Was passiert mit Überstunden, die in der SSW geleistet wurden?

    • (1) 24.01.19 - 16:38

      Hey ihr!

      Ich (heute 10+6) bin etwas verwirrt. Man weiß ja nicht sofort alles und so habe ich nun wirklich das erste Mal gelesen, dass Schwangere maximal 8,5 h pro Tag arbeiten dürfen.

      Nun habe ich aber alleine diesen Monat schon 8h plus auf dem Konto und in den ersten vier Wochen vor Weihnachten habe ich auch nochmal ca 6/7 Stunden gesammelt. Ich möchte meinem AG aber erst über die SSW informieren, wenn wir unsere Testergebnisse (Diagnostik) bekommen haben, also in ca 3 Wochen.

      Was passiert mit meinen Überstunden? Die werde ich ja wohl behalten dürfen, sonst hätte ich ja umsonst gearbeitet? Oder gilt das Überstundenverbot erst ab Bekanntgabe der SSW (vorher hat man ja auch keinen Anspruch auf den besonderen Arbeitsschutz meine ich..)? Ich habe nicht vor zu sammeln, aber manchmal geht es doch schnell, dass man mehr als 30 Minuten länger macht. Eine Stunde ist da mal schnell zusammen bei mir.

      Finde im Netz leider keine Antworten, aber sollte ich keinen Anspruch auf meine Plusstunden haben (was irgendwie frech wäre?) würde ich ab morgen natürlich drauf achten, maximal 30 Minuten pro Tag Plus zu machen...

      Danke schon mal! :)

      • (2) 24.01.19 - 16:44

        Na klar bleiben die bestehen, da ja keiner von deiner Schwangerschaft weiß. Und so lange das so ist gilt das Gesetz nicht für dich. Also hast du keine Rechte, keinen Schutz und kannst theoretisch arbeiten, soviel du möchtest, noch ist das alles deine Sache.

        Aber ich würde es schon sagen, damit du geschützt bist auf der Arbeit. Und deine Rechte einfordern kannst.

        • Danke für die Antwort!

          Da ich einen Bürojob habe, der im Jahr maximal 3 Auswärtstermine beinhaltet und ich auch sonst keine Tätigkeiten übernehmen muss, die mich gefährden könnten, warte ich bis zur 13/14 SSW ab. Würde sich das jedoch plötzlich ändern, würde ich es eher sagen. Aber Excel und Outlook schaden bisher eher weniger 😄

          Prinzipiell weiß ich aber natürlich was du meinst. 👍

          • (4) 24.01.19 - 17:00

            Ja dachte mir schon, dass du im Büro oder so arbeitest. Du tust das, was für dich am besten ist, das ist wichtig.

            Mir ging es nur um sowas wie eine Liegemöglichkeit oder mehrere Pausen etc. 😊

          • Ganz ehrlich: ich würde einfach das so machen wie es dir gut geht. So lange du nicht gestresst bist ist alles in Ordnung. Manchmal stresst es ja einen auch wenn man denkt, man darf jetzt nicht noch ne halbe Stunde da sitzen obwohl man gerade im Fluss ist..

            • Sehe ich ganz genauso. Zudem gibt es ja die Regel mit den 90 Stunden in der Doppelwoche.

              Die Überstunden bleiben natürlich erhalten, dein AG wird aber sicher fordern, dass du sie vor dem Mutterschutz abbummelst.

              • Trotzdem darf sie auch nicht über 8,5 Stunden pro Tag kommen. Als jemand, der eine Fünf-Tage-Arbeitswoche hat, kommt man eh nicht an die 90 Stunden Grenze, weil bereits die 8,5 Stunden das ausbremsen.

                • Da hast du recht. Bei einem Bürojob ist das natürlich eh auch alles ne Frage der Eigenverantwortung.

