Trennung mit Kind {5}

    • (1) 25.12.18 - 04:06

      Hallo

      Ich bin hier um einen Rat und Erfahrungen zu erhalten.

      Ich habe mich ganz frisch von meinem Mann (8 Jahre Beziehung, fast 5 davon verheiratet) getrennt. Nicht im bösen, bisher jedenfalls nicht, aber ich habe mich nicht mehr wohl gefühlt, da war einfach keine Liebe mehr. Wer Schuld hat? Wir beide, ganz klar.
      Für ihm ist eine Welt zerbrochen und es tut mir auch wahnsinnig Leid, aber ich möchte ihm nichts vor machen geschweige denn mir und unserer Tochter.

      Unsere Tochter ist 5 und wir haben es ihr gemeinsam gesagt und sie hat super reagiert. Zu gut für meinen Geschmack.
      Sie sagte gleich "Ach Papa, ich komm dich doch besuchen" oder "... Wenn ich mal ein Wochenende bei dir bin Papa..." das war etwas erschreckend.
      Ist das normal???

      Sie und ich ziehen erstmal zu meinen Eltern ein Ort weiter und wenn unser Gartenhaus fertig ist ziehen wir dort ein. Dann wohnen wir wieder im selben Ort wie ihr Papa. Mir ist wichtig das er und ich vernünftig mit einander umgehen. Er hat niemanden und ich möchte weiterhin für ihn da sein, nur nicht mehr als seine Partnerin/Ehefrau.

      Ich habe das nie so gewollt, ich wollte eine intakte Familie, ich wollte meiner Tochter das nie antun, aber ich kann einfach nicht mehr. Ich habe mich das letzte Jahr selbst belogen, es immer und immer wieder probiert, mit ihm geredet, gehofft das er sich in einigem ändert aber da kam nichts, jedenfalls nicht das was man sich erhofft oder gewünscht hätte.

      Wie lief es bei euch ab? Auf was muss ich achten? Was muss ich tun? Wie kann ich meiner Tochter die Trennung leichtsr machen?

      Danke für eure Tipps, Rat ect.

      • Liebe Anni!

        Ich habe zwar noch keine Kinder, aber da du um diese Uhrzeit postest, musst du sehr durcheinander sein.

        Deswegen will ich versuchen dir ein wenig deinen Schmerz zu lindern, bis jemand dir einen Rat geben kann, der das Gleiche durchgemacht hat.

        Eine Trennung passiert, deswegen bist du noch lange keine schlechte Mutter bzw schlechter Mensch. Ich höre da sehr viele Schuldgefühle bei dir raus aber ich lese auch dass du dich anscheinend sehr darum bemüht hast, die Beziehung aufrechtzuerhalten. Du hast ihm gesagt, was dich stört und er hat es nicht geändert. Was hättest du noch tun sollen? Verstehe auch, dass er dir Leid tut weil er niemanden hat, aber so richtig um euch bemüht hat er sich ja auch nicht?

        Mein Rat: Hör auf dich selbst fertig zu machen. Es ist wie es ist. Deine Tochter scheint schon sehr erwachsen damit umzugehen, vielleicht hat sie ja auch öfters bemerkt, dass Mama nicht glücklich ist.

        Du hörst dich an wie eine tolle, aufopfernde Frau, die alles versucht hat um ihre Familie zusammenzuhalten. Sei Stolz auf dich! Und habe Glauben, dass alles so kommt wie es soll. Versuch auch ein wenig an deinen Seelenfrieden zu denken.

        Ich hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen. Weiterhin alles Gute und ich hoffe du bekommst viele gute Ratschläge.

