Machen wir was falsch?

Hallo ich weiß garnicht wie ich anfangen soll, es geht um meine 11 jährige Stieftochter.

Ich stelle mir die ganze Zeit die Frage ob wir nicht zu streng reagieren.

Am besten fang ich von ganz vorne an.
Meine Stieftochter hat keinen Kontakt zu ihrer Mutter ( ihre eigene Entscheidung), sie wurde vor 3 Jahren von ihrer Mutter beim Vater vor die Tür gestellt mit der Aussage, ich komme mit ihr nicht mehr klar, sie wohnt ab sofort bei dir.

Das Familienleben ist bei uns eigentlich harmonisch, beide Kinder werden absolut gleich behandelt.

Leider redet sie mit niemanden darüber. Was sie bedrückt usw.

Am liebsten würde sie einfach nur noch zu Schule gehen, nachhause kommen und playstation und Handy spielen. Wenn wir fragen ob sie mit raus kommt verneint sie es sofort.

Habe sie auch gefragt ob sie mit meinem 15 jährigen Sohn oder mir ein Problem hat? Aber auch dieses verneint sie und sagt sie hat uns beide sehr gern.

Wenn Sie an den elektronischen Geräten ist vergisst sie trinken, essen und sogar den Toilettengang.

Wenn wir sie fragen was mit ihr los sei, zuckt sie nur mit den Schulter oder brüllt uns gleich an.
Sodass ihr Vater gestern alles eingezogen hat, playstation und Handy. Wir wissen selber das strafen nicht gut ist, aber sie ignoriert uns komplett.

Auf ihren Handy haben wir dann Telefonnummer gefunden von fremden ( aus dem playstationspiel ) mit denen sie schreibt. Ob wohl wir ihr mehrmals erklärt haben, das so etwas extrem gefährlich ist, da sie garnicht weiß wer da hinter steckt.

Wir wissen echt nicht mehr weiter.

Vllt habt ihr ja einen Rat für uns.

Und falls ich irgendwas falsch sehe bitte gebt mir einen Rat.

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Hallo,

das Mädchen hat eine schwierige Geschichte und steht mit einem Fuß in der Pubertät...ungünstige Mischung.

Ich schätze, sie hat kein Vertrauen, fühlt sich verlassen, nicht gehört, einsam. Sie rettet sich in eine Welt mit wenig Konfrontation, wenig echten Kontakten (da kann man nämlich auch nicht enttäuscht werden) und fühlt sich dort von den Kontakten, die sie da hat, wahrgenommen.

Eigentlich braucht sie wirklich eine kinder- und jugendpsychologische Betreuung. Auf der anderen Seite müsst ihr versuchen, die Welt mit ihren Augen zu sehen und zu verstehen....auch zu verstehen,wie in ihrer Situation Dinge die so vorfallen, Äußerungen, Alltagserlebnisse etc. wahrgenommen werden könnten. Das Mädchen wurde von Ihrer Mutter verlassen. Sie wird sich die Frage stellen: Warum? Sie wird mit 11 nicht zu der EInsicht kommen: "weil meineMutter einen Knall hat". Sie wird sehr wahrscheinlich denken, dass es an ihr liegt, dass sie nicht liebenswert ist, dass sie ungewollt ist etc. Was das mit einer Kinderseele macht...autsch.

Ihr müsstet riesige Kompensationsarbeit leisten und ein Umfeld voller Liebe, Sicherheit, Verständnis (auch für die schrägsten Ansichten) schaffen. Sie braucht eine stabile Familienbasis, eine Basis wo sie sich sicher fühlt, wo sie geliebt wird, ganz egal was sie tut (und das auch spürt und jederzeit darauf vertrauen kann). Das ist harte Arbeit auf beiden Seiten und funktioniert viel besser mit Unterstützung von außen.

