Kind im Studium

So, ich hoffe, ich bin hier richtig und ihr k├Ânnt uns helfen­čÖâ

Mein Mann und ich haben dieses Jahr geheiratet und m├Âchten gerne Kinder haben. Wir sind beide noch im Studium. Nach Regelstudienzeit (bislang f├╝r uns kein Problem) haben wir noch 3 und 4 Jahre Studium, aber danach kommt noch das Refrendariat und Vikariat, also sind wir so richtig fertig erst in 4,5 und 6,5 Jahren.
So lange wollen wir aber nicht warten­čĄş Am liebsten h├Ątten wir sofort Kinder, oder wenigstens in 2 Jahren, oder so.
Wir haben schon ein paar Kommilitonen mit Kindern gefragt, aber die sind alle schon in h├Âheren Semestern als wir und vor allem wird das Kind entweder den halben Tag betreut (Gro├čeltern oder Kita), oder die Frau hat auf unbestimmte Zeit eine Pause im Studium eingelegt. Das wollen wir aber beides nicht­čĄö

Gibt's hier jemand, mit Erfahrung damit.
Wir f├Ąnden es auch gut, mal eine r├╝ckblickende Perspektive zu h├Âren, die kriegen wir bei unseren Kommilitonen n├Ąmlich auch nicht­čśő

Ach ja, wir k├Ânnen beide unsere Veranstaltungen relativ frei w├Ąhlen und so auch ziemlich gut bestimmen, zu welchen Uhrzeiten wir Uni haben.

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Hey,
erstmal herzlichen Gl├╝ckwunsch zur Hochzeit ;-) Ich m├Âchte dir hier versuchen, einen "neutralen" ├ťberblick zu geben. Neutral deshalb, weil ich in meiner Studiumszeit so einziges, sowohl positives als auch negatives, erlebt habe.
Kurz zu mir:
Ich hatte an meinem 18. Geburtstag und dem Tag meiner Abiturfeier meinen positiven SS-Test in der Hand. Das war defintiv nicht so geplant.Mein jetzt-Mann war 20 und im 1. Semester, ich startete im Oktober in mein Lehramtsstudium. Ich habe den Sommer mit Kotzen verbracht, mein Ferienjob tat mir echt leid, die haben mich n├Ąmlich quasi nie gesehen sondern nur ├╝ber Krankschreibungen kennengelernt.
Ich habe nach 2 Jahren meinen Bachelor gemacht und nach einem weiteren Jahr meinen Master. Mit Ende 20 hatte ich dann meinen Master und mit Anfang 21 das Masterzeugnis. Insgesamt war ich also deutlich unter Regelstudienzeit. Im November starte ich ins Referendariat.
Mein Mann hat sein Studium im September 2019 mit 22 abgeschlossen und arbeitet seitdem.
Unser Sohn ist jetzt 2,5. Er hat seit er 1,5 Jahre ist die Unikita besucht, allerdings mehr sporadisch und auch nur von 9-12:30 w├Ąhrend der Vorlesungszeit und durch Corona und Krankheit eher selten. Seit September geht er jetzt in eine Kita. Vorher wurde er aus einem bunten Mischmasch betreut - haupts├Ąchlich durch meinen Mann und mich, aber auch durch Urgro├čeltern, Gro├čeltern, Tanten, Onkel.
Das finde ich tats├Ąchlich auch essentiell.

- Im Studium hast du super viel freie Zeit - weshalb mein Mann und ich es als ideale Zeit f├╝r unseren Sohn gesehen haben. Aber du hast auch Sto├čzeiten, und Pr├╝fungsphasen wirst du, gerade bei zwei Studenten, auf gar keinen Fall ohne famili├Ąre Unterst├╝tzung packen. Selbst mit famili├Ąrer Unterst├╝tzung kann dich der Schlafmangel so fertig machen, dass du der festen ├ťberzeugung bist, dass 1+1 gleich 6 ist :D. Wenn Unterst├╝tzung zumindest in Pr├╝fungsphasen nicht infrage kommt, w├╝rde ich ganz ehrlich vom Kind im Studium abraten. Das endet nur im Chaos oder im Studienabbruch.

