Kündigung in der Frühschwangerschaft

    • (1) 28.03.18 - 17:18

      Hallo zusammen,

      ich habe im Moment viele Probleme mit meinem AG. Ich hatte im September meine 3.FG und war dem entsprechend auch eine Zeit lang krank geschrieben. Bin auch noch nicht al zu lange im Betrieb gewesen, als das passierte. Seit dem wurde ich auch nicht mehr so nett behandelt, wie vorher. Sticheleien und Mobbing waren dann leider keine Seltenheit. Aktuell bin ich wegen psychischer Probleme (auf Grund meiner Arbeit) schon seit 3 Wochen krank geschrieben. Meinem AG habe ich das so natürlich nicht gesagt.

      Seit letzten Samstag weiß ich nun, dass ich schwanger bin. Ein Bluttest gestern hat das bestätigt. Meinem AG habe ich noch nichts gesagt, wollte erst den richtigen Arzt Termin abwarten. Nun schreibt er mir heute per whatsapp, dass ich zum 30.04 gekündigt bin. Eine ordentliche Kündigung mit Begründung wird bestimmt noch folgen. Meine Probezeit ist um und es ist kein befristeter Vertrag.

      Was kann ich jetzt machen? Ich will ja auch nicht ohne Job dastehen aber dahin zurück geht nach dem auf keinen Fall. Welche Rechte habe ich?

      Vielen Dank für eure Hilfe.

      LG

      • Hey,

        du musst deinem Arbeitgeber nun schnellstmöglich mitteilen, dass du schwanger bist.
        Dann soll er dir bitte schriftlich mitteilen, dass er die Kündigung zurückzieht.

        • Danke für deine Antwort.

          Brauche ich da eine schriftliche Bestätigung vom Arzt und soll ich damit erst mal warten, bis ich die richtige Kündigung habe?

          Gibt es eine Art von BV, damit ich nicht mehr diesem ärger ausgesetzt bin?

          Bin gerade einfach nur überfordern. Wollte mir was neues suchen und da weg, aber die Situation hat sich ja nun geändert.

      Genau wie gesagt wurde: Schwangerschaft mitteilen, ärztliches Attest vorlegen, und hoffen dass der AG die Kündigung zurückzieht. Wenn nicht, musst du innerhalb von 3 Wochen nach Zugang der Kündigung beim Arbeitsgericht Kündigungsschutzklage erheben. Wenn du nichts unternimmst, wird die Kündigung innerhalb 14 Tagen nach Zugang rechtskräftig.

      • OK danke für die Aufklärung. Soll ich aber noch auf die richtige Kündigung warten? So eine Nachricht ist ja noch nicht so viel Wert und habe ja auch noch keinen Grund für die Kündigung.

        Gibt es eine Art BV in solchen fällen? Kann da ja nach den Geschehnissen nicht einfach wieder hin, dann machen die mich ja erst richtig fertig.

        • Das fände ich jetzt doppelt unfair, wenn du den Arbeitgeber erst ins Messer laufen läßt, und dann ergreifst du auch noch die Flucht ins BV. Zurecht fühlt er sich von dir veräppelt. Das befeuert doch noch den Konflikt.

          Schwangerschaft sfort bekannt geben und weiter arbeiten, wenn möglich.

      (10) 28.03.18 - 22:03

      Sie hat doch aber noch gar keine Kündigung, warum also jetzt schon Stress machen!

(11) 28.03.18 - 20:59

Eine Kündigung per WhatsApp ist erstmal nichtig, also war das wohl eher eine "Voranmeldung".
Also gibt es auch keine Rücknahme der Kündigung, SOLANGE SIE NICHT ZUGESTELLT IST! Man kann sich also den gesamten Ärger mit der Kündigungsschutzklage sparen, indem man umgehend dem Arbeitgeber mitteilt, dass man schwanger ist. Also morgen sofort wenn deine Arbeitsstelle aufmacht, sofort dem Chef oder HR (was auch immer ihr habt) freundlichst mitteilen (unter Zeugen, die du natürlich gleich mitnimmst praktischerweise), dass du schwanger bist. Falls ein Nachweis des FA gewünscht wird, wirst du das natürlich auf Kosten des AG noch erbringen.
Wie es dann weiter geht, muss dein AG und/oder dein FA entscheiden. Offenbar entspricht dein Arbeitsplatz den Mutterschutzrichtlinien, sonst würdest du nicht so fragen. Es gibt sowohl AG's, als auch FA's, die sich weigern, dann ein BV auszustellen...andere hingegen tun es problemlos. Eine Krankschreibung hingegen sollte kein Problem sein.

