Erbe - Mann möchte Haus erben, ich nicht

    • (1) 07.12.18 - 22:25

      Hallo,

      vielleicht hat jmd eine Idee oder einen Hinweis für mich, ich bin gerade echt verängstigt.

      Die Basics: 20 Jahre verheiratet, beide um die 40, 3 Kinder zwischen 17 und 9, sehr ländliche Gegend.

      Wir bewohnen in einem Haus über Eck eine Haushälfte (ca. 120qm), die Schwiegereltern die andere Haushälfte (200qm). In der mittleren Etage gibt es ein Zimmer, welches die "Wohnungen" verbindet.
      Unsere Haushälfte hat mein Mann vor 20 Jahren per regulärem Kaufvertrag aus dem Gesamtgebäude ausmessen lassen und rausgekauft. Zu dem Haus gehört ein Grundstück mit 10ha Wiese, Obstbäumen usw. welchen wir mitnutzen.
      Mein Mann hat einen Bruder (+ Frau und Kinder)

      Nun sind die Schwiegereltern verstorben und die Brüder beginnen, sich über das Erbe zu unterhalten. Es existiert noch Barvermögen (80T) und um die 40ha Wald oder Wiesengrundstücke irgendwo im Niemandsland, verpachtet an Landwirte.

      Die beiden sind auf die Idee gekommen, mein Mann wird Alleinbesitzer vom Haus und der Bruder bekommt die Grundstücke und das Barvermögen. Würde sich im Großen und Ganzen ausgleichen, aber:

      Ich möchte die andere Haushälfte nicht. Zusätzliche Kosten, zusätzliche Arbeit. Vermieten hier auf dem Land fast unmöglich, zumal die Haushälfte echt verbaut ist. Das größte Problem aber: Mein Mann und ich sind mit unserer Hälfte schon überfordert. Die Tapeten teilweise vollgeschmiert, die Katzen haben viele Kratzer in den Wänden hinterlassen, das Treppenhaus wurde vor 5 Jahren zur Hälfte gestrichen, seitdem nicht weiter.

      Mein Mann und ich arbeiten beide voll. Wir haben viele Hobbies und Prioritäten, ein ordentliches Haus gehört leider nicht dazu. Und allein schaffe ich es nicht. Ich kann nicht allein renovieren, tapezieren, malern, den Haushalt und die Kinder einigermaßen im Griff haben. Ich schaffe alles nur irgendwie so.

      Wie gesagt, mein Mann arbeitet viel, er soll sich am Feierabend ruhig ausruhen oder ab und an seine Kumpels besuchen.

      Wie gesagt, wir sind beide keine Haushaltstypen und nun will er sich - will er uns - ein weiteres Haus ans Knie nageln??? Ich will das nicht! Wir schaffen das nicht!

      Aber er ist sauer wenn ich meine Bedenken äußere und sagt, ich würde nur Probleme sehen. Sooo viel wäre das nicht, und wenn wir in der anderen Haushälfte nichts machen, dann wäre das eben so. Aber wozu brauchen wir sie dann?

      Bitte, hat jemand einen Rat für mich?

      Danke fürs Lesen!

      Ich möchte euch zu bedenken geben, dass ihr dann Besitzer Türe an Türe habt, die ihr einfach so nicht mehr loswerdet. Falls es nicht harmoniert. Ich würde die Haushälfte natürlich kaufen, auch wenn sie leersteht. Allein schon um für sich selbst eine Unterkunft im Alter zu haben, und evtl ist die eigene Familie nebenan.

      Wiesen und Wälder sind auch toll. Auf jeden Fall ist es ganz toll, wenn man so was vererbt bekommen hat.
      Und was hindert euch dran, einen vernünftigen Handwerker anzustellen, um wenigstens mal die eigene Wohnung auf Vordermann zu bringen?
      Wir machen das so. Alle paar Monate ein kleines Projekt, durch einen Handwerker. Mal ein Fußboden, der erneuert werden muss, mal was anderes. Und so macht das Spaß, weil im großen und ganzen alles top aussieht. Und was nicht, das kommt auf die Liste.

    • Hallo, verpachtestes Land spült jährlich Geld in die Kasse. Diese komische Rechnung (der eine ein verbautes halbes Haus und der andere Geld plus Land plus Pacht) geht gar nicht auf.

      Ich würde das Ganze erst einmal vernünftig schätzen lassen. Und dann versuchen vom verpachteten Land einen Teil zu behalten und den Rest los zu werden. Einschließlich eurer Haushälfte.
      Ihr habt Kinder wie kann man so wohnen?

      Gruß Sol

      • Ob das ne komische Rechnung ist oder „aufgeht“ kann man doch wohl nur beurteilen, wenn man den Wert des Hauses, den Wert der Ländereien, die höhe der Pacht, etc. kennt. Und weitere Faktoren wie Marktpreisentwicklung der Immobilien in der Lage, Infos ob das Land ggf. irgendwann Bauland wird,...

