Frage Beschäftigungsverbot für Kollegin

    • (1) 06.08.18 - 13:04

      Hallo,

      ich habe eine Frage eine Kollegin betreffend und hoffe ihr könnt mir helfen.

      Sie ist schon seit Jahren nicht mehr wirklich belastbar, war immer wieder krank zwischendurch und hatte dann die Stunden insgesamt reduziert. Damit ging es ihr dann einigermaßen und sie hat ihre Arbeit gut verrichtet, aber als gesund würde ich sie nicht bezeichnen. Sie ist generell nur wenig belastbar.

      Nun ist sie schwanger und hat aber noch bis zum Herbst, wo der Mutterschutz beginnt.
      Sie kann ihren Urlaub aus 2018 und auch den Urlaub, der sich für 2019 aus dem Mutterschutz ergibt, noch nehmen, bevor der eigentliche Mutterschutz beginnt.
      Aktuell arbeitet sie noch weniger Stunden und bummelt nach Rücksprache mit dem AG Überstunden ab und der Urlaub wird wie gesagt noch vorher genommen.
      Insgesamt bleibt aber noch eine Lücke, die sie mit ihrer regulären Arbeit überbrücken müßte.

      Sie fühlt sich momentan überfordert, kann aber nicht richtig sagen woran es liegt. Die Hitze und Wasser in den Beinen macht ihr zu schaffen. Hat Weinkrämpfe und beißt sich durch, wäre aber am liebsten schon zu Hause und im Gespräch mit ihr kam das Thema Berufsverbot auf. Ich wollte mich hier einfach mal erkundigen um ihr ggf. Infos an die Hand zu geben, da sie einfach den Kopf nicht frei hat und ich glaube es würde ihr schon Druck nehmen, wenn sie wüßte, was notfalls machbar wäre.

      Sie verrichtet eine Tätigkeit im Büro, überwiegend sitzend und immer wieder auch mal umherlaufend. Das Team hier ist nett und Chefs sind nett und alle versuchen Rücksicht zu nehmen soweit es geht. Aufgaben werden nach Rücksprache mit ihr angepaßt.

      Nun stellt sich die Frage. Wie sie die Lücke ggf. überbrücken kann, wenn aller Urlaub genommen und alle Überstunden abgebummelt sind.

      Darf der FA sie berufsunfähig schreiben in so einem Fall? Oder der AG? Oder bleibt nur krank schreiben lassen, wenn sie merkt es geht gar nicht mehr.

      • DAs klingt alles nicht nach Beschäftigungsverbot, sondern nach AU.
        UNd wenn sie sich jetzt schon überfordert fühlt, dann evtl. auch jetzt schon!

        • Danke für die rasche Antwort. Habe ich fast vermutet. Liegt das ehr daran, dass in dem Sinne keine Gefahr für Leib und Leben vorliegt oder weil das Krankheitsbild schon vorher irgendwie da war, auch wenn jetzt natürlich durch die Schwangerschaft weitere Beschwerden dazu kommen?

          AU wurde auch in den Raum gestellt durch AG, aber aktuell möchte sie es gern noch versuchen wie oben beschrieben.

          Wir passen hier alle auf sie auf und müssen sie teilweise echt schon heim schicken, weil sie manchmal (warum auch immer) zu wenig auf sich acht gibt und sich abgrenzt, obwohl sie ja nun auch noch für jemand anders mit verantwortlich ist, aber ich denke das ist auch das Problem, was zu diesem Zustand bei ihr geführt hat.

          Trotz vieler Gespräche auch mit der Geschäftsleitung und Kollegen schafft sie es leider nicht da was zu ändern, obwohl wir ihr schon alle so oft gesagt haben, es wäre uns lieber sie signalisiert rechtzeitig, wenn sie an ihre Grenzen kommt, als wenn es uns alle kalt erwischt und sie von einem Tag auf den anderen plötzlich ganz bzw. für längere Zeit ausfällt....

          • (4) 06.08.18 - 14:04

            Ein Beschäftigungsverbot setzt eine Arbeitsfähigkeit voraus, die hat sie ja aber auf Grund der Beschwerden nicht.

            Und ja es besteht keine Gefahr für sie oder das Baby durch die Arbeit. Also ist eine AUB der einzig richtige Weg. Aber ist ja für 2 Wochen oder auch 6 Wochen nicht schlimm.

      Dann muss sie die Stunden halt noch weiter reduzieren. Ganz einfach

Ihr könnt dem Arzt die Entscheidung nicht vorwegnehmen. Es liegt im ärztlichen Ermessen, das zu beurteilen. Daher ist es müßig, darüber zu spekulieren, was der Arzt machen kann. Man kann sich nicht "krank schreiben lassen", man dem Arzt nur seine Beschwerden schildern.

Ein betriebliches Beschäftigungsverbot scheidet aus, da die Tätigkeit zumutbar ist.

Was man immer machen kann, ist unbezahlten Urlaub zu nehmen. Falls alle Stricke reißen.

  • Klar entscheidet der Arzt am Ende, hat auch nie jemand hier was anderes behauptet. Mir ging es aber darum, kann der Arzt ihr überhaupt ein BV aussprechen unter diesen Umständen oder nur eine AU.

    Ich glaube auch kaum, dass ein Arzt einer Schwangeren ne AU verweigert, wenn sie ihm diese Beschwerden so schildern würde.
    Da hatten wir hier leider schon ganz andere Kollegen, wo die mit Ansage krank geschrieben wurden und immer schön mit wechselnder Diagnose...

