Neue Kollegin - Selbstzweifel

    • (1) 13.11.16 - 13:39

      Hallo meine Lieben,
      ich bin neu hier und hoffe ich habe im richtigen Forum geschrieben :)
      Ich stell mich mal kurz vor, bin knapp 23 und arbeite seit 7 Jahren in ein und der selben Firma, wo ich auch gelernt habe. Mir macht die Arbeit richtig Spaß und auch mit den Kollegen versteh ich mich größtenteils gut, gibt halt auch hier ab und zu Zickereien untereinander aber ich denke dass ist normal. Nun gut, ich wende mich nun an euch um bitte um Meinungen, Erfahrungen oder Tipps wie ich mein "Problem" lösen könnte. Hierzu muss ich weit ausholen, deswegen wird der Beitrag sicher etwas länger, was hoffentlich kein Problem ist. Also, wie bereits erwähnt arbeite ich seit Jahren in dieser Firma und ich habe von Anfang an gesagt ich möchte hoch hinaus. Unser Team besteht aus insgesamt 9 Mitarbeiter inkl. mir.

      Meine Teamleiterin (25 Jahre sollte es eine Rolle spielen) wurde letztes Jahr Dezember ins Büro von unserem Chef gerufen, ihr wurde mitgeteilt, dass er der Meinung wäre sie wäre mit der Führungsposition überfordert und wirkte zusätzlich unmotiviert. Meine Teamleiterin - nennen wir sie Kollegin A - entgegnete dies und meinte, sie machte ihre Arbeit Spaß und sei alles andere als Überfordert. Sie hatten ein langes Gespräch über dieses Thema was ich später selbst von Kollegin A erzählt bekommen habe. Ihr wurde Nahe gelegt, alles nochmal in Ruhe zu überdenken, ob es wirklich die Position ist, die ihr liegen würde, da unser Chef anderer Meinung war, sie bekam einige Punkte aufgezählt was sie ändern müsste (mehr Motivation/Begeisterung usw)

      2 Wochen drauf wurde ich ins Büro bestellt und da began der erste Horrortrip! Mein Chef teilte mir mit, er siehe mit Kollegin A keine Zukunft mehr als Führungskraft und würde sich wünschen, wenn ich die Abteilung ab Jänner 2016 übernehmen würde. Da es immer schon mein großer Traum war, aufzusteigen war ich natürlich mehr als Begeistert. Ich sagte, er solle dies doch bitte mit Kollegin A klären, ob dies auch für sie in Ordnung ist, immerhin muss ich sagen, sie hat sich all die Jahre als Teamleiter sehr viel Mühe gegeben, alles korrekt zu erledigen, sie war für sämtliche Bestellungen/Aufträge/Reklamationen, Termine/Präsentationen usw zuständig, wir (die anderen 8 Kollegen) meist für nicht ganz so wichtige und große Projekte. Anfangs hatte ich Zweifel ob ich dies auch alles unter einem Hut bekomme, aber ich wollte es unbedingt!

      Laut Chef war dies für Kollegin A in Ordnung (dachten wir). Ab Jänner wo ich dann offiziell die Abteilung übernahm began der Horror. Die besagte Kollegin A versuchte mir eins nach den anderen auszuwischen, gab Informationen an mich nicht oder zum Teil nur zur Hälfte weiter, suchte ständig nach Fehlern und machte mich bei den anderen Kollegen runter und stellte mich letztendlich hin, als hätte ich IHR die Position weggeschnappt. Ich verhaltete mich all die Zeit ruhig, machte meine Arbeit weiter und allmählich nahm auch sie war, dass mir dies viel leichter von den Fingern lief als ihr. Unser Umsatz verbesserte sich, die Chefs waren auch zufrieden mit meiner Leistung, all das machte sie nur noch wütender (was ich zum Teil auch verstehen kann) Gespräche mit ihr (auch mit dem Chef zusammen) verliefen im Sande, bis sie selbst vor 2 Monaten kündigte! Nun gut, ich dachte jetzt würde endlich Ruhe einkehren.

      Jetzt ist es allerdings so, dass mein Chef mir eine Kollegin zuteilte, die ab Dezember bei uns anfängt, als Unterstützung/Entlastung für mich. Sie hat in diesem Bereich ebenfalls jahrelange Erfahrung, war selbst 14 Jahre Teamleiterin in der selben Firma und im selben Bereich als ich es bin (nur anderer Standort)

      Normalerweise sollte ich mich freuen, immerhin muss ich mir dann nicht 40-45h/Woche den Po aufreißen, sondern kann auch mal einen Teil meiner Arbeit abgeben, auch wenn ich alles alleine schaffen würde. Es wäre sicherlich entspannter für mich. Mein Chef meinte, wir sollten uns zusammen tun und das Team GEMEINSAM führen - sprich wir wären beide Teamleiter!

