Allgemeine Frage zu Unterhalt

    • (1) 25.10.17 - 11:39

      Hallo zusammen,
      bin neu hier im Forum und möchte mich kurz fassen:
      Ich habe einen 10-jährigen Sohn für den ich Unterhalt zahle. Mein Sohn wohnt ca. 300 km entfernt von mir. Da er soweit weg wohnt habe ich nur die Möglichkeit ihn 1x im Monat für ein Wochenende zu sehen. Anreise ist momentan per Zug alle Kosten muss ich übernehmen. Steuerlich absetzen kann ich gar nichts.
      Vor kurzem habe ich ein 2. Kind bekommen. Wie wird es von der Düsseldorfer Tabelle berechnet? Ich hatte gehört das man beim 2.Kind aus einer neuen Beziehung eine Stufe runter gesetzt wird???
      Warum ich das Frage? Ich kann mir langsam die Kosten nicht leisten mit dem Zug + Unterhalt 1. Kind + 2.Kind. Die Kindesmutter (1.Kind) kommt auch nicht auf die Idee die Kosten zumindest für hälftige Fahrt zu begleichen.
      Und das wichtigste: Ich will den Kontakt zum ersten Kind nicht verlieren!!!
      Könnt Ihr mir erfahrungsmäßig etwas mitteilen?
      Vielen Dank schon mal in voraus

      Da du nunmehr (mindestens (!)) einer weiteren Person gegenüber unterhaltspflichtig bist (was ist mit der Mutter deines 2. Kindes ?), solltest du schnellstens den Unterhalt neu berechnen lassen und ihn entsprechend anpassen.

      Das Jugendamt macht das kostenlos für dich.

      • Das habe ich bereits gemacht. Der vom Jugendamt meinte ich soll meine Gehaltsabrechnung der letzten 12 Monate preisgeben sowie die Geburtsurkunde senden.
        Ich wollte eigentlich nur allgemein wissen wie das berechnet wird, aber das interessierte ihn nicht wirklich. Für mich kam es so rüber wie nach dem Motto Hose runterlassen.
        Ich hatte zuvor schon die negative Erfahrung mit dem Jugendamt. Wenn es um solche Diskussionen mit Reisekosten teilen oder ähnliches geht, sagt das Jugendamt das müssen die Eltern so regeln und wenn es nicht geht muss das vor Gericht geregelt werden. Angenommen ich würde auch vor Gericht verlieren, muss ich die Prozesskosten übernehmen, worst case ich kann´s mir nicht mehr leisten den Sohnemann zu sehen. In dieser Situation leidet das Kind weil er sein Vater nicht mehr sieht, aber komischerweise interessiert das keinem Jugendamt mehr!!!!

        Wie das JA teilweise mit Vätern umgeht, brauchst du mir nicht zu sagen. Das habe ich selbst oft genug erfahren müssen. Aber andere Möglichkeiten hast du nicht. Entweder das JA ermittelt deine Unterhaltsverpflichtung - oder ein Anwalt mach das für dich. Die Hosen mußt du so oder so runterlassen.

        Und JA, im Zweifel muß ein Gericht bemüht warden. In jedem Fall haben beide Kinder die gleichen Ansprüche an dich. Auch die Mutter deines 2. Kindes hat Ansprüche, die aber m.e. erst nach den Kindern kommen.

        Zum Thema Fahrtkosten habe ich folgendes gefunden:

        "Dementsprechend hat das Bundesverfassungsgericht gefordert, dass auch das Unterhaltsrecht dem Unterhaltspflichtigen nicht die Möglichkeit nehmen dürfe, sein Umgangsrecht zur Erhaltung der Eltern-Kind-Beziehung unter Berücksichtigung des Kindeswohls auszuüben. Die notwendigen Kosten des Umgangsrechts mindern stets die Leistungsfähigkeit, da die Ausübung des Umgangsrechts verfassungsrechtlich geschützt ist. Notwendig sind in jedem Fall Fahrtkosten zum Wohnort des Kindes. Es kann auch ein Verpflegungsmehraufwand zu berücksichtigen sein. Diese notwendigen Umgangskosten sind zunächst über den hälftigen Anteil des Unterhaltsverpflichteten am Kindergeld zu decken. Das Kindergeld soll die Eltern finanziell entlasten. Der Elternteil, bei dem das Kind lebt, erhält in der Regel das volle Kindergeld, derzeit 192 € bis zum 3. Kind. Der andere Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, erhält indirekt die Hälfte, also monatlich 96,00 €, des Kindergeldes. Denn er oder sie muss den Tabellenunterhalt um das halbe Kindergeld gekürzt bezahlen. Deshalb muss dieser Elternteil den Kindergeldanteil für die Kosten des Umgangs mit dem Kind verwenden. Reicht das halbe Kindergeld dafür nicht aus, z.B. bei darüber liegenden Fahrtkosten, ist das Nettoeinkommen des Unterhaltsverpflichteten entsprechend zu kürzen. Maßgeblich ist aber stets, dass die Kosten für die Ausübung des Umgangsrechts tatsächlich anfallen und im Einzelfall auch erforderlich sind."

        Da du jetzt 3 Personen gegenüber unterhaltsverpflichtet bist, solltest du das in jedem Fall schnellstmöglich offiziell regeln lassen.

        • Vielen Dank erstmal für Deine Hilfe.
          Aktuell werden mir lt. Düsseldorfertabelle der vollen Unterhalt abzüglich hälftiger Anteil Kindergeld direkt verrechnet. Die Summe plus Fahrkarte (wie schon erwähnt 1 Wochenende im Monat) Freitag Hin -u. Rückfahrt + dasselbe wieder am Sonntag Hin -u.Rückfahrt insgesamt über 500€ im Monat ohne Verpflegung. Ich habe einen guten Bezug zu meinem Sohn und will unter keine Umstände den Kontakt NUR auf Ferien beschränken. Es ist wirklich schade das gerade Sozialpädagogen in Jugendämter zuständig sind, die solche Themen wissen aber nichts tun dagegen. Anderseits versteh ich auch die andere Seite falls Väter überhaupt nichts bezahlen....
          Ich werde jetzt die Verdienstbescheinigung abgeben sowie die Geburtsurkunde und werde den Jugendsamt Mitarbeiter nochmal direkt darauf ansprechen, mal sehen was er sagt,....ich kann´s mir aber schon denken.

          • Wenn die sich auf den Standpunkt stellen, die Fahrtkosten seien dein Problem, dann würde ich da per Anwalt gegen angehen. Im Zweifel eben Prozeßkostenhilfe beantragen (falls möglich).

            Alles Gute weiterhin!

            Hallo,

            also soooo großes Hexenwerk ist eine einfache KU-Berechnung nun nicht, Basis ist zunächst mal das Netto der letzten 12 Monate (inkl. Weihnachts- und Urlaubsgeld).
            Ob und welche Abzüge dann noch vorgenommen werden können, richtet sich i.d.R. nach
            den Leitlinien des zuständiges OLG, denkbar sind berufsbedingte Aufwendungen, Fahrtkosten, zusätzliche Altersvorsorge.

            Die Sätze der DüTa gehen von 2 Unterhaltspflichten aus, bei mehr oder weniger Berechtigten erfolgt eine Herauf-/Herabstufung.

            Die SB beim Jugendamt haben der Erfahrung nach eine gewisse Tendenz zu Gunsten des vom JA vertretenen Kindes zu rechnen - oder schlicht zu wenig Sachkenntnis.

            Ist der jetzt gezahlte KU in irgendeiner Form tituliert ? - das kann zum Problem werden, falls keine gütliche Einigung möglich ist.

            Was die bisherigen Fahrtkosten betrifft - diese erscheinen mir mit 500,--- € deutlich zu hoch .... die Bahn bietet doch Sparpreise, ggf. muss man da etwas flexibel sein, was Uhrzeit und Strecke betrifft.

            LG

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