Welche Reaktion bei Kindern bei einem Trennungsgespräch ist "normal"?

    • (1) 01.04.13 - 16:25

      Hallo,
      mein Mann hat mir schon vor längerem mitgeteilt, das er sich von mir trennen will. Kriegt es aber nicht mit einer Wohnung gebacken, deshalb habe ich nun in den sauren Apfel gebissen und helfe ihm dabei.

      Mir geht es jetzt aber darum, das wir es heute unseren Kindern (8 und 10) gesagt haben. Mein Mann war die Ruhe in Person, ich nur am heulen, die Kinder haben kurz geweint, kaum was geredet und wollten dann am Computer spielen.

      Ich mache mir jetzt aber über das Verhalten Sorgen. Das Verhalten ist doch nicht normal oder haben die beiden die Information noch nicht verarbeitet? Oder soll ich einen Therapeuten aufsuchen, ich bin irgendwie durch den Wind.

      • Die Kinder haben das, was ihr ihnen gesagt habt, zur Kenntnis genommen.
        Davon kannst du ausgehen.

        Man kann darüber hinaus nur mutmassen. Ganz sicher haben sie schon lange gespürt, dass etwas zwischen Mama und Papa nicht stimmt.

        Das ganze Ausmaß und alles, was Trennung bedeutet, wird ihnen erst später klar werden, wenn sie etwas "greifbares" haben, womit sie sich auseinander setzen können/müssen.

        Gehe davon aus, dass es für den Moment gut ist, so, wie es ist.
        Wichtig für die Kids ist, dass ihr beide sie auf die vorliegenden Veränderungen vorbereitet und sie auch beide begleitet.

        Die Fragen der Kids werden früher oder später schon kommen. Dann ist es wichtig, dass ihr beide für sie da seit und vor allem den Kids gegenüber ehrlich seit.

        Viel Glück!

        Hallo,

        weisst du, Kinder reagieren so wie sie es gerade empfinden, das ist das schöne am Kind sein...

        Bei uns gab es damals eine Herzzerreissende Szene, meine Tochter (damals gerade 7 geworden) hat bitterlich geweint, hat ein Bild geholt und meinte "Papa, das ist für dich, damit du micht nicht vergisst..."
        Danach wurde sie getröstet, es wurden ein Paar Fragen beantwortet.

        Und dann wollte sie zur Freibadübernachtung. 4 Tage und 3 Nächte. Das Freibad war 100 m von Zuhause entfernt, ich war 1000000 mal da um zu schauen ob es ihr wirklich gut geht. Sie hatte tatsächlich Spass. Und sie hat am Anfang sogar "gerne" erzählt "meine Eltern haben sich getrennt", ich denke, weil sie dann im Mittelpunkt stand und es auch "spannend" fand und nicht wirklich verstanden hat, dass es für immer ist und mit vielen Veränderungen verbunden ist...

        Ich finde das was deine Kinder gemacht haben nict aussergewöhnlich. Lass die Kinder es so machen, wie sie es wollen, sei für sie da, beantworte die Fragen, die ganz sicher bald kommen.

        LG

        K

        Die beiden ersten Antworten sind genau richtig. Auch ich möchte Dir raten, immer - wirklich IMMER - gesprächsbereit zu sein. Heute, nach über 3 Jahren nach der Trennung, kommt es noch vor, dass sie abends im Bett Fragen stellt, sich rückversichert, dass es zwischen mir und ihrem Papa aus ist usw.

        Wir haben es ihr damals gemeinsam gesagt, da war sie knapp 4 Jahre alt. Es war furchtbar, ich hatte eine solche Angst vor diesem Gespräch. Sie hat geweint, kurz, und dann neugierig zugehört, wohin ihr Papa zieht, wann sie ihn sehen wird usw...

        Wir hatten vorher ausgemacht - also mein Ex-Mann und ich - wie der Umgang aussieht. Wichtig ist für Kinder, dass die Eltern weiterhin einen Plan haben, dass sie weiterhin Sicherheit ausstrahlen und geben und dass sie IMMER gesprächsbereit sind. Es kann also durchaus sein, dass einige Monate das Fehlen des Papas im Alltag kein Thema ist und schwups kommt wieder etwas hoch, ausgelöst durch etwas für uns nicht ersichtliches. Dann ist es immens wichtig, nicht zu sagen: mensch das ist lange her, ich will nicht darüber reden....Kinder, gerade kleinere, leben in ihrem eigenen Mikrokosmos - sind sich erstmal selbst am Wichtigsten. Gerade deshalb ist es wichtig, ihnen aufzuzeigen, was sich für SIE ändert und wie ihr damit als Eltern umzugehen gedenkt - und daran ist sich zu halten, dann fühlen sie sich nicht so hilflos und weiterhin geborgen.

        Alles Gute!

        Claudia

Top Diskussionen anzeigen