Trennung der einzige Weg?

    • (1) 05.08.16 - 06:28

      Guten Morgen!

      Bisher war ich nur stille Mitleserin.Nun traue ich mich auch mal eine Frage loszuwerden!

      Mein Mann trinkt viel Alkohol, mit der Zeit habe ich bemerkt, dass ICH zunehmend auch mehr Alkohol trinke. Immer wieder habe ich versucht mit Ihm darüber zu reden weil ich der Meinung bin dies einzuschränken zu müssen. Eigentlich sind wir dabei jeden Tag etwas zu trinken, zwar nicht in Ausmaßen aber es ist nicht normal jeden Tag etwas zu Trinken und oftmals war es denn doch viel :(...wenn ich dss Gespräch suche kam manchmal solch antworten wie....schön das du ein Problem hast, ich habe keins! Da durch den Alkoholkonsum immer mehr Streitigkeiten aufkamen oder seiner seits Lügen (kleine Lügen bezüglich seiner Arbeitszeit ...damit er noch anschließend trinken kann) habe ich mir immer mehr Gedanken über meine Zukunft mit Ihm gemacht!

      Wir hatten vor kurzem ein gutes Gespräch und Wir haben abgemacht den Alkohol vorerst wegzulassen! Was soll ich sagen. Er hat es einen Tag gelassen ???? und versucht mich dazu zu bringen auch etwas zu Trinken! Ich sagte aber Nein weil ich es nicht mehr möchte! Ansonsten haben wir ein geregeltes Leben und ssuberen Haushalt. Ich frage mich nur ob es eine Zukunft hat oder ob ich mit Ihm immer mehr abrutsche. Er gibt sein Problem nicht zu ...aber wenn ich jeden Tag mind ein zwei bier und einen Vodka (solch kleine Flasche) trinke ...naja da hat er definitiv ein Problem. Ich wünsche mir das wir uns gegenseitig Halt geben und uns unterstützen. Meine Angst besteht darin, dass ich den Absprung vom Alkohol nicht schaffe wenn er nicht mitzieht bzw mich dann noch verleiten möchte.

      Danke fürs lesen!

      • Lauf....!

        Gut dass du das Problem (NOCH!) erkennst. Such dir Hilfe, es gibt diese Organisation dir Co-abhängigen hilft, nimm Kontakt mit den auf. Es wird bestimmt nicht einfach den Absprung zu schaffen, er wird dich sicherlich nicht einfach so gehen lassen, das musst du aber, so lange du es noch kannst.

        K

        • Ich würde Ihm ja gern helfen! Co - Abhängig??? Meinst du das bin ich? Werde es mal ergooglen und schauen ob es diese Organisation auch bei mir gibt! Mein Gefühl sagt mir eher ich wäre auf dem Besten Weg ein Alki zu werden. Das hat mich gestern so angeekelt als ich Ihn angetrunken gesehen habe...und es macht mich wütend und traurig zugleich, dsss er mich innerhalb von 40 min dreimal versucht hat mich zum trinken zu bringen.

          • Ich kenne mich nicht wirklich aus, aber so wie du es beschreibst klingt es wirklich gefährlich.

            Ich gehe davon aus dass blaue.rose (oder so ähnlich, wenn ich es gerade nicht verwechsle) dir hier antworten wird, sie gibt diesbezüglich immer sehr gute Ratschläge.

            Einem alkoholiker wist du nicht helfen können wenn er es selber nicht möchte und nicht einsieht. Du wirst ihm aber helfen wollen, dich verantwortlich dafür fühlen dass er nicht aufhört, dass du ihm nicht helfen kannst.

            Du brauchst Hilfe, falls du nichts weiteres findest, ruf unverbindlich bei der profamillia nach, sie werden dich schon weiter leiten.

            Aber mach was, bevor es für dich zu spät ist!

            Alles gute

            K

      Regelmäßiger Alkoholkonsum kann ein Problem sein, muss es aber nicht. Es gibt durchaus Menschen, die trinken jeden Abend ein Gläschen Rotwein oder ein Bier. Die Menge nimmt aber im Laufe der Zeit nicht zu und sie trinken auch in Gesellschaft dann nicht wesentlich mehr. Sie verstecken ihren Alkoholkonsum auch nicht. Außerdem haben sie körperlich kein Problem, auch mal längere Zeit auf ihr Gläschen zu verzichten, ihnen fehlt dann maximal das abendliche Ritual als solches. Das ist an sich für manche Leute schon Suchtverhalten, allerdings merkt man bei Deinem Mann, dass er eben nicht auf Alkohol verzichten kann. Und da fängt das Problem wirklich an.

