Schläge

Hallo erstmals, ich bin zur Zeit viel in der hiesigen Stadt unterwegs und mir viel eines ganz besonders auf, das die meisten Eltern, vor allem gerade die Mütter, öfters mal die Hand ausrutscht. Egal ob im Lidl, wo ein quengelnder Quälgeist einen auf die Schnute bekommt oder im CA, bei der Bäckerei oder im Café. Ein Klaps auf den Hintern, auf den Mund oder auf die Hände konnte ich mehrmals beobachten, schlimmer finde ich das Kind am Arm zupacken und es kräftig durchzuschütteln.

Auch wenn ich jetzt hier Gefahr laufe, dass sowas nirgends passiert, ihr das alles nicht macht, im Endeffekt es hier nur Mustereltern gibt, sieht es in Wahrheit leider ganz anders aus. Sicher gab es auch wenig Engagierte die eingegriffen haben, aber die Mehrheit drehte sich weg, andere fanden diese Aktionen sogar noch gut. Und selbst wenn man hier im Forum liest, das manche ihre Kinder mit einer Wurzelbürste bearbeiten würden, kann das Thema gar nicht soweit entfernt sein.

Sicherlich gibts Gesetze und Kinder haben Rechte, aber mir kommt es sovor als ob man hier Motto nach geht, wen interessiert es :-(
Was sagt ihr dazu, ich finds nur erschreckend.

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Natürlich hab ich die Eltern, Mütter, Erziehungsberechtigte bzw die Täter angesprochen, brachte nicht viel, einsichtig waren die wenigsten, der häufigste Spruch war, mischen sie sich nicht in meine Erziehung ein.

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Da hast wohl dein Anonymnick vergessen, glaub dir kein bisschen

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Eben wurde noch der 12-jährige unter die Dusche geprügelt. ;)

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ich finde es sehr bedenklich, wenn menschen nicht mal scham empfinden wenn sie in der öffenltichkeit ihre Kinder klapsen oder gar richtig schlagen.

es anzusprechen bringt i.d.R. für den Moment wenig, aber ich seh das globaler, denn wenn alle wegschauen, tolerieren wir es im prinzip. Wenn eine Mutter in der öffentlichkeit damit rechnen muss dafür gerügt zu werden, wenn ich mein Kind schlage, wird sie sich eher andere wege überlegen, als wenn es als völlig normal angesehen und ignoriert wird.

ist ja mit anderen dingen genauso. wie geht die mehrheit der menschemi t behinderten, andersfarbigen, verkrüppelten oder stillenden müttern um. wird es toleriert? ignoriert? angestarrt? ausgelacht?! das alles hat auswirkung auf unsere gesellschaftliche entwickklung, und ich denke ein kind sollte in der gewissheit leben 8und diese irgendwann erkennen können) dass es in der öffentlichkeit gewaltfrei behandelt wird, nicht für geburtsschäden ausgelacht oder für normale tätigkeiten angestarrt wird.

nur dann wird es das verhalten seiner eltern objektiv einordnen können, und irgendwann entscheiden können, dass es SEINE kinder nicht schlagen will, dass es andersartige NICHT auslachen will, und dass es sich evtl auch gegen seine eltern auflehnen darf und muss.

sonst geht alles fröhlich weiter mit "hat mir auch nicht geschadet.

also ich plädiere für den steten tropfen: ansprechen und hoffen dass es irgendwann, irgendwie wirkt.

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Ich stimme dir an sich zu. Aber wann schreitet man ein? Wann ist es richtig und wann übergriffig?

In dem Beispiel von Gewalt gegen Kinder: Körperlich, verbal, schon bei der Androhung?

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Ja, genau das wollte ich auch schreiben, ab wann soll man eingreifen.
Gewalt soll nicht sein, keine Frage. Aber auch Eltern sind nur Menschen und Kinder können schon sehr an unseren Nerven zerren. Wenn also mal nach nicht endend wollendem Gebrüll ein Klaps am Hintern passiert oder eine völlig entnervte Mutter ihrem Kind einen Klaps androht, da würde ich nicht eingreifen. Die meisten Mütter wissen selber, das es nicht in Ordnung war, warum ihnen dann noch unter die Nase reiben? Noch dazu in einer Situation, wo sie sowieso schon angespannt genug ist.
Was anderes ist es natürlich, wenn auf das Kind richtiggehend eingedroschen wird. Da sollte man auf jeden Fall eingreifen, vielleicht sogar die Polizei einschalten.

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Finde ich auch erschreckend, aber in der Häufigkeit habe ich die Beobachtung zum Glück noch nicht gemacht.