- Au├čerdem kommt es stark auf deine Verh├Ąltnisse an. Wir hatten/haben eine Wohnung 500m von der Uni entfernt. Es war auch 5 Tage nach der Geburt kein Problem f├╝r mich, eine 2-st├╝ndige Vorlesung zu besuchen, da mit 1,5h Vorlesung und 15min. Hin und 15min. Zur├╝ck das perfekt in mein Stillfenster gepasst hat. Wenn du t├Ąglich 2h pendelst, ist das gerade mit Neugeborenen schwierig. Wobei es nat├╝rlich auch hier auf die Situation ankommt: wenn dein Kind Anfang Juli kommt, ist es 3 Monate wenn das neue Semester beginnt. Mein Sohn war 5 Tage (wie gesagt, eben ungeplant). Wenn das Kind im November kommt, ist es nat├╝rlich schwierig, das Wintersemester ├╝berhaupt sinnvoll zu beenden, wenn du wegen Geburt mindestens eine Woche, eher deutlich mehr, fehlst. Das ist logistisch nach dem Kaiserschnitt nochmal herausfordernder.

- Dann kommt es darauf an, wie sehr ihr beide eine gleichberechtige Partnerschaft lebt. Ich habe viele Familien im Studium erlebt, wo dann trotzdem nur die Frau zur├╝cksteckt und sp├Ątestens mit Kind 2 zur Langzeitstudentin wird, die eigentlich nur Hausfrau ist. Es ist viel Arbeit, auszutarieren, wer wann welchen Kurs hat. Wir haben das sehr gut hinbekommen, haben abwechselnd Kurse belegt (ich von 8-10, er von 10-12, ich von 12-14...etc., teilweise und h├Ąufig bis 20 Uhr, was durch tolle Unigel├Ąnde mit Stillr├Ąumen, Indoor und Outdoorspielpl├Ątzen, Mensa und Co. Kein Problem war). Aber bei vielen klappt das eben nicht so gut. Wir hatten aber eine sehr familienfreundliche Hochschule - uns beiden w├╝rde der rote Teppich ausgerollt. Wir durften uns alle Kurse frei aussuchen, haben mehrmals von Professoren Geschenke f├╝r unseren Sohn bekommen, durften ohne Probleme unbegrenzt fehlen und total flexibel Hausarbeiten und co einreichen etc. .

- Dann kommt es auf dein Fach an. Ich habe direkt im ersten Semester mein Studium gewechselt, weil ich Chemie studiert habe und sehr viel Laborpraktika etc. durch Schwangerschaft und Stillzeit nicht h├Ątte machen k├Ânnen. Bei den F├Ąchern die ich jetzt habe konnte ich Hochschwanger und Stillend alles ohne Probleme machen.

- Ich w├╝rde wenn ich im Studium Kind kriege, es m├Âglichst fr├╝h machen. Im Studium kann man durch flexible Zeiteinteilung n├Ąmlich weiterstudieren. Im Referendariat ist das eine andere Hausnummer und es ist sch├Ân, wenn das Kind da zwischen 2 (wird nicht mehr gestillt, spielt auch mal alleine, kann l├Ąngere Zeit den Kiga besuchen) und 6 (kommt in die Schule, ggf. schlechte Betreuungszeiten weil Schule um 11:15 endet etc.) Jahren ist.

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Ich war noch nucht fertig, konnte aber nix mehr schreiben :D also weiter im Text:

Ich finde, mein Text h├Ârt sich ziemlich negativ an. Zumindest f├╝r unsere Situation. Mein Mann hat nebenbei immer gearbeitet, ich habe deutlich unter Regelstudienzeit studiert, wir h├Ątten beide sehr gute Noten. Unser Sohn hat sich flexibel unserem Leben angepasst, wir h├Ątten unendlich viel Zeit als Familie, konnten Gleichberechtigung leben und sind wirklich unendlich gl├╝cklich. Mein Mann meinte neulich: " Ich habe gegoogelt wann der beste Zeitpunkt f├╝r ein Kind ist und das stand ├╝berall den gibt es nicht. Da habe ich mir nur gedacht "Dann haben die noch kein Kind im Studium bekommen." " und f├╝r unsere Situation stimmt das definitiv. Aber wir haben, und deswegen habe ich den Text bewusst so negativ geschrieben, verdammt viel Gl├╝ck gehabt. Bei uns ist alles positiv verlaufen. Dadurch, dass unser Sohn in der Kita der Uni war, habe ich auch die Realit├Ąt mitbekommen, und die ist meistens so:

Mitte 20er entschlie├čen sich zu Kind, Studium fiel vorher schon nicht leicht. Beide motiviert, aus Gr├╝nden x,y und z hat der Mann bald sein Studium abgeschlossen, w├Ąhrend Frau auch mit Anfang 30 noch am Studieren ist. Dann folgt entweder Kind 2 oder Trennung. Der Studienkredit w├Ąchst immer mehr und wenn Kind 1 dann eingeschult wird, schmei├čt Mama nach 4 Jahren Langzeitstudententum dann endg├╝ltig das Studium, weil sie ihre Berufung eh woanders gesehen hat (anderer Mann, Ausbildung, Selbstst├Ąndigkeit, Kind 3 und 4).

Gl├╝cklich war in diesen Familien eher niemand. Ob man das Gl├╝ck hat, dass es gut l├Ąuft, kann man schon absch├Ątzen, je nachdem wie Stressresisent man vorher war, wie viel Unterst├╝tzung man hat und wie viel man bereit ist sein Kind abzugeben (denn nein, man kann NICHT lernen w├Ąhrend man sich gleichzeitig um ein Kind k├╝mmert), wie man seine Partnerschaft lebt. Aber letztlich ist mindestens genauso wichtig was man nicht beeinflussen kann: Welchen Charakter das Kind hat, ob es gesund ist, ob der Mann auch ein Papa ist der sich 50/50 und Kind k├╝mmert oder dann doch lieber zockt und mit den Kommilitonen einen trinken geht, ob man finanziell sicher ist, ob man nette Profs erwischt...Es bleibt ein Gl├╝cksspiel, kann gut geht, geht es in den meisten F├Ąllen aber leider nicht.
Wenn ich meinem fr├╝heren Ich mit dem Wissen was ich jetzt h├Ątte eine Empfehlung geben w├╝rde, w├╝rde ich ihm sagen, dass es die wundervollste Zeit seines Lebens wird und es unbedingt dieses Kind kriegen soll. Aber ich bin nicht du und du nicht ich und viele meiner Kommilitonen w├╝rden r├╝ckblickend sagen, h├Ątte ich doch blo├č das Studium zuerst beendet, dann s├Ą├če ich hier jetzt nicht ohne Abschluss aber daf├╝r mit 3 Kindern.

Also was ich dir r├╝ckblickend raten w├╝rde? ├ťberleg dir, ob du ein stabiles Umfeld hast, was dich unterst├╝tzt, ob du das Risiko eingehen willst und ob deine Partnerschaft sicher ist. Wie das Leben mit Kind wird, dann man sich vor der Geburt n├Ąmlich eh nicht vorstellen und diese Intensit├Ąt kann man auch nicht beschreiben, ich glaube davon muss man sich einfach ├ťberraschen lassen :D Alles Gute euch!

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Mitte 20er sind wir noch nicht. Wir sind gerade 21 und fast 21. Und der feste Abschluss ist f├╝r uns am wichtigsten!
Wir wollen nur jetzt ein Kind kriegen, wenn wir sicher sind, dass wir mit sp├Ątestens 30 wirklich mit allem fertig sind.
Auf meinen Mann kann ich mit 100% verlassen.

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Hallo,

also um Betreuung wirst du wohl nicht herumkommen. Warum wollt ihr das nicht? Wie stellt ihr euch das denn sonst vor?

Ich habe beide Kinder w├Ąhrend Studium und Ausbildung bekommen und w├╝rde es immer wieder so machen, aber beide gingen in den Kindergarten. Wie h├Ątte ich sonst studieren sollen?

LG

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Wir dachten daran, die Betreuung zwischen uns aufzuteilen, dass sich immer einer von uns ums Kind k├╝mmert, wenn der andere an der Uni oder in der Bib ist.
Dann w├╝rden wir wahrscheinlich nicht in Regelstudienzeit bleiben, aber wir studieren gerade vorsichtshalber schon etwas schneller. Damit wir einen Puffer haben, wenn wir uns f├╝r ein Kind im Studium entscheiden­čÖâ

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Manchmal m├Âchte ich mir an den Kopf fassen: die Vorlesungen und Seminare haben oft feste Zeiten. D.h. eigene Kinderbetreuung mit Abklatschen. Nehmt eine Fremdbetreuung auf! Ohne wird es nicht gehen. Gerade in Pr├╝fungszeiten ist es gut, wenn das Kind einige Stunden au├čerhalb betreut wird. So richtig ├╝berdacht ist eure Planung nicht, denn eines fehlt: das Leben ist nicht immer so planbar...Schreikind, irgendwas im Studium, Wegfall privater Betreuer, Trennung...ihr solltet schon flexibler sein. Und nehmt es blo├č nicht in die Vorlesung.

