Qual der Wahl - Bauch oder Verstand?

    • (1) 23.08.19 - 10:19
      lieber sowieso

      Hallo zusammen,

      Mein Mann und ich haben uns vor einem halben Jahr getrennt. Ich habe bis dahin wegen Erziehungszeit und weil er Karriere gemacht und gut verdient hatte, nicht wieder gearbeitet, seit wir Kinder haben.

      Nun hat mein Mann nach der Trennung aus Gesundheitsgründen seinen Job verloren und kann uns nur noch wenig(er) Unterhalt zahlen. Seit der Trennung bewerbe ich mich natürlich regelmäßig, aber wenn man über 10 Jahre raus ist reißen sich die Arbeitgeber (kfm. Bereich) natürlich nicht um einen.

      Nun habe ich aber gleich zwei Jobangebote und kann mich nicht entscheiden, welchem ich zusagen soll. Daher wollte ich Euch hier um Rat fragen, was Ihr machen würdet:

      Job 1 ist ein Minijob mit Option auf mehr Stunden in der Zukunft, wenn ich eingearbeitet bin und es gut läuft. Der Chef ist sehr nett und die Tätigkeit kein Hexenwerk, ich soll ihm halt den ganzen Bürokram vom Leib halten damit er sich auf sein Geschäft konzentrieren kann.

      Job 2 ist ein Teilzeitjob, wo ich mehr als doppelt soviel verdiene, aber auch doppelt soviel Stunden mache. Es ist im öffentlichen Dienst, aber nur auf ein Jahr befristet ohne Option auf Verlängerung. Allerdings sind die Chancen wohl nicht all zu schlecht, wenn man einmal drin ist, dass man sich auch intern auf andere Stellen in der Zeit bewerben kann. Nachteil: Ich bin eben aus der freien Wirtschaft Quereinsteiger und weiß nicht, ob ich mich mit Ü40 noch in einen Behördenapparat einarbeiten kann. Die Kollegen/Vorgesetzten da sind alle studierte Professoren und irgendwie fühlte ich mich da nicht "Zuhause".

      Also obwohl das Geld und öffentlicher Dienst vom Verstand her eindeutig für Stelle 2 sprechen, schlagt mein Bauch für Stelle 1 aus, kann es nicht erklären, vielleicht auch, weil ich fand, ich passe da typmäßig besser rein. Würdet Ihr bei der Jobwahl auf Herz oder Verstand hören? Eigentlich kann ich mir nicht leisten, das Mehrgeld zu ignorieren. Andererseits könnte ich mir auch einen 2. Minijob suchen, wenn sich da längerfristig nicht auch mehr Stunden/Geldvergeben, und mich weiterbewerben. Für den Übergang ginge es finanziell auch mit dem Job.

      Wie würdet Ihr entscheiden, Bauch oder Verstand?

      • (2) 23.08.19 - 10:22

        P.S. ach so, in Job 1 hätte ich halt komplett freie Hand und kann sehr selbständig arbeiten nach eigenem Gutdünken, in Job 2 ist natürlich alles genau reglementiert, wo der Amtsschimmel wiehert. Mir macht da ein bisschen Bedenken, dass ich sehr lösungsorientiert und "freigeistig" bin beim Arbeiten, ich habe Angst, dass die ganzen Behördenauflagen, nach denen man sich bei der Arbeit stur richten muss, mich überfordern

      Hallo!

      Ich würde Job 1 nehmen. Allein schon deswegen, weil Job 2 für ein Jahr befristet ist. Jetzt können sie groß tönen, dass du evtl. trotzdem weiterhin dort arbeiten kannst - aber gibt es dafür eine Garantie? Ein Jahr geht so schnell vorbei und dann bist du wieder in der gleichen Situation wie jetzt...

      LG

    • Ich rate dir auf alle Fälle zu Job Nr. 2 im öD.

      Auch dieser Job wird kein Hexenwerk sein. Bei uns arbeiten viele Quereinsteiger und ihre Einarbeitungszeit dauerte auch nicht länger, als bei den anderen.

      Und mit ziemlicher Sicherheit wirst du danach auch übernommen. Ich weiß aus Erfahrung, dass die entsprechenden Fachkräfte dünn gesät sind und wieso sollten sie dich später wieder entlassen, wenn du bereits eingearbeitet bist#schein?!?

      Ich würde auch die doppelten Stunden nutzen, denn du wirst das Geld sicher gebrauchen können.

      LG

    Ein Minijob ist ein Minijob. Selbst wenn du dir einen zweiten suchst, was ist denn mit deiner Rente?
    Ich würde Job 2 nehmen. Ich finde du redest dir den Job dort viel zu schlecht....

    Definitiv Job 2.

    Mach doch beides, ist doch zusammen immer noch nicht vollzeit.
    und gerade wenn der minijob flexibel ist, ist das doch perfekt.
    lg

    Was willst Du in Deiner Situation mit einem Minijob?
    Eindeutig Job 2!!!!!!

    Zwei Minijobs geht meines Wissens nach nicht, die werden dann beide versicherungspflichtig. Und auf die Zusage, dass der Job ausgeweitet werden könnte, würde ich nichts geben. Ich habe fast fünf Jahre auf so etwas gewartet und bin dann gegangen. Unbedingt Job 2 im öD. Du wärst dann auch arbeitslosenversichert. Und dort sehe ich ehereine echte Chance, dass man dich halten will.

    • (12) 23.08.19 - 20:09

      Danke für Eure Antworten. Ja, ich tendiere inzwischen auch eher zu Job 2, auch wenn ich davor ein bisschen mehr Bammel habe, das Andere ist halt was, was ich in der Art schon gemacht habe, deshalb habe ich vielleicht etwas mehr Manschetten vor dem in der Behörde. Allerdings ist eine Vertragsverlängerung ausgeschlossen, da es für ein Forschungs-Projekt ist, das definitiv Ende 2020 endet. Ich hätte nur die Chance, mich intern weiterzubewerben. Es ist eine sehr große Fakultät, die suchen ständig Verwaltungsangestellte, ich habe dort noch eine andere Bewerbung laufen und eine Sache schon im Vorfeld mal abgesagt, also, da wird sich in dem Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit was Anderes eh auftun, und wie gesagt, wenn alle Stricke reißen, bin ich zumindest AL-Versichert und krieg danach ALG...

      Danke für Eure Meinungen, das hat mir die Entscheidung auf jeden Fall erleichtert.

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