Gütertrennung, Zugewinn...

    • (1) 25.04.13 - 20:59

      Guten Abend,

      Ich weiß nicht, ob ich hier besser aufgehoben bin oder bei Finanzen & Beruf...

      Zu meinem Problem:

      Mein Mann und ich haben letzten August standesamtlich geheiratet. Alles war toll bis Ende des Jahres...

      Lange rede kurzer Sinn, wir haben uns im Januar getrennt.

      Jetzt bin ich finanziell wiede auf mich alleine gestellt, was an sich kein soo großes Problem ist, da ich berufstätig bin. Ich habe nach der Hochzeit in die Lohnsteuerklasse 3 gewechselt, welche ich wohl auch für dieses Jahr noch behalten darf. Zum 1.1.14 muss ich in die 1 zurück.

      Wegen eigener Blödheit bin ich ohne Auto aus dieser Ehe gestolpert, mein Mann hingegen hat gleich 2. Er hatte Geld angelegt, um die kirchliche Trauung zu bezahlen, welche vor etwa 30 Tagen hätte stattfinden sollen. Er hat diverse sparvertäge und ähnliches laufen, von denen einige vor kurzem oder in näher Zukunft ausgezahlt wurden/werden...

      Wir hatten bis vor kurzem noch ein gemeinsames Konto, wir haben unseren gesamten Einnahmen in einen Topf geworfen, wovon Miete, Versicherungen usw. gezahlt wurden. Aber auch die sparvertäge...

      Ist es möglich, dass mir davon irgendwas zusteht? Über den Zugewinn oder so?

      Ich möchte nicht als geldgeil hier stehen, nur hat er mich bei der Trennung genug über den Tisch gezogen und benimmt sich wie die Axt im Wald... #schmoll

      Könnt ihr mir helfen?

      • (2) 25.04.13 - 21:24

        Hallo,
        naja, ihr wart bisher gerade ein paar Monate verheiratet. Da wird es nicht viel Zugewinn geben, oder? Das Geld, welches auf diesen Sparkonten schlummert, ist alles sein eigenes von VOR der Ehe, oder? Das bleibt ihm natürlich auch erhalten. Alles, was er vor der Ehe hatte (du natürlich auch) bleibt sein Eigentum auch nach der Ehe (bzw. dein Eigentum). Wenn du Steuerklasse 3 hast, nehme ich an, du bist die Mehrverdienendere in der Familie. Der Zugewinnausgleich würde da eher zu deinen Ungunsten ausfallen.
        Was habt ihr denn nun? Zugewinnausgleich oder Gütertrennung? Sagt ja eben gerade mal beides das Gegenteil aus.

        • (3) 25.04.13 - 21:37

          Wir haben uns vorher nie darüber unterhalten.

          Muss man das vorher "bestimmen"?

          Mein Mann arbeitet derzeit nicht, kommt aber selbst für seinen Lebensunterhalt auf. Der Bezieht BG-Rente, wohnt allerdings auch wieder bei seinen Eltern.

          Die sparvertäge wurde ja von unserem gemeinsamen Einkommen bedient.

          Ich bin etwas überfordert.... :-(

          • (4) 26.04.13 - 11:54

            "Die sparvertäge wurde ja von unserem gemeinsamen Einkommen bedient."
            Auf welchen Namen laufen sie denn? Ich nehme an, du meinst, dass sie bereits VOR der Ehe von eurem gemeinsamen Einkommen bedient wurden, oder? Das läuft aber nicht über den Zugewinnausgleich. Der funktioniert nur WÄHREND der Ehe. Falls du auf dieses Konto Geld (nachweislich) überwiesen hast von deinem Konto, dann ist das auch weiterhin dein Geld, denn es gilt ja, dass dein Vermögen vor der Ehe dir immer erhalten bleibt. Der Punkt ist nur, dass du das ohne Anwalt nicht durchbekommen wirst.

            • Das stimmt so nicht ganz. Bei der Zugewinngemeinschaft (wenn ihr keinen Ehevertrag habt, ist das automatisch die gesetzliche Regelung) bleibt jedem seins vor der Ehe und in der Ehe und was in der Ehezeit mehr geworden ist, wird geteilt. Egal welcher Name auf dem Sparvertrag draufsteht. Also z. B. es war seiner, es waren 100 € drauf vor der Eheschließung und du hast 500 € einbezahlt. Dann gehören dir 250 € und ihm 350 € nach der Scheidung, klar? Wichtig ist, dass du die Anfangsbestände hast und das Geld sicherst, keine Ahnung, wie du das machst, das ist das Schwierigste. Wenn er weniger Geld hat als du, musst du ihm Trennungsunterhalt zahlen, das weisst du? Deshalb würde ich schleunigst die Scheidung einreichen. Aus meiner Erfahrung ist es besser, das alles ohne Gericht zu regeln, da spart ihr euch einen Haufen kosten und ich habe meinem Ex übrigens auch das Auto mitgegeben, Hauptsache, ich hatte meine Ruhe. Wenn er jetzt 2 hat, würde ich mir allerdings eines holen, falls er nicht vorher auch schon 2 hatte.

                • Hab ich doch gar nicht behauptet, wie kommst du drauf?

