Wie managed Ihr Eure Finanzen?

Hallo zusammen,

wir sind zu viert (Kinder sind 3 und 5 Jahre alt).
Ich bin momentan der Alleinverdiener und da meine Frau keinen Job hat und durch Ihre ADHS Erkrankung auch Schwierigkeiten hat einen Plan zu finden und zu folgen, wird dies auf absehbare Zeit auch so bleiben.

Ich kümmere mich um unser Geld und organisiere es soweit es möglich ist. Damit schaffe ich es, dass wir langfristig für die Zeit nach meinem Berufsleben Geld zur Verfügung haben werden. Das Problem - das ist es für mich - ist, dass wir sonst keinen Rücklagen schaffen.
Mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld haben wir für ein paar Monate mehr Geld auf dem Sparkonto, aber das wird stetig jeden Monat weniger, da wir mehr ausgeben im Monat, als ich verdiene und wir durch Kindergeld erhalten.

Es gelingt uns nicht uns abzusprechen bzw. ich bin derjenige, der die Excellisten pflegt mit festen Ausgaben und häufig unser Konto checkt bzw. am Ende eines jeden Monats aus dem Sparkonto unser Girokonto wieder ausgleicht.

Das Thema ist auch immer ein Streitthema. Ich bin mir bewusst, dass zwei Kinder und ein Verdiener auch nicht die Basis ist für viel Ersparnis, aber es muss doch gehen. Oder glaube ich da an etwas unmögliches?

Wie machen andere das?
Bargeld benutzen scheidet aus, da meine Frau das ablehnt. Genauso wie Umschläge mit Geld für jeden Tag des Monats anlegen, um echt sehen zu können, was noch übrig ist und was nicht.

Ich verzweifele etwas, da ich einfach nicht verstehe, wie andere in vergleichbaren Situation sowas lösen.

Currywurst36

Ich kenne Familien, die mit dem Vater als Alleinverdiener mehr als problemlos leben können, es gibt aber natürlich auch andere.
Es gibt in Deinem Fall 2 Möglichkeiten, entweder Ihr spart irgendwo ein oder Ihr müsst mehr Geld verdienen.
Warum kann Deine Frau mit ihrer Erkrankung denn nicht wenigstens einen kleinen Beitrag erwirtschaften?

Hallo

So wie es sich ließt kann seine Frau nicht mit Geld umgehen. Dann würde ich tatsächlich die Umschläge vorschlagen.

dann keinen Dispo und keine Kreditkarten.

Lg

Auch wenn deine Frau Bargeld ablehnt, sollte sie zukünftig nur nur bar bezahlen, dann gibt sie weniger Geld aus. `
Da sie selber nichts verdienst, sollte sie dir diesbezüglich entgegen kommen. Wie viel Geld gebt ihr im Monat für Lebensmittel usw. aus?

Oder richte ihr ein Konto ein für Lebensmittel und überweise einen festen Betrag darauf, mit dem muss sie auskommen. Mehr gibt es nicht.

Hallo,

wenn deine Frau nichts zum Einkommen beitragen kann, müsst ihr eure Ausgaben wohl besser anpassen.

Das geht, meiner Meinung nach, jedoch am besten mit Bargeld. Rechnet aus, wieviel ihr für Lebensmittel, Drogerieartikel, Kleidung, Extras usw im Monat zur Verfügung habt. Holt das Geld zu Beginn des Monats vom Konto und packt es separat weg.
Werden Lebensmittel mal teurer, muss man eben bei den Extras einsparen etc. So ist man etwas flexibler, hat jedoch den direkten Überblick und bleibt in seinem Rahmen so dass man hoffentlich langfristig etwas sparen kann.

Grüße,
jojo

Hallo,
ist deine Frau denn gewillt, etwas zu sparen und umzudenken? Sie wirkt in deiner Beschreibung ein wenig so, als wolle sie weder etwas ändern noch dir die Hand reichen. Falls letzteres der Fall sein sollte, hilft dir der beste Sparplan nicht, denn das Geld würde sie ja wahrscheinlich trotzdem ausgeben.

