Ich bekomme kein Beschäftigungsverbot - und bin nervlich fertig

    • (1) 22.12.16 - 19:24
      Inaktiv

      Hallo zusammen,

      ich hab jetzt schon etwas Angst vor den Antworten. Bis ich schwanger wurde hab ich die Frauen verachtet, die plötzlich ein BV aus dem Ärmel geschüttelt haben. Aber jetzt stecke ich wirklich in der Klemme. Mit der Schwangerschaft kam sehr schnell eine depressive Phase über mich, obwohl die Schwangerschaft geplant war. Normalerweise bin ich sehr karriereorientiert, fast schon ein Workaholic, doch durch Übelkeit, Schwindel und Müdigkeit zog es mir komplett den Boden unter den Füßen weg. Dass ich plötzlich hilflos war und meinen Alltag kaum noch bewältigen konnte, nagte schwer an mir und stürzte mich in eine Depression. Über die Schwangerschaft "freue" ich mich bis heute nicht, trotz SSW23.

      Da ich auf der Arbeit die einzige Frau in einem Team aus - muss ich leider wirklich so sagen - pubertierenden Jungs bin, bekam ich gleich zu Beginn der Schwangerschaft nur blöde Sprüche im Büro. Obwohl alle wussten, dass mir unendlich schlecht ist, kamen sie mit stark duftendem Essen ins Großraumbüro, unten kocht den ganzen Tag die Kantine und die Fenster wurden extra aufgerissen, wenn ich dann in den Mülleimer gewürgt oder mich sogar rein übergeben habe hieß es nur "wäääh" oder "Muss das jetzt sein? Geh doch raus". Wurde mir in Meetings schlecht und ich musste deshalb raus gehen bekam ich danach zu hören, jetzt müsse man mir das ganze Meeting noch mal zusammenfassen und ob ich nicht langsam mal zusammenreißen kann. Nennen kann man es wie man will, ob nun Mobbing oder einfach nur dummes Platzhirschgehabe, es hat mir jedenfalls richtig schwer zugesetzt. Oft hab ich mich zum Weinen aufs Klo verzogen. Meine Arbeit ist zwar nur am Schreibtisch, doch mein Alltag besteht fast nur aus englischen Mails und Meetings, wichtigen internationalen Marketingentscheidungen und sehr kopflastiger Arbeit. Sitzen konnte ich schnell nicht mehr richtig weil mir mein ISG bereits seit ca. SSW8 weh tut/entzündet ist. Kam ich von der Arbeit heim, fiel ich direkt auf die Couch und bin eingeschlafen. Mein Mann hat mich irgendwann geweckt und wir sind ins Bett. Ich hab nur noch gelebt um zu arbeiten. Haushalt, Partnerschaft, Haustiere, Freunde, alles ist mir entglitten. Dazu die permanente Übelkeit. Für mich alles keine Gründe zur Freude, ich hab die Schwangeschaft wirklich zu hassen gelernt. Wie sich mein Körper (für mich unästhetisch) verändert, wie er mich regelrecht im Stich lässt.

      Ich befinde mich in therapeutischer Behandlung wegen der Depression. Abtreibungsgedanken oder so hab ich keineswegs, ich freue mich schon irgendwie auf das Kind, kann es aber einfach nicht zeigen weil meine körperlichen Gebrechen überwiegen.

      Nun bin ich bei mehreren Leuten in Behandlung/Gesprächskontakt: Psychiater, Psychologe, Frauenarzt, Hausarzt, Orthopäde, Hebamme, Sozialdienst der Krankenkasse. Der Psychiater schreibt mich aktuell krank, damit ich mich erholen und Freude an der Schwangerschaft empfinden kann. Meine Tage sind mal gut, mal schlecht. Manchmal wird mir immer noch übel, wenn es mir psychisch nicht gut geht habe ich auch schnell Bauchschmerzen. Ich versuche Freunde zu treffen und raus zu gehen um nicht zu Hause zu vereinsamen. Mein Eisenwert ist viel zu niedrig, dagegen gehe ich gerade mit Tabletten an aber ich komme trotzdem sehr schwer aus dem Bett und schlafe auch sehr viel. Immerhin hab ich meinen Alltag langsam im Griff und verspüre leichte Besserung, habe zumindest eine Perspektive.