                  Es ist aber nicht nötig, jeden Löffel vom Richter verteilen zu lassen, das kann man selber vorher machen.

                  • Das haben wir auch nicht getan, aber für die Scheidung braucht man mindestens 1 Anwalt und 1 Richter und wenn Kinder involviert sind, wird es sowieso komplizierter...
                    Und doch, du hast genau das behauptet... Zitat: "...Deshalb würde ich schleunigst die Scheidung einreichen. Aus meiner Erfahrung ist es besser, das alles ohne Gericht zu regeln, da spart ihr euch einen Haufen kosten..."
                    Daher meine Bemerktung: Scheidung ohne Gericht geht nicht.

                    • Warum sollte ich den schreiben, das sie schleunigst die Scheidung einreichen soll, wenn ich der Meinung wäre, dass man das nicht braucht? Man kann auch Sachen wirklich absichtlich missverstehen und drauf rumreiten.

                      Wenn man den Hausrat und den Zugewinnausgleich vom Gericht machen lässt, kostet es extra Gebühren, deshalb regelt man das vor dem Gerichtstermin selber und verzichtet dann vor Gericht auf den Zugewinnausgleich (weil man sich schon vorher geeinigt hat). Jetzt klar?

                      • Mmh... ich denke, ich weiß ziemlich genau, warum ich mit meinem Ex eine einvernehmliche Scheidung haben werde. Und das der Zugewinnausgleich ohne Gericht kostenlos ist, bezweifle ich mal ganz stark. Niemand arbeitet für umsonst.Ich weiß nicht, wie teuer der Zugewinnausgleich über das Gericht kommt, aber kostenlos ist er über den Notar auch bloß nicht. Und nur der Notar darf diese Verträge aufsetzen bzw. beurkunden und es besteht eine Beurkundungspflicht, solange die Ehe noch nicht geschieden ist. Eine Regelung formlos "unter sich" gilt nicht vor Gericht.
                        "Jetzt klar? "
                        Schon seit Jahren. Ich habe ja ganz nebenbei einen Anwalt und eine Scheidung laufen.

                        • du bist echt ein schwieriger Fall, lass das bloß vom Gericht oder Notar machen, wenn du es nicht verstehst.

                          Wir haben unser Vermögen nach unseren Vorstellungen vor dem Einreichen der Scheidung gerecht aufgeteilt (Wohnung verkauft, Hausrat und Möbel und Auto verteilt), im Scheidungsurteil steht dann nur noch "auf Zugewinnausgleich wird verzichtet", dafür fallen dann keine Gebühren an.

                          Ganz nebenbei bin ich schon geschieden und behaupte deshalb, Erfahrung in dem Bereich zu haben, auch wenn ich nicht stolz darauf bin, geschieden zu sein.

                          • "du bist echt ein schwieriger Fall, lass das bloß vom Gericht oder Notar machen, wenn du es nicht verstehst."
                            Und dann hat in eurem Fall bitte genau WER den Zugewinnausgleich gemacht? Ja richtig: das Gericht! Geht also doch "kostenlos". Vielleicht also abhängig, wie kompliziert man das macht und wie sehr man sich um die einzelnen Posten streitet.
                            Ihr habt es nicht davor festgelegt, sondern bei Gericht, während der Scheidung dann dem Gericht mitgeteilt, damit es Aufnahme in das Scheidungsurteil findet. Es gibt im deutschen Recht nun mal nur die 2 Wege: entweder Notar vorher oder Gericht während der Scheidung. Ist man bereits geschieden bedarf es keinerlei Form mehr.
                            Und ja, unseren hat bereits der Notar gemacht, der musste eh meinen Unterhalt titulieren. Da konnte er den Zugewinnausgleich gleich noch mit machen. Was nun wiederum zeigt, dass es keinesfalls immer "günstiger" ist, deinen Weg zu gehen. Der war für dich vielleicht der günstigste.

                            Ich weiß nicht, wann du geschieden wurdest, aber der Zugewinnausgleich wurde reformiert vor ein paar Jahren (2009). Ich bin auch kein Jurist und daher nicht über alle Änderungen informiert.

      (14) 26.04.13 - 08:06

      Ich würde sagen Du solltest Dich diesbezüglich an einen Anwalt wenden.

      Mein Mann hat aus seinem letzten Job eine riesen Abfindung bekommen von der ich nach der Trennung die Hälfte bekommen habe.

      LG, Lena

      Hallo,
      habt ihr nun Gütertrennung vereinbart oder lebt ihr in einer Zugewinngemeinschaft? Deine Überschrift ist da etwas unklar.

      Hintergrund ist der, dass bei einer vereinbarten Gütertrennung kein Zugewinnausgleich stattfindet, das ist ja gerade der Zweck der Gütertrennung.

      Bei der Zugewinngemeinschaft ist es in der Theorie ganz einfach: das Anfangsvermögen jedes Ehegatten wird mit dem Endvermögen verglichen, die Differenz ist Zugewinn, der der bei der Differenz mehr auf der Habenseite hat, gibt den Betrag, der das Haben des anderen übersteigt hälftig an diesen ab.

      So einfach die Theorie, ohne Einblick in die konkreten Vermögenswerte ist eine konkrete Aussage jedoch kaum möglich.

      VG
      kitty

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