Immer Frühdienst, total übermüdet (lang)

    • (1) 11.05.17 - 11:37

      Ich bin in der 25. SSW und arbeite im Hotel an der Rezeption. Die Frühschicht geht von 6-14 Uhr, die Spätschicht von 14-22 Uhr. Aufgrund des Mutterschutzgesetzes darf ich nicht nach 20 Uhr arbeiten, folglich werde ich seit Bekanntgabe meiner Schwangerschaft ausschließlich im Frühdienst eingesetzt. Dies bedeutet, dass ich fünfmal pro Woche morgens um 4:15, also quasi nachts, aufstehen muss, um um 5 loszufahren und um 5:15 meine Schicht zu beginnen. Ab der dritten Schicht in Folge macht mir das wirklich Probleme. Ich bin jeden Nachmittag total übermüdet und muss mich erstmal hinlegen. Wenn ich tagsüber geschlafen habe, kann ich jedoch abends nicht schlafen, dabei muss ich um 21 Uhr schlafen, um morgens wieder einigermaßen ok aufstehen zu können.
      Ich habe meine Chefin bereits darauf angesprochen, ob es ginge, dass ich mehr Zwischendienste mache, also um 8 oder 10 oder 12 anfange. Sie versteht das auch absolut, aber aufgrund der personellen Situation kann sie es mir nicht versprechen. Wir sind an der Rezeption nur drei Vollzeitkräfte (5 Schichten pro Woche), eine Teilzeitkraft (3 Schichten) und ein minderjähriger Azubi (5 Schichten), der nicht alleine arbeiten kann und darf. Da wir abends viel Barbetrieb haben, der ebenfalls von der Rezeption abgefangen wird, ist das Konzept derzeit so, dass einer im Frühdienst und zwei im Spätdienst sind. Die müssen auch beide bis 22 Uhr da sein, es geht wohl nicht, dass ich 12-20 Uhr da bin. Mo bis Fr ist zusätzlich eine Reservierungsmitarbeiterin von 9:30 bis 18 Uhr dabei. Das heißt, ich arbeite von 6 bis 9:30 Uhr ganz alleine (am Wochenende ganze Schicht alleine), was meiner Meinung nach gesetzlich nicht zulässig ist, da ich den Arbeitsplatz jederzeit verlassen können muss und jemand zum Einspringen da sein muss. Ich verstehe auch nicht, warum ich laut Mutterschutzgesetz um 6 Uhr anfangen darf zu arbeiten, das fällt mir viel viel schwerer als bis 22 Uhr zu arbeiten. Die Arbeit selber ist wirklich easy und kaum belastend. Ich sitze auch meistens. Aber das frühe Aufstehen…

      Seit einigen sehr übermüdeten Tagen fühle ich keine Kindsbewegung mehr, obwohl mein kleiner Junge zuvor immer sehr aktiv war. Im Geburtsvorbereitungskurs hatte ich dann gestern einen kleinen Zusammenbruch und habe geweint, weil ich mir deshalb totale Sorgen gemacht habe. Die Hebamme hat mich dann mit rausgenommen und die Herztöne abgehört, die zum Glück in Ordnung waren. Im Anschluss an den Kurs hat sie ein CTG gemacht, das auch in Ordnung war und das Baby hat sich auch wieder bewegt. Der Grund für die Ruhe kann auch sein, dass es sich gedreht hat und jetzt nur noch gegen meine Vorderwandplazenta tritt.
      Sie hat mir aber auch gesagt, dass ich mich krankschreiben lassen soll und dass die ständigen Frühschichten mich und das Baby zu sehr stressen. Das Baby hat oberste Priorität für mich und nicht die Arbeit. Und dieser Vorfall war wirklich ein Warnsignal für mich.
      Ich weiß, dass sie Recht hat, aber ich war schon immer ein pflichtbewusster Mensch, habe mich immer auch krank zur Arbeit geschleppt und weiß, dass meine Chefin Dienstplan-Probleme kriegt, wenn ich mich krankmelde. Ich bin die dienstälteste Mitarbeiterin und kann und weiß quasi alles an der Rezeption, während die meisten anderen recht neu sind und viele Unsicherheiten haben.

      Aber darauf kann ich keine Rücksicht nehmen. Ich muss tun, was für mich und mein Baby am besten ist und wenn ich keinen Schlaf bekommen, sind wir beide gestresst.
      Meinen kompletten Jahresurlaub habe ich bereits genommen, direkt vor dem Mutterschutz, sodass ich einen Monat eher aufhören kann zu arbeiten. Aber fünf Wochen muss ich noch.
      Wie seht ihr das? Ist oder war jemand in einer ähnlichen Situation? Soll ich die Zähne zusammenbeißen und die fünf Wochen durchziehen oder uns lieber schonen?