      Psychologe und Sozialdienst sind der Ansicht, dass ein es für mich das beste wäre, langfristig daheim zu bleiben. Lange hab ich mich vehement gegen ein Berufsverbot gewehrt (ich bin schwanger und nicht krank, ich muss als einzige Frau in meinem Team meinen Mann stehen, ich will keine typische Schwangere sein und gleich den Schein schmeißen, Angst vor finanziellen Nachteilen,...), doch immer nur häppchenweise krankgeschrieben zu werden bereitet mir langsam Unbehagen, zumal ich nun auch ins Krankengeld gerutscht bin und uns die finanziellen Einbußen schon stark einschränken. Es gibt noch so viel für das Kind zu kaufen, das Haus muss abbezahlt werden, wir wollten einen kleinen Puffer ansparen und nun auch das Elterngeld gemindert zu bekommen ist für mich ein weiterer Rückschlag, der lauter negative Gedanken aufkommen lässt, ja sogar Panik. Von der Arbeit rufen sie auch regelmäßig an und fragen wann ich endlich wieder komme. Das setzt mich alles sehr unter Druck und als ich nun ins Krankengeld gerutscht bin hab ich nur noch geweint, habe auch den ganzen Tag schon Bauchschmerzen.

      Ein anderer Hausarzt und Psychologe haben mir auch bestätigt, dass ein BV das beste wäre, aber beide können mir keins ausstellen. Mein Hausarzt verweist auf den Facharzt (also Frauenarzt), der sieht wiederum keine medizinische Notwendigkeit und verweist auf den Psychiater. Der schreibt mich lediglich krank. Psychiater und Psychologe sagen, das ginge schon mit dem Krankengeld, wenn ich einfach den Gürtel etwas enger schnalle.

      Ich weiß langsam nicht mehr, was ich tun soll. Mir geht es körperlich und psychisch elend und bekomme langsam auch Existenzängste. Natürlich kann ich den Gürtel enger schnallen, aber ich möchte und muss mich darauf konzentrieren psychisch wieder stabil zu werden. Das kann ich nicht, wenn mich so viele akute Dinge gleichzeitig beschäftigen. Ich bin sogar schon wieder kurz davor zu sagen, dass ich arbeiten gehe, egal wie schlecht es mir dort wieder ergeht, Hauptsache wir sind finanziell abgesichert. Aber das will mein Mann nicht, weil er sich große Sorgen um mich und das Kind macht, was ich auch nachvollziehen kann.

      Puh, das wurde jetzt doch viel länger als beabsichtigt. Habt ihr vielleicht ein einen Tipp oder ein paar aufmunternde Worte für mich? Ich fühle mich einfach nur kraftlos, frustriert und ausgelaugt.

      • (2) 22.12.16 - 19:36

        Mir ging es ähnlich, aber ich war damals noch nicht schwanger, aber ich denke die Situation ist ähnlich.

        Ich finde es beeindruckend, dass du dir helfen lässt! Nicht jeder geht zum Psychologen oä. Ich kann dir nur sagen, dass es mir unheimlich viel bei meiner Depression geholfen hat! Nach weiter so...

        Ich kenne auch den Stress, wenn man immer wieder nur für 2 Wochen krankgeschrieben wird. Schon bevor der Krankenstand aufhört hat man Angst vor dem ersten Arbeitstag. Und ja du hast Recht: mir half es erst, als ich dann bis zu den Ferien (bin Lehrerin) krankgeschrieben wurde. Ich würde hier nochmal mit dem Psychiater sprechen - schließlich ist deine Arbeitsunfähigkeit eher psychisch als von der SS.

        Ich weiß, man mag nicht daran glauben, aber es wird besser!!! Definitiv! Das kann ich versprechen!

        • (3) 22.12.16 - 20:01

          Danke :) Ich war schon immer sehr strukturiert und hab schnell eingesehen, dass ich Hilfe brauche. Das "ei, ei" von Freunden und Familie war einfach nicht genug, es wurde immer schlimmer und irgendwann war ich an einem Punkt an dem ich wusste, ich komme da alleine nicht mehr raus.