Wir haben ein Haushaltskonto eingerichtet, von dem alle Fixkosten sowie Lebensmittel, Kita, Benzin usw. abgehen. Vor der Eröffnung haben wir einmal durchgerechnet, was wir für die einzelnen Posten brauchen und dementsprechend kalkuliert und überwiesen. Ist zwar zu Beginn etwas aufwendig, spart danach jedoch Arbeit und Sorgen, da viele Beträge für lange Zeit gleich bleiben.

Die Auflistung verschafft uns einen sehr guten Überblick und nach den ersten Monaten sieht man genau, ob es reicht oder wo zuviel ausgegeben wird bzw. Beträge angepasst werden müssen und können.
Alles was übrig bleibt, kann theoretisch gespart werden oder halt aufgeteilt werden in persönliches Vergnügen und Anteil Sparen. Wir haben jedoch zwei Einkommen und jeder noch ein eigenes Konto, sodass die Finanzierung des persönlichen Vergnügens und die Aufteilung ziemlich einfach zu regeln ist.
Das Haushaltskonto war für uns eine sehr gute Entscheidung und hat vieles schön übersichtlich gemacht. Maßlos Geld ausgeben kann man damit allerdings nicht, denn die Fixkosten müssen ja abgedeckt bleiben und dementsprechend darf nicht alles Geld für Lebensmittel verbraten werden. Man muss also schon noch mitdenken und damit umgehen können. Aber im Normallfall kriegt man das ja hin.

Eine nicht berufstätige Frau mit Kindern kann evtl auch anders als beruflich etwas zum Familieneinkommen bzw. zur Entlastung des Budgets beitragen.

Nämlich indem sie ein Teil dessen, was ihr verbraucht, selbst herstellt.
Habt ihr einen Garten? Wenn sie sich für ein grünes Händchen eignet, kann sie Gemüse selbst produzieren und wenn sie backen kann, dann entlastet das auch den Geldbeutel.

Je nachdem wie geschickt man im Kochen und in der Wahl des Speiseplans ist, kann man eine Menge Geld sparen, wenn man saisonal einkauft und frisch kocht.

Ohne die innere Haltung, die Verantwortung für das gemeinsame Budget übernimmt wird es jedoch nicht klappen. Manche Menschen sind einfach sorglos und geben Geld aus, solange der Geldautomat welches ausspuckt bzw. solange die Bankkarte das hergibt. Das fände ich dann auch sehr schwierig als Ehepartner!

Warum soll deine Frau nicht (zumindest in Teilzeit) arbeiten können????#kratz
Wer nicht mit Geld umgehen kann, sollte zumindest mal selber erleben, wie hart es zu verdienen ist.;-)

Hallo,

Bargeld und Listen bzw. Pläne helfen mir beim wirtschaften.

Setzt euch zusammen und überlegt was eure Kinder für die nächste Saison brauchen, da ja jetzt die Basare wieder starten. Was und wieviel brauchen die Kinder? Was kann Kind B von Kind A auftragen? Was muss also neu angeschafft werden und muss es Neuware sein oder kann es auch Second-Hand sein? Stehen besondere Ereignisse an? Es wird nur soviel gekauft wieviel auf der Liste steht. Sollte man auch für einen selbst machen.

Wochenplan beim einkaufen und diesen bar bezahlen.

ADHS ist keine Ausrede für Misswirtschaft und Arbeitslosigkeit. Eine Therapie wäre also auch sinnvoll.

LG Reina

Nun kann man, ohne Zahlen zu sehen, nicht wirklich eine Aussage treffen, die Dir hilft.

Aber Du schreibst, dass Deine Frau Bargeld ablehnt und Du derjenige bist, der die Listen pflegt und das Konto checkt usw.

Also seid Ihr euch da ja schon sehr, sehr uneinig, richtig?

Erst einmal müsst Ihr auf einen gemeinsamen Nenner kommen, wie der Umgang mit dem Geld stattfinden soll und wie hoch der monatliche Sparbetrag werden soll.

Diesen Betrag überweist Ihr dann direkt am Monatsanfang auf ein Sparkonto, AN DAS IHR NICHT DRAN GEHT! Das ist nun mal der wichtigste Tipp!

Am besten ist hierfür ein Dauerauftrag.

Wenn es so sein sollte, dass die Frau Geld unnütz verpulvert (das kann ich nicht herauslesen und daher nicht bewerten), dann würde ich über getrennte Konten nachdenken.

