Unfair - silopo

    • (1) 28.01.19 - 17:00
      Esistsodoof

      Hallo.

      Ich weiß, dass nun irrationale Gedanken folgen, aber ich bin einfach so frustriert und brauche/ hoffe auf Zuspruch.

      Also, seit schon über einem Jahr sind mein Mann und ich getrennt. Wir haben Kinder, die beiden Jüngsten gehen noch in den Kindergarten. Die Trennung war sehr, sehr schwer, weil ich ihn trotz viel Liebe verlassen musste. Er hat sich immer toll um uns gekümmert, im Haushalt geholfen, Liebe gezeigt, Zeit mit den Kindern verbracht, gealbert, Liebesleben lief wunderbar, Haus toll, Konto toll, usw usf. Nun das Aber: er ist Choleriker und war nie bereit, oder stark genug, daran etwas zu ändern. Da er mit guter Laune so ein großartiger Vater und Partner war, war es eine doppelte Katastrophe, wenn er plötzlich ausrastete. Geschrei, Fluchen, Beschimpfen, in seltenen Fällen ging Inventar zu Bruch. Ohne Rücksicht, ob die Kinder es mitbekommen. Sie standen oft zwischen den Fronten. Eine Tochter war so sensibel, sie wurde schon nervös, sobald wir über etwas angeregter redeten, weil sie Angst hatte, ein Streit beginnt. Es war furchtbar anzusehen.

      Ich habe lange alles versucht, aber dieses furchtbare Verhalten konnte durch nichts eingedämmt werden. Eine Trennung also unumgänglich. Ich leide, die Kinder leiden, er hat gelitten. Aber für einen Sinneswandel, auf den ich manchmal immernoch hoffe, wohl nicht genug.

      Für die Kinder sind wir gemeinsam gute Eltern mittlerweile. Unternehmen gemeinsam noch etwas, die Kinder genießen es. Kita stets begeistert, berichten von Familientreffen etc. Alles unauffällig.

      Die Vorgeschichte habe ich ausführlich erzählt, damit nicht gleich kommt, ich solle mich nicht anstellen. Denn es gehen nie alle Kinder zu ihm. Insbesondere nicht die Kleinen gemeinsam, weil Kindergarten Kinder nunmal sind, wie sie sind, ganz schön lebendig und anstrengend und dann rastet er natürlich wieder aus. Da genau das der Trennungsgrund war, dass die Kinder darunter nicht mehr leiden müssen, kann ich das natürlich nicht mehr zulassen. Er ist einverstanden, auch wenn er immer behauptet, er habe sich im Griff. Jedesmal, wenn wir es doch versuchen, scheitert es und er flippt aus.

      Das hat zur Folge, dass ich niemals ohne Kinder bin. Das frustriert mich schon lange. Es ist nicht so, dass ich unbedingt gerne einen neuen Partner hätte, eigentlich schon, aber gerade im Hinblick auf die Kinder eh nicht das Beste. Zumal mir bislang nicht annähernd ein tauglicher Mann begegnet ist. Aber ich hätte dazu auch gar nicht die Gelegenheit und das finde ich unfair.

      Besonders geschürt werden diese Gefühle, da ich nun erfahren habe, dass mein Mann seit kurz nach der Trennung eine on-off-Affaire laufen hat. Was ernstes will er mit der Frau nicht, aber knattert sich da fröhlich den Druck ab und mich macht das auf mehreren Ebenen wahnsinnig. Ich vermissen den Sex mit ihm. Ich vermisse Nähe, ich vermisse den netten Teil von ihm. Und es kotzt mich an, dass er jetzt quasi beides hat. Ganz viel Freizeit, die er ja braucht, denn unausgeglichen kann er sich erst recht nicht um die Kinder kümmern, tollen Sex und Familie und Kinder, wann immer er darauf Lust hat. Und ich? Ich habe gar nichts. Ich bin der Fels in der Brandung, die Zuverlässige, die, die für sich selbst keine Zeit mehr hat. Ich muss es ja sein, weil er es einfach nicht ist. Und das sieht noch einige Jahre so aus.

      Eine Lösung gibt es meiner Meinung nach nicht. Denn für meine Freizeit lasse ich meine Kinder nicht aus Prinzip bei einer Zeitbombe.

      Ich frage mich nur, ob es anderen Müttern auch so ergeht? Ich finde es einfach so unfair!