          Eben, ich kann mich gar nicht richtig erholen weil ich weiß, dass in ein paar Tagen die Krankmeldung vielleicht endet - oder eben nicht. Die Anrufe aus dem Büro machen es dann auch nicht besser :(

          Danke für deine lieben Worte :)

      (4) 22.12.16 - 19:43

      Das ist natürlich wirklich nicht schön was du da durchmachen musst. Aber leider denke ich, dass es mit einem BV schwierig werden könnte. Dieses bekommt man eigentlich nur, wenn man eigentlich arbeitsfähig wäre und das bist du ja nicht. Eine AU hat meines Wissens nach immer Vorrang.

      Ich bin mir jetzt auch gar nicht sicher, ob dein Zustand momentan wirklich Schwangerschaftsbedingt ist oder eher nicht. Wäre ersteres der Fall dürftest du meines Wissens nach beim Elterngeld keine Einbußen haben. Wäre zweites der Fall denke ich, würde das auch ein BV wieder ausschließen.

      Auch wenn das finanziell jetzt nicht so toll ist, so denke ich, dass es das Wichtigste ist, dass du erstmal zur Ruhe kommst, damit du auch anfangen kannst deine Schwangerschaft zu genießen.

      Ich wünsche dir viel Glück und alles Gute.

    • Oh Mann. Tut mir wirklich leid für dich. Ich habe erst meinen Frauenarzt gewechselt und dann ein BV bekommen.

      Davor war aber auch eines los bei mir. Blutung, Wehen, Krankenhaus, Bandscheibenvorfall, GBMH-Verkürzung, Trichterbildung, SS-Diabetes Krankenhaus usw. Hab allerdings auch schon 5 Fehlgeburten hinter.

      Dieser Stress kann nicht gut für dein Baby sein. Es ist einfach blöd das immer erst was passieren muss, bevor was passiert. Deswegen hab ich gewechselt.

      tomatensuppe mit 5 #stern im #herzlich und Prinzessin inside #verliebt #herzlich

      Hey,
      Das klingt sehr heftig, das du dir schon jemand zum reden gesucht hast, ist super und ich hoffe dir geht es sehr bald besser!
      Ich war auch immer eine die, natürlich, bis zum Schluss voll arbeiten wollte.
      Das funktioniert aber leider auch nicht, jedoch kam ein Berufsverbot nicht in frage, ich brauche auch eine Aufgabe und schwanger ist nicht krank.
      Jedenfalls, habe ich mir ein individuelles Beschäftigungsverbot geben lassen, d.h. ich darf jetzt nur noch 5h/Tag arbeiten, das ist variabel. Vielleicht sprichst du da mal mit deinem Frauenarzt darüber, ob er dir das ausstellt.

      Damit kannst du deinen "Mann" stehen und kommst trotzdem raus, vielleicht hilft es dir mit der Situation auch besser umzugehen, da du die Arbeit als Aufgabe nicht verlierst, komplett.

      • (7) 22.12.16 - 19:59

        Eben, schwanger ist nicht krank. Doch mittlerweile fühle ich mich krank und muss mir langsam eingestehen, dass ich es bin, zumindest mental. Und der Stress dort macht mich durch die fehlende Kraft krank. Das habe ich jetzt durch viele Gespräche und lange Diskussionen eingesehen.

        Das mit dem individuellen Beschäftigungsverbot hab ich versucht, das FA hat mich hierbei ans Regierungspräsidium verwiesen. Die haben wiederum gesagt, mein Chef müsste meinen Arbeitsplatz dementsprechend einrichten und er müsste es mir ausstellen. Da passiert aber nichts weil das Unternehmen auf seine eigene Weise tickt und es mich lieber durch die Gegend schickt statt selbst zu handeln :(

    (8) 22.12.16 - 20:01

    Hallo,

    Das tut mir sehr leid, dass es dir so geht. Deine Situation ist echt nicht leicht.

    Aufmunternde Worte habe ich leider keine.

    Das mit dem BV ist manchmal echt schwer.