Liebe Grüße
nebelschnee

Hallo,

deine Frau scheint nicht sehr kompromissbereit zu sein, sorry.

Ich zahle am liebsten bar, nur in Ausnahmefällen nutze ich die Bank / Kreditkarte. Damit rinnt schnell viel Geld durch die Finger, weil man meint, dank der Karte sei ja genug da und man verliert den Überblick über die Ausgaben.

Um zu sparen haben wir in jungen Jahren immer einen festen Betrag auf ein Sparbuch gezahlt. Der ging gleich am Lohnüberweisungstag davon ab. So war das Geld nicht da, konnte auch nicht ausgegeben werden.

Sparmaßnahmen sind auch schon genannt worden: saisonal kaufen, wenn möglich Gemüse selbst anbauen
Bei Metzger die Aktionsware kaufen, gerne auch auf Vorrrat (z.B. Hackfleisch dreifache Menge kaufen, einen Teil unverarbeitet einfrieren, einen Teil zu Frikadellen oder Hackbraten verarbeiten und ab in die Truhe, den Rest zu Bolognese Sauce für Nudeln)
Spart Zeit und Geld

Kleidung, Schuhe, nur in Absprache mit dem Partner kaufen - die großen osten ebenso.

Oder Ihr macht den Einkauf zusammen? Mein Mann und ich haben das als Ritual eingeführt. Es macht Spaß, wir überlegen dabei gemeinsam was wir die kommende Woche essen mögen, bummeln über den Markt und haben, damals mit den Kindern, heute als Paar, Zeit miteinander verbracht. Uns macht das heute noch viel Freude1

Und auch mit ADHS kann man arbeiten- hat Deine Frau vor den Kindern keinen Job gehabt?

LG

Hallo,

man kann auch den Verfügungsrahmen der Karte beschränken.

http://praxistipps.chip.de/ec-karte-limit-und-verfuegungsrahmen-herausfinden-so-gehts_97994

Viele Grüße
H.

Hallo,

was heißt das :

"Ich kümmere mich um unser Geld und organisiere es soweit es möglich ist. "

Weiß deine Frau um eure Einnahmen und Ausgaben?
Weiß sie konkret wann wieviel Geld kommt, was davon bezahlt wird, welche Fixkosten ihr habt?
Hat sie ein Mitspracherecht bei bestimmten Ausgaben?
Weiß sie, wieviel Geld nach Abzug aller Fixkosten übrig ist?
Wofür gibt sie Geld aus, was du glaubst, es wäre nicht notwendig?
Stimmen deine Vorstellungen, was sie an Geld ausgeben sollte, mit der Realität überein, d.h. reicht z.B. das Budget aus, was du für die Ernährung einplanst?
Hat jeder evtl die Möglichkeit, über ein bestimmten Geldrahmen frei zu verfügen?

Bei uns zuhause regele auch ich die Finanzen bzw. versuche, den Überblick zu behalten. wir haben 4 Konten, jeder ein Gehaltskonto, ein Fixkostenkonto und ein Sparkonto, auf denen wir das Geld hin und herschieben. Wir sind beide bemüht, mit unserem Geld nach Abzug von Fixkosten und sparen klar zu kommen und das klappt idR auch. wir müssen uns aber für diesen Geldbetrag dann nicht rechtfertigen.

vg, m.

Andere machen das genau so... Bargeld benutzen und mit Umschlägen arbeiten, damit man die Übersicht behält.

Das Leben mit einem AD(H)S Partner birgt seine Tücken, in sehr vielen Bereichen des Lebens. Was tut ihr/Deine Frau dafür mit dieser Erkrankung gut umgehen und leben zu können?

Ich würde hier den Grundansatz suchen.

Lichtchen

Hallo Lichtchen,

meine Frau nimmt Mediziner und wird bald eine Ergotheraphie beginnen. Eine Verhaltenstherapie steht auch im Raum.

Natürlich kann man als Alleinverdiener eine Familie über Wasser halten und auch gut leben. Setzt voraus, dass der Alleinverdiener entweder sehr gut verdient oder die Ausgaben auf Sparflamme gehalten werden.

