KiTa kürzt Betreuungszeiten ohne Kostenausgleich

    • (1) 03.08.18 - 18:22

      Hallo!
      Aufgrund von Personalmangel schließt die Kita meines Sohnes seit 6 Monaten um 15 Uhr statt um 17 Uhr. Wie lange dieser Zustand noch anhält, ist unklar.
      Es handelt sich um eine kirchliche Einrichtung und der Kirchenvorstand hat - mit Hinweis auf die Satzung, die einen Kostenausgleich lediglich bei vollkommener Schließung der Einrichtung vorsieht - entschieden, dass weder die Gebühren der tatsächlichen Betreuungszeit angepasst werden, noch eine Alternative (Notgruppe) geschaffen wird, und die Eltern müssen eine Vesper bezahlen, die nicht stattfindet, weil sie außerhalb der Öffnungszeiten liegt.
      Mit einigem Unmut haben sich das die betroffenen Eltern bisher gefallen lassen. Nun wurde allerdings beschlossen, dass Kinder, die nicht pünktlich um 15 Uhr abgeholt werden können, eine Strafe bezahlen müssen.
      Weiß vielleicht jemand, ob das alles rechtlich so zulässig ist?
      Vielen Dank für eure Antworten.

      • Darüber würde ich mich bei einem Anwalt informieren.

        Hallo,

        das würde ich mir auf keinen Fall gefallen lassen. Wieviele Stunden habt ihr denn gebucht? Es gibt ja sicherlich verschieden buchbare Betreuungszeiten oder? Und das Vesper würde ich definitiv nicht bezahlen! Kann ja nicht sein.

        LG

        • (4) 03.08.18 - 21:25

          Bei uns gibt es 4h, 6h und 9h Verträge. Wenn ihr bspw. einen 9h Vertag habt und nun euer Kind nur noch 7h in die Betreuung gehen kann, dann müsst ihr natürlich immer noch den vollen Preis bezahlen. Das versteht sich von selbst.

          Wenn man sein Kind wiederholt verspätet abholt, muss man bei uns auch pro angefangene Stunde soundsoviel nachzahlen. Denke das ist überall so.

          Aber das Vesper, was es nicht mehr gibt, würde ich natürlich nicht bezahlen!

          • "Wenn ihr bspw. einen 9h Vertag habt und nun euer Kind nur noch 7h in die Betreuung gehen kann, dann müsst ihr natürlich immer noch den vollen Preis bezahlen. Das versteht sich von selbst. "

            Was ist das denn für ein Unfug?!

            Das versteht sich nur dann "von selbst", wenn die ELTERN entscheiden, das Kind nur noch sieben Stunden in die KiTa zu geben!

    Wie sind denn bei euch Betreuungszeit und Kosten geregelt?
    Wenn unsere KiTa um 15 Uhr schließen würde, läge die Betreuungszeit ab 7:30 Uhr (anders kann man nicht buchen) immer noch über 35 Stunden und somit immer innerhalb der höchsten Stufe (45 Stunden). Man würde also tatsächlich auch nach der Beitragssatzung der Stadt den vollen Beitrag bezahlen, auch wenn man die 45 Stunden gar nicht ausnutzen kann.

    Somit wäre die KiTa im Recht.

    Bei uns zahlt man aber auch nicht an die KiTa, sondern an die Stadt.

    VG Isa

Ich denke, das ist rechtens, da ihr den Platz ja eh nicht voll bezahlt, sondern nur einen Anteil von, keine Ahnung, vielleicht 20%?

Was sollen die denn auch machen, wenn sie kein Personal haben? Ohne Erzieherinnen, keine Betreuungszeit. Und das wird künftig noch schlimmer werden.

Das mit der Strafe bei nicht pünktlichem Abholen kenn ich von einigen Einrichtungen. Ist auch ok. Nicht beim ersten oder beim zweiten Zuspätkömmen, sondern wenn das regelmäßig der Fall ist.So muss ja wieder jemand länger bleiben, um auf das Kind aufzupassen.

