BITTE helft mir: Mama will sich trennen, Demenz des Partners, wie kann das gehen?

    • (1) 04.11.18 - 18:46

      Hallo,
      Ich schreibe aus Sorge um meine Mama.

      Kurz die wichtigsten Fakten:
      Meine Mama hat 4 Kinder, dann geschieden, neuer Partner, nie gemeinsam gewohnt, also 2 Haushalte, er wollte nicht ins Haus meiner Mama ziehen , dann vor einigen Jahren geheiratet, um gemeinsame Vollmachten im Fall der Fälle zu haben.
      Die beiden haben eine reine Zweckehe geführt.

      Er hat auch Kinder.

      Das folgende Problem ist nun gravierend und wir wissen nicht, wie und was man tun soll.

      Der Partner leidet an Demenz (erst kürzlich diagnostiziert) und einer offensichtlich damit verbundenen starken Wesensveränderung. Er war schon immer „schwierig“ , jetzt aber andere Dimensionen.
      Über die letzten Monate hat er begonnen, wahllos zu bestellen, er hortet Münzen, Bücher, etc und mittlerweile haben sich Inkassobüros gemeldet.
      Aufgrund der getrennten Haushalte hat meine Mama davon nie etwas mitbekommen. Nun ist sie am klären und könnte einiges abwenden, die Schulden sind jedoch mittlerweile beträchtlich.

      Noch wohnt er in seiner Wohnung. Und nun hat er seine Töchter in alle Vollmachten (Betreuung, sorge, Finanziell) eingesetzt.

      Für mich bedeutet das aus meiner Sicht, dass im Falle einer notwendigen Pflege oder ähnlichem die Töchter entscheiden können. Nur wer kommt finanziell dafür auf, für seine weiter anhäufenden Schulden, für die Auflösung der Wohnung....

      Das ist vielleicht bissl viel Text gewesen, aber wir sind ratlos.

      Kann sie sich scheiden lassen? Oder ist es dafür „zu spät“?
      Wer kann einen beraten?

      Sie tut mir sehr leid, das ganze Drama geht nun schon so lange und nun wird es immer schlimmer.

      Bitte schreibt, wenn einer Ideen/Tipps hat.

      Danke!!!!

      • (2) 04.11.18 - 19:45

        Natürlich kann sie sich scheiden lassen. Sie hat auch mit seinen Schulden nichts zu tun, wenn sie nicht gebürgt hat oder zweiter Kreditnehmer ist.

        Vom Prinzip ist es für sie eine "gute" Situation. Sie muss keine gemeinsame Wohnung gemeinsam kündigen, sie trägt nicht die Verantwortung für seine Betreuung. Sie sollte zeitnah zum Anwalt und sich beraten lassen. Es könnte eine Unterhaltspflicht auf sie zukommen, wenn er nicht in der Lage ist, sich selbst zu unterhalten. Das sollte sie prüfen lassen.

        Mit der Scheidung muss er einverstanden sein. Ist er es nicht, kann erst nach drei Jahren gegen seinen Willen die Scheidung erfolgen.

        LG

        • (3) 04.11.18 - 20:04

          Lieben Dank für die Antwort.
          Ist man als Ehepartner nicht für die Schulden mit verantwortlich? Ich hätte das vermutet.

          Berät nur der Anwalt? Oder gibt es auch andere stellen, die da Auskunft geben können?

          Danke!!!

          • (4) 04.11.18 - 20:12

            Hallo

            Nein, für seine Schulden ist er allein verantwortlich.
            Aber.. wenn es um die Kosten für Heimunterbringung etc ist, werden der Ehepartner und die KInder herangezogen.
            Wenn es um Wohnungsauflösung, weiterzahlen von Miete etc geht, bist du als Ehefrau ebenso in der Pflicht.

            • (5) 04.11.18 - 20:19

              Kannst du mir sagen, was der Unterschied zwischen Schulden und bspw Miete ist. Irgendwie stehe ich da auf dem Schlauch.