Ich hatte ein sehr sehr ähnliches Problem mit meinem großen Sohn. Er war 12 als es den letzten negativen Kick gab und sein Verhalten passte fast deckungsgleich auf das Deiner Bonustochter. Er wird bald 17, seit gut einem Jahr kommt langsam alles in die Bahnen, wo es laufen darf. Aber der Weg dahin...wie gesagt, da muss man vor allem als Elterteil an seinem Blickwinkel arbeiten und sich einlassen....den Glauben an ein gutes Ende nicht verlieren. Dennoch sind die Prägungen der Kindheit und frühen Jugend längst nicht in Gänze raus...das wird noch lange, vielleicht ewig, dauern. Verliert da keine Zeit. ...der Medienkonsum ist nicht das Problem, der ist nur ein Syptom.

LG und alles Gute

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Wart Ihr bei der Erziehungsberatung? Das kann wahnsinnig hilfreich sein.
Und ein Kinderpsychologe sollte sein. Das arme Mädchen😒
Danke dafür, dass Ihr Ihr helfen wollt

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Nein bis jetzt waren wir noch bei keiner Erziehungsberatung. Das haben wir uns schon gedacht, aber wenn das Thema Psychologe zur Sprache kommt, blockt sie gleich ab und sagt da geht sie nicht hin.

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Zur EZB muss sie auch nicht mit. Nutzt das.

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Dafür, dass sie erst 11 ist, hatte sie einen viel zu freien Zugang zu den Medien, erst recht zu den Onlinegames. Mein Ältester (bald 13) hat mit sowas jetzt erst angefangen, und es gibt strikte Regeln. Keine Weitergabe des kompletten Namens, Handynummer, Wohnort etc. Eines der Games spielen wir Eltern selbst mit - hat den Vorteil, dass wir sehen was genau gemacht und im Chat geschrieben wird. Darüber hinaus haben wir mit FamilyLink (ein Pendant gibt es auch von Apple) Zeitlimits gesetzt (ja, kluge Kinder können das irgendwann umgehen, wird aber nicht notwendig sein, da die Limits immer großzügiger werden,je mehr Vertrauen aufgebaut wird.)
Jetzt eine komplette Rolle rückwärts zu machen, wird schwierig.
Ich würde wohl versuchen, über Interesse und Gemeinsamkeit weiter zu kommen. Was spielt sie, was gefällt ihr daran,mag sie euch zeigen wie es geht? Könnt ihr mal zusammen spielen?

Hat sie auch offline-Hobbies? Wenn nicht, vielleicht mal als Familie etwas Neues ausprobieren. Da gibt es ja auch zahlreiche Möglichkeiten, die draußen stattfinden. Und wenn es Pokemon Go spielen ist - immerhin bewegt man sich dabei an der frischen Luft.
Ob man an Familienaktivitäten teilnimmt, stand übrigens mit 11 nicht zur freien Entscheidung und tut es heut auch noch nicht. Wenn wir als Fanilie einen Ausflug machen, wird ein Ausflug gemacht. Allerdings darf jeder Vorschläge machen, worauf sie oder er Lust hätte. Da könnte das Mädel ihre Onlinefähigkeiten doch mal gewinnbringend einsetzen - googelt gemeinsam nach Ausflugszielen in der Umgebung und sucht was aus.

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Sie hat auch die familylink app auf dem Handy, sodass sie nur 2 Stunden an das Handy darf.

Sie spielt fortnite.
Das man Namen, Adresse usw. nicht weiter gibt haben wir ihr ausgiebig erklärt. Aber auch dieses ignoriert sie komplett.

Wenn wir sie zwingen mitzukommen, wenn wir weg fahren, zickt sie die ganze zeit nur rum, sodass man echt auch keine lust mehr hat was zu unternehmen.


Und danke für die Idee mit dem, dass sie mal was raussucht. Vllt hat sie ja da mehr lust drauf.

Und nein sie hat keine anderen hobbies.

