Wird ihr das Kind weggenommen?

Hallo,
Ich habe eine Frage, und zwar…
Meine Schwester 18, ist obdachlos und lebt irgendwo, wo sie sich durch schnurrt.
Sie ist in der 39. SSW. Sie hat Krätze und hatte in der 30. ssw frühzeitige wehen, dann war sie im Krankenhaus, sollte da 4 Lubgenreifen spritzen bekommen und sich gegen Krätze heilen, dies erfolgte nicht, da sie nachts aus dem Krankenhaus abgehauen ist. Sie hat noch keine Sachen fürs Baby,Ich habe dann eine Kindeswohlgefährdung beim Jugendamt gemeldet. Es wurde 2 Tage später einen gerichtlichen Beschluss gemacht, wo Regeln drin stand, wo sie sich dran zu halten hat, natürlich hält sie sich nicht dran, geht nicht zum Jugendamt, geht nicht ins KH um nach dem Zustand des Kindes zu schauen. Niemand weis wo sie ist. Wird ihr nun das Kind weggenommen?

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Huiuiui. Hoffentlich geht sie zur Geburt in ein Krankenhaus und versucht es nicht allein 😬

Ich würde davon ausgehen, dass man ihr das Kind abnimmt, ja.

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Hast du Kontakt zu deiner Schwester?
Hat sie einen Bezug zu diesem Kind/Wünsche/Pläne? Ist sie offen für Veränderungen ihrer Lebenssituation und kann sie Unterstützung annehmen? Ist sie drogenabhängig?
Ich kenne die Problemlagen deiner Schwester nicht. Ich denke, es steht und fällt mit der Veränderungs- und Fürsorgebereitschaft für den kleinen Menschen.
Schön alleine Krätze bei einem Säugling ist echt ein Problem. Andererseits könnte sie jetzt noch Medikamente nehmen, um zur Geburt nicht mehr ansteckend zu sein. Und es gibt Wohnformen und Hilfsangebote, die "problematischen" Elternschaften im wahrsten Sinne rettend unter die Arme greifen.
Sollten die Bedingungen auch nach der Geburt so bleiben, wie von dir beschrieben, ist eine Inobhutnahme unabdingbar. Natürlich müssen Geburt und Lebensumstände den Behörden bekannt sein/werden.

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Wenn ihr Kontakt habt, würde ich Anlaufstellen für sie heraussuchen und sie dorthin begleiten. Vielleicht ist sie abgehauen, weil sie mehr Angst vor dem Unbekannten als vor dem bekannten Leben auf der Straße hatte. Schon ein Beratungsgespräch mit einem Plan, wie es weitergehen kann, wie sie behandelt werden kann, wie sie wieder auf die Beine kommt, wäre sinnvoll. Sie will ja hoffentlich nicht mit dem Säugling auf der Straße leben?
Da wäre meine Frage, ob sie nicht in ein Mutter-Kind-Heim könnte.

Als Schwester würde ich ehrlich gesagt immer anbieten, dass sie bei mir schlafen könnte, aber vielleicht ist das nicht in der jeder Familie gegeben oder möglich.

Wenn sie Vertrauen zu dir hat, würde ich mich an deiner Stelle informieren, welche Möglichkeiten und Anlaufstellen sie hätte und wie es nach der Geburt weitergehen könnte und das in Ruhe mit ihr besprechen. Aufzeigen, wie es wieder aufwärts gehen könnte.

Eine schnelle Googlesuche bringt gegenteilige Ergebnisse, einmal, dass Obdachlosigkeit an sich kein Grund für die Fremdunterbringung des Kindes wäre, einmal, dass es das bspw. in Hamburg doch wäre. Ich würde also an deiner Stelle mal konkret nach ihrem Bundeslang googeln.
Frage: Ein Kind braucht Stabilität, soll in den Kindergarten, in die Schule. Wie kann das gehen, wenn die Mutter auf der Straße lebt?

Die Frage wäre aber nicht, ob ihr das Kind weggenommen wird, sondern wie man sie an die richtigen Anlaufstellen bringen könnte, dass sie wieder eine Wohnung, eine Arbeit bekommt und das Kind gut versorgen und behalten kann.

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Wir haben sie hier schon aufgenommen gehabt, haben sie auch hier umgemeldet etc, damit es ihr einfacher fällt Gelder zu beantragen. Sie ist natürlich wieder zu ihrem Freund, wo sie irgendwo mit ihm pennt und möchte nicht mehr zu uns, will keine Gelder beantragen und sie meinte bevor sie in ein Mutter Kind heim geht, lässt sie das Kind alleine und geht wieder zu ihrem Freund.

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Dann ist es doch klar, das Kind kommt zu Pflegeeltern. Vielleicht kannst du sie in den nächsten Wochen ohne Druck aufnehmen, dass sie zur Geburt nicht alleine ist und rechtzeitig in ein Krankenhaus kommt. Das ist doch jetzt das allerwichtigste. Und wenn das Baby da ist, musst du das Jugendamt anrufen. Es geht nicht anders.

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Wenn sie sie samt Kind erwischen, vermute ich es sehr stark. Dass sie Krätze hat, zeigt schon, dass sie sich selbst nicht optimal versorgen kann, wie soll sie dann das Kind versorgen und sauber halten?

Gehe auch mal davon aus, dass Krätze ansteckend ist, also muss das Kind geschützt werden.

Zudem ist die Frage, ob sie, woher auch immer, genug Geld für 2 Personen hat. Denn reicht das Geld gerade mal fürs Kind, muss man ja zwingend davon ausgehen, dass sie auch von dem Betrag was abzweigt, sie will ja auch essen.

