Immobilienkredit trotz Elternzeit

    • (1) 05.08.17 - 22:19
      Inaktiv

      Hallo zusammen,

      ich würde gerne wissen, ob jemand von euch Erfahrungen mit der Immobilienfinanzierung während der Elternzeit gemacht hat. Unter welchen Bedingungen war es bei euch möglich oder auch nicht möglich? Welche Bank hat euer Vorhaben finanziert?

      Zum Hintergrund:
      Mein Mann und ich möchten gern eine Immobilie kaufen. Wir kommen finanziell ganz gut zurecht und haben für eine Immobilie ca. 30-40% Eigenkapital. Außerdem haben wir ein Polster für Unvorhergesehenes eingeplant. Ich bin Beamtin auf Lebenszeit, mein Mann seit vielen Jahren fest beschäftigt. Eigentlich gute Voraussetzungen.
      Aber: Wir nehmen nun beide ein Jahr Elternzeit. Wir haben genügend Reserven angespart, um diese Zeit ohne finanzielle Einbußen zu überbrücken (auch für eine eventuelle zweite Elternzeit wäre noch genügend übrig, was nicht für den Hauskauf verplant ist). Die Elternzeit ist aber dennoch wohl ein Ausschlusskriterium. Klar, in den gemeinsamen Monaten haben wir nur ein gemeinsames "Einkommen" von 1800€, allerdings können wir das ja aus eigenen Mitteln aufstocken und die Elternzeit ist ja auch ein überschaubarer Zeitraum.

      Ich bin gerade etwas traurig, dass wir unseren Traum vom Eigenheim nun wohl erstmal für ein Jahr auf Eis legen müssen. Vielleicht habt ihr ja Tipps, wie es doch noch klappen kann. Bin gespannt auf eure Erfahrungen zu dem Thema.

      VG

      • (2) 06.08.17 - 10:20

        Ihr nehmt BEIDE ein Jahr Elternzeit und habt dann noch ein Einkommen von 1.800 netto pro Monat. Wieviel hättet ihr denn, wenn ihr beide verdienen würdet? Und wieviel wird es in den nächsten 5-10 Jahren sein? Und warum müsst ihr BEIDE gleichzeitig (?) Elternzeit nehmen?

        Irgendwie müssen sich die meisten Menschen auf eine Sache beschränken. Man kann auf Dauer nicht beides haben, hohe Ausgaben und viel Freizeit und keinen Tag Geld verdienen. Prinzipiell muss man sich entscheiden, Geld verdienen und Geld ausgeben oder Freizeit und mit wenig auskommen. Dann wartet der Traum vom Haus eben, bis die Finanzierung Sinn macht für ein Haus. 1 Jahr ist keine lange Zeit.

        • (3) 06.08.17 - 11:16

          Das "Einkommen" von 1800€ ist eben das Elterngeld, was wir bekommen.
          Wir hätten sonst natürlich einiges mehr an Einkommen (mag hier nicht ins Detail gehen), haben aber extra vorher genügend zur Seite gelegt, um uns nicht sonderlich einschränken zu müssen.
          In den nächsten Jahren ist es natürlich wieder das ursprüngliche Einkommen.
          Wir MÜSSEN nicht beide Elternzeit nehmen, aber wir wollen. Warum auch nicht, wenn man sich so eine Familienauszeit leisten kann.
          Klar ist ein Jahr keine lange Zeit. Der Vorteil, wenn wir jetzt ein Haus kaufen könnten, wäre vor allem der, dass wir jetzt viel Zeit hätten, um selbst was am Haus zu machen oder uns mit Handwerkern abzusprechen. Außerdem ist die Vorstellung einfach schön, dass unser Kind im nächsten Sommer schon im eigenen Garten spielen könnte.

          Habe hier ja nur gefragt, ob jemand Erfahrung mit dem Thema hat. Du scheinbar nicht?

      (4) 06.08.17 - 10:42

      Ich denke bei 1800 Euro zu dritt ist nur kaum etwas oder gar nix pfändbar. Da wird euch die Bank wohl kaum mit Freude einen Kredit geben.