      Nur da fängt mein Problem an - ICH MÖCHTE KEINE ZWEITE TEAMLEITERIN an meiner Seite!
      Wieso? Weil ich mir all das bis jetzt alleine aufgebaut habe, viel Zeit, Nerven und Energie rein gesteckt habe und es immer mein Traum war ALLEINE ein Team zu führen!

      Vielleicht steckt auch große Angst dahinter, weil ich damals mitbekommen habe, wie schnell man die leitende Position verlieren könnte wie bei Kollegin A. Was, wenn sie alles NOCH besser geregelt bekommt als ich, durch ihre Jahrelange Erfahrung als Führungskraft und mir meinen sozusagen Traumberuf unter der Nase wegschnappt? Selbstzweifel plagen mich. Bin ich doch nicht so gut oder warum wird mir eine 2 Teamleiterin zur Verfügung gestellt? Sie hätten damals mich ja auch zur 2 Teamleiterin ZUSAMMEN mit Kollegin A befördern können, aber mein Chef meinte damals, es gäbe nur eine Teamleiterin. Warum jetzt auf einmal 2? Kann es sein, dass mein Chef so abgebrüht ist und mich nur als Zwischenbrücke nahm, bis eine bessere kam (so wie jetzt die besagte neue Kollegin)?

      Oder was genau bezweckt mein Chef mit der Situation?

      Ich hab ihn bereits 1x ruhig auf das Thema (und meine Zweifel deswegen) angesprochen, doch er meinte er möchte dass wir dass zu 2 machen und fertig. ICH ABER NICHT! ich möchte es so beibehalten wie bisher, doch damit gibt er sich nicht zufrieden.

      Bin ich verrückt? Zu Egoistisch/Selbstverliebt? oder kann mich auch jemand verstehen?

      Vielleicht war ja jemand mal von euch in so einer Situation und kann mir Tipps geben, wie ich mich verhalten solle! Vielen Dank fürs Lesen, auch wenns länger als geplant worden ist :)

      • Hallo.

        Nun, wir können die Lage natürlich als komplett Außenstehende kaum einschätzen. Wenn sich dein Chef dir gegenüber schon so "zugeknöpft" bezüglich seiner Gründe verhält, wie sollen dann Fremde seine Gedanken erraten können.

        Ich an deiner Stelle wäre mal vorsichtshalber auf alles gefasst......

        Sieh dir die Sache mal an und gib dem Ganzen eine Chance, dann kannst du immer noch weitersehen. Wenn du merkst, dass er dich nur noch im Team lässt, bis die andere Kollegin voll eingearbeitet ist, dann würde ich mir schon mal parallel dazu einen neuen Job suchen. Ist eh sinnvoller, nicht ewig seit der Ausbildung im gleichen Betrieb zu blieben. Da wird man nie so richtig "für voll" genommen.

        Alles Gute!

        (3) 13.11.16 - 15:03

        Dein Chef ist anscheinend nicht ganz so von Deinen Leistungen überzeugt, wie Du es bist. Oder er will Euch einfach durch die Konkurrenzsituation zu Höchstleistungen pushen. Wie auch immer: Du hast dieses Spielchen, als Du in der vermeintlich besseren Situation warst, mitgespielt, da kannst Du jetzt keine neuen Regeln verlangen.

        Wie Du Dich verhalten sollst? Dich woanders bewerben, solange Du das aus der Teamleiter-Position noch tun kannst.

        Grüsse
        BiDi

        Ich habe nur deinen Beitrag gelesen und keine weitere Meinung dazu.

        Ich bin ein wenig geschockt über die Art und Weise wie dein Chef Mitarbeiter führt. Da vermisse ich Feingefühl, das ist eine sehr grobe Art wie er seine Mitarbeiter behandelt.

        Meine Teamleiterin..... wurde mitgeteilt, dass er der Meinung wäre sie wäre mit der Führungsposition überfordert und wirkte zusätzlich unmotiviert. ............ sie bekam einige Punkte aufgezählt was sie ändern müsste (mehr Motivation/Begeisterung usw).

        Du warst bei dem Gespräch nicht dabei. Wir wissen nicht, ob er nicht auch Positives aufgezählt hat. Aber wenn nicht, dann war dieses Gespräch der Hammer. Jemandem so das Gesicht zu nehmen, die Würde. Die Frau wurde übel gedemütigt. Und kein Wunder hat sie sich zu wehren versucht und schließlich das Unternehmen verlassen.