    Ich hatte in meiner letzten Schwangerschaft ab der 18.ssw starke Blutungen. Mein Frauenarzt hat mich nur krank geschrieben, weil mein Beruf nicht gefährdend für das Kind ist.

    Also bin ich auch ins Krankengeld gerutscht und in der 29. Woche wurde unser Sohn geholt.

    Ich hoffe du kannst es irgendwie noch durchsetzen mit dem BV.

    Liebe Grüße und frohes Fest

    Oh mein Gott, dass tut mir alles sehr leid für dich. So soll eine Schwangerschaft ja nun wirklich nicht sein. Klar, bei Übelkeit und weiteren Beschwerden hast du wenig Wahl, aber dass es dir so mies geht wegen der Arbeit und alle sich quer stellen wegen einem BV ist mir unerklärlich. Ich habe in meiner ersten Schwangerschaft 2014 spontan den Frauenarzt gewechselt, weil meine erste Ärztin meine Probleme nicht ernst nahm. Und die waren lächerlich gegen deine...so im Vergleich. Also ich hatte keine Depressionen oder so.

    Daher mein Rat, wechsel den Frauenarzt und such dir einen, der sich nicht so anstellt! Wenn die wollen, finden die auch eine passende Begründung! Ich wurde letztendlich wegen übermäßigem Stress ins BV geschickt. Das reichte schon.

    Ich wünsche dir alles Gute und das du einen anderen Arzt findest.

    LG

    (10) 22.12.16 - 20:15

    Ich kann Dir nur raten, wechsel den Frauenarzt!
    Der Frauenarzt kann Dir auch bei Mobbing ein BV ausstellen und ich empfinde das aus Deiner Beschreibung auch rechtens.
    Dieser psychische Stress kann noch schlimmer werden und dann kommen evtl. Panikattacken.
    Ich hatte welche mit Ohnmacht und mit Baby im Bauch ist das echt gefährlich irgendwo aus dem Stehen drauf zu knallen.

    Manche Frauen bekommen ein BV, weil ihnen ein Furz quer sitz und bei wirklich psychischen Erkrankungen, die sich symptomatisch auf den Körper in Form von Schmerzen etc. auswirken, wird man nur vertröstet!
    Und schwanger ist man oft nur 1-2 x im ganzen Leben.
    Also versuche noch mal, bei einem anderen FA Dein Leiden zu schildern.

    Alles Gute!

    (11) 22.12.16 - 20:19

    Hallo,

    Ich bekomme/ bekam im Büro auch kein BV!
    Ich musste mich auch krank schreiben lassen und auf einen Teil meines Geldes verzichten!

    In Elternzeit bekommst du ja auch weniger.

    Kannst du nicht mit einem BV deine Stunden reduzieren? Das habe ich gemacht und bekomme volles Geld. Ich gehe nur noch 5 Stunden und habe noch ein Kleinkind zu Hause....

    Lg

    (12) 22.12.16 - 20:30

    Hey!

    Ich habe das große Glück, dass mein Arbeitgeber ein BV ausgesprochen hat, als ich ihm von der Schwangerschaft erzählt habe. Ich hatte mir vorher große Sorgen gemacht, wegen Verdienstausfall. Aber da mein AG sagt, dass er keinen Arbeitsplatz für Schwangere bieten kann, muss er dafür Sorgen, dass ich keinen Verdienstausfall habe. Also bekomme ich den vollen Durchschnittslohn der letzten 3 Monate, bis der Mutterschutz greift.

    Ich weiß nicht wie groß das Unternehmen ist, in dem du arbeitest, und ob dein AG auch BVs ausstellen würde. Aber deine Tätigkeit ist nicht gerade unstressig. Gerade wenn man für vieles verantwortlich ist. Sprich doch mal mit deinem AG über deine aktuelle Situation. Vielleicht findet sich ein Weg der beiden Seiten gefällt. Schließlich hat er so auch nicht mehr von dir. Du bist mehr krank als anwesend und er zahlt trotzdem. So gesehen kann er mittlerweile ein BV aussprechen bis der Mutterschutz greift. Denn das läuft ungefähr aufs selbe hinaus. Ich glaube nicht, dass deine aktuelle Lage sich noch verbessert bis zum Mutterschutz, wenn du weiterhin so unter Strom stehst.