Was Du beschreibst klingt ein wenig nach Abwaärtsspirale.
Ich möchte noch nicht von Schuldenfalle reden, aber wenn ihr immer wieder am Monatsende feststellt, dass die Ausgaben > Einnahmen sind, dass funktioniert das auf Dauer nicht. Also entweder Ausgaben senken oder Einnahmen erhöhen.

Sicher ist das mit ADHS nicht problemlos möglich, aber es ist möglich.
Der erste Schritt wäre ein Minijob.
Regale einräumen oder putzen geht sicher auch mit ADHS und das soll jetzt nicht böse klingen.

Mach es wie der Zwegat.
Zettel auf den Tisch legen, Einnahmen auflisten und daneben mal für 3 zurückliegende Monate die Kontoauszüge durch gehen und durchschnittliche Ausgaben pro Monat ermitteln. Rauchen, Telefon, Internet, die kleinen Ausgaben hier und da, Versicherungen usw. nicht vergessen und Jahresbeträge auf Monate umlegen.

Ihr müsst über das Thema reden und zu einer Einigung kommen, wie ihr zukünftig mit dem Thema Geld umgeht. Auch solltet ihr insbesondere mal eure Versicherungen durch gehen, ob da alte und teure Verträge dabei sind, die umgestellt werden können. Die ein oder andere Versicherung ist ggfs. auch nutzlos (Glasbruch, Brillenversicherung, Unfallversicherung, Ausbildungsversicherung, Sterbegeldversicherung, usw.) ... KÜNDIGEN!!!

Wenn die Dame mittelfrisitg nicht mitspielt würde ich die EC-Karte / Kreditkarte sperren und Taschegeld in bar ausgeben.

Mein Mann ist aktuell auch Alleinverdiener bei bald 5 Kindern und es bleibt durchaus am Ende des Monats was übrig. Keine gigantischen Summen, aber so viel, dass eine kaputte Waschmaschine keine Albträume verursachen würde und eine Autoreparatur jeder Zeit drin ist. Das Zauberwort heißt da einfach Konsequenz in finanziellen Dingen, seine Grenzen (aner)kennen und nicht zu überschreiten und gute Planung. Finanzministerin bin hier in der Familie ich, weil ich die Zeit dafür eher übrig habe als mein Mann und in der Realität bin auch ich eher diejenige die das Geld ausgibt (Einkäufe, Unternehmungen mit den Kindern, Geschenke besorgen,...) als mein Mann, der in der Regel von 5 bis 19 Uhr aus dem Haus ist.
Wenn ihr mehr ausgebt als du verdienst, dann solltet ihr als erstes die Ursache finden.
Das wird erstmal Arbeit sein, ist aber machbar. Schnappt euch die Kontoauszüge der letzten 1-2 Jahre und geht die Monat für Monat durch und notiert sämtliche Fixkosten, und ist der Betrag noch so klein. Dabei kann man auch prima gleich notieren, welches Abo oder Vertrag endlich gekündigt gehört, oder ein Wechsel dringend dran ist. Auch bei Versicherungen mal checken, ob die wirklich alle gebraucht werden und es vergleichbare Angebote zu besseren Konditionen gibt.
Alle Zahlungen die jährlich oder quartalsweise kommen landen bei uns auf die Monate umgelegt auf einem extra Konto und werden sofort bei Geldeingang umgebucht. So reißt die Autoversicherung nicht "plötzlich" ein riesen Loch in die Kasse und das Geld ist da wenn es gebraucht wird. Dieses Geld wird auch wirklich für nichts anderes angefasst.
Der Rest ist das was ihr zum Leben und sparen zur Verfügung habt. Da kommt es dann natürlich auf euren gewünschten Lebensstil an und ob der zum restlichen Verfügbaren Einkommen passt. Um zu sehen wohin das Geld verschwindet hilft Haushaltsbuch führen. Ja, das ist anfangs lästig jeden ausgegebenen Cent zu notieren, hilft aber enorm einen Überblick zu schaffen. Gerade die kleinen Summen über die man nicht viel nachdenkt, machen auf den Monat gerechnet doch einiges aus. Und evtl muss man sich da dann eben auch eingestehen, dass der Lebensstil nicht zum Einkommen passt. Da hilft dann nur konsequent umdenken auch wenn es weh tut.