        Er hätte sie zumindest in ein anderes Team versetzen müssen, damit sie aus dem Schußfeld kommt. Wie soll sie im bisherigen Team heruntergestuft, mit denselben Leuten künftig arbeiten, denen sie bisher überstellt war.

        Und nun hast du ebenfalls eine bittere Erfahrung gemacht. Er kann jetzt nicht begründen, warum er dich nicht als Teamleitung, sondern zu zweit als Leitungsteam haben möchte.

        Ich würde den Chef zu regelmäßigen Führungsseminaren schicken. Bilde dir nichts auf deine Qualifikation ein. Darum geht es hier nicht. Dieser Führungsstil erscheint mir willkürlich und dilletantisch.

      • Hallo,

        die Lage ist schlecht einzuschätzen, da man ja nur Deine Erzählung kennt. Aber da mein ehemaliger Chef auch mit seinen Mitarbeitern "gespielt hat", und untereinander Unfrieden stiftete, schreibe ich Dir meine Sicht der Dinge...

        Eventuell bist Du nicht so gut wie Du denkst, aber ich kann mir darüber kein Urteil erlauben, da ich Deine Arbeit nicht kenne. Wäre er nicht zufrieden, hätte er es schon lange vorher kommunizieren müssen. Abgesehen davon ist der Umsatz gestiegen, so etwas sehen Chefs positiv. Stehen Deine Mitarbeiter hinter Dir? Mögen Sie Dich?

        Trotzdem kann Dich gut nachvollziehen, wie es Dir geht. Man hat etwas durch harte Arbeit erreicht, und dann wird es ohne Erklärung genommen. Es wird höchstwahrscheinlich hart für Dich werden die nächste Zeit. Mach eine Teambesprechung und sag ehrlich, aber sachlich, was Dein Chef vorhat. Evtl sprichst Du auch mit der neuen Kollegin.

        Dein Chef ist ein linkes As, pass auf Dich auf! Besser - lass Dir ein Zwischenzeugnis geben und fang vorab an zu suchen. Die Nummer die Dein Chef mit der Vorgängerin abgezogen hat, ist nicht die feine Art, und die Frau dann noch im Team zu lassen, ist das Letzte. Und nun macht er das gleiche mit Dir....wer weiss, was er der 2. Teamleiterin erzählt hat....oder WARUM sie diesen Posten erhalten hat...(Gspusi vom Chef?!...:-p)...

        Alles Gute für Deine Zukunft!

        • Wow danke, danke für deine ehrliche Meinung denn den gleichen Gedanken hatte ich auch bereits bezüglich Gspusi auch wenn es irgendwie albern ist.. Aber ja, ich weiß natürlich auch nicht WARUM gerade ein neuer Teamleiter, ich mein ich kann verstehen dass jetzt eine Mitarbeiterin her gehört die Kollegin A vertritt, aber ausgerechnet eine ehemalige Teamleiterin? Es kommt mir eben alles suspekt vor und ihr habt ja alle recht, niemand kann sagen, ob meine Arbeit wirklich so gut ist, da wir ja kaum Feedback erhalten (wenn zwar positiv aber ok). Ich fand das damalige Verhalten meines Chef genauso ars**lochmäßig und vor allem feig, dass sagte ich ihm auch (zwar anders aber schon so wies meine) und er war ja der Meinung, die Kollegin wollte es so. Pustekuchen! Was aber wirklich wahr war, die besagte Kollegin hat das Angebot ausgeschlagen in eine andere Abteilung zu gehen! Aber ok, dass ist wieder ein anderes Thema.

          Ich möchte einfach nicht die Position nach nicht einmal 1 Jahr wieder abgeben. Aber vielleicht habt ihr recht, ich stell mich schon mal aufs schlimmste ein und such mir nebenbei etwas neues, auch wenn sich alles in mir sträubt weil wie gesagt, mir der Job so wahnsinnig viel Spaß macht. Ich bedanke mich dennoch für euer ehrliches Feedback!

      (7) 13.11.16 - 17:16

      Ich kann dich verstehen, Stand ich gerade auf der anderen Seite deiner Ausführung. Ich bin seit kurzem neu in einer großen Firma, Habe eine leitende Position und arbeite ebenfalls nun neben den anderen Teamleitern. Ich denke auch da ist bei dem einen oder anderen etwas mißtrauen, aber auch auf meiner Seite. So wartete ich auf die Steine die mir in den Weg geräumt werden. Bis jetzt fühle ich mich dort wohl und habe doch einen guten Start gehabt (Danke an meine neuen Kollegen, die mich freundlich aufgenommen haben#danke)
      lg

      Mit knapp 23 und weiblich bist du halt eine Gefahr auszufallen aufgrund einer Schwangerschaft. . Vllt will er da auch vorweg greifen?
      Ich lese allerdings mehr daraus dass er es dir nicht zutraut alleine..und deswegen Unterstützung einstellt.

