Alg 2 - Mathe und Deutschunterricht für 60-jährige?

    • (1) 28.09.18 - 15:50

      Hallo miteinander,

      ich hoffe, ich bin hier im richtigen Forum.

      Ich hab mal ne Frage für meine Schwägerin. Sie ist fast 60 Jahre alt und leider seit sehr vielen Jahren in Alg2-Bezug. Sie hat, soweit ich das weiß, nur immer als Hilfsarbeiterin gearbeitet. Ist in der ehemaligen DDR aufgewachsen und hat dort lediglich eine Förderschule, damals Hilfsschule genannt, besucht.

      Nach der Wende hat man sie wieder und wieder mit 1-Euro-Jobs über die Runden gebracht. Da hat sie beispielsweise Püppchen gehäkelt und ähnliches Zeug.

      Jetzt hat man sie wieder zu einer Maßnahme von der Arge eingeteilt. Und nun komme ich zum eigentlichen Thema. Diese Maßnahme ist eine Art Unterricht. Sie hat einen Stundenplan erhalten. Wie in der Schule. Dabei sind täglich Mathe und Deutschunterricht auf dem Plan. Dann etwas Word, Bewerbungstraining etc. ist auch dabei.

      Meine Schwägerin ist jetzt am Ende mit den Nerven. Sie ist die Einzige in dem Kurs. Hat quasi 1:1 Unterricht. In Mathe muss sie Arbeitsblätter ausfüllen. Mein Schwager hat uns mal eines zur Ansicht geschickt. Das ist ne Art Geometrie. Ich würde sagen, auch Übungen für räumliches Denken mit geometrischen Figuren. Ich muss gestehen, ich hab auch erstmal etwas irritiert geschaut und wußte nicht genau die da wollen.

      Sie ist vollkommen überfordert. Die Schulung ist ganztags.

      Ich selber hab ein Problem zu verstehen, was genau das bezwecken soll. Sie ist nach einer Hüft-OP gesundheitlich eingeschränkt. Sie wird mit hoher Wahrscheinlichkeit, aus dem Alg2-Bezug in Rente gehen.

      Gibt es Leute hier, die mir mal erklären können, was diese Maßnahme bezwecken soll? Ich hab Vergleichbares nie gehört.

      Bewerbungstraining ja.. aber echten Mathe und Deutschunterricht. Nein. Das kenn ich nicht.

      Kann das jemand erläutern? Danke schon mal vorab.

      • Sie steht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung, also muss sie auch an Maßnahmen mitwirken, die der Arbeitslosigkeit entgegenwirken.

        Ich verstehe ihr und dein Problem jetzt nicht.

        • Ich möchte lediglich wissen, ob es normal und üblich ist, dass Alg2-Empfänger, Mathe und Deutschunterricht kriegen. Deutsch würde ich ja noch verstehen, wenn sie defizite in der deutschen Sprache hätte. Hat sie aber nicht.

          Ich persönlich kenn das in diesem Umfang nicht. Auch nicht aus solchen Maßnahmen heraus. Ich hab auch von anderen Betroffenen nie sowas gehört. Bewerbungstraining, Unterlagencheck... ja.

          Aber Unterricht wie in der Schule für eine 60-jährige, versteh ich nicht. Und ich würde gern wissen, ob irgendjemand weiß, welcher Sinn damit verfolgt wird oder was die Hintergründe für sowas sein könnten. Inwiefern würde denn der Geometrieunterricht ihrer Arbeitslosigkeit entgegenwirken?

          Das sie hingeht und generell zur Verfügung steht, ist ja klar. Auch wenn ich das in ihrem Fall wirklich als Geld- und Zeitverschwendung ansehe. Aber das muss das Amt ja selber wissen.

          • Sie hat noch 7 Jahre und die kann sie vermutlich eher nutzen, wenn sie eben ihre Defizite aufarbeitet.
            Und wer nur eine Hilfsschule besucht hat, wird in Mathe und Deutsch Defizite haben und damit außer Putzjobs nicht viel finden.

            • Putzjobs kann sie aufgrund ihrer kaputten Hüfte gar nicht machen. Das darf man ja nicht unterschätzen. Putzjobs sind häufig echte Knochenjobs.

              Hilfsschüler sind in der DDR mit 14 aus der Schule gegangen. Also nach der 8. Klasse. Denkst du wirklich, dass sie jetzt mit fast 60 ihre diversen Defizite noch aufarbeiten kann und, dass ihr der jetzige Geometrieunterricht in einen Job verhelfen wird?

            mit 60 Jahren wird sie eh keinen Jpb mehr bekommen...egal welche Defizite man hat oder mega Ausbildung.

            • Ach ja, da gibt's so einige, die die bekommen haben und da kann sie sich eben auch noch ein bisschen Mühe geben statt uns 7 Jahre nur auf der Tasche zu liegen!

              • Ach weißte, wenn ich bedenke, welche Unsummen in Deutschland an Steuergeldern verschleudert werden, ist das meine kleinste Sorge.

                Und was heißt Mühe geben. 30 Jahre wars dem Staat auch egal, ob sie arbeitet oder nicht. Da hat man sie Püppchen häkeln lassen und solchen Quark.

                Inzwischen ist sie gesundheitlich stark angeschlagen und kann eh nicht mehr großartig eingesetzt werden in der Arbeitswelt, mit der sie seit 1989 nichts mehr zu tun hatte.

                Sie jetzt, mit ihrer geringen Schulbildung, mit fast 60 in einen Matheunterricht zu stecken, find ich sehr schräg.

                Aber offenbar stehen da aus dem Steuersäckel auch genug Mittel zu Verfügung, um dieser Frau jetzt Mathe-Nachhilfe, obendrein im Einzelunterricht, zu erteilen. Mit welchem Sinn muss man ja nicht begreifen.

        (15) 29.09.18 - 11:46

        Man kann auch mit Hilfsschule mehr machen außer Putz und Aushilfsjobs. Ich meine natürlich kein Studium oder etc. , aber dazwischen gibt’s es noch andere Möglichkeiten.

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