Mein Mann erledigt bei uns die Einkäufe. Wir haben auch selten Bargeld bei uns. Haben ein extra Konto für Einkäufe und das wird monatlich Summe x eingezahlt. Das muss reichen. Auch schaue ich, was wir einkaufen (z.B. war der Dezember sehr viel Süßigkeiten, die sind ja auch teuer).
Überprüft eure Versicherungen, Stromanbieter usw

Guten Morgen,

da deine Frau offenbar kein Verhältnis zum Geld hat, halte ich bargeldlosen Zahlen für falsch. Man verliert dann ja recht schnell den Überblick über das vorhandene Geld. Das solltet ihr als erstes ändern.

Auch wir haben sozusagen einen Haushaltsplan für das gesamte Jahr, decken damit ab, dass jede Rechnung bezahlt werden kann. Wir sparen jeden Monat die benötigte Summe X, damit wir am Zahlungstag immer liquide sind. Wir besparen u. a. eine Rücklage für Autoreparaturen, allgemeinene Rücklage, Kleidung und vieles mehr. Alleine diese Rücklagen sind jeden Monat fast 500 €. Das wird auch über Excel verwaltet.

Wir haben zur Zeit im Monat rund 1700 € zu zweit zur Verfügung, vielleicht nicht viel für andere, ich kann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr verdienen, mein Mann schult um. Aber wir fühlen uns nicht arm. Wir können jederzeit anschaffen, was nötig ist, sparen dabei noch, fahren bescheiden in Urlaub und zahlen unsere Wohnung ab.

Wir haben wöchentliche Budgets für Lebensmittel, die werden streng eingehalten, wir haben auch eine gute Vorratshaltung (und bauen unser Gemüse im Schrebergarten selbst an). Wir zahlen alles bar. Außer Tanken und Kleidung (weil ich nicht mit Geld in der Tasche anprobieren möchte).

Wir kämen im Leben nicht auf die Idee, Spargeld aufs Giro zu holen, um es auszugleichen. Was nicht da ist, wird nicht ausgeben!

Aus meinem Bekanntenkreis kenne ich zwei ältere Frauen (Rentnerinnen) die jeden Wunsch erfüllt bekommen, nicht kapieren (wollen), dass das Geld nicht da ist. Da musste bei beiden Familien das Eigenheim im Rentenalter verkauft werden, weil das Haus noch nicht bezahlt war. Ich kann es nicht nachvollziehen.

Finanziell kann jeder nur ausgeben, was da ist, wenn die Nachbarn es anders können, muss mir das egal sein.

Das nur als Anregung: ich würde ihr das Haushaltsgeld einteilen und die EC-KARTE abschaffen. Gerecht wäre, wenn du auch deine abgibst. Und den Dispo abschaffen. Und Disziplin, Disziplin, Disziplin.

LG tischbeine

Au weia, mit ADHS habt ihr es doppelt schwer #schwitz

Ich selbst habe ADHS, manage aber meine Finanzen selbst.
Da Verwandte ebenfalls ADS haben, kenne ich das Problem Finanzen nicht organisieren können nur zu gut.

Bei mir ist es
1. eiserner Wille. Schon früh, weil ich nicht in solche Probleme geraten möchte wie Verwandte
2. Sparsamkeit, auch wenn es grade bei ADHS schwer fällt. Ich musste mir selbst einige Muster antrainieren, die (bei mir) wirken. Andere jedoch belasten würden.

Z.B. vermeide ich Spontankäufe.
Lieber gehe ich noch mal extra dafür los. Das kostet Zeit und Nerven. Dafür spare ich sehr viel Geld, weil mir der Abstand wichtig macht, was ich WIRKLICH will oder brauche.
Sehen kaufen nicht wissen wohin damit, kenne ich nur zu gut. ICH brauche den Abstand zwischen sehen und kaufen. Ist es mir wirklich wichtig, gehe ich noch mal los.
Funktioniert nicht bei allen. Im Gegenteil. Bei einigen Verwandten wird nur gekauft, was sie sehen. Das geht ins Geld. So lange es da ist, ist es kein Problem.