      Also entweder noch vor der Elternzeit das Projekt angehen oder auf nachher verschieben.

      LG

      • (5) 06.08.17 - 11:21

        Vom Einkommen ist nichts pfändbar, das stimmt natürlich. Aber es ist ja einiges an Vermögen pfändbar. Auch auf der Immobilie würde ja eine Grundschuld eingetragen werden.

        • (6) 06.08.17 - 14:21

          Die Richtlinien zur Vergabe von Krediten wurden in den letzten Jahren doch verschärft. Auch das Einkommen spielt da eine Rolle. Je nach Höhe des Kredites werden da dem Bankangestellten da ganz einfach die Hände gebunden sein...

    (7) 06.08.17 - 11:07

    Ich sehe da keine Probleme. Ihr verfügt beide über ein sicheres gutes Einkommen und das ist

    das Wichtigste. Ihr könnt ja nachweisen, dass ihr dieses Jahr auch in der Elternzeit gut überbrücken könnt.

    • (8) 06.08.17 - 15:26

      Erspartes zur Überbrückung ist kein regelmäßiges Einkommen. Das kann man heute vorweisen und morgen auf den Kopf hauen.

      • (9) 08.08.17 - 12:59

        Sie haben aber ein sicheres regelmäßiges Einkommen und das eine Jahr spielt für die Finanzierung überhaupt keine Rolle.

(10) 06.08.17 - 13:46

Sowas macht man vorher, wenn man sich sicher ist, dass man es schafft.

Die Bank interessiert sich nur für das aktuelle Einkommen für ihre Berechnung, zukünftige Änderungen bekommen die nicht mit.

Hallo naviak,

da habe ich andere Erfahrungen gemacht als die Mitposter behaupten.

Ich bin auch Beamtin auf Lebenszeit und wir haben trotz Elternzeit und Teilzeit eine sehr gute Finanzierung für unsere Immobilie bekommen. Zugrunde gelegt wurde das reguläre Einkommen außerhalb der Elternzeit, welches ja nachweisbar ist.
Die Banken haben sich sogar gegenseitig umterboten- ein solches Geschäft (hohes Eigenkapital, hohes und sicheres Einkommen) lassen sich die Kreditinstitute sicher nicht entgehen, vor allem, wenn ihr ein Objekt vorweist, welches seinem Preis wert ist.

Viel Erfolg!

(15) 06.08.17 - 21:21

Huhu,

Als Beamtin auf Lebenszeit musst du dir da eigentlich keine Sorgen machen.

Ich bin auch Beamtin auf Lebenszeit und habe mir mit meinem Partner im Letzten Jahr eine Immobilie gekauft obwohl ich in der Elternzeit war.
Das war völlig problemlos möglich.

Die Bank hat bei mir einfach das Geld eingerechnet das ich nach meiner Elternzeit dann verdiene. Da Beamtin kein Problem. Unser Gehalt ist ja offen gelegt und deshalb auch für die Bank einsehbar. Im Grunde reicht denen deine Urkunde der Lebzeitverbeamtung *grins *
LG Sarah

  • (16) 07.08.17 - 08:09

    Danke für deine Antwort!
    Das lässt mich weiter hoffen. Wir werden es dann wohl einfach mal probieren.