        • Bei deinen Zeilen laufen mir die Tränen. Danke für diese aufbauenden Worte.
          Durcheinander ist gar kein Ausdruck, es ist quälend. Ich fühle mich besser mit der Trennung, dennoch überwiegt die Angst vor der Zukunft. An oberster Stelle steht meine Tochter und ihr Wohlergehen, gerade jetzt in der Trennungsphase.
          Dann kommen natürlich alle anderen Ängste dazu wie, finanzielle Zukunft, Sorgerecht, Besuchszeiten usw. Ich möchte meinen Ex-Partner (oh je, wie das klingt) seine Tochter nicht vorenthalten und hoffe sehr das er meine Entscheidung zu gehen irgendwann versteht. Er ist sehr ruhig geblieben (er war schon immer sehr ruhig), hat geweint aber war dennoch gefasst, ich hoffe nur das er es auch nachher noch sein wird wenn wir gehen. Das wird ein sehr sehr schwerer Schritt.

          • Ich denke eines der schwersten Dinge hast du hinter dir. Nämlich dich von deinem Partner zu trennen obwohl er dir noch wichtig ist. Es ist viel einfacher den Schlussstrich zu ziehen wenn man sich schon „hasst“.

            So wie du ihn beschreibst scheint er ja auch ganz OK zu sein. (Will nicht zu viel Vermuten) Und du scheinst auch Rückhalt von deiner Familie zu haben. Ich nehme an sie helfen dir sicher alleine auf die Beine zu kommen!!

            Ich muss sagen, ich bin eine Person, die Trennungen sehr mitnehmen. Ich weine, fluche, schreie aber dann wenn es vorbei ist schließe ich damit ab und freue mich auf die Zukunft. Will dir damit nur sagen, du hast jetzt so viele offene Türen du kannst ganz bewusst dein Leben umkrempeln und vielleicht Dinge anders machen, die dir vorher nicht so gepasst haben! Nutze es als Chance wieder zu dir zu finden ❤️

            Und was auch ganz wichtig ist: Schritt für Schritt. Besuchsrecht usw wird sich denke ich ergeben, wie oft er will oder deine Tochter und vielleicht habt ihr ja ein gutes Verhältnis zueinander, dass das alles nicht so „gezwungen“ ablaufen muss. Ich denke es bringt sich nicht viel zu planen, bei solchen Dingen weil Sie sich oft einfach ergeben. Ich denke du musst auch zuerst mal diese Trennung verarbeiten. Allein, für dich. Schließe Frieden damit und versuch die schlechten Dinge zurückzulassen und nur die guten mitzunehmen. Am besten du setzt dich mit ihm zusammen, wenn der erste große Schmerz vergangen ist, und redest ganz offen und ehrlich mit ihm. Frag ihn was er will oder braucht? Er wird vielleicht auch schon ganz klare Vorstellungen haben. Vielleicht hat er auch große Angst dass er seine Tochter nicht mehr so oft sieht. Die kannst du ihm ja nehmen, denn auf dass bist du ja nicht hinaus.

            Deswegen step by step. Und dann wirst du sehen es ist alles nicht so schlimm wie es dir am Anfang vorgekommen ist. Ganz liebe Grüße ❤️

            • Das werde ich. Es wird ein kompletter Neuanfang. Es wird schwer aber meine Tochter und ich werden es packen. Es wird schwer werden hier aus dem Haus ausziehen (Eigentum von mein Mann {Erbe} ) wir haben vor 2 Jahren erst alles saniert und modernisiert, da steckt Herzblut drin, aber darum geht's mir nicht. Soll er alles behalten, ich möchte ihm da nichts wegnehmen. Unser Konto müssen wir auch splitten, also wieder jeder seines, Auto muss geklärt werden, Versicherungen ect. Wie du schon geschrieben hattest, alles step by step, aber das jagt einem Angst ein.

      (6) 25.12.18 - 16:02

      Ich habe einen Satz ganz tief für mich verinnerlicht: „Man sollte keine Fragen aufwerfen, sondern nur beantworten“ und das Ganze dann auch kurz und knapp und immer nur so lange wie gefragt wird.
      Mein Ex hat das leider nicht begriffen 🙄
      Ich glaube doch ganz fest, dass man es nur dann gut macht, wenn man es so ruhig wie möglich und ohne Streit „abwickelt“. Gebt eurem Kind stets und ständig das Gefühl, dass es immer mit allem zu euch beiden kommen kann.
      Der Rest wird sich ergeben.

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