      • Ach Mensch, dass ist echt blöd.

        Könntest Du nicht die Reservierungsarbeit ab 09:30 Uhr übernehmen? Das Argument das Du alles kannst, die anderen noch unsicher sind verstehe ich. Dennoch, muss es ja auch laufen wenn im Mutterschutz gehst. Daher wäre es doch jetzt besser für die Kollegen schon zu "üben". Und sie könnten Dich trotzdem immer noch ansprechen und fragen bei Unsicherheiten.

        Bzgl. Krankschreibung, wenn Du das Gefühl hast, Du bist gerade am Rand Deiner Kräfte, dann bespricht das mit Deinem FA. Vielleicht hilft es ja schon, mal ein paar Tage auszuruhen.

        Liebe Grüße!

        • Ja, grundsätzlich hätte ich zumindest Lust die Reservierungsarbeit zu übernehmen (meine Chefin hat mir auch angeboten, diese nach der Elternzeit zu übernehmen), allerdings umfasst diese auch einige Aufgaben, mit denen ich nicht vertraut bin und die ich erst lernen müsste. Und ob das sich noch lohnt für fünf Wochen? Zudem hat die Mitarbeiterin diese Position mit den Arbeitszeiten vertraglich zugesichert und hat sicher keine Lust, Schichten und Wochenendarbeit zu übernehmen. Ich will ja auch kein Beschäftigungsverbot. Weniger Arbeit oder andere Zeiten wären nicht so schlecht. Ich spreche morgen mit der Ärztin.

      Liebe Miamogi,

      hier schreibt dir eine absolute Leidensgenossin :-p
      Ich arbeite also ebenfalls an der Rezeption im Hotel, mache seit 5. Monat nur noch Frühschichten und stehe 4:30 auf um 5:30 auf Arbeit zu sein.
      Glaub mir, ich bin nachmittags nach Dienstende auch richtig im Ar***, aber hinzu kommt, dass ich nach Dienstende direkt meinen 2-Jährigen Sohn von der Kita abhole und bis er im Bett ist NULL zum Luft-holen komme ;-) Natürlich würde ich mich auch am liebsten nachmittags mal hinlegen, gerade weil mein Bauch da auch oft hart wird, aber das ist mit dem kleinen Spatz nun mal nicht drin. Also bitte nicht falsch verstehen, ich verbringe liebend gern die Nachmittage mit meinem Sohn, aber es ist natürlich anstrengender als in der 1. SS #hicks
      Ich denke jedoch, man kann eben nicht alles haben. Das frühe Aufstehen ist sicherlich nicht einfach ( ich bin gerade mal wieder mitten in einer 7er-Woche drin, heißt 7 Tage arbeiten, dann 2 Tage frei ) und ich weiß wovon ich rede. Dafür haben wir aber zeitig Feierabend und noch was vom Tag, selbst wenn du dich am Nachmittag hinlegst.
      Ich denke, die 5 Wochen schaffst du auch noch. Ich bin derzeit in der 32. SSW und packe das auch noch, mein letzter AT wird der 25. Mai sein #ole

      Alles Gute dir, schniepmaus mot Finn (2) an der Hand & Bauchsohn 32. SSW

      • Da geht es dir ja echt fast genau so, plus noch ein Kind, das deine Aufmerksamkeit braucht. Aber sieben Tage am Stück sind auch echt krass. Habt ihr keine 40-Stunden-Woche? Überstunden mache ich zum Glück auch keine.

        • Doch wir haben 40 h Woche, aber ab und zu ziehen wir 7 Dienste am Stück durch und haben dafür dann mal 3 oder 4 Tage zusammenhängend frei.
          Ich wollte mal noch auf das "alleine arbeiten" eingehen. Ich arbeite am Wochenende auch komplett alleine in der Schicht, da ist überhaupt niemand da, der mich ablösen könnte, würde es mir mal schlecht gehen. Mir ist bewusst, dass das absolut gegen das MuSchu-Gesetz ist, aber was soll ich machen? Die Personalbesetzung ist hier leider immer minimal, also will ich lieber gar nicht drüber nachdenken was wäre wenn...usw ;-) ich hoffe einfach darauf, dass mir nichts passiert ( in der 1. SS war das schon genauso bei uns ).
          Aber richtig ist das natürlich nicht. Echt blöd manchmal...

