Betreuungspflicht

    • (1) 16.06.16 - 14:26

      Erstmal ein Hallo an die Community,

      ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen.

      Zu meiner allgemeinen Situation:

      Ich bin seit zwei Jahren geschiedener Vater zweier Töchter (10 und 13). Wie bei vielen Scheidungsvätern üblich sehe ich die beiden alle zwei Wochen am Wochenende. Die Ferien teile ich mir mit meiner Ex-Frau.
      Das klappt bisher ganz gut, wenngleich die Ex schonmal gerne eigenmächtig vorher getätigte Absprachen kreativ anpasst.
      Meine Ex lebt mit meinen Töchtern und einem neuen Partner zusammen, mit dem sie einen Sohn hat (knapp 2 Jahre alt).

      Das Problem:

      Meine Ex will mit dem kleinen Sohn zu einer Mutter-Kind-Kur. Das ganze soll Mitte September bis Anfang Oktober stattfinden. Die beiden Mädchen will sie nicht mitnehmen. Um die soll ich mich doch bitte kümmern. Sie hat die Kur auch schon gebucht, und das, obwohl ich ihr vorher schon gesagt hatte, dass ich aus beruflichen Gründen in dem o.g. Zeitraum kein frei nehmen kann - weder stunden- noch tageweise.

      Da wir ca 35km auseinander wohnen wäre es schon rein logistisch nicht zu bewerkstelligen, dass ich die Kinder irgendwie zur Schule bringe und wieder abhole. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren die beiden locker ca 80 min pro Wegstrecke - wenn sie es sich denn zutrauen würden.
      Der neue Partner hält sich aus allem raus.

      Mit den Kids habe ich schon gesprochen. Sie sind beide nicht begeistert. Auch wenn sie sich immer sehr auf's Papa-Wochenende freuen wollen sie dennoch nicht während der Schulzeit bei mir sein, das ist ihnen alles viel zu stressig. Beide sind sich aber einig: "Mama macht ja eh immer was sie will". (Originalton!)
      Meine Frage nun:
      Auch wenn ich meine Kinder immer gerne bei mir habe bin ich nicht gewillt, meine Ex-Frau nach Gutsherrenart über drei Wochen meines Lebens bestimmen zu lassen.
      Hätte ich das gewollt, wäre ich noch verheiratet.

      Kann meine Ex-Frau erzwingen, dass ich auf die Kinder aufpasse? Gibt es dazu irgendeine rechtliche Grundlage, eine Art "Betreuungspflicht"?

      Gruß
      Ozzy

      • Hallo :-)

        Nein ich denke nicht das sie dich zwingen kann. Vorallem nicht wenn du arbeiten musst. Können die Kinder nicht bei dem neuen Partner von deiner EX bleiben ? Finde es ganz schön dreist von ihr, einfach zu bestimmen das du da die Kinder nehmen sollst.

        Liebe Grüße

        (3) 16.06.16 - 17:13

        Bevor du hier jetzt ganz falsche oder halb wahre Informationen bekommst, wende dich doch lieber an deinen Scheidungsanwalt. Zumal der auch ein Schreiben aufsetzen könnte, um - falls notwendig - deine Ex in ihre Schranken zu weisen.

        Meine völlig laienhafte Einschätzung (und das, was man hier immer liest) ist, dass du zu gar nichts gezwungen werden kannst. Nicht einmal zum Umgang mit deinen Kindern. Da würde es mich schwer wundern, wenn dir einfach so ein Termin vor die Nase gesetzt werden kann, an dem du Zeit zu haben hast. Es ist ja kein akuter Notfall, bei dem deine Ex verunfallt ins KH muss und kurzfristig eine Lösung gefunden werden muss.

        Wo ist denn der neue Partner deiner Ex? Wohnt der nicht mit den Kindern und der Ex zusammen?

        • (4) 16.06.16 - 17:18

          ....#augen ...wer lesen kann...und so.....

          Ich sehe gerade, dass sie mit dem Neuen zusammen lebt. Also gehe ich davon aus, in einer Wohung.

          Warum kann er die Kinder nicht betreuen? So klein sind sie ja nicht, dass er es nicht bewältigt bekommt, mit ihnen Essen zu kochen, auf Schlafenszeiten zu achten und sie morgens zur Schule zu schicken.

          • (5) 16.06.16 - 20:40

            Wo, der eigene Vater will die Kinder nicht betreuen aber der neue Partner soll es selbstverstänglich übernehmen....? Ernsthaft?

            K

            • Hm. Sehe ich auch so

              Die Mutter hat die Kinder immer und der Herr Vater heult weil er mal 3 Wochen lang übernehmen soll?

              Pfff...

              Ok der neue Partner könnte ja. Aber der TE ist der Vater und schlimm...seine Ex, die Mutter die das dauernd macht darf ja mal weggehen und der Vater tut was alle Mütter immer machen.