(13) 04.08.18 - 07:39

Guten Morgen,
Ich würde da auch mal zum Anwalt gehen und mich beraten lassen.
Man kommt da ja ganz schön in die Zwickmühle, 2 Stunden täglich sind eine lange Zeit und mit den Arbeitszeiten evtl nicht vereinbar. In Vollzeit würden das 10 Std/ Woche weniger bedeuten-ca 40 Std im Monat- ich bin mir sicher, diesen Arbeitsausfall zieht der Chef vom Lohn ab- dann sollten die Gebühren, bei nicht erbrachter Betreuungszeit, auch dementsprechend gesenkt werden.
Wenn die Kita ein Leistungsangebot anbietet, dass die Eltern nicht annehmen, also wenn die Eltern selbst entscheiden, ihr Kind früher abzuholen, dann ist die Minderung der Gebühr nicht zulässig, das Angebot steht ja.
Aber wenn die Kita von sich aus das Leistungsangebot mindert, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass man trotzdem voll zahlen muss. Vor allem, nach so einem langen Zeitraum.
Lass Dich da mal beraten!
Ich drücke Dir die Daumen, dass die Situation bald besser wird!
LG Clara

Kannst Du die Betreuungszeit nicht um zwei Stunden reduziren und dadurch weniger bezahlen?

Wir können 6, 8 und 10 Stunden Plätze buche und problemos zwischen 8 und 10 Stunden in Monatsfrist wechseln, weil beides Ganztagesplätze sind.

Ansonsten würde ich mich auch bei einem Anwalt beraten lassen. Dass man kurzfristigen Ausfall (z.B. durch Krankheit oder auch mal 1 oder 2 Monate nach einem Personalweggang, so durchstehen muss) okay. Aber wenn es über Monate geht und kein Ende absehbar ist, dann sollte der Träger da ja schon was machen.

Ich würde mich aber auch als Elternschaft zusammen tun und gemeinsam dagegen vorgehen, als erstes dass die Vesper am Nachmittag nicht mehr bezahlt werden muss und als zweites bzgl Betreuungszeit und -gebühren. Wenn jeder nur ein bisschen mecket wird nichts passieren.

Wir hatten das gleiche Problem damals bei meinem Ältesten - heute ist er 12 und zum Glück nicht mehr im Kiga.

Ihr könnt nicht die Gebühren kürzen. Allerdings könnt ihr mit etwas Glück auf eure vollen Betreuungszeiten kommen - und ich schätze das wäre dir eh lieber. Bei uns haben sich damals die Eltern, mit dem kirchlichen Träger und den Erziehern ganz offiziell zusammengesetzt. Ein Vertreter der Stadt war ebenfalls anwesend.
Wir Eltern haben bei dieser Zusammenkunft klar gemacht, dass die aktuelle Situation unhaltbar ist. Letztendlich sollte jeder der beteiligten Gruppen etwas zur Änderung beitragen. Das Resultat des Ganzen war:
- die Stadt hat eine deutliche Lohnerhöhung der Erzieher genehmigt, die allerdings eine ebenso deutliche Gebührenanhebung ab dem nächsten Kitajahr zur Folge hatte. Jedoch war es der Kita durch die höheren Löhne so möglich umgehend neues Personal zu finden.
- der Träger hat dem Personal 1 weiteren Urlaubstag genehmigt - ebenso mit dem Hintergrund Personal zubinden und neues Personal zu finden
- die bisherige Leitung sollte ab sofort nicht mehr als Erzieherin arbeiten und sich voll auf ihre Tätigkeit als Leiterin konzentrieren. Außerdem erhielt sie als neue Unterstützung eine 450€-Kraft.
- die Eltern haben dann unter sich ausgemacht, den Erzieherinnen ab und an doch auch mal eine kleine Wertschätzung zukommen zu lassen. Dies geschah z.B. in Form eines kleines Obstkorbes für den Erzieherraum oder mal eine Tafel Schokolade oder ein Blumenstrauß. Wir waren echt froh, dass diese Erzieher mit ihren Unmengen an Überstunden tatsächlich noch nicht gekündigt hatten.

Es hat keinen Monat gedauert, dann kamen die neuen Erzieher und der Betrieb normalisierte sich.

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