      Traurige Grüße

      • Ich frage mich, ist er nie auf die Idee gekommen, dass er mal an sich arbeiten könnte? Sieht er sein Verhalten als völlig normal an?

        Deinen Frust verstehe ich, Du liebst ihn ja noch. Mehr, als Dir ab und zu einen Babysitter zu gönnen, kann ich Dir erstmal nicht raten, da er als Vater wirklich ungeeignet ist.

        • (3) 28.01.19 - 21:11

          Danke.

          Manchmal konnte er sich das schon eingestehen. Es gab auch lange Phasen, wo er keine schlechten Verhaltensweisen mehr hatte. Aber je stressiger es ist, desto weniger Selbstkontrolle hat er.

          Aber selbst, wenn er dann mal sagte, er ändere etwas, ist seine Motivation am Folgetag verpufft. Ist wohl ein tief verwurzeltes Erziehungsdilemma, wenn man immer vorgelebt bekam, dass Probleme unter den Teppich gekehrt werden, anstatt sie anzupacken. Hinzu kommt, dass er halt dahingehend ein schwacher Charakter ist. Er sucht sich den leichtesten Weg. Auf dem ändert man aber leider nichts.

          Mir fehlt ja eigentlich nicht, mal wegzugehen. Einen potentiellen Partner kennenzulernen fehlt mir absolut die Zeit, was ja für meine Kinder eher gut ist. Es schützt sie davor, dass ich sie mit dem ein oder anderen Fehlgriff konfrontiere. Aber trotzdem fehlt mir ein Partner. Und das pieckst mich besonders, weil der Ex sich ja ungeniert nimmt, was er möchte.

          Maaaaan. Ich bin so wütend, eifersüchtig, verletzt...

      (4) 04.02.19 - 12:57

      Oh man, toll was du für deine Kinder tust und wie du sie beschützt! #herzlich
      Deine Kinder werden noch mal sehr stolz sein auf ihre starke Mama!

      Hast du keinen Babysitter an der Hand, also Großeltern, Nachbarn, Freunde? Eine Freundin die deine Situation kennt und dir helfen möchte, also mal ein paar Std auf die Kinder aufpasst? Es sind ja nicht alle Kinder da, das ist doch machbar.
      Dann kannst du mal Kraft tanken.

      Und du hast recht, das ist unfair! Aber du arrangierst dich zum Wohle deiner Kinder, und dafür hast du meinen größten Respekt!

      • (5) 05.02.19 - 20:39

        Hallo, tut mir leid, irgendwie wurden mir hier einige Antworten nicht angezeigt.

        Danke, das berührt mich wirklich.

        Ja, selten kann ich mal jemanden zum Aufpassen organisieren. Aber groß motiviert bin ich dazu eigentlich nichtmal. Das Schlimme ist ja, dass die Gefühle zu ihm nicht vergehen wollen. Meine Liebe war ja immer da. Und wie früher, den einen für den Nächsten verlassen kann und will ich mit Kindern auch nicht mehr. Ich habe mein Familienleben in den schönen Phasen geliebt. Ich will doch nicht zuviel. Ich habe viel zu geben und möchte dafür einfach nur gut behandelt, geliebt und wertgeschätzt werden.

        Mein Kernproblem sind wirklich Frust und Eifersucht, dass er seinen leichten Weg geht, in dem er sich einfach alles nach seiner aktuellen Laune nimmt. Die Kinder, wenn er sie vermisst, mal ne Familienaktivität, wenn er gerade nichts besseres zu tun hat, und Wochenendabends schön seine Knickerstündchen mit dem Gelegenheitsweibchen und am nächsten tag schön ausschlafen, während ich einsam auf der Couch sitze oder nachts Rotznasen tupfe, Haare über dem Kotzeimer halte oder, oder, oder...

        Natürlich könnte ich ihn mehr auflaufen lassen, aber da würden wieder die Kinder drunter leiden. Und ich hasse ihn ja nicht. Trotzdem ist da immer wieder dieser nagende Neid, wie unfair das ist.

        So. Gute Nacht. Und danke nochmal!

        • Hallo Du,

          mich hat dein Beitrag sehr berührt weil ich mich in einer ähnlichen Situation befinde. Wenn du magst dann schreibe mir eine Nachricht, ich würde mich gerne mit dir austauschen. Keine Sorge, ich bin weiblich und wirklich nur an einem Austausch über die Situation interessiert ;)
          LG

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