Ich sehe das etwas anders als meine Vorschreiberin.

Ich würde erst einmal abwarten, denn ob jemand per WA eine Kündigung mitteilt oder in Hamburg ein Spaten umfällt, ist egal. Sie ist nur in Schriftform überhaupt gültig und das erst ab Zugang. Dann kannst du immer noch aktiv werden.

Das was ich mir evtl. schon überlegen würde, ob du im Zweifelsfall das mit einem Anwalt klären willst oder alleine. Wenn mit Anwalt, dann dir jetzt schon Kontaktdaten raussuchen, die Zeit ist nachher eng.

Vor dem Arzttermin würde ich gar nichts sagen und danach dann eben ihm evtl. auf Verlangen eine Bescheinigung abgeben. Aber warte erst einmal ab, was überhaupt wirklich passiert.

  • Danke für deine Antwort.

    Es ist schon echt schwer weil jeder einem etwas anderes sagt, aber ich denke schon das ich erst mal bis zur richtigen Kündigung warten werde.

Sorry wenn ich nochmal nerve.

Einerseits willst du nicht gekündigt werden, andererseits willst du auf gar keinen Fall dort arbeiten. Das ist irgendwie widersprüchlich, das paßt nicht zusammen. Wenn du auf gar keinen Fall dort arbeiten willst, dann solltest du eigentlich nichts dagegen haben, wenn das Arbeitsverhältnis aufgelöst wird. Dann ist doch beiden Seiten geholfen.

Was willst du dann? Bei vollen Bezügen freigestellt bleiben. (Wer wollte das nicht?)

Wer soll's richten? Die Ärzte.

Wenn die aber irgendwann zu dem Schluß kommen, dass du arbeiten kannst, was dann?

Es ist nicht gesagt, dass die Kündigung zurückgezogen werden wird. Wenn der Arbeitgeber schwerwiegende Gründe vortragen kann, dann kann der die Kündigung über die Aufsichtsbehörde neu beantragen und der Kleinkrieg geht noch lange weiter. Das kann sich über Monate hinziehen und bis vors Arbeitsgericht gehen. Willst du das wirklich alles dann mit erleben?

Vielleicht wäre es für deine Nerven und deine Gesundheit das Beste wenn du dir einfach eine neue Stelle suchst und von vorn anfängst, irgendwo anders.

  • Vielleicht sollte man nicht gleich beleidigend werden und jemanden dinge unterstellen, wenn man die Situation nicht genau kennt und nur die Hälfte versteht.

    Ich weiß, dass es viele faule Menschen auf dieser Welt gibt und auch die AG oft die a Karte haben. Das hat aber mit mir nichts zu tun.

    Ins BV wäre ich eh wieder gekommen, weil es bei der letzten FG beim selben AG genau so war. Einfach allein schon weil ich von Anfang an als Risiko SS gelte. Wer das wann genau ausstellt ist ja wohl eher zweitrangig.
    Natürlich fühle ich mich bei der Arbeitsstelle unwohl. Ich wurde schließlich seit der letzten FG schon mies behandelt und was denkst du was dann jetzt erst los wäre. Vor allem wenn ich gegen die Kündigung angehen. Meinst du wenn sie verlieren und ich bleiben muss dann behandeln die mich auf einmal wieder super?! Denk mal bitte nach und Hetze nicht gegen mich. Es ist jetzt nun mal so gekommen aber warum soll ich jetzt einfach alles hinnehmen was so nicht in Ordnung ist.

    • Ich habe dich weder beleidigt noch gehetzt.

      Aber fair finde ich es nicht. Du pokerst mit den ärztlichen Attesten. Eine Risikoschwangerschaft ist an sich noch kein Grund für ein BV. Und Voraussetzung für ein BV ist immer Arbeitsfähigkeit.

      Wenn du eine Fehlgeburt vor der 12. SSW erleiden solltest, (was ich dir auf keinen Fall wünsche), dann darf dein AG dich sofort wieder kündigen.

      Das Problem wirst du mit Aufschieben nicht loswerden.

      • Deswegen suche ich ja hier nach Rat und Lösungen, weil ich mit der ganzen Situation natürlich auch ganz schön überfordert bin. Ich würde mir aber vielleicht auch etwas Verständnis wünschen und nicht nur für meinen AG. Ich bin auch nicht perfekt aber alles muss ich mir auch nicht gefallen lassen und nur im Nachteil sein, wenn es so nicht in Ordnung ist.
        Ich warte erst mal auf eine offizielle Kündigung und bis dahin mache ich mir schon meine Gedanken.

