstehen. Z.b. Vergewaltigung und sexuelle Gefühle die über knutschen hinaus gehen, Pädophilie. Da sag ich ganz gezielt: das kannst du noch nicht verstehen, wir reden in ein paar Jahren nochmal drüber.
        Allgemein denke ich fahren wir ganz gut damit und bis auf das Thema Sex wird ihr alles erklärt, was sie interessiert.

      • (5) 10.07.19 - 09:31

        Kommt etwas auf Stimmung und Situation an. Die Frage an sich beantworte ich immer wahrheitsgemäß, je nach Alter etwas abgewandelt, damit sie es besser verstehen, halt Kindgerecht, aber keine Märchen.
        Oft entwickelt sich aus der Antwort heraus ein Gespräch, indem auch mehr erklärt wird, als in der ursprünglichen Frage.

        Also im Rahmen deiner Umfrage was zwischen Antwort a und d

        (6) 10.07.19 - 13:23

        Da gibt es denke ich kein richtig oder falsch.

        Ich mache es anders als du: Ich finde es wichtig, mein Kind selbst auf Dinge kommen zu lassen, selbst zusammenhänge herzustellen, eigene Phantasie zu entwickeln etc. Es ist für mich eine große Kunst, Kindern ihre Fragen zu beantworten und ihren Wissensdurst zu stillen, jedoch nicht alles vorzusagen oder vorwegzunehmen. Denn die Verknüpfungen im Gehirn sind ganz andere, wenn das Kind die intrinsische Motivation hat, etwas zu erfahren, also von sich aus fragt. Auch finde ich den Vorgang des Fragens wichtig, das muss erst mal gelernt werden. Wo bekomme ich die Informationen, die ich möchte? Wie frage ich? Wen und wann und wo?
        War letztens noch zur Lernbegleitung an einer Schule und fand es sehr interessant. Ein Junge hat in Mathe sich etwas ausgedacht und wusste nicht ganz, warum das so funktioniert und wie es weitergeht. Natürlich hätte ich ihm das direkt vorsagen können, aber dann hätte er wenig gelernt, es vermutlich schnell wieder vergessen. Aber ich habe nur kleine Hilfestellungen gegeben, angeregt etc und dieser Stolz in seinen Augen dann, da war mir klar, da hat er richtig was gelernt.

        Wenn wir zB im Alltag etwas Neues sehen (keine Ahnung zB Bauarbeiter die da irgendwas machen) dann beobachtet mein Sohn (3 Jahre) das und ich sage extra nichts, ich kommentiere nichts, ich lass ihm die Zeit einfach zu beobachten. Und wenn dann fragen kommen wie "wofür ist das Gerät?" dann antworte ich vielleicht "Hmm, ich bin nicht ganz sicher, es dreht sich so und da kommt etwas raus, was meinst du, wofür könnte das sein?" - es geht mir nicht darum, die "richtige" Antwort zu finden, sondern darum, dass mein Sohn darüber nachdenkt.
        Manchmal erzählt er dann totalen Quatsch und ich sage, dass ich nicht denke, dass es so ist. Aber ich sage ihm auch nicht "das ist falsch" - denn ich bin nicht allwissend.

        In dem Punkt wo du meintest, dass Eltern wegen Tod etc. lügen stimme ich mit dir überein. Das mache ich nicht und ich würde meinem Kind jede Frage beantworten, die es stellt und es niemals abwimmeln mit "das erfährst du später einmal" oder sonstwas. Ich würde ihm zB auch erklären, warum der Himmel blau ist, auch wenn er es nicht ganz versteht, ich würde vielleicht sagen, dass das auch wirklich schwer zu verstehen ist, aber ich würde mir kein Märchen oder so etwas ausdenken.

        Aber was genau meinst du damit: "Ich sage eher: Wenn du dies machst, hat es diese Konsequenz, mit der du dann klarkommen musst." Wirklich eine Konsequenz oder bezogen auf eine Strafe, vielleicht magst du ein Beispiel nennen?

        • (7) 11.07.19 - 22:36

          Vorgänge und Geräte etc. in Ruhe beobachten machen wir auch, selbst als Erwachsener kann das spannend sein und Fragen aufwerfen ;)
          Stimmt, man muss lernen Fragen zu stellen, das machen Kinder aber auch eher nur, wenn sie wissen, dass sie fragen können, ohne blöd dazustehen. So ging es leider mir, ich gab irgendwann schlicht auf, da die gegebenen Antworten schlecht oder nicht vorhanden waren, am schlimmsten war es, wenn ich ausgelacht wurde, weil ich etwas nicht wusste und nachfragen musste (und das auch von den eigenen Eltern!).
          Auch dieses "Eltern wissen alles"-Denken, was viele Kinder haben bzw. es ihnen indirekt mitgeteilt wird, finde ich furchtbar. Ich gebe offen zu, wenn ich etwas nicht weiß oder nur spekuliere und zeige dann auch meinem Kind, wie ich mir die Frage beantworten kann. Wenn es zeitlich gerade nicht geht, sehen wir eben später nach, das schult auch das Erinnerungsvermögen, was bei Kindern oft besser ist, als bei uns Eltern XD Auch meine Große hat mir schon mal was erklärt oder selbst erschlossen, wie etwas funktioniert. Auch ihre Bücher zieht sie für Erklärungen schon hinzu, eventuell, weil wir es auch so machen, wenn wir etwas nicht wissen oder etwas zum Erklären zeigen möchten.

