Wechselmodell - ja oder nein? Bitte Tipps und Erfahrungswerte. Danke!

    • (1) 13.01.12 - 15:47

      Hallo,
      meine Frage steht ja schon im Betreff.
      Was ist besser für das Kind:
      Wechselmodell - 1 Woche Mama, 1 Woche Papa
      oder
      "klassisch", sprich das wohl häufigste Modell:
      Kind primär bei einem Partner und jedes 2. WE beim anderen Partner? (+ Ferien oder Ausnahmen natürlich).
      (Zusatzinfo: Wohnorte ca. 10 km voneinander entfernt.)
      Bitte bei den Antworten die Elternposition weitgehend unberücksichtigt lassen, ich wünsch mir hauptsächlich Erfahrungswerte, was fürs KIND das Beste ist, bzw. wie euer Kind / KInder mit dem jeweiligen Modell klarkommen.
      1000 Dank und schönes WE!
      gaensehaut

      • Hallo,

        kommt sicher auch auf das Alter des Kindes an.

        Ich war allerdings immer gegen das Doppelresidenzmodell. Meine Tochter hatte immer den Lebensmittelpunkt bei mir, war aber einmal die Woche über Nacht und jedes zweite WE sowie in Ferienzeiten bei ihrem Vater.

        Ich kenne Kinder, die halb beim Vater und halb bei der Mutter waren und fand die immer etwas unglücklich und sie kamen mir wurzellos vor.

        Stell dir mal vor, du müsstest deine Wohnung, dein Umfeld - alles - jede Woche komplett wechseln?

        Ich habe den Eindruck, meine Tochter ist gut damit klar gekommen, dass bei mir das Hauptzuhause ist und bei Papa ein "Nebenzuhause". Das brachte Ruhe, Stablität. Hier ist das Zentrum von dem aus sie in die Welt geht, eben auch zu ihrem Vater.

        So sehe ich es.

        lg die hinterwäldlerin

        Hi,

        meine Freundin und ihr Mann haben das WM zwei Jahre durchgezogen und dann beendet, weil....

        .... sie beschlossen hatten, ihre Ehe wieder aufzunehmen. Sie haben sehr an sich gearbeitet und einen geglückten Neuanfang geschafft.

        Sie haben während des WM 2x pro Woche gewechselt, immer Mittwoch nach der Schule und Samstagnachmittag. Das Kind war sehr happy damit, allerdings sind sie auch während der Trennungszeit immer sehr respektvoll miteinander umgegangen, der Elternteil, bei dem das Kind nicht war, hat jeden Abend mit diesem telefoniert. Die Kleine hatte keinerlei Verlustängste, weil ihr trotz Trennung beide Eltern gleichermaßen erhalten blieben. Sie ist heute eine tolle und großartig entwickelte 10jährige.

        Begrüßenswert war vor allem, dass beide Elternteile an der Entwicklung teil hatten, also besonders Schule, Gesundheit und nicht einer die "Pflichten" und der andere Wochenendhalligalli.

        Wenn ein WM SO läuft, ist es das beste, was einem Trennungskind passieren kann.

        LG

          • (5) 14.01.12 - 10:32

            Ja natürlich. Das war der Wunsch beider Eltern, dass die Kleine keinen missen soll. Sie haben sich (beide Vollzeitberufler) beruflich darauf eingerichtet und wenn einer mal nicht konnte, Auswärtstermine hatte, etc., dann ist der andere Elternteil eingesprungen (auch wenn mal einer privat weg wollte).

            Das funktioniert natürlich nur, wenn Eltern sich nicht die Augen auskratzen wollen und im Sinne des Kindes kooperieren können und wollen.

            Und das Kind hat natürlich den gleichen Kindergarten und Schule besucht, ohne dass dort im Alltag rumgewechselt werden musste. Örtliche Nähe zwischen den Eltern war gegeben.

            Als die Eltern wieder zusammenkamen, war für das Kind die größte Veränderung, dass sie den jeweiligen Elternteil nicht mehr "exklusiv" für sich hatte #huepf

      Geht nicht um mein Kind.

      Kenne ein Mädchen, 4, das wechselt alle 2 Wochen den Wohnort. Hunderte Kilometer liegen dazwischen. Sie kommt nirgends richtig an, wird ständig im KiGa aus der Gruppe gerissen, hat Probleme Freundschaften aufzubauen...

      ist aber nur eine "Zwischenlösung", bis das JA entscheidet, wo es lang geht...

    • Hallo gaensehaut,

      Mein Sohn ist 4 Jahre alt, und ist 3 Tage die Woche bei seinem Papa und 4 Tage die Woche zuhause bei mir. Wir haben das von Anfang an so geregelt, weil wir beide wollten dass unser Sohn mit beiden Elternteilen Alltag erlebt, und nicht einer der tolle Wochenendpapa ist.