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Wenn das Kind weder halbtags fremdbetreut werden soll, noch jemand von euch eine Pause im Studium machen will, wie habt ihr euch das denn dann vorgestellt? Irgendjemand muss ja beim Kind bleiben und mit in den H├Ârsaal nehmen geht ja nicht.
Ohne Fremdbetreuung w├╝rde sich das Studium von mindestens einem von euch deutlich verl├Ąngern, je nachdem wie zeitaufw├Ąndig das Studium ist, ob bzw wie viele Pflichtveranstaltungen vorgesehen sind, ob abends gelernt werden kann, wann und wie die Pr├╝fungen liegen etc.
Und auch wie kompliziert oder unkompliziert das Baby ist. Manche lassen sich nicht ablegen, schlafen schlecht usw.
Willst du stillen? Dann ist zumindest die ersten 6 Monate eine l├Ąngere Trennung vom Baby nicht ohne weiteres m├Âglich, sodass f├╝r dich zwangsl├Ąufig eine Pause im Studium entsteht.

Mein Freund hat w├Ąhrend des Studiums 2 Kinder bekommen. Leider ist sein Sohn nicht ganz gesund geboren worden und hat viel Zeit im Krankenhaus verbracht. Mein Freund hat viel im KKH gelernt aber dann irgendwann das Studium abbrechen m├╝ssen. Er sagt w├╝rde nie wieder w├Ąhrend des Studiums Kinder bekommen, weil er gef├╝hlt f├╝r beides viel zu wenig Zeit hatte

Auch meine Mutter hat im Studium 2 Kinder bekommen. Sie w├╝rde es auch nicht noch einmal machen und hat mir deutlich abgeraten. Bei ihr ging es auch nicht ohne l├Ąngere Unterbrechung und Kinderfrau und sie sagt immer sie h├Ątte sich nicht gewundert wenn meine Schwester mit nem Abdruck der Tischkante im Kopf geboren worden w├Ąre...

Ich m├Âchte nicht alles schwarz malen, Kinder im Studium zu bekommen hat sicher auch Vorteile.
Je nach Art und Umfang des Studiums werdet ihr um eine Fremdbetreuung oder eben l├Ąngere Unterbrechung aber nicht drumrum kommen

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Wir wollten uns die Betreuung aufteilen, dass immer einer beim Kind ist und einer an der Uni oder in der Bib.
Hier sitzen manchmal Kinder mit in der Vorlesung. Einmal hatte sogar der Prof seins dabei­čśů

Uns ist klar, dass es dann wahrscheinlich etwas l├Ąnger dauert. Wir machen jetzt gerade schon einige Veranstaltungen mehr. Dann haben wir einen Puffer, wenn wir uns daf├╝r entscheiden, jetzt schon ein Kind zu bekommen­čÖâ
Pr├╝fungen sind bei mir sehr entspannt. Ich habe nur noch 2 M├╝ndliche und eine Klausur im normalen Studium und ansonsten nur Hausarbeiten. Mein Examen wird dann krass. Da haben mir aber zwei Kommilitoninnen gesagt, dass man das schafft, wenn entweder der Partner ein Semester Pause macht (begrenzt f├╝r ein Semester k├Ânnen wir uns das vorstellen, nur nicht ohne absehbares Ende), oder wenn man 1,5 Jahre statt 1 Jahr Vorbereitungszeit macht.

Danke f├╝r deine lange Antwort und vor allem f├╝r die R├╝ckblicke von deinem Freund und deiner Mutter. Das ist sehr hilfreich!

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"Wir wollten uns die Betreuung aufteilen, dass immer einer beim Kind ist und einer an der Uni oder in der Bib."