Ich versuche mit möglichst wenig auszukommen. Wenn ich mehr verdiene, packe ich das SOFORT auf ein Extra Konto. Was ich NICHT zur Verfügung habe, gebe ich nicht aus!!! Ganz wichtig! Vorplanen fällt mir sehr schwer.
Auch wenn ich wenig verdiene packe ich Betrag X auf ein Nebenkonto. 1. wegen der Zinsen, 2. wenn es abgebucht wird und es knapp wird, überweise ich dann zurück. Das tägliche Überlegen wie viel ich noch übrigen haben müsste, weil Abbuchung xy in z Tagen kommt, werde ich kirre.

Alles was ich ausgebe, schreibe ich auf.
Alles was ich SEHE existiert!!!

1. kann ich dadurch besser sparen (ich werde mir beim Aufschreiben jedes noch so tollen "Angebots" wieder bewusst, welchen Mist ich gekauft habe oder freue mich darüber, dass es sinnvoll war!

2. helfen mir die visualisierten Summen dabei, einen "Schock" zu bekommen, wenn es in bestimmten!! Bereichen zu viel war. Vorplanen oder Budget setzen, wie gesagt: schwierig #schwitz Budget schwierig, weil es in einem Monat mal 1 Euro mehr wäre (das würde mich frustrieren), wenn ich es aber öffne, ist die schleichende Tendenz, dass es nicht sooo genau zu nehmen ist da und dann kommt eben der Schock, wenn es sich eingeschlichen hat. Den brauche ich manchmal #schein

3. hat es langfristig mein Kaufverhalten beeinflusst. Sich bewusster werden, tut MIR richtig gut. ADHS ist halt impulsiv und eigen - und entwickelt leicht eine Eigendynamik.
Daher brauche ich für mich SINNVOLLE Impulse, die mich immer wieder antippen und "sagen" hey, so nicht :-p In meinem Fall eben optische Momente.
Wichtig: sie dürfen mich nicht stressen, sonst schaffe ich sie ab oder mache sie nicht. Sie dürfen auch nicht täglich sein, das vergesse ich sonst zu leicht.
Unregelmäßig - dennoch effektiv - machbar.

Z.B. sofort nach JEDEM Einkauf in eine OFFEN BEREIT liegende Tabelle (vorgefertigt ausgedruckt) eintragen:
Laden - Betrag x - Datum
das schockt manchmal. Vor allem aber macht es mir wieder bewusst, dass Ausgaben da sind. Eben diese, die ich sonst nicht so wahrnehme.

Da ich selbst meine Finanzen versorge, nutze ich auch ein Programm. Da sehe ich dann, was ich in welcher Menge ausgebe.
Es MUSS
- übersichtlich sein
- nicht zu sehr ins Detail gehen (sonst verzettel ich mich)
- einfach zu bedienen sein
- auch mal durcheinander eintragbar sein. (nach 20 Tagen 50 Belege und wenn nach 3 Monaten einer auftaucht, den auch noch rein, Programm sortiert dann)

es geht mir nicht um den Cent, jedoch um die Übersicht. Excel war cool, günstig, aber MIR zu aufwändig. Unpassend zu ADHS, weil ich mich verzettelt habe.


Bargeld nutze ich lieber als Karten. Eben WEIL die Kartenausgaben zu leicht übersehen werden. Noch schlimmer: wenn es zu viele sind und ich es EIGENTLICH weiß, setzt aus dem Schock heraus, das Ignorieren und dann die Egalstellung ein. GANZ schlecht für meine Finanzen.

Es ist kein ignorieren wollen. Es ist ein "ich schütze mich vor Gefühlen, die mir unangenehm sind"-Automatismus. Bei ADS wohl noch ausgeprägter #schwitz Da hilft seit meiner Kindheit nur der eiserne Wille TROTZDEM leben zu wollen und TROTZDEM einen Weg finden damit klar zu kommen. Sowohl die Gefühle, als auch die pragmatische Konsequenz einen für mich aufwendigeren Weg zu gehen, etwas zu verändern. Weil ich es will, weil es MIR WICHTIG ist, dass ich mit meinem Geld auskomme.
Der scheinbare einfachere Weg einfach weiter zu machen und die Situation zu ignorieren, weil das Gefühl/das Erkennen, dass das Geld weniger wird, für mich nicht der bessere Weg ist. Kenne diesen aber sehr sehr sehr sehr sehr von anderen ADHS/ADSlern. Entweder sie haben selbst eine höhere Motivation, als es Kraft kostet den Weg zu gehen oder sie leben vor sich hin und blenden weiterhin aus, wie es nicht klappt (da haben sie entweder Glück und kommen durch oder irgendwann kommt das Problem wo es nicht mehr geht) oder sie haben jemanden an ihrer Seite, der sie von außen her leitet und strukturiert. Das funktioniert aber nur mit a) Vertrauen b) eigener Mitarbeit. Ich selbst kann zwar andere um Hilfe bitten, aber wenn ich nichts mitmache, weil es für mich einfacher ist mein Verhalten zu ignorieren wird das nichts.