          Ich kenne die vier Freunde meiner Großen (5) schon seit sie 1 waren. Von ihnen werden zwei mit fantasievollen Antworten großgezogen, die Konsequenzen daraus merkt man heute leider deutlich. Sie glauben weiterhin Lügen und reagieren sehr aggressiv (eine verbal, die andere auch köperlich), wenn andere Kinder sie korrigieren mit den richtigen Antworten. V.a. der eine Vater macht so etwas und das auch mit anderen Kindern. Mittlerweile korrigiere ich das direkt vor seiner Tochter (ich hab es vorher wirklich lang genug mitangesehen), wenn er wieder so einen Mist meiner Tochter erzählt. Nur warum machen manche Eltern so etwas absichtlich? Er lacht dann nur, wenn ich ihn korrigiere ... Erst heute kam wieder so etwas vor. Meine Große lässt sich durch das selbstsichere Auftreten ihrer Freundin leider auch verunsichern, da sucht sie dann bei uns Eltern noch einmal die Bestätigung, ob ihre Antwort richtig war. Wenn ihre Freundin merkt, dass ich eine andere Antwort gebe, als ihr Vater, wird sie erst ganz stumm und wechselt dann laut das Thema. Sie ignoriert dann weiteres Gerede über das Thema.

          Manches ist wirklich eventuell schwer zu verstehen, aber wir hatten auch schon die Situation, dass unsere Große ein halbes Jahr später über etwas plötzlich reden wollte. Also irgendwie kam da doch etwas an. Man weiß eben nie, wieviel Kinder schon verstehen bzw. abspeichern können.
          Manche Themen sind wirklich schwierig, wir haben uns angewöhnt zu sagen, dass es ein "Erwachsenenthema" ist, wir es aber gern erklären können, wenn unser Kind es möchte. Unsere Große weiß dann auch, dass sie eventuell nur wenig versteht, manchmal hat sie Lust darauf so herausgefordert zu werden, manchmal eben auch nicht.

          Ich meinte wirklich eine Konsequenz, keine Strafe. Beispielsweise, wenn sie etwas von sich kaputt machen möchte, dass sie es nicht einfach ersetzt bekommt. Oder wenn sie ihr gesamtes Taschengeld sofort für etwas ausgibt und dann sich eine ganze Woche nichts kaufen kann. Aber was ich eher hier meinte sind schlimmere Konsequenzen, wie wenn du ohne zu sehen über die Straße rennst, könnte dich ein Auto anfahren und die Konsequenz für sie daraus ist großer Schmerz, Verlust von Körperteilen, Lähmung oder sogar der Tod. Wir haben leider schon diverse Unfälle gesehen und auch ernsthaft besprochen. Wir müssen eine viel befahrene Straße zur Kita hin überqueren ...

      (8) 10.07.19 - 13:25

      Achja ich finde man kann sein Kind auch sehr gut dadurch kennenlernen, indem man Gegenfragen stellt. "Was weißt du denn schon darüber?" oder "Hast du denn eine Idee, warum das so sein könnte?"
      Mein Sohn hat mich schon so oft überrascht mit seinen Antworten, wieviel er schon weiß und was er sich so überlegt. Das finde ich auch einen guten Grund, mich mit zu viel Gebrabbel manchmal zurückzuhalten.

      • (9) 10.07.19 - 17:34

        Das ist super, das machen wir auch oft.

        Dann "korrigiere" ich ggf. Fehlinformationen (also dort wo sie deutlich falsch sind). Eher ein darauf hinweisen.

        Dies ebenfalls oft mit Gegenfragen. Bei Logikfehlern kommt sie dann selbst drauf.
        Bei manchem suchen wir dann auch gemeinsam nach einer Antwort. Nachschlagen und wie man an Informationen kommt und wie man gute Informationen herausfiltert, finde ich manchmal sogar wichtiger als die korrekte Antwort selbst.