      Du bist wirklich am Besten in einer Gruppe aufgehoben, die aus Angehörigen besteht, die trinkende Familienmitglieder haben. Im Internet gibt es http://al-anon.de/ als Anlaufstelle für Dich.

      (6) 07.08.16 - 18:52

      Hi,

      Ich selbst hab jetzt nicht so viel Erfahrung aber mein Onkel war alkoholsbhängig. Bei ihm begann es genau wie bei deinem Mann und über längere Zeit (es könnten Jahre gewesen sein), wurde aus den zwei Bier ein Kasten. Mein Onkel hat es mit Hilfe des blauen Kreuz geschafft. Das Blaue Kreuz gibt es nahe zu überall und die unterstützen auch mit Betroffene (z.B Partner oder Kinder).

      Ich möchte dir jetzt sagen was der Auslöser war, dass mein Onkel den Absprung geschafft hat. Der Auslöser war, dass ihn seine Frau verlassen hat. Sie ist hat sich getrennt und ist ausgezogen. Mental war sie aber an seiner Seite und ist mit ihm zur Therapie gegangen. Sie hat immer gesagt, dass sie ihn liebt und immer noch mit ihm leben möchte aber nur nüchtern und ohne Abhängigkeit. Für seine Familie hat es mein Onkel geschafft diese jahrelange Sucht zu überwinden.

      Vielleicht wäre ja so ein Ultimatum was für deinen Partner. Das muss aber dann wirklich gemacht werden weil die Sucht sonst siegt. Vielleicht erkundigst du dich mal nach dem blauen Kreuz. Übrigens finde ich, dass die Notlügen sehr für eine Sucht sprechen. Helft euch da raus - je früher desto besser.

      Ich drücke fest die Daumen!

      • Herzlichen Dank für deinen Beitrag,

        Trennung ist vermutlich der einzige Weg um einen Menschen wachzurütteln... ich drehe mich aber im Kreis. Wenn wir uns trennen müsste er ausziehen weil die Wohnung auf meinen Namen läuft. Ich weiß z.b. auch wenn ich ihm das so sagen würde, dass er sich dann erst recht volllaufen lässt und mir die Schuld gibt. Er hat sogar einen Tag unentschuldigt bei der Arbeit gefehlt, nach einem heftigen Streit und hat danach soviel vodka getrunken. Diese Vorwürfe macht er mir noch heute, er hätte durch mich fast die Arbeit verloren und wenn ich auch MAL ruhig sein könne und das ich nicht immer auf mein Recht pochen soll. Vermutlich steckt noch mehr dahinter...ich traue mich mit niemanden darüber zu reden weil ich den Absprung nicht schaffe.... meine Familie und Freunde raten mir seit längerer Zeit ihn zu verlassen. Ich fühle mich als Versagerin, weil ich diese ganze Situation nicht in den Griff bekomme. Er hat durchaus seine Guten Seiten, er ist treu , geht für uns arbeiten und erfüllt mir fsst jeden wunsch. Nur zu welchen Preis frage ich mich? Diese cholerischen anfälle gehen an die substanz und ich kann beim besten willen nicht mehr ruhig bleiben.

        LG

        • (8) 08.08.16 - 16:14

          Ich glaube in so einem Suchverhalten geht es nicht anders als die Person mit dem "Hammer" wach zu rütteln. Als meine Tante ausgezogen ist, hat mein Onkel auch weiter getrunken (ob mehr weiß ich nicht). Es hat ein paar Monate gedauert bis er sich seine Probleme eingestanden hat. Der Arbeitgeber meines Onkels hat sich übrigens vorbildlich verhalten! Er hat die Sucht als Krankheit anerkannt und freigestellt. Meinem Onkel wurde Zeit gegeben und der AG hat ihm zu verstehen gegeben, dass er ein guter Angestelltee ist und er wertvoll ist und sein Job immer auf ihn warten würde wenn er seine Probleme gelöst hat. Vielleicht wäre der AG von deinem Mann auch so wenn man offen damit umgeht. Ich muss aber dazu sagen, dass mein Onkel auf dem Bau arbeitete und jetzt keinen Managerposten oder so hatte.

          Du musst dir vor Augen halten, dass Alkohl auch den Körper zerstört und auch mit Organschäden enden kann. Ich würde wirklich in den saueren Apfel beißen und mich trennen. Dass das schwer ist weiß ich, aber ich wüsste nicht wie es sonst fruchten soll.

          Ich drücke dir die Daumen, dass dein Mann ein Einsehen hat.

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