    Eventuell hilft auch ein Frauenarzt Wechsel, denn ich verstehe nicht warum deiner sich weigert. Er kennt den Hintergrund und empfindet es trotzdem als unnötig?! Wie viele Diagnosen von anderen Ärzten braucht er denn noch??? Außerdem nimmt er noch ein Frühgeburtsrisiko in Kauf, weil du so belastet bist!

    Mit Depressionen ist nicht zu Spaßen. An meinem Arbeitsplatz gibt es Kollegen, die Burn-Out haben und ich finde es jedes mal ganz toll (!!!), wenn sich andere über diese das Maul zerreißen. Von arbeitsfaul bis Arbeitsplatzvernichter ist alles dabei...Oder die dummen Sprüche bei Panikattacken! Sowas geht gar nicht und das ist Mobbing! Bei dir scheinen diese Frühreifen Teenager nichts anderes zu tun. Besprich auch das bitte mit deinem Vorgesetzten! Die müssen in die Schranken gewiesen werden und wenn das nicht hilft sollte sich dein AG nach neuem Personal umschauen.

    Mein AG hat früher auch kein BV für nötig gehalten und es wurde versucht Arbeitsplätze für Schwangere zur Verfügung zu stellen. (Hat auch gut funktioniert.) Doch nachdem eine der Schwangeren eine Fehlgeburt erlitt, wollte er das nicht mehr mit machen und auch einen Imageschaden vermeiden. Deshalb ist man nun "verpflichtet" ihm sofort Bescheid zu geben. (Das bleibt aber trotzdem jedem selbst überlassen, wann man es bekannt gibt. ;-))

    Ich war auch nicht besonders angetan von einem BV, da ich nicht gerne zuhause rumsitze...mir wird das irgendwann einfach zu langweilig. :-) Aber mittlerweile bin ich seit der 6ssw zu Hause und ich habe genug gefunden, womit ich die Zeit totschlagen kann. Ich wollte keine Fehlgeburt riskieren, deshalb hab ich die AG Regelung auch dankend in Anspruch genommen. ;-)Vor allem die Übelkeitszeit konnte ich so gut bewältigen. Nun wird alles für den Krümel vorbereitet und der Papierkram liegt seit Monaten absendebereit auf einem Stapel. :-) Da bin ich auch froh drüber, weil nun scheinbar die beschwerliche Zeit beginnt - zuviel Bauch, lange Nächte wegen schmerzenden Knochen, Sodbrennen...aber alles für den Krümel! :-)

    Ich hoffe, du findest eine gute Lösung und ich drücke dir die Daumen, dass du auch noch die schönen Seiten einer Schwangerschaft kennen lernen darfst!

    Liebe Grüße und fühl dich gedrückt!

    Maerzmama17 + Krümel 29ssw

    Hallo!

    Mir ging es ähnlich wie dir, allerdings nicht schwanger.
    Ich war dann 10 Monate im Krankenstand, auch mit Krankengeld, allerdings war das nicht viel weniger als mein Gehalt, warum auch immer? Ich bin aus Österreich, vielleicht hat es damit zu tun.
    Mein Mann war am Anfang des Krankenstands selbst arbeitslos, hat dann gearbeitet, war dann aber nach ein paar Monaten wieder arbeitslos zu Hause. Also Finanziell ein auf- und ab, wenn man so sagen kann.

    Irgendwann wurde ich während des Krankenstands dann gekündigt und ich habe meinen Krankenstand beendet und mich auch arbeitslos gemeldet, da mein Krankengeld bald ausgelaufen wäre, dann hätte ich gar kein Geld mehr bekommen.

    Wir sind jetzt also beide arbeitslos und ich mittlerweile schwanger.
    Natürlich hat man am Anfang erstmal Angst davor, mit weniger Geld zu leben. Aber ich kann dir sagen, das ist es wert, für die Gesundheit und seinen (Gefühls)Zustand.
    Wir sind in der Zeit sogar umgezogen, haben die Wohnung renoviert, uns neue Möbel angeschafft, einen Kaminofen gekauft, Babysachen gekauft, .... alles eben, natürlich auch durch Erspartes aber auch durch unser Einkommen.