          • Ja, meine Chefin meinte ich müsste ja nur "den Arbeitsplatz jederzeit verlassen können", und ich würde ja auch zwischendurch auf Toilette gehen können. Aber wenn ich plötzlich frühzeitige Wehen kriege und ins KH muss oder so? Es sind noch Leute vom Frühstücksservice quasi auf der anderen Seite des Gebäudes oder ab 7 oder 8 jemand vom Housekeeping, aber die können ja (bis auf eine) nicht so einfach die Rezeption übernehmen, falls ich umkippe oder so. Daher hoffe ich auch wie du einfach nur, dass alles gut geht. Es ist auch bei uns kein Geheimnis, dass wir schon immer unterbesetzt waren...

            • Hehe genau so schaut es bei uns auch aus. Im Frühstück oder Hauskeeping sind natürlich auch Leute da, aber nicht einer von denen könnte mich im geringsten an der Rezeption vertreten #rofl Eigentlich ganz schön blöd von uns, das wir das mit uns machen lassen wa :-p

              Habe eben gelesen, dass dein Mann Koch ist - meiner auch #koch;-) man sind wir uns ähnlich. Nach der Geburt unseres 1. Zwerges hat er sich allerdings etwas umorientiert, um überhaupt was von seiner Familie zu haben.
              Er arbeitet jetzt als Küchenleiter in nem Pflegeheim, vielleicht wäre das mal ne Überlegung wert für euch und eure Zukunft :-) Ich weiß ganz genau, das man sich sonst quasi alleinerziehend vorkommt :-(

              • Er hat gerade seinen Job in einem eine Stunde entfernten Sternerestaurant gekündigt und hat jede Menge neue Angebote, manche auch mit familienfreundlichen Arbeitszeiten, freies Wochenende, und Früh- oder Spätdienst möglich. Dennoch möchte er lieber in ein anderes namhaftes Sternerestaurant wechseln, was näher dran ist, aber auch mit sehr späten Arbeitszeiten, zugunsten seines Lebenslaufs und mehr Trinkgeld. Aber wenn ich in Elternzeit bin, bin ich ja eh zu Hause und dann können wir uns vormittags sehen.

    Hallöchen.
    Ich arbeite auch an der Rezeption und Frühdienst kann einen ganz schön schlauchen. Nur wieso bist du schon um 5.15 da wenn die Schicht um 6 beginnt? Oder hab ich das falsch verstanden?
    Alleine arbeiten darfst du wirklich laut Gesetz nicht. Eben aus genannten Gründen.

    Ich fange meist um 7:30/8 Uhr an. Bin aber abends auch schon um 20:00 im Bett.

    Vielleicht versuchst du dich mittags mit etwas abzulenken sodass du deinen Schlaf nachholen hinten schieben kannst?
    Liebe Grüße

Ich versteh dich! Ich arbeite im Einzelhandel und fange auch um 6 zu arbeiten an. Früher dürften wir ja gar nicht. Da ich einen weiteren Anfahrtsweg habe läutet mein Wecker um 3:40. Ich brauch auch meine Zeit morgens deshalb kommt knapper aufstehen für mich nicht in frage...

Ich mache auch ausschließlich Frühdienst wg 20 uhr ausstempeln... Alle anderen müssen weitermachen. Wobei meine Chefin mit mir darüber geredet hat muss ich auch dazusagen. Da sind sie alle total lieb und schimpfen mich auch wenn ich irgendwie auf was schwereres zusteuere und das anheben will :-) musste ich mich halt auch erst ungewöhnen dass ich das nicht darf.

Bin jetzt 21. Woche und weiß wie du dich Nachmittags fühlst. Je nachdem wie ich von der Arbeit komme (meistens zwischen 3 und halb 4) leg ich mich zumindest mal auf die Couch und raste. Das hilft mir dann schon mal. Schlafen geht bei mir eben nicht so schnell und bis ich einschlafe hab ich eben auch Angst dass ich dann um 1,2 in der Nacht wach werde und quasi munter bin. Somit versuch ich bis Abends durchzuhalten. Um halb 9, 9 fallen mir dann meine Augen zu weil ich nicht mehr kann. Daraufhin tut mir mein Partner leid weil der erst so gegen halb 8 von der Arbeit kommt. Er hat schon paar mal gesagt "ich hab gar nichts mehr von dir, arbeiten und schlafen" er versteht es aber auch und sagt Schlaf ruhig- aber ich weiß auch wie es ihm geht und dann tut er mir wieder leid. Ich hab jetzt zwischendurch 3 Wochen am Stück Urlaub ab Ende Mai. Mitte August beginnt mein Mutterschutz und bis dahin hoffe ich dass ich durchhalte. Würde es mir aber körperlich nicht gut gehen würde ich, so blöd es ist für deine Chefin, auf dich und deinen Zwerg achten! Wie schon geschrieben wenn du weg bist muss es auch weitergehen ...

Sorry ist jetzt länger geworden als gewollt

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