      Finn kam damit immer sehr gut klar, es gab eigentlich nie Probleme. Klar gibt es mal Ausnahmen, wenn Finn zb. krank ist bleibt er lieber bei mir und will nur um mich rum sein.

      Aber es tut den Kindern meist nur gut beide Elternteile "voll" zu haben.

      LG

      Keks

      Hallo Gaensehaut,

      die Kinder meiner Freundin sind 1 und 5,und wechseln wöchentlich,sind 3 Tage bei Papa und 4 bei Mama oder umgekehrt,je nachdem wer die Wochenenden hat.
      Es tut den Kindern nicht gut,weil Oma und Opa nebenan wohnen und Oma die Kinder meistens betreut,Papa sich mit der Neuen vergnügt und Oma vor allem die`` Grosse``
      total aufhetzt,damit verstört und durcheinander bringt.Es geht aber nicht anders,weil meine Freundin auch arbeitet,um ihren Unterhalt zu verdienen.
      Ich beobachte das immer mehr mit Sorge,wie sich die Kinder dabei entwickeln.Gut tut diesen das auf keinen Fall.Hinzu kommen furchtbare Dinge,die der Ex sich da immer einfallen lässt,um meine Freundin zu mobben,die Oma ist da auch beteiligt.

      Man muss als Paar völlig über allen Dingen stehen,um das so hinzukriegen,dass die Kinder damit gut klarkommen .Muss wissen,welche Verantwortung man als Eltern (die man jetzt nur noch ist)hat und ob beide in der Ehe diese Verantwortung schon zu gleichen Teilen getragen haben,ob beide gleiche Werte in der Erziehung haben,ähnliche Auffassung von Struktur im Alltag-sprich:Konsequenzen in der Erziehung,Essenszeiten,Schlafenszeiten,also Tagesabläufe gleich und wiederkehrende Rituale.Sonst ist das schrecklich anstrengend für die Kids,sich so schnell immer wieder umzustellen.
      Meine Freundin meint auch,dass ihre Grosse viele Fähigkeiten verloren hat,durch diese Kraftakte,geschweige denn,dass sie vorwärts geht.Und auf mich machen die Kinder keinen glücklichen Eindruck! Sind ziemlich verstört,unkonzentriert,quengelig unmutig auch wütend,wirken einfach überanstrengt
      Ich weiss aus dieser Beobachtung heraus,dass ich das meinen Kindern nicht zumuten kann.Ihr Vater war schon zu Ehezeiten nur ein Eventpapa,der sich nicht an Abmachungen hielt,falsche Versprechungen machte und zuerst an sich dachte, und im Alltag kennen sie ihn nicht.Der wäre mit solch einem Modell total überfordert und will das gar nicht.Wenn der so wäre,dass die Kinder dabei glücklich wären,hätte ich ja gar nicht eine Trennung in Erwägung ziehen müssen.Diese mangelnden Kompetenzen haben viel zu unserer Entfremdung beigetragen . Ich war permanent enttäuscht,weil ich mir das alles so anders vorgestellt hatte.
      Ihr solltet so klar wie es geht IM VORFELD Eure Erwartungen offenlegen,
      dann weisst Du ja,ob es klappen kann.Vielleicht vereinbart Ihr über einen kürzeren Zeiraum eine Probezeit?
      Viel Glück#klee
      und viele Grüsse
      die Anke

      Mein Mann fürht das WM mit seinem Sohn aus davoriger Beziehung. Das Kind selbst sagt das es nie etwas anderes möchte. Er ist froh das er beide Elternteile hat. Und nicht nur Papa an den Wochenenden sieht. Er ist kein Besuchskind, er wohnt hier und dort.

      Aber es geht nicht überall. Aber ich finde es so für ein Kind viel viel Besser!

      Herzlichen Dank für alle Antworten!
      Werde es bei meinen Überlegungen berücksichtigen.

      Hallo,

      wir betreuen unsere Tochter (4) im Wechselmodell.

      Ich kann Dir zuerst einmal zu einem Buch raten von Lemo Rago.
      Glückliche Scheidungskinder: Trennungen und wie Kinder damit fertig werden

      Dies gibt Dir aus meiner Sicht heraus zuerst einmal eine psychologische wissenschaftliche Sichtweise auf diese Thematik.

      Wie unten schon angemerkt funktioniert das Wechselmodell nur wenn es Dir gelingt die Elternebene von der Paarebene zu trennen aber wenn das Kindeswohl im Vordergrund steht sollte das wohl unausgesprochen geklaert sein.

      Der Nachteil ist halt, dass Ihr beide beständig im Kontakt bleiben muesst. Regelmaessiger Austausch ist dazu unabdingbar. Dies kann dazu führen, dass ungeklaerte Konflikte und offene Wunden aus eurer Paarebene immer mal wieder mit rein kommen.

      Wir hatten uns damals dazu entschieden unsere Elternebene gemeinsam mit einer FAmilientherapeutin in einer Elternvereinbarung festzulegen. Dies kann ich Euch auch nur empfehlen.

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