    Und ja, natürlich muss man bei manchen Sachen zurückstecken oder man kann sie sich nicht sofort kaufen - aber ich weiß wenigstens wofür. Dafür, dass ich nicht Abends schon Angst habe, schlafen zu gehen weil ich am nächsten Tag wieder in die Arbeit muss.
    Dafür, dass ich nicht auf der Arbeit sitze und Frustesse oder Abends nach Hause komme und erstmal schlafen gehe, weil ich so erledigt bin.

    Achja, ich hab übrigens auch eine Psychotherapie gemacht, 6 Monate ca, 1mal in der Woche, das hat sehr geholfen, wieder aus meinem Loch rauszufinden.
    Ich hab übrigens (zumindest bis jetzt) eine unkomplizierte Schwangerschaft, hatte auch keine Probleme mit Übelkeit usw., ich glaube, dass das mitunter daran liegt, dass ich mich voll auf mich konzentrieren kann. Wenn ich müde bin, geh ich einfach mittags schlafen, ich hab keinen Stress, ich kann zu Hause essen was und wann ich will, also wie es mein Körper eben verlangt, ich kann ausschlafen, lange Spaziergänge machen, usw. das wäre in meiner Arbeit alles nicht möglich gewesen.

    Deshalb kann ich insgesamt sagen, dass auch, wenn es finanziell evtl. Einsparungen bedeutet (achja, wir haben sehr viel Kleidung gebraucht gekauft, den Laufstall auch, usw. aber das hätte ich sowieso gemacht), es sich für mich auf jeden Fall ausgezahlt hat, Abstand von der Arbeit und dem negativen Umfeld zu nehmen.

    LG und alles Gute! #winke

    (14) 22.12.16 - 20:52

    Noch ein wichtiger Hinweis zu dem Satz " nun auch das Elterngeld gemindert zu bekommen ist für mich ein weiterer Rückschlag, der lauter negative Gedanken aufkommen lässt, ja sogar Panik":

    Du hast zwar Einbussen durch dass Krankengeld aber da die Beschwerden schwangerschaftsbedingt sein dürften gibt es dadurch keine Einbussen beim Elterngeld da die Monate mit Krankengeld aufgrund einer schwangerschaftsbedingten Erkrankung nicht zur Elterngeldberechnung herangezogen werden sondern mit Monaten vor der Schwangerschaft ersetzt werden (der Bemessungszeitraum verschiebt sich entsprechend um die Monate) siehe http://www.gesetze-im-internet.de/beeg/__2b.html Absatz (1) Punkt 3.

    Sprich mit deinen Ärzten dass die Erkrankung korrekt als schwangeschaftsbedingt protokolliert wird (ohne die Schwangerschaft hättest du die Probleme/Beschwerden ja nicht, eventuell ist ja es ja auch durch die Hormonumstellung beeinflusst).

    Damit hast du dann auch keine Einbussen beim Elterngeld wenn dein Einkommen die entsprechenden Monate vor der Schwangerschaft ungefähr gleich hoch war.

    (15) 22.12.16 - 20:53

    Das ist jetzt zwar nicht das was du hören möchtest, aber ich sag es trotzdem: dein gesundheitlicher Zustand ist viel eher Arbeitsunfähigkeit als eine Indikation für ein Beschäftigungsverbot. Schau einfach auf deinen Zustand und schau dass du dich stabilisierst. Wenn du nicht schwanger wärst und einen Burnout hättest, wäre es finanziell ja dassselbe. Laß dich krankschreiben - wenn die Ärzte das schon anbieten - und bleib zu Hause.

    Hallo Liebes,

    Fühle dich erstmal gedrückt. Ich befinde mich in einer ähnlichen Situation wie du. Bin zur Zeit krankgeschrieben wegen schwerer depressiver Episode. Die Psychologin führt es auf den Stress auf der Arbeit zurück. Mir geht es auch jeden Tag besser wo ich zuhause bin. Meine Frauenärztin will mir auch kein BV ausstellen da keine körperlichen Gebrechen vorliegen.