        • Momo hat völlig recht. Du solltest jetzt schnell handeln und die Schwangerschaft (schriftlich, ggf per Einschreiben Rückschein, mit der Bitte um Eingangsbestätigung) mitteilen, nach Möglichkeit BEVOR du die ordentliche Kündigung hast. Denn danach wird alles ungleich komplizierter.

          Dann solltest du wieder arbeiten gehen, zumindest kurzzeitig guten Willen zeigen. Wenn du dann wegen Mobbing oder was auch immer eine BV bekommst ist es ja ok, aber du kannst nicht direkt vom Krankenstand in ein BV.

          • (19) 29.03.18 - 11:44

            "aber du kannst nicht direkt vom Krankenstand in ein BV. "
            Und warum genau sollte sie das nicht können?!?!
            Rechtlich ist das vollkommen ok.

            "Denn danach wird alles ungleich komplizierter. "
            Was sollte danach komplizierter werden?!?
            Genau, nichts!
            Wenn sie die ordentliche Kündigung erhält kann sie immer noch die Schwangerschaft mitteilen. Ist der AG vernünftig, nimmt er sie dann schriftlich zurück, ist er es nicht, kündigt er ihr auch wenn sie ihm vorher die Schwangerschaft mitteilt!

            • (20) 29.03.18 - 11:54

              Vielleicht bin ich beim Thema Krankenstand und dann direkt BV nicht richtig informiert. Mag sein....

              Zum Thema warum es dann komplizierter wird: mit einer Mitteilung vorher nimmt man dem AG eventuell den Wind aus den Segeln und er schreibt gar keine Kündigung mehr. Ist die Kündigung erst raus ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass e diese auch durchfechten will mit betrieblichen Gründen hinterlegt, etc. Wenn du dich dann dagegen wehren willst brauchst du einen Anwalt, ne ja - aus meiner Sicht wird es dann komplizierter. Daher würde ich versuchen durch eine schnelle Mitteilung die ordentliche Kündigung zu verhindern. Wenn er dann trotzdem kündigen will, wird es auch trotzdem kompliziert, ist ja klar. Aber man hat es andersrum wenigstens einfach versucht.

              • (21) 29.03.18 - 12:03

                "Ist die Kündigung erst raus ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass e diese auch durchfechten will mit betrieblichen Gründen hinterlegt, etc."
                Die Kündigung ist Nichtig. Sie braucht sie nicht zu unterschreiben. Ob das weiter geht, hängt davon ab, was für ein Typ der AG ist.

              (24) 29.03.18 - 13:01

              " Ist die Kündigung erst raus ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass e diese auch durchfechten will mit betrieblichen Gründen hinterlegt, etc. Wenn du dich dann dagegen wehren willst brauchst du einen Anwalt, ne ja - aus meiner Sicht wird es dann komplizierter."

              Da scheinst du auch nicht richtig informiert zu sein, sonst würdest du nicht so einen Unsinn schreiben,

              Ist die Kündigung raus und sie teilt die Schwangershcaft mit, muss sie erstmal ncihts weiter machen, als die Schwangerschaft mitteilen, dann sollte der AG die Kündigung einfach schriftlich zurückziehen.

              Tut er dies nicht, muss sie Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht einreichen, dazu braucht man keinen Anwalt.

              Also, was ist daran kompliziert?

              "Daher würde ich versuchen durch eine schnelle Mitteilung die ordentliche Kündigung zu verhindern. Wenn er dann trotzdem kündigen will, wird es auch trotzdem kompliziert, ist ja klar. Aber man hat es andersrum wenigstens einfach versucht. "
              Wie gesagt, den Versuch kann man sich vorher sparen, denn die Mitteilung nach der Kündigung reicht ja vollkommen aus für die unkomplizierte Variante.

              Und betriebliche Gründe reichen ja nicht so einfach aus für eine Kündigung. Außerdem muss man die vorher einholen, eine Kündigung ohne vorherige Zustimmung der Aufsichtsbehörde ist immer nichtig, die kann er also gar nicht durchfechten, sondern nur später dann kündigen!

              • (25) 29.03.18 - 13:32

                Oh man, bleibt mal locker!!! Ich bin halt eher ein Freund der Deeskalation und würde dem AG eher sagen „Hör mal, wegen deiner What’s App, ich bin schwanger, die Kündigung kannst du dir also sparen“. Statt dass es für beide Seiten der totale Papierkrieg wird mit Kündigung-Mitteilung SS-Zurückziehehen der Kündigung, mieser Beigeschmack noch mehr,...

                Aber macht ihr mal!

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