Und wann macht ihr mal was zusammen?
Du siehst das sehr blau├Ąugig

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Hallo
Bei uns ist es schon l├Ąnger her und ge├Ąndert hat sich an unserer Meinung bisher nichts. F├╝r uns hatte es ├╝berhaupt nichts, mit Kind zu studieren. Vorteile sehe ich ehrlich gesagt keine.
Aber, es ging. Die Uni war Kinder- bzw. Elternfreundlich und generell recht flexibel. Hatte man ein Problem oder irgendeine Anfrage, waren alle immer hilfreich. Dazu hatten wir famili├Ąre Unterst├╝tzung und Babysitter. Sch├Ân war es aber nicht. Am meisten blieb man halt selbst auf der Strecke und teilweise gab es auch Dinge die man mit Kind/als Familie die auf der Strecke blieben. Ehrlich gesagt h├Ątten wir teilweise gerne auch mehr in/um das Studium gesteckt, aber das ging teilweise nicht.
Im Vergleich ist die Erfahrung bei fester Stelle ÔÇ×einfach soÔÇť in Elternzeit gehen zu k├Ânnen, schon ein Tr├Ąumchen.
#sorry bestimmt nicht das was du h├Âren wolltest. Aber so empfinden wir es halt.

LG

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Auch, wenn ich's vielleicht nicht h├Âren "will", dann ist es vielleicht, was ich h├Âren "muss"­čśĆ
Du sprichst Punkte an, bei denen wir auch noch etwas gr├╝beln.

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Also ich bin auch mitten im Studium "einfach so" in "Elternzeit" gegangen, bzw. habe einfach zwei Semester pausiert. Das war ├╝berhaupt kein Problem.

Ob ich nun mit Kind studiere oder mit Kind arbeite, ist vom Stresslevel her kaum ein Unterschied. Im Studium waren es Pr├╝fungen und Abgabetermine, jetzt im Job habe ich auch st├Ąndig Termine, die ich einhalten muss und Dinge, die vorbereiten muss. Das kommt wahrscheinlich auch auf den Beruf an und darauf, wie viel Stress man vertr├Ągt.

W├Ąhrend ich jetzt aber nur 10 Tage pro Kind bezahlt zu Hause bleiben kann und meine Chefin manchmal doch mit den Hufen scharrt, wenn es gerade sehr eng ist, konnte ich w├Ąhrend des Studiums so oft zu Hause bleiben, wie es n├Âtig war. Das ist in den ersten Jahren Gold wert. W├Ąhrend des Studiums hatte ich definitiv mehr Zeit f├╝r mein Kind. Pr├╝fungen kommen ja nicht pl├Âtzlich, sie sind planbar.

Ich schrieb ja, ich w├╝rde es immer wieder so machen.

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klingt egal mit welchem Betreuungskonzept furchtbar stressig.
Warum so ungeduldig und die sch├Ânste Zeit mit Kindern so vollpacken?

ich w├╝rde das Studium fertig machen und danach das Mutter (Eltern sein) mit voller Aufmerksamkeit und Liebe geniessen.

Ich selbst hab nicht studiert, war aber 12 Stunden die Woche frei einteilbar selbst├Ąndig (Anrufbeantworter musste ich trotzdem t├Ąglich alle paar Stunden nat├╝rlich abh├Âren, falls was wichtiges w├Ąre), als ich Kinder bekam. Ich hab beim zweiten sogar einen Leitungswasserschaden vom Krankenhausbett aus telefonisch organisiert (ich habe eine Hausverwaltung).

Es war einfach 2-3 Jahre lang N U R ANSTRENGEND so sch├Ân .... aber SO anstrengend!
.... machbar f├╝r mich: keine Frage. - Aber SO ANSTRENGEND, wenn z.B. die N├Ąchte nicht durchgeschlafen wurden und die Kinder fordernd waren....
Untersch├Ątze niemals Schlafmangel und Sorgen um Kinder ... das bremst kopfm├Ąssig viel aus. Hinzu kommt die "Stilldemenz" -- man wird manchmal wirklich einfach "bl├Âd im Kopf", wirklich ..... ist so ein Hormonding gepaart mit der fokussierung auf Kind usw...

Also einen Kopf zum Studieren haben? -- wenn man es sich aussuchen kann,: f├╝r mich absolut nix.