Schwierig bei ADS/ADHS ist, dass viele gut gemeinte Ratschläge, die bei anderen super funktionieren, bei mir nur blockieren oder das Gegenteil erreichen.
Kann ich Ratschläge auf mich modifzieren bzw. der helfende darauf eingehen, dass ich es anders mache, klappt es durchaus. Der helfende zeigt mir den Weg und erinnert mich ans Ziel. Strukturiert mir vor und ich halte mich daran. Es muss alltagstauglich sein, aber eben so, dass das Ziel erreicht wird, ohne in die Alltags-egal-ich mache weiter mein Ding und ignoriere - Sache abtriftet.

Zum eisernen Willen noch was:
ich brauche einzelne Ziele. Das heißt. Das mit den Finanzen habe ich mir über langen Zeitraum selbst erarbeitet. Jetzt wo das sitzt, wirklich automatische Gewohnheit ist, kann ich mit dem nächsten beginnen.

Dazu könnte ich noch so viel mehr schreiben! ;-)


Bekommt sie denn Unterstützung?
Seit ich von meiner ADHS Diagnose weiß, ist das für mich Ansporn: jetzt erst recht!

Der Beweis: ich bin nicht zu blöd, ich konnte es nur nicht können.
Aber ich nehme es nicht als Ausrede, es weiterhin nicht zu können. Ich nehme es als Bewusstsein, dass mir vieles verd***** schwer fällt und fallen wird und ich eben mit der DIagnose jetzt nicht der Durchstarter werde. Aber eben auch als ok, ich weiß jetzt woran es liegt, jetzt kann ich es ja lernen.
Langsam, weil das eben dazugehört :-[ #heul aber eben DOCH. Jetzt erst recht.

Dazu bekomme ich viel Unterstützung, in dem ich zum Medikament eine Begleittherapie habe bzw. gemacht habe. Kennen lernen, verstehen und vor allem das beste daraus zu machen.
Das Medikament hilft mir auch sehr. Das ist super. ABER die Begleittherapie ist auch dazu da, dass ich die Wahl habe. Mit Medikament geht vieles sehr viel einfacher. Aber ich möchte mir auch selbst helfen, in dem ich Taktiken kennen lerne, wie ich (theoretisch praktisch) auch ohne meinen Alltag bewältigen kann. Leben konnte ich uach vorher schon viele Jahre ohne ;-) Z.B. wenn ich krank bin oder älter werde oder ich das Medikament mal nicht vertragen sollte. so möchte ich Wege kennen gelernt haben, wie es auch ohne (besser) geht (als früher)


Da ist die Frage, wie geht sie mir der Diagnose um?
Bekommt sie begleitende Unterstützung?

Welche Stärken hat sie?
Mein Glück ist, dass ich mit Zahlen sehr gut umgehen kann. Deswegen hilft mir das Finanzprogramm sehr!
Ohne mathematischen Sinn, wäre ich damit überfordert. Da wären wohl die Tabellen sinnvoll: jeden Tag eintragen. Weniger wegen der Beträge, sondern um OPTISCH zu sehen, wie sehr sich das Papier füllt.

Auch andere optische Beispiele könnten helfen.
Balken der leerer wird.
Aufkleber, die einen Verlauf symbolisieren

ich reagiere selbst sehr auf visuelle Erinnerungen. Sie dürfen mich in der Menge nicht reizüberfordern! Immer nur EIN Thema. Aber das eben optisch dargestellt.

Post its am Kühlschrank um mir was anzutrainieren.
Sanduhren+Eieruhren beim Zeitgefühl
gezeichnete Ablaufpläne im Badezimmer
Checklisten neben der Haustür (einschließlich: Schlüssel dabei?) in Schrift oder Bildchen

Da hat jeder in unserer Familie so seine eigenen Erinnerungs-Marker. #schein
jeder eben dort, wo die größten Schwächen vorliegen, die im Alltag am meisten belasten.