        Lernen wie man mit angeeignetem Wissen umgehen kann, macht uns beiden Spaß.
        Ausprobieren, experimentieren (in angemenessem Rahmen), sich selbst Gedanken machen durch Gegenfragen.
        nicht aus Faulheit wie manche schon vermutet haben, sondern wie bei euch, um sich kennen zu lernen; um sich selbst der Antwort anzunähern, um herauszufinden, ob es mehrere Lösungen oder Lösungswege gibt.

        (10) 11.07.19 - 22:48

        Ja, dem stimm ich zu. Außerdem kann man so auch einen guten Anknüpfpunkt für eine Erklärung finden. Beispiele aus dem eigenen Leben lassen Erklärungen für ein Kind leichter verstehen, zumindest bei meinen Kindern. Es ist auch interessant nachzuvollziehen, welche Gedankengänge das Kind nahm, so kommt man manchmal selbst auf neue Erkenntnisse.
        V.a. mein Mann kann sich in Erklärungen verirren, Vorteil daraus ist aber, dass die Kinder dabei sehr müde werden, wenn sie ihn nicht unterbrechen (ich übrigens auch, seine Stimme ist sehr beruhigend XD).

    (11) 10.07.19 - 13:59

    Ich habe die erste Antwort angeklickt. Und dass es so richtig ist und war, bestätigte mir mal meine Tochter: Mit 14 meinte sie mal sehr staunend und anerkennend: "Mama ,was du alles weißt und wie gut du es mir und T. immer erklärst!"

    (12) 10.07.19 - 17:29

    Das kommt auf die Situation an.

    Manches erkläre ich nebenbei, weil es mir wichtig ist. Das ist dann keine wirkliche Erklärung, sondern nur ein Hinweis, eine Anmerkung zu einer Filmszene z.B.

    so in der Art: "bitte nicht nachmachen", "das funktioniert nur im Film"

    mit zunehmendem Alter sagt mein Kind von selbst, was Film und was real ist; was sie gerne ausprobieren würde, aber nie machen wird, weil es nur im Film funktioniert.


    Bei größeren Themen antworte ich auf Fragen und taste mich langsam vor. Ich verschweige nichts, erzähle aber auch nicht alles sofort.

    Wenn ich mir unsicher bin, ob meine Antwort richtig wäre, sage ich, dass ich erst mal nachlese, jemanden frage und später antworte. Die Frage nehme ich jedoch ernst.


    Andere Themen spreche ich nicht von mir aus an.
    Das hatte ich als Kind zur Genüge. Weil ich kognitiv viel verstanden hatte und man mit älteren Geschwistern so gut reden konnte, wurde auch mir viel erzählt.

    Das Problem: emotional wurde ich dann damit alleine gelassen, bzw. es wurde erwartet, dass ich das auch verkrafte. Dummerweise ist klug sein nicht automatisch reif dafür sein.
    Lügen hasse ich. Die volle Wahrheit oder manche Themen verfolgen mich noch heute. Manches merkte man mir als Kind schon an, manches nicht. Dafür kamen div. Ängste im erwachsenen Alter zum Tragen.

    Auf einige Themen hätte ich als Kind gerne verzichten mögen!
    Oder wenn, dann bitte mehr im Zusammenhang mit darauf achten, wie es mir dabei geht.
    Alpträume verschwieg ich oft. Zum einen wurde ich nicht so ganz ernst genommen, schlafen musste ich sowieso alleine. Aber auch deswegen, weil ich sonst noch mehr Antworten bekam, auf Fragen, die ich nie stellte.

    Mein Kind fragt so viel, wie sie verkraften kann.
    Sie kommt im Leben mit Themen in Verbindung. Schule, Kindergarten, Freunde, Hörspiele usw.
    Das sind schon Reize genug. Vieles hinterfragt sie und fragt auch micht.

    Ihr noch extra mit anderen Themen kommen, überfordert sie. Das will sie dann oft auch gar nicht hören. Zu Hause will sie ihre Ruhe und braucht diese Zeit um zu verarbeiten, was sie gesehen und gehört hat.

    Ich ermögliche ihr neue Erfahrungen, halte sie nicht von der Welt fern. Umso wichtiger finde ich es, wenn sie selbst ihren Schutzraum nutzt und sucht. Themenfreie Zone sozusagen. Nur weil mich etwas interessiert oder ich gerade etwas mache, muss sie es nicht auch erfahren.
    Es kann auch sehr belastend sein, Dinge zu wissen, die Erwachsene für wichtig halten und Kinder noch nicht damit umgehen können.


    Zunächst begleite ich sie emotional. Tod lernte sie leider sehr früh kennen. Umso wichtiger, dass sie Raum zu fragen hatte und viel Platz um nicht damit konfrontiert zu sein.