      Ich persönlich finde deine Einstellung merkwürdig. .Als Team kann man sehr wohl gut leiten.. Außer du bist nicht teamfähig. Ich denke dass du in deinen jungen Jahren ruhig Hilfe von erfahrenen annehmen solltest. Schaden kann es nicht.

      Und je nachdem was in deinem Vertrag steht kann er dich auch nicht einfach degradieren.

      Ich war froh als ich mit knapp 24 in die Führungsposition gewechselt bin eine erfahrene Kollegin zu haben. Allerdings hatten wir auch ausreichend aufgaben und ca 60 Mitarbeiter. Ich hab es zumindest positiv gesehen und nicht "die schnappt mir meine Aufgaben weg"

      (9) 13.11.16 - 21:40

      Hallo biirdy,

      ohweh, das erinnert mich an Einiges.

      Auf die Gefahr hin, dass ich meine Erfahrungen auf deine Situation übertrage:
      Dein Chef scheint großen Wert auf absolute Macht zu legen. Jeder, der einen gewissen Grad an Kompetenz, der für ihn noch überschaubar ist, überschreitet gilt ihm als potentieller Palastrevolutionär, könnte er / sie doch seiner Position gefährlich werden. Mit etwas Charme und Manipulation kann er das gut verkaufen - hat ja bei dir auch funktioniert. Nur zu gerne bestätigt man auf dem aufsteigenden Ast Nörgeleien an Vorgängern. Nicht böse gemeint, ich bin selbst in die Falle getappt! Und dann wirst du selbst groß, brennst für deine Arbeit und dein Unternehmen, bist kompetent, hast vermutlich auch keinen Wert darauf gelegt, deine Leistungen zu personifizieren, so dass dein Chef wieder sehr gut alles für sich vereinnahmen und dich abschießen kann. Plötzlich stehst du auf der anderen Seite.

      Mein Rat: Gehen, sofort. Neuen Job suchen, evtl. AU, ehe es dir noch schlechter geht. Wenn du letzteres nicht willst, zumindest unbedingt alles protokollieren an Gesprächen oder Vorfällen.

      Ich habe nach den ersten Anzeichen noch beinahe 5 Jahre gekämpft, wurde auf übelste Weise gegangen, war danach sehr lange krank. Laß es nicht soweit kommen. Du bist nicht selbstverliebt, du hast viel mehr ein feines Gespür. Hör drauf!

      Alles Liebe!

      (10) 14.11.16 - 11:04

      Nachdem sich nun einige andere ebenfalls kritisch geäußert haben, ergibt sich doch ein abgerundetes Bild.

      Du hast hier einen Chef, dessen Entscheidungen nicht voraussehbar, nicht verläßlich sind. Macht er mit euch denn regelmäßige Mitarbeitergespräche anhand eines festen Fragebogens, der faire, nachvollziehbare Ergebnisse liefert? Wenn nein, ist das schon mal alles sehr vage, wahrscheinlich subjektiv.

      Jeder Mitarbeiter hat mehr oder weniger Stärken und Schwächen. Es gibt nicht die eierlegende Wollmilchsau, den perfekten Mitarbeiter. Und du bist es auch nicht. Es geht darum, dass man einen Mitarbeiter hat, dessen Stärken genau zur erforderlichen Qualifikation passen, dessen Schwächen man kompensieren kann, bzw. an dessen Schwächen er arbeitet.

      Ein Chef muss aber auch bestimmte Qualifikationen haben, damit die Stimmung dauerhaft gut bleibt im Team. Kann man seine Entscheidungen nachvollziehen? Entscheidet er gerecht? Kann er motivieren? Kann er Konflikte schlichten? Kann er auf Schwächen hinweisen? Ist er kritikfähig, kann er andere korrigieren? Ist er ein Vorbild für die Mitarbeiter? Ist er vertrauenswürdig? Steht er hinter seinen Mitarbeitern?

      Ich glaube auch, dass er jederzeit bereit ist mit dir dasselbe zu tun was er mit deiner Vorgängerin getan hat. Warum auch immer. Ist er etwa ein Narzisst? Das sind überdurchschnittliche viele Menschen in oberen Führungspositionen. Dann solltest du lieber nach einem anderen Job suchen, denn ihm zu widersprechen ist dann das Ende deiner Karriere.

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