Schwierig wird es, wenn es den Partner/die Partnerin belastet und der/die die Arbeit in dem Punkt macht (soweit ok, wenn mitgearbeitet wird in dem Ratschläge zusammen-passabel gemacht werden)
schwierig aber eben, wenn einer die Arbeit macht und der andere sich darauf ausruht mit dem Hinweis "kann ich nicht, Vorschläge will ich nicht .... neue Methoden interessieren mich nicht, Thema ignorieren der andere macht ja schon". Da würde ich auch streiken bzw. habe innerfamiliär wirklich schon gestreikt. Manche merkten den Punkt und änderten was (ADHS-technisch chaotisch oder fragten um Hilfe) andere ignorieren es bis heute. Da aber familiär und nicht verheiratet kann es mir egal sein. Nur mache ich es nicht mehr für die mit :-p

Sorry, ist lang geworden. Verstehe deinen Frust aber durchaus.
Ebenso auch, dass es nicht so einfach ist mit "dann änder halt was" #schwitz

Um es noch mal hervorzuheben
bei ADHS kann es zwei wichtige Faktoren geben, die das Ausgabeverhalten stark beeinflussen

1. das impulsive spontaneinkaufen. Sehen kaufen
Da hilft dann z.B. nicht viel Geld dabei haben. Was nicht dabei ist, kann nicht ausgegeben werden

2. das nicht merken oder nicht merken wollen, wenn das Geld weniger wird.
Da hilft z.B. ein Balkendiagramm oder was anderes, das OPTISCH sichtbar macht, wenn es auf dem Konto weniger wird.

bei mir wäre/ist ein Balkendiagramm optimal bei dem ich sehe, dass es weniger wird. Ähnlich einer Tankanzeige für Geld.

Kommen beide "Ursachen" zusammen, wird es schwieriger, weil es eben einen kombinierten Ansatz braucht bzw. Änderung in zwei Bereichen #schwitz

Ist einer der beiden Punkte stärker oder merkbarer (auf dem Konto) ausgeprägt, würde ich den zuerst angehen. Wenn es da gut und verlässlich sitzt, kann geprüft werden ob der andere Punkt noch ins Gewicht fällt (belastet) oder unter "Macken" verbucht werden kann. Bzw. dann im nächsten Schritt auch verändert werden.
Nicht auf das Ziel die volle Ersparnis konzentrieren, sondern sich darüber freuen, dass beim einen Teil schon klappt und sich über die Ersparnis freuen.

Bei ADS/ADHS sehr ausgeprägt.

Würdest du mir verraten, welches Programm zur Finanzverwaltung du statt Excel nutzt? Das würde mich sehr interessieren. Merci

weitere 2 Kommentare laden

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Danke an alle Schreiber!

Ich antworte spät, weil das Leben eben manchmal so ist, aber ich will es auch nicht vergessen und stumm dankbar sein, dass ihr alle geschrieben habe. Danke!

Wir sind hier bei dem Thema nicht weiter bisher und ein Schreiber sieht eine Abwärtsspirale, die ich auch sehe. Leider :/
Ich will euch aber nicht vorenthalten, was ich alle mache.
Also die Fixkosten habe ich im Blick und wechsele jedes Jahr z.B. den Stromanbieter, was ca. 200 EUR ausmacht. Den DSL Anbieter auch regelmäßig, wenn es sich lohnt für einen Zeitraum.
Dazu habe ich zu Beginn des Jahres Haft- und Hausratversicherung gewechselt.
Prepaid haben wir ohnehin beide, da es völlig ausreicht.

Es wird besser werden..in kleinen Schritten, da eine Gehaltsrunde ansteht und hier in NDS die KITA Gebühren wegfallen, aber das wird natürlich nur die Symptome behandeln, nicht das Problem.

Ich bin leider zu sehr Realist, als das ich denke, dass ich es noch lösen kann. Es ist noch Hoffnung da, aber sie wird von Woche zu Woche weniger präsent.

Danke nochmals! Das waren so viele tolle Postings in so kurzer Zeit, damit habe ich nicht gerechnet.

CW36