Man muss sich das bei ihr so vorstellen, wenn andere eine Jacke anziehen bei 1 Grad Außentemperatur, geht sie nur mit pullover.

Wenn andere Tags über raus gehen, wartet sie bis es dunkel ist. Sie macht von allem das Gegenteil

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Bei der Geschichte glaube ich nicht, dass der freie Zugang zu Medien das Problem ist...das ist wahrscheinlich nur ein Symptom des eigentlichen Problems....Man wird dem Kind nicht helfen können, indem man da regelmentiert und Limits setzt....man bewegt so ein Kind auch nicht einfach, mal eben mit rauszukommen und Pokemon zu fangen nur weil das Handy oder die PS weg ist. Das ist ein bisschen leicht gedacht. Für mich gehört hier ein Kinder- und Jugendpsychologe ran und es muss in der Familie gearbeitet werden. Das Kind vertraut sich nicht an, zieht sich zurück etc. pp....es muss eine Basis her und da sind alle gefragt.

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Die Geschichte erinnert mich sehr an mich, nur, dass es bei mir zwei Jahre später erst soweit war, weil damals das Internet noch nicht soweit verbreitet war.
Bei mir lag es daran, dass sich niemand für mich interessiert hat und die Menschen online aber für mich da waren. Die haben mir zugehört, während ich von meiner Familie kleingehalten wurde und keine Unterstützung bei Hobbies erhalten habe. Stattdessen habe ich freien Zugang zu Medien bekommen aber mit dem Ergebnis waren meine Eltern auch nicht glücklich.

Ich denke die grundsätzlichen Probleme liegen nicht unmittelbar bei euch, sondern bereits beim Zusammenleben mit ihrer Mutter.

Dein Mann hat nun überreagiert und das ist nicht zielführend, aber die Reaktion ist verständlich.

Bitte nehmt, wenn auch zuerst alleine, das Angebot der Erziehungsberatung an und sprecht da, wenn ihr wisst, dass sie abblockt, auch mit ihr nicht unbedingt drüber, sondern erst, wenn ihr für euch sortiert habt, ob es für euch hilfreich ist. Ich denke aber schon.

Vom Psychologen würde ich gar nicht reden. Klar wäre das hilfreich, aber das fühlt sich wie ein Schlag mit der Keule an. Dafür ist sie noch nicht bereit.

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Sie steht bei uns hauptsächlich im Mittelpunkt, es wird jeden Tag gefragt wie die Schule war und ob es was neues gibt usw.

Wir reden viel mit den Kindern und hören den Kindern auch immer zu. Also das wir kein Interesse zeigen ist nicht das Problem. Wir wissen nicht woran es liegt, sie setzt ja immer noch ein oben drauf....

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Daher hatte ich folgendes bereits oben geschrieben:

„Ich denke die grundsätzlichen Probleme liegen nicht unmittelbar bei euch, sondern bereits beim Zusammenleben mit ihrer Mutter.“

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Dass Teenies irgendwann verstummen und sich zurück ziehen ist ganz normal--trotzdem toll, dass ihr noch mal gefragt habt, ob alles okay ist.
Mit Fremden telefonieren hat mein Jüngster leider auch gemacht. Er spielte während der Coronazeit immer Fortnite und kam so in Kontakt mit anderen Spielern. Ich habe Regeln aufgestellt mit ihm zusammen: 1.NUR KINDER!!! 2. keine persönlichen Daten herausgeben, wie Adresse, realen Namen, Geburtsdatum, Stadt etc. 3. KEINE PERSÖNLICHEN TREFFEN!!
Das hat gut funktioniert.
Fahrt euch mal alle wieder runter und gebt ihr den Kram wieder, aber mit der Auflage nicht zu brüllen ;-) Und lasst sie in Ruhe chillen #schein

Ach ja, zum Thema Psychologen--es muss schon eine Bereitschaft beim Kind vorhanden sein sich helfen zu lassen.
Mein Mittlerer war 5, als ich von jetzt auf gleich ein halbes Jahr im Krankenhaus verschwand--die erste Zeit im Koma und danach noch weit entfernt von meinem früheren Zustand. Er wurde verhaltensauffällig und wir gingen mit ihm zu diversen Psychologen--komplette Verweigerung, niemand drang zu ihm durch.
Jetzt ist er 17 und völlig normal--aber er musste auch erst mal wieder Vertrauen fassen, in seinen Augen habe ich ihn im Stich gelassen.

