Ich bin Eigentümer mein Mann zahlt Kreditraten

    • (1) 08.02.17 - 20:07

      Bevor ich geheiratet habe, haben meine Eltern mir einiges an Geld gegeben und ich habe damit eine Eigentumswohnung finanziert. Mein Mann, damals noch Freund ist damals mit eingezogen und hat mir einen Teil der Tilgung jeden Monat bezahlt. Wir haben das damals alles geteilt auch die Sondertilgung in Höhe von einigen Tausend Euro jedes Jahr. Dann wurde geheiratet, das Kind kam und ich bin seit 2 Jahren zu Hause. Das heißt er hat den Kredit die letzten Jahre alleine gestemmt, hat mir jeden Monat die Raten gezahlt. Durch Steuererstattungen und auch zusätzliche Zahlungen von ihm konnte ich auch weiterhin alle Sondertilgungen leisten und zum Glück ist der Kredit fast völlig getilgt. Meine Frage ist nur wie es im Trennungsfall wohl aussehen würde. Ich bin ja alleine Eigentümer aber kann er Ansprüche stellen oder das Geld zurück fordern?

          • Nein.
            Der Wert der Immobilie von vor der Ehe gehört allein dir. Das ist aufgrund der Schulden nun nicht allzu viel. Der restliche Wert wird halbiert. Du musst ihm also nur die Hälfte erstatten.

            Da du Eigentümer der Immobilie bist, gehört dir die Immobilie allein und du musst deinen Mann im Falle der Scheidung auszahlen.

      Bissel naiv ist der Mann aber schon?

      Warum ist er nach der Hochzeit nicht Miteigentümer der Immobilie geworden?

    • Warum? Durch den Zugewinnausgleich erhält er im Trennungsfall einen Teil zurück... Statt Miete und Unterhalt hat er halt in die Abzahlung der Schulden investiert ... Um Miteigentümer zu werden wären auch zusätzliche Kosten entstanden... Zusätzlich müsste man wissen wie hoch denn die Restschuld im Vergleich zum Wert überhaupt ist die der Mann noch finanziert hat...

      • Die Hälfte der Wohnung habe ich bereits beim Kauf mit Startkapital meiner Eltern beglichen. Prozentual würde ich sagen zu Beginn der war es dann vielleicht noch 1/6 vom Kaufpreis zu tilgen. Wir reden da von an die 10.000 Euro

        • Na dann passt dass doch da wäre ja sein Mietanteil wenn ihr eine Wohnung gemietet hättet in 2-3 Jahren fast höher ;-) Das er während deiner Elternzeit (die man ja gemeinsam plant) sich finanziell mehr einbringt ist ja meiner Meinung nach recht normal und passt zu den üblichen Lebensmodellen ...

Die Eigentumswohnung gehört dir, und das Geld (inklusive die abgezahlten Raten) was ihr in der Ehe angespart habt gehört euch je zur Hälfte.

Das heißt, du müsstest ihn im Falle einer Scheidung ausbezahlen.

Möglich kann auch sein, dass dein Mann die Raten, die er vor der Ehe gezahlt hat, komplett zurückbekommen kann, wenn er nachweisen kann, dass es von seinem Konto gezahlt wurde und es glaubhaft machen kann, dass es keine Schenkung war. Aber dazu musst du einen Anwalt befragen.

Ich persönlich würde keinen Anwalt befragen, sondern würde fairerweise meinem Mann das Geld, was er vor der Ehe bezahlt hat, ebenfalls hälftig zurückgeben, wie in der Ehe. Andernfalls würde ich mich echt mies fühlen.

VG S.

  • >>würde fairerweise meinem Mann das Geld, was er vor der Ehe bezahlt hat, ebenfalls hälftig zurückgeben, wie in der Ehe. Andernfalls würde ich mich echt mies fühlen. <<

    "Scheidung" und "fair" sind wohl Begrifflichkeiten, die sich einander ausschließen. Die beiden sind wohl (noch) nicht in der Situation, aber wenn es mal so weit ist, wird jeder mit gewetzten Messer darum kämpfen zu kriegen, was er bekommen kann. Von daher ist die Frage schon berechtigt.

    • ***"Scheidung" und "fair" sind wohl Begrifflichkeiten, die sich einander ausschließen***

      Das klingt traurig. Und das sehe ich nicht so, ist natürlich ein wenig vom Trennungsgrund abhängig.

      Meiner Meinung nach gehört eine gewisse Fürsorgepflicht auch nach der Trennung dazu. So habe ich es bei meinen Eltern sehr vorbildlich erlebt und auch bei meinen eigenen Trennungen ohne Heirat. Auch wenn Betrug o.ä. im Spiel war.

      Jedem anderen Menschen zahle ich doch auch zurück wenn er für mich große Summen übernimmt, warum sollte ich einen Ex-Partner schlechter behandeln als jeden anderen Menschen? Kommt natürlich drauf an, wie viel Geld derjenige hat. Ist er "reich", dann würde auch ich es vermutlich auch als Schenkung ansehen.

      Allerdings ist mir bewusst, dass das nicht für alle Menschen gilt. Und obwohl ich meinen Partnern diesbezüglich immer erfolgreich vertrauen konnte, bin ich dazu übergegangen solche Dinge schon im Vorfeld zu regeln. Denn meiner Erfahrung nach sind es dann die neuen Partner, die wenig Verständin für Fairness haben. Deswegen gibt es bei uns zB einen Ehevertrag und eine Erbverzichtserklärung, damit meine Kinder (u.a. aus voriger Beziehung) alles erben.

      Klar, ich erlebe häufig, dass Menschen nach einer Trennung rachsüchtig sind. Halte ich, bis auf kleine nette Racheaktionen, für keinen guten Charakterzug. Für mich persönlich käme es halt nicht in Frage, unfair zu meinem Ex-Partner zu sein.

      VG S.

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