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Danke f├╝r deine Ehrlichkeit­čÖé

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Ja das stimmt, ich habe bei meiner Schwangerschaft bis zum letzten Tag gearbeitet und tats├Ąchlich gegen Ende mir alles aufschreiben m├╝ssen, um es nicht zu vergessen. Die Stilldemenz hat dann bei mir auch heftig zugeschlagen, ich war zum Gl├╝ck in Elternzeit, aber durch Schlafmangel war ich echt k.o. und vergesslich.

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Meiner Meinung nach liest sich das alles etwas zu naiv. Das mag auch daran liegen, dass man vorher nicht im Ansatz einsch├Ątzen kann was ein Kind wirklich bedeutet.

Was mich interessieren w├╝rde, w├Ąre die Finanzierung. Angenommen du kannst nicht stillen - Flaschennahrung geht ordentlich ins Geld, Windeln sind nicht gerade billig. Bei uns sind billige Produkte durch die Bank ausgelaufen, also mussten Markenprodukte her. Erstausstattung muss nicht die Luxusvariante sein, kann aber auch teuer werden. St├Ąndig neue Kleidung, denn die kleinen wachsen wie Unkraut. Kleiderpakete kann man g├╝nstig kaufen, da muss man aber auch Gl├╝ck haben, dass es nicht nach Altkleidersammlung aussieht. Bessere Kleidung kostet auch gebraucht nicht wenig. Falls doch Betreuung notwendig werden w├╝rde, geht das auch ordentlich ins Geld.
Mit dem bisschen Kindergeld kommt man da nicht weit.

Ich w├╝rde mir wirklich mal durchrechnen, ob das alles so ohne weiteres f├╝r euch m├Âglich ist, denn von Nudeln mit Tomatenso├če wollt ihr euch wahrscheinlich nicht jahrelang ern├Ąhren.

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Wir bekommen beide gutes BAf├ÂG und wohnen g├╝nstig. An Erstausstattung und Kleidung (auch gr├Â├čere) k├Ânnen wir viel gebraucht ├╝bernehmen, das wurde uns schon von mehreren Leuten angeboten. Wir haben schon ein paar Rechnungen angestellt, da hat das recht gut geklappt.

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Gutes Baf├Âg? Das sind ein paar lausige Kr├Âten

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Hallo!

Meine Situation ist ein bisschen anders als bei euch, aber ein bisschen etwas kann ich zu dem Thema auch beisteuern:

Ich habe vor der Geburt meines ├Ąltesten Kinds schon einige Jahre berufsbegleitend studiert. Ein Studium mit Masterabschluss erfolgreich abgelegt und noch nebenher ein "Hobbystudium" an einer anderen Uni laufen gehabt.

Da ich das Studieren immer sehr genossen habe, war das absolut kein Problem f├╝r mich. Hier ein Job, da meine Studien... Da war ja sogar noch Zeit f├╝r meinen Mann und f├╝r Hobbies! An Energie hat es mir nie gemangelt.

Dann haben wir uns f├╝r Kinder entschieden. Bis zur Geburt habe ich alles locker gewuppt. Mein ├Ąltestes Kind kam in den Sommerferien zur Welt und somit sa├č ich dann wieder zu Beginn des Wintersemesters an der Uni. Ich habe einfach wieder die Abendveranstaltungen belegt und mein Mann, der ja unter Tags aufgrund seines Jobs au├čer Haus war, hat sich um das Baby gek├╝mmert.

Aber... es ging nicht mehr! Der Schlafmangel - wir hatten einen Schlechtschl├Ąfer - hat dazu gef├╝hrt, dass ich einige Lehrveranstaltungen sofort geschissen habe. Ich konnte mich einfach nicht mehr konzentrieren! Ein paar Seminare habe ich noch besucht, da sie mich wirklich sehr interessiert haben. Aber selbst dort habe ich kein einziges mehr mit den erforderlichen Seminararbeiten oder Pr├╝fungen abgeschlossen.

Das war (derzeit) mein letztes Semester an der Uni. Ich habe schweren Herzens mein Hobbystudium geschmissen, da mir schlichtweg die Energie gefehlt hat. Ich bin mir sicher, es h├Ątte anders ausgesehen, wenn es nicht nur ein Hobby gewesen w├Ąre. Aber ein sinnvolles Pensum h├Ątte ich die ersten Jahre bestimmt nicht hinbekommen. Die kleinen Kinder haben mich deutlich mehr Kraft gekostet als mein Beruf! Vorher hatte ich noch alles locker geschafft und dann musste ich mir eingestehen, dass ich es nicht mehr packe...