Bearbeitet von tusnelda2013
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...Du bist aber nicht von der Bildfläche Deines Kindes verschwunden...erstmal...ja, aber du kamst wieder und mit wachsender Reife kann bzw. konnte Dein Sohn sicher auch einschätzen, dass du da wenig böses im Schilde geführt hast, sondern einfach mal keinen Einfluss auf die Situation hattest....anders als die Mutter des Mädchens, die ihre Tochter ganz bewusst "abgegeben" bzw. verlassen hat. Sowas verwächst sich bei den allerwenigsten völlig problemlos. Es ist nicht ungefährlich, da so leichtfüßig drüber zu gehen bzw. die Situation so "normal" zu reden. Das Mädel ist ein Teenager, ja, da ist vieles anders als im reinen Kindesalter...aber das Mädel hat vor allem wackeliges Leben. Man stelle sich doch mal für sich selbst vor, was einem passieren muss und was in einem vorgehen muss, bevor man den Kontakt zu den Eltern abbricht...und das in dem Alter, wo eigentlich feste Bande dringend notwendig sind. Sie bricht doch auch nicht en Kontakt zur Mutter ab und ist dann damit in der "neuen" Familie völlig rückstandslos fein. Mal zu fragen, ob alles okay ist, reicht in diesem Falle nicht aus...und freilich wird man da nicht die Antwort bekommen, die man sich denkt oder erhofft. Man muss sich ja mal fragen, warum das Kind sich nicht öffnet, warum es blockt, bewusst gegen den Strom schwimmt....alles auf Teenageralter zu schieben ist nicht ausreichend.

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"Ich habe Regeln aufgestellt mit ihm zusammen: 1.NUR KINDER!!! 2. keine persönlichen Daten herausgeben, wie Adresse, realen Namen, Geburtsdatum, Stadt etc."

Klingt total gut.
Aber woher zum Henker soll man wissen, ob dort an der anderen Seite ein Kind sitzt?

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Zur akuten Situation:
Ehrlich gesagt, bin ich nicht einmal gegen das Rausnehmen von Handy und Playstation an sich. Klar im Affekt war es falsch, aber so wird es zum gefährlichen Zufluchtsort, den sie auch genau dafür sucht.
Dass die Gefahr real und fassbar ist, macht der fremde Kontakt mehr als nur deutlich. Sie ist trotzdem erst 11, die Pupertät kann zwar schon begonnen haben, aber Schutz muss einfach sein.
Mein Vorschlag: Besprecht die Situation nochmal und verlegt alle Medien, auch Handynutzung (Freundesanrufe dürfen natürlich weiterhin im Zimmer bleiben) in einen Gemeinschaftsraum zB Esszimmer oder Wohnzimmer, meist lässt sich ein kleiner Bereich zum Rückzug finden. Die Medien kommen nicht als Strafe wegen Rückzug weg, sondern wegen dieser realen Gefahr, die ja bereits eingetreten ist - auch das sollte klar besprochen werden. Sagt ihr dass ihr euch Sorgen macht und Angst um sie habt.
Warum dieser Rat: im eigenen Zimmer kann man sich komplett zurückziehen und dem Leben entfliehen, leider entflieht man auch dem Schutz. Um hier wieder anzusetzen, müsste der Freiraum und die Sicherheit des eigenen Zimmers gebrochen werden, zB durch Kontrolle und "offene Tür". Brrr - mich schüttelts schon beim Gedanken daran. Auch mit Medien im Gemeinschaftszimmer braucht man nicht ständig Angst davor haben, dass jemand über die Schulter blickt. Gerade wenn man sich zurückziehen will, sind dann jedoch die Medien im Gemeinschaftsraum eher 2. Wahl. Die damit verbundene Gefahr auch.