    Allerdings werde ich wohl das Beschäftigungsverbot von der Psychologin bekommen sie hat sich informiert und darf das Ausstellen sofern die Schwangerschaft durch ihre Diagnose gefährdet ist. Von Frühwehen bis Fehlgeburt durch Stress ist da alles möglich. Informiere dich am besten nochmal genau ob das bei dir nicht auch möglich ist.

    Und ansonsten wechsel halt den Frauenarzt vielleicht hat ein anderer eine bessere Einstellung zum BV.

    Alles Gute und LG Steffi

    • Allerdings werde ich wohl das Beschäftigungsverbot von der Psychologin bekommen ....

      Nein, das geht nicht. Beschäftigungsverbote können nur durch approbierte Ärzte ausgestellt werden. Das wäre dann höchstens durch einen Psychiater, aber nicht durch einen Psychologen möglich.

      Dann hat die Psychologin leider keine Ahnung. Sie ist keine Ärztin, auch wenn das extrem oft verwechselt wird. Sie darf kein BV ausstellen - das darf nur ein Arzt. Der entsprechende Facharzt hierfür wäre der Psychiater.

      • Vielleicht habe ich es auch einfach verwechselt war das erste Mal dort. Die Oberärztin war jedenfalls bei dem Gespräch mit anwesend und hat gesagt dass es geht. Also wird das wohl seine Richtigkeit haben

        • Ist doch ganz einfach: in MuSchG, § 3, Abs. (1) steht "nach ärztlichem Zeugnis...." Ein Psychologe ist kein Arzt und kann kein ärztliches Zeugnis ausstellen. Es ist klar definiert wer ein Arzt ist und wer nicht.

          Andere Personenkreise als Ärzte sind nicht berechtigt, ärztliche Zeugnisse auszustellen. Und ein ärztliches Zeugnis wird für ein individuelles BV benötigt.

          Wenn die Psychologin das nun ausstellt, und die Krankenkasse später den Erstattungsantrag für die Lohnfortzahlung erhält, dann kann sie dankend ablehnen. Dann gibt es keine Lohnfortzahlung. Letztlich erlischt auch für die Schwangere der Anspruch auf Lohnfortzahlung, wenn sie kein geeignetes Attest vorlegt. Dann gibts eben eine Freistellung ohne Lohnfortzahlung - auch gut.

          • Ich drücke mich anscheinend falsch aus.

            Ich war in der Klinik. Die Frau die mich behandelt hat trägt definitiv einen Doktortitel.

            Und wenn die OberÄRZTIN sagt, dass das so machbar ist wird das wohl so sein.

            Gehe mal davon aus, dass sie weiß wovon sie spricht wenn sie eine ganze Station leitet.

            • Ein Doktortitel in Psychologie oder in Mathematik oder in Astronomie macht keinen Arzt!

              Auch wenn der Arzt früher einfach "Doktor" genannt wurde. Das ist nur umgangssprachlich so.

              Das BV muss ein ARZT ausstellen, worunter die Psychologen nicht fallen.

              Hab ich mich deutlich genug ausgedrückt?

              • (23) 23.12.16 - 21:40

                Um jetzt ganz sicher zu gehen, dass du es verstanden hast:

                Dr. med. = das ist ein ARZT, jemand der befähigt ist ein Gesundheitszeugnis nach § 3 (1) MuSchG auszustellen, dass du für den Anspruch auf Lohnfortzahlung brauchst.

                OK??

                • (24) 24.12.16 - 00:30

                  "Dr. med. = das ist ein ARZT, jemand der befähigt ist ein Gesundheitszeugnis nach § 3 (1) MuSchG auszustellen, dass du für den Anspruch auf Lohnfortzahlung brauchst."

                  Hm, inzwischen braucht man aber als Arzt nicht unbedingt einen Dr. Auch Dipl. med. dürfen das ausstellen ;)

                  • (25) 24.12.16 - 09:33

                    Klar, es geht auch ohne Dr.-Titel. Aber wenn schon Dr.-Titel, dann muss es unbedingt ein Dr. der Medizin sein, ein Dr. med. - das wollte ich damit sagen. Ein Dr. psych ist KEIN Arzt und kann KEIN Beschäftigungsverbot aussprechen.

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