Angestellt + selbstständig- geht das? Welche Regeln?

    • (1) 20.03.19 - 14:05

      Hallo,
      Ich befinde mich aktuell in elternzeit mit meinem 8 Monate altem sohn, bin wieder schwanger in der 15. Woche u als Erzieherin unbefristet bei der Stadt angestellt. Aktuell ist es so, dass ich wenn meine elternzeit endet, ich meinen resturlaub nehmen werde, u dann der neue mutterschutz beginnt, gefolgt von einem neuen Jahr elternzeit.
      In der Schwangerschaft habe ich die Qualifizierung zur Tagespflegeperson gemacht. Ich möchte mich nach der elternzeit selbstständig machen.
      Nun hat das JA ein Angebot. Es hat sich eine alleinerziehende Mutter gemeldet, die eine Betreuung für die randzeiten sucht. Ihre beiden Kinder sind 4 + 6 Jahre alt.Entweder von 6.30-8.00 dann müssten die kids in Schule + Kita gebracht werden oder am Nachmittag 16.00-18.30 Uhr.
      Wenn ich diese Betreuung übernehmen würde, würde ich ca 400 Euro Brutto dafür bekommen. Etwas weniger vermutlich.
      Nun meine Frage, geht das? Voraussetzung mein Arbeitgeber stimmt zu? Wie sieht es in dem Fall z.b. mit der Krankenversicherung aus? Als selbstständige müsste ich mich ja eigentl selber krankenversichern? Wie sieht das in dem Fall aus?
      U dürfte ich das Geld überhaupt behalten? Da ich ja im elterngeldbezug bin.
      Hoffe hier ist jemand der mir helfen kann.
      Liebe grüße

      • Das Geld darfst du behalten, dein EG wird aber entsprechend gekürzt (zu einem gewissen teil)

        • Ja das ist ja das selbe wie das Geld nicht zu behalten...ich habe die Hoffnung das es für tagespflegeperson eine Sonderregelung gibt. Ich leite zum Beispiel auch eine Spielgruppe u das Gehalt davon wird nicht angerechnet.
          Lg

          • Nein, das ist nicht das selbe wie "nicht behalten". Dein Verdienst wird aufs EG angerechnet und dieses wird ggf. reduziert. Es wird nicht 1:1 gekürzt um deinen Zuverdienst. Mit Zuverdienst hast du in Summe also auf jeden Fall mehr Geld zur Verfügung als ohne Zuverdienst, "verschenkst" aber mitunter Elterngeld. Da musst du dann halb abwägen, ob es dir der Aufwand wert ist für den reduzierten Zuverdienst.

            Die alleinerziehende Mutter könnte dich als Mini-Jobberin anstellen. Dann wärst du nicht selbständig, sondern angestellt. So, wie man z.B. eine Haushaltshilfe auch bei der Minijobzentrale anmeldet.

            • Hallo,
              Weißt du denn wieviel Prozent ich behalten darf?
              Das ist ein interessanter Ansatz mit dem Minijob, allerdings bin ich nicht sicher, ob das jetzt noch geht da das Jugendamt bereits involviert ist.
              Welche Vorteile hätte ich als Minijobber statt selbstständiger?
              Lg

              • Aber ist das JA in dem Fall nicht einfach nur "Vermittlungspartner"? Frag doch mal, wie sie sich das vorstellen, ob das auch als Minijob ginge. Als Mini-Jobber bist du ja nicht sozialversicherungspflichtig, daher würde sich (soweit ich weiß) das Thema der eigenen Krankenversicherung etc. nicht ergeben, sondern du wärst weiterhin beitragsfrei in Elternzeit versichert oder über deinen Mann familienversichert.

                Wie dein Elterngeld gekürzt wird ist eine sehr individuelle Rechnung, hängt mit deinem Gehalt vor EG zusammen, mit der Höhe deines EG,... Das kannst du dir in einem detaillierten Elterngeldrechner ermitteln, bei dem man seinen Zuverdienst eingeben kann.

                Grundsätzlich ist es so, dass du als EG ja ca. 65% des dir entgehenden Einkommens bekommst. Was du zuverdienst entgeht dir ja nicht. Überschlägig also folgende Beispielrechnung:

                Altes Nettoeinkommen: 1.500 € = EG ohne Zuverdienst ca. 975 €

                Altes Nettoeinkommen: 1.500 € - Zuverdienst 400 € = 1.100 € entgehendes Einkommen = 715 € EG

                Dann bekommst du zwar 260 € weniger Elterngeld, aber hast insg. trotzdem 1115 € statt nur 975 € zur Verfügung und damit 140 € mehr als ohne Zuverdienst. Aber klar, jetzt musst du überlegen, ob es dir 140 € mehr Wert ist und du also rechnerisch nicht 400 € sondern nur 140 € verdienst.

                Das eventl. dann das EG statt mit 65% bei niedrigerem Einkommen mit 67% oder mehr berechnet werden, habe ich jetzt nicht berücksichtigt. Der Mindestbetrag von 300 € Elterngeld wird übrigens nie gekürzt, egal wie viel man zuverdient. Aber ich denke, dass dich das nicht betrifft.

                • „daher würde sich (soweit ich weiß) das Thema der eigenen Krankenversicherung etc. nicht ergeben, sondern du wärst weiterhin beitragsfrei in Elternzeit versichert oder über deinen Mann familienversichert.“

                  Die Krankenversicherung ist ja eh kein Thema, da die TE weiterhin angestellt ist!

                  Hallo,
                  Danke für deine Mühe.
                  Nein das JA ist nicht nur der Vermittlungspartner. Sondern die Elteen müssen dem Jugendamt die Betreuung zahlen, das wird nach deren Einkommen berechnet. Ich hingehen bekomme dann vom JA 5 Euro pro Std/pro Kind. Immer. Egal, was die Eltern ans JA zahlen. Im Gegenzug zahlr das JA mir am Ende des Jahres die Hälfte der Krankenkassenbeiträge und einer anderen Versicherung zurück.

                  Lg

                  • Also würde dich das JA nicht als Mini-Jobber einstellen, sondern nur als Selbständige beauftragen? Das würde ich mal mit denen besprechen. Wenn du durch den Zuverdienst weniger EG bekommst und dich dann noch (zur Hälfte selbst bezahlt) versichern musst, dann wird sich das nicht lohnen. Vielleicht sind die also zu einem Kompromiss bereit?!

      Dein Elterngeld wird nicht gekürzt (es wird nie gekürzt) sondern halt wie schon geschrieben wird dein Verdienst angerechnet. Vielleicht wäre eine Option Elterngeld Plus zu beantragen, hier ist die Anrechnung günstiger. Wie das aussieht kannst im Elterngeldrechner nachrechnen.

      Übrigens ist es kein Problem bezüglich deiner Krankenkasse, da du weiterhin als Angestellte beitragsfrei versichert bist während der Elternzeit!

    Soweit ich das in Erinnerung habe, wird der Verdienst als Tagesmutter nicht angerechnet. Stand irgendwo auf meinem EG Antrag drauf. Vielleicht ist das Bundeslandabhängig, keine Ahnung. Mach dich da mal schlau.
    Mich hatte das sehr verwundert, weil ich es nicht nachvollziehen kann warum hier ein Unterschied gemacht wird.

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