                  Bei mir im Betrieb werden z.B. keine Stunden erfasst, zudem war ich beruflich auch viel außer Haus und Pausen teilt man sich selbst ein. Meine Vorgesetzen können gar nicht kontrollieren, wann meine 8,5 Std. voll sind. Da muss ich selbst drauf achten oder schauen, was ich verträge und was mir an einem Tag zu viel wird. Gehöre da aber auch eher zu denen, die keinen guten „Flow“ unterbrechen und dann lieber ne Stunde mehr machen. Dafür gehe ich dann an nem anderen Tag früher oder komme später, weil ich’s nicht aus dem Bett schaffe ;-)

              "Zudem gibt es ja die Regel mit den 90 Stunden in der Doppelwoche. "
              Aber das ist keine Bestimmung, dass du entweder nicht mehr als 90h in der Doppelwoche arbeiten darf oder nicht mehr als 8,5h am Tag, sondern beides ist nicht erlaubt. Geht um mehr als 5-Tage-Woche!

              • Ja, hab es jetzt begriffen ;-)
                Gehandhabt hab ich es trotzdem anders, aber da muss ja jeder selbst eigenverantwortlich handeln.

                • IN dem Moment hat es aber nichts mit Eigenverantwortung zu tun und damit meine ich nicht die Verantwortung für dein Kind noch, die das schon verhindert, sondern auch die dem AG gegenüber, der mit erheblichen Geldstrafen oder sogar Gefängnisstrafe rechnen muss, wenn er erwischt wird.

                  https://www.gesetze-im-internet.de/muschg_2018/__32.html
                  https://www.gesetze-im-internet.de/muschg_2018/__33.html

                  • Siehe oben. Ohne Arbeitszeiterfassung kann der AG ja nicht „erwischt“ werden. Wo kein Kläger, da kein Richter.

                    Aber darum ging es hier ja auch gar nicht... daher bin ich hier raus. Merke immer wieder, dass meine
                    persönliche Handhabe des
                    MuSchuG hier wohl nicht so gut ankommt. Mein Arbeitsplatz ist aber auch von Wertschätzung, Respekt und Selbstverantwortung geprägt, ergebnisorientiert statt zeitorientiert - scheint ja leider selten zu sein.

                    • Nein, Selbstauslegung von Gesetzen kommt selten gut an.

                      Man kann ja auch nicht einfach selber interpretieren oder auslegen, was klauen und was borgen ist.


                      Gerade wenn man da keine Rücksicht auf andere nimmt und natürlich kann es auch ohne Zeiterfassung ein Erwischen geben.
                      Gibt's ja diverse Möglichkeiten auch anders.

                      • Naja, der Vergleich hinkt wohl etwas.... immerhin kann Frau auch auf die Mutterschutzzeit vor der Geburt verzichten, freiwillig. Das Gesetz ist also durchaus insg. schon so angelegt, dass diejenige Schutz bekommt, die auch Schutz braucht und will.

                        Und um Rücksicht auf andere geht es (mir) ja nicht, sondern einzig und allein auf die Selbsteinschätzung der Schwangeren. Ich würde nie sagen "Stell dich nicht so an und arbeite doch 9 Std. am Tag", ich sage nur "Mich stresst es mehr darauf zu achten, die 8,5 Std. nicht zu überschreiten, als normal meinen Arbeitstag zu begehen und ihn dann ggf. erst nach 9,5 Std. zu beenden".

                        Das Gesetz ist aber so wie es ist gut und richtig, schließlich lese ich hier auch nur allzu oft von AGs, die es gern überreizen, im normalen Arbeitsalltag schon am Rande der Legalität segeln, etc. Daher braucht es etwas, das man hervor ziehen und auf sein Recht pochen kann.

                        • "Naja, der Vergleich hinkt wohl etwas.... immerhin kann Frau auch auf die Mutterschutzzeit vor der Geburt verzichten, freiwillig. Das Gesetz ist also durchaus insg. schon so angelegt, dass diejenige Schutz bekommt, die auch Schutz braucht und will."
                          Nein, das Gesetz ist so ausgelegt, dass eben auch AG und AN z.T. zu ihrem Schutz gezwungen werden und das musst eben auch du einsehen.

                          • aha.... ich entscheide trotzdem selbst, was das beste für mich ist. Und wenn ich dann auf der Autobahn mit 150 bei 120 geblitzt werde, muss ich eben mit dem Knöllchen leben oder auch mit anderen Konsequenzen, die aus meinem Fehlverhalten resultieren können ;-)

                            Nochmal, du entscheidest aber hier nicht nur für dich, sondern auch für andere, aber was die für Konsequenzen haben, ist dir ja nach deiner Aussage egal.

                            Sehr reif!