              • Also alle Mütter arbeiten immer voll und bringen und holen die Kinder 35 km zur Schule.

                "Ok der neue Partner könnte ja. Aber der TE ist der Vater und schlimm...seine Ex, die Mutter die das dauernd macht darf ja mal weggehen und der Vater tut was alle Mütter immer machen. "

                Häh?

                Aber der TE ist der Vater und schlimm...seine Ex, die Mutter die das dauernd macht darf ja mal weggehen und der Vater tut was alle Mütter immer machen.
                --------

                Echt jetzt? Du fährst neben einem Vollzeitjob noch täglich in Summe 70 km (hin und Rückweg zur Arbeit) und abends nochmal das selbe nach der Arbeit. Macht dann 140 km pro Tag, um die Kinder zur und von der Schule zu kutschieren? Respekt......!!!

            (10) 16.06.16 - 21:57

            Das mit dem Arbeiten müssen und die Entfernung zur Schule hast du an welcher Stelle des Beitrags berücksichtigt?

            • (11) 17.06.16 - 06:09

              An keiner. Das fand ich zweitrangig, ich gehe aber auch davon aus dass der Partner der Mutter auch arbeitet.

              K

              • (12) 17.06.16 - 08:33

                "Das fand ich zweitrangig,"

                Nun, wenn es anders herum um den UH geht, dann ist genau diese Frage ruckzuck die wichtigste überhaupt - und die Gerichte sich sehr einig das im Zweifelsfall UH-verdienen vor Umgang steht.

              (14) 17.06.16 - 09:47

              Ob der Partner arbeitet und falls ja wie lange ist dir also unbekannt. Dies wird unterstellt.

              Aber die Frage mit der Entfernung zur Schule ist für dich vollkommen zweitrangig?

              Das ist dermaßen typisch für dieses Forum, dass ich nur lachen kann.
              Der Job, der die Kinder und sicher früher auch deren Mutter ernährt, ist zweitrangig?

              Selbst, wenn der neue Partner der Mutter ebenfalls Vollzeit arbeitet, hat er keine 35 km Entfernung dann 4 x am Tag zu wuppen und davon abgesehen, ist es ja offenbar auch seine rücksichtslose und eigenmächtige Planung, Frau und SEIN Kind genau zu diesem Zeitpunkt auf Kur zu schicken.

        Was soll er denn deiner Meinung nach machen, wenn er arbeiten muss? Sie hätte das vielleicht mal absprechen sollen. Dann hätte man ja schauen können, wann es am ehesten passt und es ihm möglich ist, die Kids zur Schule zu bringen etc.

        So wie er auftritt, denke ich nicht, dass er nicht auf seine Kinder aufpassen möchte.

        • Sie hätte das abstimmen MÜSSEN, statt ihn so dreist vor vollendete Tatsachen zu stellen.

          LG

          • <<<Sie hätte das abstimmen MÜSSEN,>>>

            Genau da liegt der Hase begraben. Es ist nichts vorher besprochen worden. Eine Kur kann man auch planen und abstimmen. Aber das hat sie nicht gemacht. Man hätte dann den neuen Partner, der ja eigentlich auch ein bisschen Pflichtbewusstsein haben sollte, absprechen können, vielleicht auch mit dem Kindsvater parallel. Und so klein sind die Kinder ja doch nicht, sodass sie nicht aus ihrem Tagesrhytmus herausgerissen werden. Und die Mutter nimmt ja auch den Kleinen mit, sodass dem neuen Partner da was abgenommen wird. Also kann er ihr auch mal entgegenkommen, sie wohnen schließlich alle unter einem Dach. Bisher ging es ja anscheinend auch immer alles.

            Also ich weiß, dass mein neuer Partner in solch einem Falle nie Probleme gemacht hätte. Dafür hat er ein zu gutes Verhältnis zu meinen Mädchen. Und der Vater der Mädchen hat sich eh aus allem rausgehalten.

      (19) 17.06.16 - 13:17

      Der neue Partner lebt im Gegensatz zum Vater der Kinder mit ihnen in einem Haushalt in Schulnähe.

      Er hat im Vergleich zum TE überhaupt keinen Aufwand dadurch.

      (20) 17.06.16 - 14:53

      Wo, der eigene Vater will die Kinder nicht betreuen aber der neue Partner soll es selbstverstänglich übernehmen....? Ernsthaft?
      ----

      Es war eine Frage von mir, warum er nicht in Frage kommt. Immerhin leben sie Patchwork zusammen und haben bereits ein gemeinsames Kind - also einen Halbbruder für die beiden Großen. Warum wäre es absurd, wenn im Notfall der neue Partner sicher selbstverständlich sein eigen Fleisch und Blut betreuen würde, bei den beiden Großen aber außen vor ist, obwohl sie genauso zur Familie gehören???

