Nervige Kollegin

    • (1) 25.02.17 - 09:06

      Hallo zusammen,
      Kennt ihr solche extrem nervigen Kollegen, die sich auf der Arbeit ständig in den Vordergrund drängen müssen? Ich arbeite mit so einer zusammen und meistens kann ich ganz gut damit umgehen. Aber manchmal platzt mir echt der Kragen.

      Dabei ist sie nicht unbedingt besser als ich. Sie ist 30 Jahre älter und arbeitet schon 15 Jahre bei uns. Klar hat sie dann mehr Erfahrung als ich Küken, aber dafür, dass ich erst seit zwei Jahren ausgelernt bin, habe ich schon was drauf. Außerdem habe ich vor noch ein Studium dranzuhängen.

      Ich habe es aber nicht nötig, mich so in den Vordergrund zu stellen. Ich weiß, was ich drauf habe und denke mir bald bin ich eh weg und eigentlich könnte mir das egal sein. Meine Kollegin braucht aber ständig Bestätigung.

      Normalerweise klappt die Zusammenarbeit sehr gut. Der Chef ist zufrieden. Nur manchmal gibt es so Phasen, in denen ich mich echt zusammenreißen muss. Z.b. musste meine Kollegin an einem Tag etwas früher gehen. Am nächsten Tag fragte sie den Chef, ob es noch gut geklappt hätte, nachdem sie mir die gleiche Frage gestellt hatte, welche ich bejahte. Der Chef guckte verwirrt und wollte wissen, wieso sie sowas fragt. Und wir würden ja gut ohne sie zurecht kommen. Habe mich darüber gefreut, dass er sowas sagte. Das war wirklich mal nötig. Was denkt meine Kollegin denn? Das ich nicht ohne sie zurecht komme? Find ich fürchterlich!

      Dann hat sie den ganzen Tag gesagt , man brauche sie ja nicht mehr und sie könne ja nach hause gehen. Also mit Kritik umgehen kann sie nicht wirklich.

      Dann habe ich ein mal einen Fehler gemacht. Es war nicht wirklich ein Fehler, aber sie hat den so ausgelegt. Der Chef sah das allerdings nicht so. Aber ich musste mir von ihr ständig anhören, dass wenn man es so und so gemacht hätte, es viel besser gewesen wäre. Sie hätte es ja so gemacht und das wäre dann perfekt gewesen. Oh Gott. Wieso ist sie dann nicht Chefin geworden ?

      Manchmal platzt sie auch einfach in meine Aufgabe und mischt mit und will alles entscheiden und drängt mich in den Hintergrund.

      Ich weiß manchmal echt nicht wie ich damit umgehen soll. Soll ich mich auch so ins Rampenlicht stellen? Aber das ist nicht meine Art. Ich hab es einfach nicht nötig. Und ich glaub nicht, dass es so gut beim Chef ankommt oder? Sie ist zwar eine absolut verlässliche Mitarbeiterin. Keine Frage. Aber sie übertreibt es manchmal echt.

      Naja würde mich freuen, wenn ihr mal von euren Erfahrungen mit solchen Kollegen berichtet und mir vielleicht Tipps für den Umgang mit solchen geben könntet.

      • nervige leute gibt es ueberall und da muss man manchmal drueber stehen. ABER ich wuerde es mir verbieten, wenn jemand in meine arbeit platzt und da reinredet ohne zu fragen. sowas geht gar nicht. da wuerde ich mal die notbremse ziehen und den mund auf machen. ansonsten sollen sich die leute doch in den vordergrund stellen. manche leute brauchen sowas. und glaube mir, chefs sehen so einiges, auch wenn die mitarbeiter es nicht mitbekommen.......

        • Einerseits gibt es immer im Arbeitsleben Kollegen mit denen man toll harmoniert und andere die einen scheinbar "nerven". Aber ob jemand "nervt" ist auch z.T. die Sichtweise dessen der genervt ist. Für seine Gefühle ist nun mal jeder selber verantwortlich.

          Im Berufsleben gibt es bekanntlich zwei Typen von Menschen.