Für akute Situationen hilft es natürlich immer sich Rat zu suchen, Erziehungs/Teenagerberatung für Eltern - Sozialpädagogen für Jugendliche zB im örtlichen Jugendzentrum oder über Jugend/Familienhilfe bei richtigen Härtefällen wären auch eine Alternative für eure dazugewonne Tochter. Im Jugendzentrum könnte zum Sozialpädagogen erstmal über ein Freizeitangebot eine Verbindung geknüpft werden. Auch im Jugendzentrum geht ihr zuerst alleine hin, schaut euch das Angebot an und reicht es als Vorschlag an eure Kids weiter - vielleicht gibt es sogar was was Sohn und Tochter dort gemeinsam machen könnten.

Direkt Psychotherapie? Eher nicht. Der öde Psychodoktor wirkt komplett abschreckend - selbst auf uns Erwachsene: Wir fühlen uns nicht "krank", sondern anders; möchten nicht "therapiert" werden, sondern uns besser fühlen; wir schaffen es nicht uns selbst auszudrücken, aber jemand anders "bewertet" jede Aussage und "stochert herum" um herauszufinden, was dir "fehlt". Zu Psychologen ist die Barriere haushoch. Über etwas ungezwungenere aber fachlich geleitete Atmosphäre lassen sich die meisten Ketten leichter sprengen.


Ansonsten: der Sichselbstvergessen im Medienkonsum schlägt glaube ich bei jedem früher oder später ein, v.a. wenn schon vorher ein Medieninteresse bestand. Da müssen wir Eltern leider durch, und die Phase dauert gefühlt einfach zu lange.
Ihr macht das eigentlich schon ganz gut, mit Angebote machen, gleichberechtigt handeln - noch mehr in dem ihr sie in eure Unternehmenswünsche einbezieht. Auch wenn ihr Unternehmenswunsch eben nur mal mit Freunden oder einem Familienteil sein sollte. Auch das gibt ihr Rückhalt.
Die Phase mit dem Gegenteil machen/Gegen den Strom schwimmen/ anders handeln einfach weil man sich selbst anders fühlt, ist da ziemlich ähnlich. Wenn sie zB lieber Nachts raus will - schlagt ihr einen Nachtspaziergang oder Nachtjoggen vor. Es ist okay anders zu sein, andere Bedürfnisse zu haben. Zeigt ihr das auch und seid in gewissen Maße anpassungsfähig (nein, es muss nicht alles ausprobiert werden, aber vieles ist trotzdem möglich ;-)). Manchmal gibt sich diese Phase von selbst, manchmal wird es zu ihrem Lebensstil - aber dann zu ihrem selbstgewähltem glücklichen.

#herzlichBleibt dabei und nehmt ihre Offenheit (Ausdruck ihres Anderssein, zeigt sich, auch wenn sie es nicht schafft zu reden; Versicherungen, dass sie euch mag) euch zu Herzen. Sie zeigt bereits sehr viel und das obwohl sie in diesen 3 Jahren und höchstwahrscheinlich lange zuvor schon wirklich viel durchgemacht hat. Das spricht auch für euch als Familie. #herzlich

PS: sollte alles mal durchstanden sein (davor könnte sie es selbst noch ablehnen) und ihr selbst dazu bereit seid, könnt ihr ihr noch einmal mehr Rückhalt bieten, indem ihr sie als wahre Tochter, nicht mehr als "Stief"tochter bei euch aufnehmt - die Stiefel sind schwere Last und auch eine kleine Mauer, aber sie gewinnt eine reale Familie, die sie als fester Bestandteil der Familie liebt, dazu. Toitoitoi!