    Unbezahlter Urlaub werd ich ihr noch sagen, aber das wird sie wahrscheinlich aus finanziellen Gründen nicht in Erwägung ziehen können.

    • Wenn's ums (eigene) Geld geht, dann ist Krankheit halt doch relativ.....

      Die Selbstständigen sind deshalb fast ausnahmslos alle in der Lage bis zur Geburt zu arbeiten. Die Angestellten brauchen zu einem großen Teil Beschäftigungsverbote.

      • Sie ist keine der Frauen, die eigentlich arbeiten könnte, aber nicht will. Wie ich oben geschrieben habe, geht sie oft unvernünftiger Weise über ihre Grenzen hinaus, die nun mal aus gesundheitlichen Gründen bei ihr niedriger angesetzt sind als bei anderen.

        Und es ist doch völlig okay erstmal zu schauen, ob es da eine Lösung gibt, die ihre Situation entspannen könnte, wenn es für einen Fall wie ihrem vorgesehen ist. Sie kann es sich schlichtweg nicht leisten ohne Geld zu Hause zu bleiben und würde in dem Fall sicherlich auch wie so mancher Selbstständiger einfach weitermachen, aber ob das in dieser Situation gut für sie und das Baby wäre, ist fraglich.
        Und viele Selbstständige würden es doch genauso machen, wenn sie die Option hätten. Sie sind nicht "besser" als Angestellte, sondern ihnen stehen manche Optionen einfach nicht zur Verfügung und so müssen sie einfach.

    Also ganz klar ein Fall für die AU! Sie hat körperliche Beschwerden, die nicht auf ihre Tätigkeit zurückzuführen sind. Ihr geht es nicht gut, sie kommt nicht klar und so, wie du das beschreibst, gefährdet sie dadurch sich und ihr Kind.

    Unbezahlter Urlaub ist ja in dem Fall sinnlos, denn dann bekommt sie kein Geld und das ist ja eben das Problem, wie du schreibst.

    Sie soll sich krankschreiben lassen, ich verstehe nicht, warum da so ein Drama e herrscht. Entweder sie schafft es oder eben nicht.

    • Ich frag mich halt, weil die "Beschwerden" zum Teil ja auch vorher schon da waren, also die Überlastung/Überforderung. Ist halt jetzt nur noch stärker geworden bzw. "normale" Schwangerschaftsbeschwerden dazu gekommen-

      • Naja rein theoretisch hätte sie sich auch schon vorher krankschreiben lassen können 🤷‍♀️

        (16) 07.08.18 - 16:22

        Wenn sie überlastet bzw. überfordert ist, soll sie kündigen

        • (17) 07.08.18 - 18:38

          Ich weiß nicht, warum immer gleich so bitzige Antworten kommen müssen.... wir kennen die Kollegin nicht und es liegt in der Sache der Natur, dass man in jedem Arbeitsumfeld verschiedene Mitarbeiter hat.
          Der AG kann sich auch manchmal aufgabentechnisch auf solche Mitarbeiter einstellen - das geht.
          Jeden gleich zu raten zu kündigen finde ich übertrieben und geht ja auch grade am Thema vorbei 😉
          Wir müssen manchmal einfach auch Mensch bleiben und nicht dank der Anonymität des Internets Antworten voller Härte raushauen.

          Besser motiviert und überfordert (da lässt sich meist was drehen) als unmotiviert und faul und nicht fähig.

          An die TE:
          Ich würde an ihrer Stelle auch zum Arzt gehen und schauen, ob eine AU angezeigt ist.

(18) 06.08.18 - 18:47

An ihrer Stelle würde ich mich bei dem Frauenarzt auskotzen. Ihm erklären, wie ich mich fühle und dann ihn entscheiden lassen. Aber so wie sich das anhört, ist ein Beschäftigungsverbot nicht erforderlich. Trotzdem würde ich mit dem Arzt reden. Alles gute für sie weiterhin.

Hallo,

das könnte schon auf ein BV hinaus laufen, allerdings muss sie sich da an ihren Frauenarzt wenden. Allerdings sollte sie das jetzt schon tun und nicht erst Urlaub, Überstunden abbummeln. Sie hat jetzt Beschwerden und es sollte jetzt gehandelt werden. Das ist für den AG immer unschön, aber mir klingt das jetzt nicht so, daß sie auf ein BV pocht.
Ich finde Deine Einstellung sehr löblich!

LG

  • Danke, ich werd ihrs einfach nochmal sagen. Sie hat sowieso die Tage nen Termin wegen diesem Zuckertest, dann kann sie ja sicherlich nochmal ansprechen beim Arzt, wenn sie es denn macht, aber hier im Büro wird ihr keiner Steine in den Weg legen. Ist ein gutes Miteinander hier von allen Seiten und das soll auch so bleiben.

Worin siehst du denn ein BV begründet? Sie führt schwangerschaftsgerechte Tätigkeiten aus und ihre Beschwerden sind nicht auf ihre Tätigkeit zurückzuführen. Auch sind weder sie noch ihr Kind durch ihre Tätigkeit gefährdet.

Also wenn dann AU aber niemals BV!

Hallo.

Ich habe eher den Eindruck, als ob deine Kollegin ein Fall für einen Psychologen wäre.

Geht es ihr denn gut, wenn sie zuhause ist???

Wie soll das mit dem Baby funktionieren, wenn ihr schon 2 - 3 Stunden Arbeit am Tag zu viel sind??

LG

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