              Ganz lieben Dank für die Rückmeldung

              • (6) 04.11.18 - 20:21

                Ich weiß nur, das der Ehepartner nicht für die Schulden des anderen aufkommen muss. Aber für Miete, Wohnungsauflösung etc kann er herangezogen werden.Ebenso für Beerdigung.

                • (7) 04.11.18 - 20:29

                  Für diese Kosten aber auch nur, wenn er Mieter der Wohnung ist.

                  Stell dir mal vor, dein Ehepartner mietet eine Wohnung als Liebesnest für sich und seine Geliebte und zahlt die Miete nicht. Dann kann der Vermieter sich nicht einfach an den unwissenden Ehepartner wenden und sagen: dann haftest du.

                  Grundsätzlich zahlt der die Musik, der sie auch bestellt. Ausnahme, man wird zB Erbe eines Menschen mit Schulden.

                  LG

              (11) 06.11.18 - 07:24

              Hallo.

              Ich weiß nicht, inwiefern seine Krankheit da mitwirken könnte. Wenn er wahllos bestellt, macht er es nicht "bewusst". Da würde ich mich schleunigst erkundigen. Deine Mutter sollte schnell zum Anwalt.

              Alles Gute und viel Kraft.

              LG

        (12) 04.11.18 - 20:31

        Wenn deine Mutter selbst nicht viel verdient, kann sie für die Scheidung Verfahrenskostenhilfe beantragen. Ohne Anwalt kann sie sich nicht scheiden lassen.

        Manchmal bietet die Awo/Caritas kostenlos eine Erstberatung bei Rechtsfragen an. Zu welchen Bedingungen weiß ich aber nicht. Frag doch da mal nach.

        LG

        • (13) 04.11.18 - 20:40

          Wird bei eier Scheidung nicht das Gesamteinkommen genommen?
          Ein Freund will sich auch scheiden lassen, das es aber zu teuer wird, machen sie es nicht.?

          • (14) 04.11.18 - 21:09

            Für den Streitwert, ja. Die zusammengerechneten Nettogehälter der letzten drei Monate ergeben den Verachtenswert, auf dessen Grundlage berechnen sich u. A. die Gerichtskosten. Da kommen aber noch andere Faktoren zu, die die Kosten mindern oder erhöhen.

            Ob Verfahrenskostenhilfe gewährt wird, hängt aber vom eigenen Einkommen ab.

            LG

            • (15) 04.11.18 - 23:05

              Da kommt ja einiges zu klären auf uns/sie zu.

              Er ist der alleinige Mieter der Wohnung. Das Haus gehört meiner Mama.
              Sie sind beide Rentner, sie hat etwas gespart, er offensichtlich nicht. Daher kommen jetzt plötzlich die Schulden inkl Inkasso....

              Wer hätte gedacht, dass einen so etwas mal betreffen wird. Leider kann man mit ihm nicht reden, entweder bleibt die Antwort aus oder sie liegt weit entfernt von der Realität. Da hat nun auch die Demenz ihren Anteil dran.

              Ich schau mal, was die Beratungsstellen anbieten. Danke für den Tipp!!

      (16) 05.11.18 - 20:23

      Gottseidank ist es nicht mehr so. Früher war das anders und so mancher Mensch hat seine Familie in den Ruin getrieben und der andere musste dafür bezahlen. So ging es mir am Ende meiner 1. Ehe.
      Eine anwaltliche Beratung wäre natürlich das Beste. LG Moni

      • (17) 06.11.18 - 23:01

        Dankeschön!
        Hoffentlich bekommt sie bald einen Termin. Es gibt so viele andere Baustellen, die bedient werden müssen. Eigentlich wünscht man sich einen entspannten Lebensabend, den hat man sich nach einem
        arbeitsreichen Leben und 4 Kindern großziehen doch verdient.

        Liebe Grüße

(18) 08.11.18 - 15:49

Hallo,
hat der Mann einen Betreuer? Ganz ehrlich...an Stelle deiner Mama würde ich das als erstes anleiern.

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