Bearbeitet von Arjha
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Ich kann euch in eurem Fall von Herzen eine systemische Familienberatung empfehlen.

Euer Mädel hat einiges hinter sich, wird abgelehnt von der Mutter, das macht natürlich was mit so einer kleinen Kinderseele. Darum ist wichtig, dass jemand von Außen euer komplettes System in den Blick nimmt. es bringt nix, nur an eurer Tochter rumzudoktern. Die Ursachen liegen ja tiefer, sehr sehr sicher in der Beziehung zur Mutter. In der sytemischen Arbeit geht es nicht um den einzelnen, sondern um die Gesamtheit der Beziehungsstrukturen. Und manchmal reicht eine klitzekleine Vernderung einer Stellschraube, um das gesamte System zu entspannen.

und selbst wenn sie blockiert und nicht mit möchte, könnt ihr erst mal ohne sie arbeiten.

Ich drück euch alle Daumen, dass ihr als Familie die Kurve kriegt und wieder Harmonie bei euch einziehen darf. Eventuell habt ihr etwas Arbeit vor euch, aber es lohnt sich.

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Guten morgen, ich habe gestern mit meiner Tochter Plätzchen gebacken und habe gleich das Gespräch unter 4 Augen nochmal gesucht.

Ich habe ihr das nochmal erklärt, dass es weniger Strafe war das die playstation weg ist, es war eher zum Schutz von ihr. Habe ihr auch nochmal erklärt das genauso gut ein 60 jähriger hinter dem chat sitzen kann.
Ich glaube, da es ein sehr ausgeglichen Gespräch war, dass sie es verstanden hat.

Ich bin auch nochmal auf aktive hobbies mit ihr eingegangen und sie möchte ab Anfang nächsten Jahres, sich einen Fußballverein anschauen.

Ja erziehungsberatung , was soll ich sagen bei 5 verschiedenen angerufen. Nächster Termin wäre ab März.

Habe auch nochmal mit ihr wegen ihrer Mutter gesprochen. Sie hat echt eine klare Meinung dazu, das sie keinen Kontakt mehr mit ihr weiterhin haben möchte und das auch so bleibt.

Und wir hören ihr immer aktiv zu, das habe ich mein dem 15 jährigen gemacht und das mach ich auch bei ihr. Egal was für Thema, ob Probleme in der Schule usw.
Aber wenn sie sich bei manchen Themen verschließt, hat das nichts damit zu tun das man das kind nicht kennt.

Und ich behandle sie wie meine richtige Tochter, das stand noch nie zur Debatte, genau wie mein Sohn sie auch als Schwester behandelt. Bei diesem Thema hat wir noch keine Probleme.

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Das ist nur eine Phase. Gebt ihr Zeit und bedrängt sie nicht. Sie kann es wahrscheinlich selber nicht in Worte fassen, was gerade in ihrem Kopf abgeht. Sie ist in der Pubertät. #schwitz

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Schon, aber sie müssen trotzdem an ihr "dranbleiben" - hier muss man eben das richtige Maß zwischen Aufmerksamkeit und in Ruhe lassen finden - und das ist nicht einfach.
Hätte ich damals meinen Sohn einfach nur in Ruhe gelassen, wäre ich weder dahinter gekommen, dass er gemobbt wird in der Schule noch dass er über "Freunde" ans Geldautomaten spielen kam......und das schon mit ca. 12/13 Jahren!
Erziehungsberatung, reden, reden und immer wieder auch Kontrolle war jahrelang nötig. Nur - hinter das "warum" kamen in all den Jahren nicht mal die Profis, das war leider immer nur ein Herumdoktern an den Symptomen, nach heutiger Sicht leider auch mit ungeeigneten Mitteln.
Heute gibt es aber Gottseidank viel mehr Angebote als vor 35 Jahren.
LG Moni