    (13) 11.07.19 - 07:31

    #rofl "weil ich es sage" --> diesen Satz habe ich auch schon verwendet muss ich gestehen#schwitz aber einfach nachdem das 10te "WARUM?" kam.. "Spielst du mit mir?" - "Nachher, in 15 Min." - "Warum nicht jetzt?" - "Weil wir gerade eine Stunde gespielt haben und ich brauche eine Pause" - "Warum eine Pause?" - "Ich hatte einen anstrengenden Tag, bin früh aufgestanden, bin müde, habe jetzt gerade eine Stunde mit dir gespielt, ich hatte noch keine Zeit die Nachrichten zu sehen ich möchte jetzt kurz etwas in der Zeitung blättern" - "Warum in der Zeitung?" etc etc.....

    Sonst alles absolut wahrheitsgetreu und fachlich/sachlich erklärt. Warum auch nicht? Die Welt ist, wie sie ist. Bei mir war es ähnlich wie bei dir mit den Lügen der Kindheit, irgendwann erinnert man sich daran "Ahhh, das hatte ich meine Mutter damals gefragt und sie hat mit 'jaja das ist wegen dem und dem' geantwortet." Was überhaupt nicht korrekt war und mich einfach still stellen sollte.

    • (14) 12.07.19 - 03:54

      Hey ich habe zufällig genau heute etwas in einem Buch gelesen zu dieser Warum-Spirale, die dann entsteht, wenn man mit dem Kind nicht in einer persönlichen Sprache spricht und was der Vorteil von dieser persönlichen Sprache ist.
      Dem Autor nach braucht dein Kind eigentlich die schlichte Antwort "Weil ich jetzt nicht will." - Auf diese Antwort gibt es kein Warum-Gefrage und auch keine Diskussion. Klar wäre dein Kind vielleicht auch erst mal frustriert, aber es hat eine Möglichkeit erhalten, dich kennenzulernen und zu bemerken, dass du Grenzen hast und sie auch verteidigst.

      Will dir aber jetzt auch nicht zu Nahe treten und sagen, du würdest etwas "falsch" machen - mir selber hatte das dembezüglich nur etwas die Augen geöffnet, daher wollte ich das mal anregen, darüber nachzudenken.
      Das Buch heißt "Aus Erziehung wird Beziehung" von Jesper Juul - falls dich das interessiert ;-)

(15) 11.07.19 - 10:19

Hallo,

das kann ich gar nicht so pauschal beantworten.

Ja, wir erklären viel. Manchmal, weil sich ein Anlass bietet, was auch ein Zeitungsartikel o.ä. sein kann. Manchmal fragen die Kinder.
Manchmal haben wir gerade keine Zeit oder Lust auf große Erklärungen oder wir haben die Frage schon zigmal beantwortet oder wir wissen, dass die Kinder das eigentlich wissen.
Dann sagen wir auch, weil wir es sagen oder weil das so ist oder so.

Bei Kindern und Eltern auf dem Spielplatz weiß man nicht, ob die Eltern das dem Kind nicht schon hundertmal erklärt haben und ob die deswegen genervt reagieren.

Je kleiner die Kinder waren, umso oberflächlicher haben wir Antworten zu unschönen Themen gehalten.
Aber gelogen haben wir nur beim Weihnachtsmann und dem Osterhasen bis ca. zur 2. Klasse. Dann wissen die Kinder eh Bescheid. ;-)

Unsere Tochter wollte, als sie klein war, immer ganz viel erklärt haben, wenn ich sie ins Bett gebracht habe. Meistens gab sie mir ein Stichwort, und wir haben darüber gesprochen. Einmal hat sie gesagt: "Erzähl mir alles, was Du weißt!"
Da war ich erstmal sprachlos. #rofl

LG

Heike

(16) 15.07.19 - 00:21

Eine Mischung aus 1 und 4.
Prinzipiell gehöre ich zu der Fraktion, die nur Fragen beantworten will. Die dann aber kindgerecht und wahrheitsgemäß (kein Weihnachtsmann und Osterhase, auch den Tod erklären, wenn nötig).
Wenn ich z. B. mit dem Kind einen Spaziergang machen würde, würde ich die Bäume und Blumen auch ohne Frage erklären, etc.
Wenn mich jetzt das ältere Kind fragen würde, wie das Baby in Mamas Bauch kommt, würde ich erst mal schlicht antworten: "Das hat Papa da rein gemacht." Wenn ihm das reicht, ist das okay. Wenn es weiter fragt, kann ich anfangen altersgemäß aufzuklären.

Wenn jemand aus der Verwandtschaft stirbt, würde ich den Tod direkt bei der Botschaft miterklären.

Ich denke, dass dein erster und dein letzter Punkt ohnehin zusammengehören, wenn man die "Fragen" metaphorisch erklärt: Dass man also mit seinen Erklärungen nicht übers Ziel hinausschießt, sondern nur das erklärt, was das Kind wissen will und das scheint ihr ja auch so zu machen.

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