        • Am Arsch der Welt sind Immobilien fast nichts wert, die Agraflächen auch fast nichts. Neben Ballungsräumen sind die Immobiliepreise deutlich höher und die Agraflächen ebenfalls.
          Von daher ist schnurzegal ob das verpachtete Land irgendwann Bauland wird. Agraflächen steigen massiv im Wert.
          Wo viel gebaut wird steigt auch der Wert der Agraflächen, denn es werden Ausgleichsflächen benötigt. Land kann man nicht vermehren.

          • Wald/Wiese/Obst ist allerdings ein bisschen was anderes als gewerblich nutzbare Agrarfläche.
            Und in der Nähe von Ballungsräumen steigen auch die Immobilienpreise ganz enorm, eben weil (Bau)land sich nicht vermehren lässt.

    Ihr habt drei Kinder! Da wären 200 qm eher gemütlich als nur 120 qm. Das älteste Kind ist fast schon in dem Alter, in dem man eine eigene Wohnung brauchen könnte.

    Ihr habt einfach nur eure Verantwortung fürs Haus schleifen und eure Wohnung vergammeln lassen. Wenn die Katzen die Tapeten runterholen, warum schafft ihr sie nicht ab?

    Es ist alles eine Frage der Organisation und Disziplin.
    Ich glaube nicht, dass es mit einem Umzug in eine kleinere Wohnung getan wäre. Ihr braucht den Platz schließlich. Ihr müßt euch mehr organisieren. Vollzeitjobs und Hobbys sind doch keine Ausrede dafür, dass man ein Treppenhaus nur zur Hälfte streicht und den Rest beläßt. Was für ein Vorbild seid ihr euren Kindern denn?

    • Meinst du Tapeten oder Katzen abschaffen???

      Die Katzen gehören zur Familie und sind allen falls schlecht erzogen, unterfordert.
      Ich würde die Tapeten abschaffen oder mich vernünftig mit den Katzen beschäftigen/trainieren

Meine Vorschreiberin hat es schon gesagt: das geht sich ganz und gar nicht aus. Das verpachtete Land bringt jedes Jahr weiter Geld und nochmal einen Batzen, wenn es verkauft wird; das Barvermögen kann gewinnbringend investiert werden.

Aber die Haushälfte neben eurem kostet euch Geld. Vermieten könnt ihr sie nicht, schreibst du selbst. Wenn ihr sie behaltet, dann MÜSST ihr was dran machen. Zumindest instand halten. Gar nichts tun, ist keine Option, weil euer eigenes Haus da dranhängt, und wenn der Schimmel sich durch das andere Haus zu eurem frisst, habt ihr ein Problem.

Die Aufteilung ist für euch von Nachteil und das sollte dein Mann auch erkennen. Ich finde es auch gut, dass du deine Grenzen erkennst: ihr habt schlichtweg nicht die Ressourcen für ein weiteres Haus. Wie soll das funktionieren? Will dein Mann einen Hausmeister einstellen? Denn ihr werdet es zeitlich nicht schaffen.

Da sollen die Brüder eine andere Lösung finden. Und wenn sie das Haus verkaufen, den Gewinn dem Erbe zuschlagen und alles untereinander teilen.

Wie du das deinem Mann klarmachen kannst, wenn er "beleidigte Leberwurst" spielt, weiß ich allerdings nicht.

  • Das ist doch pauschal nicht richtig so! Es gibt Gegenden da kaufst du von der Pacht einer Streuobstwiese nichtmal nen Kasten Bier. Wie willst du das also beurteilen? Klar, das Barvermögen könnte man gut anlegen.

    Aber andersrum könnte man das komplette Haus (beide Teile) auch gewinnbringend verkaufen und davon oder einem Teil des Erlöses was neues kaufen, was eher zu einem passt. Rest ebenso investieren wie das Barvermögen.

Ich würde die 40ha nehmen #winke

"nichts machen" ist bei einem Haus nicht ideal. Den kosten hat man trotzdem, Steuern, Abgaben, Müll kann man in manchen Gemeinden abbestellen, aber ein wenig heizen muss man immer. Schaut doch mal was die Schwiegereltern bisher bezahlt haben.

Kann man das Haus ganz offiziell teilen und dann die Hälfte verkaufen?

Wollt ihr überhaupt andere Leute neben euch?

Und: leistet euch doch einmal ein paar Handwerker und lasst in eurer Hälfte die Sachen fertig machen...

LG

Wenn Ihr das Haus nicht nehmt und in Eurem wohnen möchtet werdet ihr auf Dauer ggf mit wildfremden Menschen zusammen leben.

Und die werden Euch ggf nicht erlauben die 10 ha Grundstück mitzubenutzen.

Das wäre für mich Horror

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