          1. Solche die sich immerzu selber profilieren, die betonen was ihnen gelungen ist, was sie können und ihre Statussymbole vor sich hertragen. Zum Beispiel einen fetten Dienstwagen, einen protzigen Schreibtisch, ein schönes Büro, eine Visitenkarte, auf der die akademischen Titel draufstehen. Das sind auch die, die letztlich Karriere machen, befördert werden und immer mehr Verantwortung bekommen. Das sind die hierarchisch Orientierten. Solche Menschen wissen, wer über ihnen steht und wer unter ihnen steht. Es gibt da eine klare Hierarchie.

          2. Dann gibt es diejenigen die die Kollegen, meist sind es Frauen, die alle auf gleicher Ebene sehen, die Beziehungsorientierten, die nicht mögen wenn einer sich "hervortut" durch besondere Leistungen. Auf Statussymbole legen sie keinen Wert. Sie sind oft fleißig aber niemand nimmt davon Kenntnis. Karriere machen sie idR nicht.

          Beides gibt es nun mal, und man muss akzeptieren, dass die Menschen verschieden sind. Wenn ich zur Gruppe 2 gehöre, muss ich Kollegen aus Gruppe 1 auch akzeptieren ohne sie zu verurteilen. Und umgekehrt.

      Es gibt ja zwei unterschiedliche Aspekte zwischen euch.

      Der eine ist die Einmischung in deinen Arbeitsbereich. Jeder arbeitet auf eine andere Weise und so lange es läuft, hat niemand reinzureden. Das würde ich mir ausdrücklich verbitten.
      DAs hat mit dir zu tun und da solltest du klare Grenzen ziehen.

      Das andere ist ihre Sache, die dich nichts angeht. Sie kann sich in den Vordergrund stellen und dem Chef nach dem Mund reden, ihm schmeicheln oder sonstwas. Da wäre es an ihm, etwas zu sagen, wenn es stört.

      Allerdings ist es meist so, dass extrovertierte Menschen, die ihre Leistungen am besten ins rechte Licht rücken, auch eher beruflich aufsteigen oder mehr Anerkennung ernten. Tue Gutes und sprich darüber! Die kleine ruhige Maus macht ihre Arbeit vielleicht genauso gut oder sogar besser, es merkt nur keiner.

    • Das ist doch ein Thema für ein Mitarbeitergespräch. Macht ihr denn keine Mitarbeitergespräche mit dem Chef, wo man diese Dinge in Ruhe auf den Tisch bringen kann?

      Es sind hier zwei unterschiedliche Sichtweisen. Du arbeitest für dich und du brauchst anscheinend keine Bestätigung von außen. Sie arbeitet extrovertiert und offen, sie nimmt Anteil und fragt. Ich wäre ehrlich gesagt, ganz froh, wenn meine Kollegin mich fragt, wie es gelaufen ist, während sie weg war. Das werte ich als Zeichen von ehrlichem Interesse und Verantwortungsbewußtsein. Und gar nicht als Mißtrauen. Es geht dabei ja nicht um Bewertung, sondern um Interesse.

      Andersherum könnte man einer Kollegin auch verübeln, wenn sie keine Anteilnahme zeigt, sich nicht interessiert etc.

      Ihr habt unterschiedliche Prägungen, unterschiedliche Sichtweisen und ein großes Kommunkationsproblem. Bedenklich finde ich, dass du eine ganze Menge versteckter und offener Vorwürfe gegen eine 30 Jahre ältere Frau hast, die im selben Job 7 mal mehr Erfahrung hat als du. Und du rühmst dich mit einem Studium, das noch in der Zukunft liegt?!! Rühme dich dann, wenn du das Studium gut bewältigt hast. Das dauert noch! Es stünde dir gut an, eine respektvolle, wertschätzende Kommunikation zu pflegen und vielleicht auch einmal ein Konfliktseminar zu besuchen. Dann würdest du lernen, wie du solche Situationen gut bewältigst, ohne dass Spannungen aufgebaut werden.

      • Aber anscheinend nervt es den Chef auch. Sonst hätte er ja nicht so eine Antwort gegeben. Und ja er sieht, dass ich auch gut arbeite. Das hat er auch schon mehrmals gesagt, dass ich gut arbeite.

        Ich kenne meine Kollegin und weiß, dass sie nicht nur aus Interesse gefragt hat, wie es lief. Sie braucht ständig Bestätigung und wollte doch einfach nur hören, dass es ohne sie nicht lief und sie unbedingt gebraucht wird. Deshalb kam doch auch die Antwort vom Chef, um sie etwas auf den Boden zu bringen.Er hat sie auch den ganzen Tag damit geärgert. Sie sei ja da und nun könne nichts mehr passieren.