                            Für welche "anderen" denn? Fürs ungeborene Kind ggf. noch - ja. Da können wir ja jetzt ne Grundsatzdiskussion aufmachen zu den Rechten von Ungeborenen, dem Recht auf den Umgang mit dem eigenen Körper,...

                            Fakt ist doch: Das Gesetz ist gut und richtig, aber es betrachtet nur einen ganz kleinen Teil der Belastung einer Schwangeren. Die tatsächliche körperliche Belastung von einer mit Öffis pendelnden alleinerziehenden Mehrfachmutti mit Wohnung im 4. OG ohne Aufzug ist doch wohl eine andere als die einer relaxten Erstschwangeren deren Mann den Haushalt schmeißt - und das obwohl beide max. 8,5 Std. täglich arbeiten. Selbstständige Schwangere z.B. kontrolliert auch keine Sau, da ist dem Gesetzgeber das dann alles egal. Deshalb finde ich es einfach albern, da so auf die megakorrekte Einhaltung zu pochen, wenn die Schwangere das selbst gar nicht möchte!

                            Nein, für deinen AG und deine Vorgesetzen!

                            Denn das Kind ist dir ja auch egal, hast du ja schon klar gemacht.

                            Und deshalb muss man auf die Gesetzgebung pochen, denn die AG sind dann die gearschten, wenn du keine Lust hast das einzuhalten

                            oh man... dazu fällt mir jetzt gar nichts mehr ein.

                            Ja das Kind ist mir egal... wo du das jetzt rausgelesen haben willst ist mir echt unerklärlich. Das Kind erleidet keinen Schaden, wenn ich ne halbe Stunde oder Stunde länger am Schreibtisch sitze.

                            Aber das Kind einer Schwangeren, die alle MuSchu-Regeln einhält, aber in ihrer Freizeit Wasserkisten in den 4. Stock schleppt, das mitunter schon. Und wer ist dann verantwortlich? Welches Gesetzt schützt sie da vor ihrer eigenen Dummheit? Keins! Man nennt es Eigenverantwortung!

                            Aber wir kommen da auf keinen Nenner mehr, ist ja auch ok!

                            Im übrigen... ja, in meinem Fall wären dann AG und Vorgesetzer die Gearschten gewesen. Ist nicht so, dass ich mich gegen Anweisungen widersetzt habe. Mit mir hat nur niemand ne Gefährdungsbeaurtteilung gemacht, mich nach meinen tatsächlichen Arbeitszeiten gefragt, o.ä. und das obwohl ich in einem sehr großen Konzern arbeite. Und ich hab es auch nicht vermisst *Skandal*

                            Ja, es ist ein Skandal, das es nicht gemacht wurde und das sich AG immer noch nicht richtig verhalten, die sind keinen Deut besser als AN wie du!

                            Denn du schadest damit auch allen anderen Schwangeren, weil es dann oft heißt, aber die hat das auch gemacht, weil dich das Gesetz nicht interessiert hat!

                            Ja, furchtbare ANs wie ich.... Dazu mal ein Gedanke: Eine Frau ist überhaupt nicht verpflichtet zu einem gewissen Zeitpunkt ihre Schwangerschaft bekannt zu geben. Und wenn dies nicht der Fall ist, kann logischerweise auch das MuSchu nicht greifen. Es gibt tatsächlich Frauen, die deswegen so lange es (optisch) geht, nicht sagen. Weil man das MuSchu eben auch als Eingrenzung der persönlich/beruflichen Freiheit verstehen kann, wenn man sehr gerne arbeitet.

                            So, jetzt klinke ich mich aber wirklich aus. Schönen Abend!

                            Selbst wenn es sichtbar ist, dann müssen sie es nicht sagen, aber solange sie es sagen haben sie sich eben an Gesetze zu halten und verhalten sich furchtbar egoistisch, so wie du, wenn sie es nicht tun!

                            Na ja sie hat schon ein Stück weit recht, dass dadurch auch der AG geschädigt werden kann aber mich würden dennoch Urteile dazu interessieren wie dieses "oder" jetzt zu lesen ist und wie die Rechtssprechung in der Praxis ist. So eineindeutig ist die Gesetzeslage ja auch nicht sonst bräuchten wir ja beispielsweise auch nur eine Instanz in der Rechtssprechung.

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