LG
id

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Danke.
Uns haben bislang viele gesagt, dass es trotz Schlafmangen und allem gut geklappt hat. Die haben es nicht bereut. Aber es ist gut, auch die andere Perspektive zu h├Âren.

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du musst bei so Aussagen kr├Ąftig filtern, - denn "nat├╝├╝├╝├╝├╝├╝├╝├╝├╝rlich schlafen bei denen die Kinder durch" - -nach Aussen hin wird das oft behauptet.

und: vergiss die biologischen Filter nicht!: so wie die Geburt / den Geburtsschmerz, vergisst man auch negative und anstrengende Dinge ganz automatisch. --- frage niemals jemanden ├╝ber Dinge aus, die ein paar Jahre zur├╝ck liegen ... er wird immer besch├Ânigen. WEnn Du fragst, dann frage Menschen genau aktuell in der Situation.

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Ich bin auch noch im Studium und wage es. Vorbild ist mein Papa, der sein Studium durchgezogen hat und meine gro├če Schwester immer mit im H├Ârsaal und in den Seminaren
hatte. Nur bei den Pr├╝fungen ist dann wohl Oma eingesprungen oder meine Mutter hat sich einen Tag frei genommen. Ich studiere jetzt Soziale Arbeit. Das Publikum hier ist oft sehr wohlwollend Kindern gegen├╝ber eingestellt. Zumal auch andere bereits Kinder haben und diese hin und wieder mit dabei sitzen und dann halt malen und d├Âsen. Bei Babygen├Ârgel geht man halt solange raus. Mittlerweile kann man das meiste ja eh online nachlesen. Meine Jura Kommilitonen, aus meinem ersten Studiengang, h├Ątten da aber wahrscheinlich eher ein Problem mit gehabt. Denke in Theologie wird man auch eher Verst├Ąndnis haben. Wenn ihr an der selben Uni seid, k├Ânnt ihr euch zwischendurch ja sogar abwechseln.

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Achso, ich geh da aber vielleicht auch optimistischer ran, weil mein Freund ziemlich frei einteilbare Arbeitszeiten hat und ich mir um finanzielle Angelegenheiten keinen Kopf machen muss. Die Finanzierung w├╝rde ich auch vorher ├╝berlegen. Es gibt nichts traurigers als sein Studium aufgeben zu m├╝ssen, weil man es sich schlichtweg nicht mehr leisten kann.

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Die Finanzierung m├╝sste von unseren bisherigen Berechnungen her gut klappen.
Ja, bei uns bekommen recht viele im Studium ein Kind und keiner hat sich bislang ├╝ber die Uni beschwert. Die sind wohl alle sehr entgegenkommend und hilfsbereit. Kinder in der Vorlesung gibt es hier auch regelm├Ą├čig­čÖâ

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Hallo, ich kann dir von meiner Cousine erz├Ąhlen die im 3 Studienjahr schwanger wurde. Der Papa hat zudem Zeitpunkt schon gearbeitet in 2 Schichten. Beide sehr positive Menschen. Das ganze ist jetzt 4 Jahre her und beide sagen das war eine sehr schwere, entbehrungsreiche Zeit. Die kleine war von Beginn an ein zum Gl├╝ck entspanntes Baby, was trotz allem nachts die volle Aufmerksamkeit forderte. Das erste Jahr war noch recht entspannt, die beiden konnten sich ganz gut reinteilen. Mit 15 Monaten kam die kleine in die Krippe und das Drama nahm seinen Lauf. Ein Infekt jagte den n├Ąchsten. Mama stand in dieser Zeit hoch im Kurs trotz wirklich gro├čen M├╝hen von Papa. W├Ąhrend sie also in Vorlesungen sa├č, schrie Marie sich daheim die Seele aus dem Leib. Meine Cousine war in dieser Zeit sehr zerrissen und voller Zweifel. Nach fast 8 Monaten stabilisierte sich das ganze zusehends und Marie entwickelte sich zu einem sehr entspannten kleinem Wesen mit dem man Studium und Job durchaus vereinen konnte. R├╝ckblickend sagt sie ohne Familie, sprich Oma, Opa und uns, h├Ątten sie diese Zeit nicht durchgestanden vor allem mental nicht.

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Danke.