        Außerdem war sie den ganzen Tag schlecht drauf, weil wir ihr nicht gesagt haben, dass sie unentbehrlich ist.
        Sie hat nach Feierabend immer noch darüber geredet.

        Die anderen Mitarbeiter denken genau das gleiche wie ich über meine Kollegin. Ich war da eigentlich noch relativ tolerant und bin die letzte, die sich über sowas aufregt, aber irgendwann reichts.

        • "Sie braucht ständig Bestätigung und wollte doch einfach nur hören, dass es ohne sie nicht lief und sie unbedingt gebraucht wird."

          Wenn es tatsächlich so wäre, wie du sagst, dann solltest du einen Frontalangriff starten und sie genau damit konfrontieren. Ich würde sie mehr oder weniger direkt drauf ansprechen und ihr eine ehrliche Antwort geben. Ehrlich sagen, wie du das empfindest und dass es euch so sehr nervt. Dann weiß sie wenigstens woran sie ist.

          " Sie sei ja da und nun könne nichts mehr passieren..."

          Wenn so eine Aussage kommmt, kann man fragen, ob sie das im Ernst meint. Und falls ja: jeder Mensch ist doch fehlbar und auch ersetzlich.

          "Außerdem war sie den ganzen Tag schlecht drauf, weil wir ihr nicht gesagt haben, dass sie unentbehrlich ist."

          Das ist eine Unterstellung. Kannst du in ihr Inneres reinsehen?

          "Sie hat nach Feierabend immer noch darüber geredet." Woher weißt du was die Kollegin nach Feierabend redet???? Trefft ihr euch nach Feierabend, oder tratscht ihr über sie?

          • Als wir die Firma verließen, erzählte sie einer Kollegin, dass der Chef gesagt hätte, sie werde nicht gebraucht.

            Und nein ich kann nicht in ihr Inneres sehen aber ehrlich gesagt ist sie wie ein offenes Buch. Nicht besonders schwer zu durchschauen. Sie versucht Sachen auch nicht zu verstecken oder sie will es nicht oder kann es einfach nicht. Vielleicht merkt sie aber auch nicht, wie offensichtlich alles ist.
            Ich will ihr nichts unterstellen, aber solche Vorfälle gibt es fast täglich. Das war jetzt nur ein Beispiel.

            Naja man muss sie wohl nehmen wie sie ist. Ich mag sie ja auch und jeder hat ja Schwächen.

            • Es gibt wirklich auch Leute, die sehr offen sind und mit ihrer direkten Art und großen Offenheit andere überfordern. An der Stelle wo es dich überfordert, musst du das mit ihr kommunizieren.

              Es ist aber sich nicht Böses, wenn jemand offen ist und in sich rein blicken läßt; genausowenig wie wenn jemand verschlossen ist und still seine Arbeit tut. Es sind einfach verschiedene Persönlichkeitsstile. Ich finde es kann sehr bereichernd sein, wenn jemand offen ist. Man weiß woran man ist, was man bei verschlossenen Typen nicht immer sagen kann.

              Der Tick mit der ständigen Bestätigung suchen ist ein Problem von ihr, nicht von dir. Wenn sie das so braucht, hat das seine Gründe (sehr wahrscheinlich in der Kindheit). In erster Linie muss sie selber damit klarkommen. Wenn es belastend für den Chef oder für die Kollegen wird, müsst ihr das mit ihr deutlich kommunizieren. Und zwar am besten BEVOR die Lage eskaliert und sie am Ende von euch zu hören bekommt, dass sie eben überhaupt nicht gut ist für das Betriebsklima, dass ihr gerne auf sie verzichten könnt und die Arbeit ohne sie mindestens genauso gut erledigen könnt.

              Aber was du unbedingt lernen solltest ist: nicht zu vergleichen und den älteren erfahrenen Kollegin(n)en Respekt zu erweisen. Für zwei oder drei Jahre Berufserfahrung so kurz nach der Ausbildung hast du den Mund ganz schön voll genommen. Und das kommt gar nicht gut an. Nirgends!

Top Diskussionen anzeigen