Und keine Sachen fürs Kind ist auch sehr bedenklich, denn wenn sie nicht mal ein Tragtuch hat, wird sie das Kind sicher öfter irgendwo auf eine ungesicherte Couch legen oder so, anstatt es permanent auf dem Arm herumtragen.

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"Dass sie Krätze hat, zeigt schon, dass sie sich selbst nicht optimal versorgen kann, wie soll sie dann das Kind versorgen und sauber halten?"

Da muss ich Dir widersprechen. In unserem KiGa gab es kurz vor den Weihnachtsferien auch Kratzer bei einem Kind. Keines der Kinder ist ungepflegt, vernachlässigt oder "unsauber". So zumindest mein Eindruck.

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Das sehe ich anders bzw. habe ich anders erlebt.
Man stellt es sich so vor, wie du es schreibst, aber tatsächlich hatte ich selbst schon Krätze -und ich bin durchaus in der Lage, mich selbst zu versorgen, wohne in einem sauberen Haus und halte alles gepflegt.
Ich weiß nicht, wo ich mich angesteckt habe, es kann einen aber durchaus auch bei angemessener Hygiene erwischen. Das haben mir auch mehrere Ärzte so bestätigt.


Die sonstigen Bedingungen zeigen aber natürlich, dass sie nicht besonders gut in der Lage sein wird, sich selbst und einen Säugling angemessen zu versorgen.

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Ich finde es sehr verantwortungsbewusst von dir, dass du das beim JA gemeldet hast. Richtiger Weg.

Ich denke, hier kann man nichts schönreden.
Und „vielleicht schafft sie es noch rechtzeitig“ denke ich auch nicht.

Es kann leider nur gut sein, wenn das Baby nicht bei ihr bleibt.
Sie muss erstmal selbst wieder auf die Beine kommen und das natürlich auch wollen.

Bearbeitet von lamadrugada
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Gut das du dich ans Jugendamt gewendet hast. Ist es dir möglich dich um das Kind zu kümmern? Dann könntest du versuchen deine Schwester davon zu überzeugen und es mit dem Jugendamt besprechen. Ansonsten wird das Kind sehr wahrscheinlich in eine Pflegefamilie kommen

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Aus Interesse: Was war das für ein gerichtlicher Beschluss, den du innerhalb von 2 Tagen erwirkt hast? Wie wurde er deiner Schwester zugestellt? und wie wurde das Kind, welches es ja noch nicht gibt, im Beschluss geführt?

Kennt das Jugendamt deine Schwester bereits?

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Das ist ein gerichtlicher Beschluss vom Familiengericht, dort steht drin, das sie sich unverzüglich ins KH begeben soll, erst das Krankenhaus wieder verlassen darf, wenn die Ärzte das sagen, das sie sich unverzüglich zum JA begeben soll usw. Das hat sie natürlich alles nicht gemacht. Das Einschreiben durfte ich von ihr öffnen, habe ich auch ein Beweis und habe es ihr direkt per WhatsApp geschickt, somit ist es als übertragen. Ich bin durchgehend im Kontakt mit dem Jugendamt und habe den auch gesagt, das ich das Kind nehmen könnte, habe selber eine Kleine Tochter und haben daher noch alles hier. Es ist mir die Frage was jetzt weiter geregelt wird, da es ja nur noch 2 Wochen sind, bis ihr Baby kommt.

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Es wird wohl so laufen, dass das Jugendamt und das FamG dafür sorgen, dass alle Jugendämter und Geburtskliniken im Umkreis informiert werden, dass dieser Beschluss besteht. Wenn das Kind dann in einer Klinik geboren wird, wird das Jugendamt vor Ort informiert und setzt den Beschluss um. Hoffentlich geht sie zur Geburt ins Krankenhaus.

Ob das Kind dann zu dir kommt muss man sehen. Hängt unter anderem von der Beziehung zwischen dir und deiner Schwester ab und dem Zustand deiner Schwester, der Prognose, ihren Wünschen usw.. Auch muss man sehen, ob, wenn das Kind bei dir leben soll, das ganze über eine Adoption, oder Vollzeitpflege läuft, oder als familieninterne Lösung ... ob ein Amtsvormund bestellt wird, oder du die Vormundschaft übernimmst. Da gibt es einiges zu klären.

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Hallo,

ich hoffe, es findet sich ein sicheres Heim für das Baby.

Ja, Krätze ist ansteckend, Krätzmilben sind Parasiten, die sich auch Babys anfallen können. .

Ich bin sonst dafür, das Jugendamt eher als dritte Option nach Gesprächen oder Vermittlung durch dritte einzuschalten, aber du hast richtig gehandelt.

Bei den Umständen Hygiene, Durchschnorren, beim Liebhaber nächtigen bzw Obdachlosigkeit, Geldmangel, steht nicht zuletzt auch die Frage nach Substanzen im Raum, die fast immer auch das Ungeborene beeinträchtigen können.

Wird ihr nun das Kind weggenommen?
So einfach ist die Entscheidung nicht. Aber eine Inobhutnahme als erste Maßnahme ist sicher schon zum Schutz des Kindes notwendig. Fängt sich die Mutter und kann ein sichereres Umfeld bieten, muss das nicht permanent so bleiben.


Ich hoffe, dass ein gesundes Baby in sicherem Umfeld auf die Welt kommen kann. TE, Du bist eine gute Schwester und tust das richtige.