Zu wenig Gehalt ausbezahlt bekommen- was kann ich tun? -lang-

    • (1) 22.02.18 - 18:31

      Hallo!
      Ich habe für den Januar zu wenig Gehalt bekommen - ca. 200 Euro und irgendwie schafft die Firma es nicht, mir es nachzuzahlen.
      Mal zu den Eckdaten:
      - ich arbeite auf 450 Euro Basis und trage nachts/ frühmorgens die Tageszeitung aus.
      - ich bin als Vertretung/ Springer eingestellt, arbeite also immer wenn der Stammzusteller Urlaub/ krank ist etc. Deshalb schwankt mein Gehalt monatlich, jenachdem wie oft ich los war und welche Bezirke ich hatte .
      - als Nachweis führe ich ein Fartebbuch ( bekomme auch km Geld) , dieses muss ich am Monatsletzen fotografieren und per Mail zum Zeitungsverlag schicken. Aufgrund dessen wird dann meine Abrechnung erstellt.

      Nun bekam ich also Anfang Februar meine Abrechnung und ich fand es von Anfang an sehr " wenig" , da ich aufgrund von Krankheit sehr häufig los war. Ich habe dann alles nachgerechnet u d es fehlen mir ca.200 Euro.
      Am nächsten Tag habe ich bei der Personalabteilung angerufen und nachgefragt.
      Diese wollten die Abrechnung nochmal überprüfen. Nach etwa drei Tagen bekam ich eine Mail mit folgendem Inhalt: " Sie bekommen eine Nachzahlung von ca.200 Euro. Ich habe die Zahlung per Multi- cash angewiesen" Dieses war letzte Woche Montag, dem 12.2.
      Leider ist bis jetzt nichts angekommen. Am Montag habe ich nachgefragt und heute auch.
      Anstatt antworten bekomme ich recht freche Kommentare: " Haben Sie kein Geld mehr auf dem Konto" ? Oder " Vielleicht ist mir der Multi Cash Beleg von Schreibtisch geflattert"

      Was kann ich noch machen?
      Ich finde 200 Euro doch nicht sooo wenig Geld.
      Kann ich " drohen", dass ich nicht mehr arbeite, bis das Geld da ist?
      Betriebsrat?
      Es ist " nur" mein Nebenjob als Hausfrau und Mutter- mein Mann ist der Hauptverdiener und wir werden nicht verhungern, aber ch finde das nicht in Ordung und im Verhältbis zu keinem Lohn sind 200 Euro viel Geld...

      Wer kann mir Tipps geben?

      vielen Dank, Kristina

      • Hallo,

        egal ob es um viel Geld geht oder wenig, es steht dir zu und das würde ich im Notfall einklagen. Schließlich hast du eine Leistung erbracht und die muss entlohnt werden. Ich würde da nicht mehr anrufen und anfragen, sondern ein Schreiben schicken und eine Frist setzen bis wann das Geld da zu sein hat. Darin würde ich auch erwähnen, dass bei Nichtzahlung dein Anwalt sich der Sache annimmt. Arbeiten musst du trotzdem. Schließlich besteht ein Arbeitsvertrag, den du erfüllen musst. Auch wenn die Gegenpartei dieses anscheinend nicht zu tun scheint. Wenn mich nicht alles täuscht, kannst du für den Verzug auch noch eine Art "Strafe" verlangen. Darüber muss dich aber ein Jurist aufklären.

        LG
        Michaela

        • Das mit dem Anwalt ist so eine Sache, besonders einklagen.
          Zum einen wird sie bei einer Klage wohl kaum dort noch arbeiten können. Ausserdem wird schon ein Schreiben vom Anwalt teurer als die 200 Euro.

      Das Vorgehen ist relativ einfach. erst mal musst du deinem AG schriftlich und nachweisbar mitteilen, dass Geld fehlt. Per Telefon oder Mail geht das schon mal nicht.
      Am besten wäre ein Schreiben persönlich abzugeben und sich den Empfang quittieren lassen. Ansonsten ein Einschreiben schicken und Zeugen beim einpacken und versenden dabei haben.
      In dem Schreiben eine Frist setzen.
      Wenn die ohne Zahlung verstreicht, dann gehst du zum Arbeitsgericht und erhebst Lohnklage. Da ist nicht kompliziert, die rechtspfleger vor Ort helfen dir dabei. Dafür braucht man auch keine Anwalt. Das geht dann normalerweise alles sehr schnell.

    (7) 23.02.18 - 12:08

    Da du eine Email hast, in der steht, dass man dir die 200 Euro auszahlt, musst du das ja jetzt nicht noch einmal besonders anfordern.
    Trotzdem würde ich an dieser Stelle auf die Email antworten, dass du leider die Zahlung nich erhalten hast und darum bittest dem nachzugehen und dir das geld erneut zu überweisen.
    dann wartest du bis zu 2/3 Tage auf eine Antwort.
    sollte keine kommen, oder nicht schriftlich wiederholst du das ganze adressiert an den Vorgesetzten.
    Du kannst das ohne oder mit Frist machen, wenn da auch nichts kommt, noch einmal ansprechen und dann auch den Betriebsrat hinzuziehen,. Eventuell darauf hinweisen, dass du bei nicht bezahlen einen Anwalt hinzuziehen wirst. das überleg dir aber, weil die Anwaltskosten die 200 Euro wahrscheinlich überschreiten werden.

    In der Regel klärt sich spätestens aber ab der Email an den Vorgesetzten alles sehr schnell.

    Hatte ich gerade auch durch.

    Du hast eine Email, dass die Nachzahlung kommen soll aber bis jetzt kam nix.
    Also geh denen auf den Sack.
    Täglich anrufen, 2 mal die Woche eine Email als Erinnerung.
    Irgendwann auf Einwurfeinschreiben umstellen und Druck erhöhen.

    Auf dumme Kommentare wie "ist das Konto etwa leer" o.ä. würde ich gar nicht eingehen.

    Für sowas braucht man keinen Anwalt.
    Man muss nur hartnäckig bleiben.

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