    VG

    • (17) 11.08.17 - 08:34

      Ich möchte auch gern noch ein paar Infos geben, auch wenn Dein Post schon ein paar Tage alt ist. Einige Infos der Vorrednerinnen sind einfach falsch.
      Ich arbeite in der Baufinanzierung einer Bank und kann Dir daher sicher ein paar Infos "aus erster Hand" geben.
      Als Beamte mit gutem Einkommen und gutem Eigenkapitalanteil seid ihr natürlich Kunden mit viel Potenzial, die auf Interesse aller Banken stoßen.
      Allerdings ist Elterngeld als befristetes Einkommen zu bewerten, sodass es tatsächlich aufgrund der im letzten Jahr eingeführten Wohnimmobiliarkreditrichtlinie schwierig wird, eine Finanzierung darzustellen.
      Eine Zusage einer Bank kann natürlich möglich sein, allerdings werden diese intern abgewogen haben, ob das Risiko, dass Ihr Euch im Nachgang "herausklagt" größer ist, als das Potenzial, das eine Gewinnung von Euch als Kunden mit sich bringt.
      Rein rechtlich ist Einkommen wie Elterngeld für eine Finanzierung mit allen anderen befristeten Einkünften gleich zu setzen. ZB zählen dazu auch Arbeitslosengelder, befristete Erwerbsminderungsrenten oder befristete Beschäftigungsverhältnisse.
      Natürlich könnt und werdet ihr sicherlich auch nach der Elternzeit das gleiche Einkommen haben, wie vorher. ABER wenn ich Euch dann überlegt in Teilzeit zu arbeiten o.ä. steht dann hat die Bank gar keine Chance, Einfluss zu nehmen.
      Die Finanzierung muss langfristig darstellbar sein, d.h. für die komplette Laufzeit.

      Eine Darstellung der Finanzierung auf Basis von Sicherheiten (also in Eurem Fall vorhandene Guthaben bzw. dann das Haus) ist spätestens seit der Wohnimmobiliarkreditrichtlinie nicht mehr erlaubt.

      Ich will Euch nicht alle Hoffnungen nehmen, aber ich halte Eure Chancen bei der Hausbank (wenn es nicht gerade Ing-Diba und Co. ist) für am größten.
      Sinnvoll ist auch, eine Bescheinigung vom Arbeitgeber einzuholen, mit welcher Arbeitszeit und welchem Einkommen Ihr nach der Elternzeit wieder einsteigt. (Eine Bescheinigung DASS Ihr wieder arbeitet reicht nicht)

      Bei den Vorrednerinnen gab es welche, bei denen es trotz Elternzeit geklappt hat. Hier ist zu berücksichtigen, dass ja die wenigsten Paare gleichzeitig so lang in Elternzeit gehen. Eine "typische" Elternzeit des Vaters von 2 Monaten darf anders bewertet werden als ein ganzes Jahr. Hier hat es rechnerisch vermutlich dann einfach mit einem Einkommen gepasst.

      Leider ist häufig nicht alles gleichzeitig möglich und die Projekte Baby/Haus müssen zeitverzögert umgesetzt werden.

      • (18) 19.08.17 - 09:34

        Auch dir vielen Dank für deine Antwort. Das bestätigt in etwa das, was ich im Vorfeld gesagt bekommen habe.
        Werden es nun bei unserer Hausbank versuchen.
        Wie es der Zufall so will, wurde mein Elternzeitantrag zwischenzeitlich abgelehnt. Ich "darf" erst in frühestens einem Monat in Elternzeit gehen, was uns natürlich einen Aufschub verschafft. Eventuell schiebe ich die Zeit sogar noch weiter nach hinten; mal sehen.
        Eine Frage habe ich noch zu deinem Geschriebenen: Du sagst, die Bank hätte ein Risiko, dass man sich rausklagt. Wie ist das gemeint?

        • (19) 19.08.17 - 10:12

          Wenn die Bank den Kredit auf Basis von Einkünften vergibt, die befristet sind, kann der Kreditnehmer sich möglicherweise aus der Vertragsbindung heraus klagen. Dies hätte zB eine andere Verzinsung (bei aktuellem Zinsniveau niedriger als der Vertragszins) zur Folge und die Bank bleibt auf dem Schaden sitzen. Dies könnte auch bei zB Hausverkauf oder sonstiger vorzeitiger gewünschter Ablösung für die Bank riskant sein, weil sie dann keinerlei Vorfälligkeitsentschädigungen geltend machen könnte.
          Eben aus dem einfachen Grund, das sie den Kredit gar nicht hätte vergeben dürfen.

          • (20) 19.08.17 - 22:32

            Das ist mir vollkommen neu. Danke für die Info. Dann kann ich auch nachvollziehen, warum die Elternzeit ein großes Problem ist, auch wenn ansonsten genügend Sicherheiten vorhanden sind.

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