Hässliche Trennung

    • (1) 09.12.18 - 13:55

      Hallo,

      ich muss mal kurz was los werden und nach Rat fragen. Sorry es wird etwas länger...

      Also ich habe mich vor Kurzem räumlich von meinem Mann getrennt.
      Er hat mich belogen und betrogen, auch sonst hat er sich leider sehr ins Negative verändert. (Hat mich im Streit beschimpft auch im Beisein der Kinder mit Worten die ich hier nicht nennen möchte und näher ins Detail gehen möchte ich auch nicht) Er war auch nie der Übervater, hat eigentlich nicht wirklich was mit den Kindern gemacht (sogar am Geburtstag vom Großen ist er lieber mit Arbeitskollegen eines Trinken gegangen anstatt heim zu kommen - er hat gemeint er habe keinen Bock auf die gesamte Familie die da sitzt) Jetzt versucht er über die Kinder mich schlecht zu machen um das geteilte Umgangsrecht zu bekommen. Ich bin damit nicht einverstanden weil er auf Grund seiner Arbeitszeiten die Kinder nicht betreuen kann, was ihm aber egal ist - er hat ja seine Mutter die die Betreuung übernimmt. Seit meinem Auszug haben wir es so geregelt, dass er die Kinder an seinen 2 Freien Tagen in der Woche hat. Auch jetzt ist es schon so, dass wenn er 2 Tage die Kinder hat ( er holt sie schon am Vorabend) meist an einem (wenn nicht sogar an beiden) Abenden die Kinder bei Oma lässt um auf Sauftour zu gehen (mit Auto stehen lassen, mit dem Taxi heim usw.)Er sagt wie ich mir das vorstelle, er hat ja immer die Kinder wenn er frei hat und möchte halt auch mal weggehen. Ich arbeite 70 % bin immer gegen 14:00 zu Hause. Mittlerweile bin ich erst 3 Monate ausgezogen, die Kinder tun sich mit der Trennung an sich schon schwer jetzt hat er ihnen bereits eine Frau vorgestellt. Ich denke mir wenn jetzt schon eine neue Frau im Spiel ist wird er für die Kinder noch weniger Zeit haben. Der Kleine hat sehr gelitten unter den Streitereien zwischen uns und versteht die Trennung eigentlich sehr gut nur mein Großer stellt sich im Moment total gegen mich. Sage ich etwas dazu bekomme ich die Antwort " ich möchte nicht darüber sprechen" Sein Vater manipuliert ihn total, er ist 11 und gerade auch in einem schwierigem Alter. Andererseits sagte er mir auch das Papa immer mit ihm schreit und wollte auch nach einer schlechten Note die Arbeit nicht dem Papa zeigen, weil er wieder schimpft. Ich habe das Gefühl es geht ihm gar nicht um den Papa sondern nur um unser Haus aus dem ich ja ausgezogen bin und auch um die Großeltern die mit im Haus leben.

      Wie soll ich mich jetzt bloß verhalten? All die Jahre habe ich alles gemacht und getan und jetzt plötzlich habe ich das Gefühl mein Kind stellt sich gegen mich. Es macht mich unglaublich traurig, andererseits denke ich mir er wird auch noch bemerken, dass sein Papa auch ihn anlügt oder soll ich die Kinder über die Lügen seines Vaters aufklären? Was ich eigentlich nicht möchte, weil ich nicht schlecht über ihn reden will - er ist schließlich der Vater. Doch denke ich mir sie müssen doch wissen dass ihr Vater sie anlügt, ich kenne die Wahrheit und lüge sie dann ja mit an ... (z.B hat er ihnen gesagt die Frau wäre eine Arbeitskollegin oder er hat Weihnachtsfeier und war mit 3 Kumpels unterwegs, hat ihnen auch schon gesagt er muss arbeiten gehen und ich hab ihn dann am Weihnachtsmarkt getroffen usw.)

      Vielleicht hat jemand eine ähnliche Situation erlebt und kann mir Tips geben.

      Vielen Dank lg Nelly

      • (2) 09.12.18 - 15:04

        Geh zum Jugendamt oder zum Kinderschutzbund und lass dich beraten. Ihr solltet eine verbindliche Umgangsregelung erarbeiten. Wobei das eben nicht so einfach ist, denn es gibt keinen Zwang, sich an eine Vereinbarung zu halten.

        Wenn er die Kinder während des Umgangs zu den Großeltern bringt, kannst du dagegen aber nichts tun. Das darf er. Auch gegen das frühe Vorstellen der Neuen kannst du nichts tun.

        Es wäre aber wichtig, dass ihm von außen vermittelt wird, dass sein Verhalten den Kindern schadet, wenn er dich vor ihnen schlecht macht. Dass er die Kinder anlügt ist scheiße, aber nicht dein Job ihnen zu sagen, sie werden nur zerrissen, wer ihnen die Wahrheit sagt. Du könntest ihnen nur sagen, dass sie auch zu dir nach Hause kommen können, wenn Papa "arbeiten" muss.

        LG

        (3) 10.12.18 - 13:44

        Hallo.

        Bitte rechtfertige nicht seine Lügen. Auch wenn du es besser weisst, lass es einfach. Ansonsten hetzt du unbewusst und die Kinder denken, du willst den Vater schlecht machen. Beiß dir lieber auf die Zunge. Das hat mir mehr gebracht. Ich habe meinen Ex seine Ausreden den Kindern dann selber erzählen lassen. Warum sollte ich es machen, wenn er Termine absagt oder wohin muss. Er musste es rechtfertigen. Irgendwann hatten sie keine Lust mehr darauf und er stand dann eben alleine da. Ich habe ihm immer gesagt, ich halte nicht mein Kopf für deine Lügen bzw. Ausreden hin. Und somit hat es auch keinen Sinn mehr gehabt, die Kinder gegen mich aufzuhetzen. Das hat sich dann ganz schnell gelegt. Denn ich habe ihm gesagt, ich bestimme nicht über die Kinder. Wenn sie zu dir möchten, dann sollen sie. Aber wenn sie nicht möchten, dann müssen sie nicht. Das habe ich vor den Kindern gesagt, damit sie merken, ich stehe nicht zwischen ihnen. Und somit hatte er dann die schlechten Karten.

        Alles Gute.

        LG

        PS: Eine meiner Töchter heißt auch Nelly.#schein

        • Ich finde deinen Ansatz wirklich unterstütztenswert und würde ähnlich handeln.

          Es ist das schwerste auf der Welt zwischen Paarebene und Elternebene zu unterscheiden. Ich kann das verstehen, dennoch stehe ich voll hinter dem Ratschlag von hermina.

          Lass ihn Treffen ggfs. selbst absagen, lass ihn die Kinder zur Großmutter bringen, entschuldige nichts, aber sage auch nichts. Dein Kind stellt sich nicht gegen dich. Er rebelliert sicher gegen die Trennung. Er testet vielleicht unbewusst (!) auch wieweit er gehen kann ohne dass DU gehst, so eine Trennung verunsichert ein Kind in diesem Alter sehr. Es kann ihm helfen wenn du seine Emotionen spiegelst und ihm sagst, dass du siehst dass er gerade wütend, frustriert ist. Das gibt ihm das Gefühl, dass du ihn wahrnimmst ohne dass du ihn mit deinen eigenen Emotionen überforderst.

          Ich wünsche dir alles Gute.

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