      Und wenn du richtig liest, dürfte dir aufgefallen sein, dass der Vater beruflich nicht abkömmlich ist. Soll er sich unbezahlten Urlaub nehmen (von seinem Gehalt bezahlt er immerhin auch den Kindesunterhalt) oder sich krank schreiben lassen? Auch wenn manche hier keine Vorstellung davon haben....es gibt tatsächlich Berufe und Positionen, bei denen man nicht einfach Urlaub nehmen kann,,wie es gerade passt (oder wie es der Ex gerade in den Kram passt). Meine Lehrerkollegen könne zwar Sonderurlaub einreichen, aber nicht 3 Wochen am Stück und ganz sicher nicht mit der Begründung und eine Stundenreduzierung für 3 Wochen geht auch nicht mal spontan. Die müssen bis 16.00 h unterrichten.

      Zum Wohle der Kinder würdest du sie die xy Kilometer also jeden Morgen zur Schule fahren, dann fährt Vater zurück zur Arbeit und nachmittags parkt er sie irgendwo oder zahlt noch teure Bahntickets o. ä. damit sie auf eigene Faust bis zu ihm fahren können.

      Da wo du lebst, möchte ich mal Urlaub machen.

(21) 16.06.16 - 18:01

Mir wäre ebenfalls keine Betreuungspflicht bekannt, abgesehen von der moralischen ungesetzlichen Pflicht. Da Du diese ja wahrnehmen würdest, wenn Du könntest, das aber aus beruflichen Gründen nicht möglich ist, muss sie sich um eine andere Betreuung kümmern.

Bevor sie Dir die Mädels aber am Abreisetag unerwartet vor die Türe setzt (auch das soll es geben!) würde ich ihr sofort schriftlich mitteilen, dass Du selbstverständlich einspringen würdest, wenn Du könntest, aber keinen Urlaub bekommen und während Deiner Arbeitszeit nicht dafür sorgen kannst, dass die Mädchen zur und von der Schule kommen. Da diese aber nicht grundlos einfach fehlen dürfen, soll sie sich bitte um eine alternative Unterbringung kümmern. Vielleicht bietest Du wenigstens die Wochenendbetreuung an, das würde ich an Deiner Stelle auch tun.

Falls sie dann weiterhin auf stur schaltet, würde ich zum Jugendamt marschieren. Sollen die ihr mal schreiben oder ein mediatives Gespräch ansetzen, dann kommt sie vielleicht zur Vernunft.
Was mir ja ein völliges Rätsel ist: Warum sich der neue Partner nicht kümmert, so viel Arbeit hat man ja mit zwei Teenies nicht mehr. Oder steckt da etwas Anderes dahinter?

(22) 16.06.16 - 19:32

Hallo,
es gibt nur eine "Betreuungspflicht" auf der Seite der Mutter. Du hast diese Pflicht nicht - höchstens als moralische Pflicht. Das Ganze könnte man jetzt auch wieder mit dem Kindesunterhalt, der (normalerweise) hauptsächlich vom Vater getragen werden sollte, begründen. Die Mutter leistet ihren Beitrag eben in Form von Betreuung.
An deiner Stelle würde ich mich hier direkt an das Jugendamt wenden. Wenn die Mutter keine Lösung findet, der Stiefvater sich weigert und die Kids bei dir nicht bleiben können, wird das ein böses Erwachen für die Mutter, falls Sie die Kids dir wirklich einfach vor die Tür stellt und abfährt.

Warum hat die Mutter keine Haushaltshilfe beantragt? Für die 10-jährige hätte ihr das zugestanden.

Hallo,

mein Ex hat während meines 6-monatigen Krankenhausaufenthaltes unser gemeinsames Kind betreut. Mein Mann, mit dem ich damals schon zusammengewohnt habe, ist nicht der Vater, er muss das nicht machen. Genau wie bei dir.

Er hat seine Arbeitszeit damals reduziert. Vielleicht wäre das bei dir eine Möglichkeit? Überstunden abfeiern oder so?

Einen geplanten Aufenthalt hätte ich aber mit ihm abgesprochen, das war das bei mir damals nicht und es war halt nicht absehbar, dass es so lange dauert.

Es wird dir wohl in diesem Fall nicht viel anderes übrig bleiben.

Übrigens ist Umgang in den meisten Fällen einmal unter der Woche und dazu jedes 2. Wochenende bei den Getrennten, die ich kenne, üblich. Da hast du die Kinder eh wenig. Vielleicht ist das ja auch eine Chance für euch.

LG

  • "Er hat seine Arbeitszeit damals reduziert. Vielleicht wäre das bei dir eine Möglichkeit?"

    Er hat klar geschrieben das das nicht möglich ist.

    Was ich mich allerdings frage: WARUM gehen die Kinder nicht mit in die Kur? Genau das ist doch gerade der eigentliche Sinn von Mutter-Kind Kuren - das eben die Kinder betreut sind.

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