Was ich öfter mitbekomme, sind verbale Demütigungen. Eben erst hat eine Mutter zu ihrer weinenden Tochter im REWE gesagt: "Du bist so peinlich. Ich schäme mich echt, mit dir gesehen zu werden." Ich fand das nicht in Ordnung, habe aber auch nichts gesagt. Ebenso bei Aussagen wie: "Du bist so dumm." "Immer machst du Probleme." Oder zu anderen Erwachsenen vor dem eigenen Kind: "Sie ist in letzter Zeit so anstrengend.", "Ja, jetzt ist der lieb, aber der kann auch ganz anders." Hinterlässt doch sicher ein blödes Gefühl beim Kind. Wo verläuft die Grenze? Wann sollte man sich einmischen und wann wäre ein Einmischen übergriffig?

Ich hatte eine Freundin, die sich so verhält, wie du es beschreibst. Ständig ein Klapps auf die Hände oder gekniffen, wenn ihre Kinder zu laut sind / nicht auf sie hören / versehentlich den Saft umkippen. Das fand ich sehr schockierend und hab auch immer was gesagt. Irgendwann hat sie sich tatsächlich in meinem Beisein zurückgehalten. Aber die panische Reaktion der Kinder bei den Worten "Du wirst gleich bestraft." haben mir ziemlich deutlich vor Augen geführt, dass sie offensichtlich immer noch auf Gewalt setzt. Als ich dann mitbekommen habe, dass sie ihre Älteste an den Haaren auf die Tischplatte gezogen hat, wurde es mir zu viel und ich habe das Jugendamt eingeschaltet. Muss ich erwähnen, dass wir nicht mehr befreundet sind?

Einmal hab ich was gesagt, als ein Vater seinem Sohn Gewalt angedroht hat. "Wenn wir nach Hause kommen, bekommst du Schläge." "Das meinen Sie doch hoffentlich nicht ernst", habe ich ihm zugerufen. Ob das irgendwas verändert hat? Vielleicht hätte ich mehr machen müssen. Aber der Vater hat mir schon Angst gemacht. Da hätte ich mich getraut, Kontakt zum Kind aufzunehmen. Und wegen so einer Drohung die Polizei rufen?

Ich finde, es ist ein schwieriges Thema. Gewalt geht natürlich gar nicht. Aber ab wann schreitet man ein? Körperlich, verbal, schon bei der Androhung?

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"Da hätte ich mich NICHT getraut, Kontakt zum Kind aufzunehmen", soll es natürlich heißen.

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Verbale Demütigungen sind nicht schön, aber ich muss jetzt ehrlich zugeben, dass mir auch schon, sagen wir mal "nicht so nette Worte" über die Lippen gekommen sind in sehr anstrengenden Situationen.
Kinder können einen manchmal ja wirklich an den Rande des Wahnsinn treiben. Meine zwei sind 13 und 17, also Anfang und Ende (hoffentlich!! bald Ende) Pubertät. Da kommen immer wieder Situationen auf, puh, soviel Valium könnte ich nicht schlucken, um da noch ruhig zu bleiben 😖 Obwohl meine im großen und ganzen brav sind, Schule passt, Umgang passt, eh nur der normale Wahnsinn. Man ist eben auch nur Mensch, und ich denke mir, sie können auch ruhig erleben, dass negatives Verhalten auch negative Reaktionen hervorruft.

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So etwas habe ich bis jetzt nur einmal Beobachtet. Wir waren im Zug unterwegs und eine junge Mama hat ihrem 4-5 jährigen Sohn zweimal auf den Po gehauen, weil er in die Hose gemacht hat.
Aber ich habe nichts gesagt. Ich bin generell kein Mensch, der sich bei anderen groß einmischt.
Ich denke, dass es auch nicht so viel bringt sich da einzuschalten (ausser es ist wirklich starke körperliche Gewalt), weil die meisten Mütter, die ab und zu mal einen Klaps geben, auch überzeugt davon sind. Sonst würden sie es nicht machen. Und ich denke in 99% der Fälle würde die Mutter sagen: "Kümmern sie sich um ihren eigenen Kram."
Ich möchte überhaupt nicht sagen, dass es in Ordnung ist seinen Kindern wehzutun. Egal ob Körperlich oder verbal. Aber man muss auch an die Familie denken, wenn man meint gleich die Polizei zu rufen oder so. Das kann im schlimmsten Fall so enden, dass das Kind weggenommen wird und das ist glaube ich, nicht sehr viel besser.

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Aber wenn das Kind weggenommen wird hat das ja auch einen Grund. Da reicht kein Klaps auf den Po, nicht mal ein regelmäßiger. Also Angst zu haben eine "eigentlich intakte Familie" zu zerstören hätte ich da nicht.