Jobwechsel zum 1.12. - Weihnachtsgeld

    • (1) 18.09.19 - 03:18

      Hallo zusammen,
      Ich überlege, den Job zu wechseln.
      Derzeit werde ich nach TV-L West vergütet, bin aber bei einem privaten Arbeitgeber. Wechseln würde ich in den ÖD mit Vergütung nach TVöD Kommune.
      Jetzt frage ich mich, zu welchen Datum der Wechsel sinnvoll wäre. Der TV sagt ja deutlich, dass ein Anrecht auf die Jahressonderzahlung nur hat, wer am 1.12 beschäftigt ist. Würde ich also genau dann wechseln, würde ich diese doch komplett verlieren?!

      Habe ich das richtig verstanden? Dann würde ja ein Wechsel erst zum 1.1. Sinn machen?

      • Ja, das hast du richtig verstanden. Zum 1.12. solltest du lieber noch beschäftigt sein.

        Hallo :-)

        bitte lies dazu in deinem Arbeitsvertrag nach, was da steht.
        Habe mich mit dem Thema schonmal beschäftigt.
        Würdest du das Weihnachtsgeld aus Dezember bekommen und im Januar wechseln bzw. zu dahin kündigen, ist es relativ sicher, dass du das Weihnachtsgeld an deinen Arbeitgeber zurückzahlen musst.

        Dabei kommt es aber auch darauf an, aus welchen Gründen das Weihnachtsgeld gezahlt wird. (Einfache Erklärung:) 1. Als "Motivation" für deine kommende Leistung oder 2. als "Sonder-Nachschlag" für deine geleistete Arbeit des Jahres.
        In den allermeisten Fällen trifft 1. zu. Dementsprechend müsstest du zurückzahlen, da du ja nicht in dem Unternehmen bleibst.
        Das war jetzt ganz einfach formuliert wie ich es im Gedächtnis habe ;-)

        Bei uns (AG zahlt nach TVÖD) steht im Arbeitsvertrag, dass das Weihnachtsgeld zurück gezahlt werden muss, wenn man binnen 3 Monaten nach Erhalt dessen aus dem Unternehmen ausscheidet.

        Also Achtung! Weihnachtsgeld auszahlen lassen und dann direkt kündigen, wird vermutlich nicht funktionieren!

        • (4) 18.09.19 - 15:19

          Nun,
          dann haben wir ja Glück das du nur "relativ" Sicher bist, denn deine Antwort ist "absolut" falsch.

          Im TV-L W ist sehr unmissverständlich geregelt das die Anspruchsvoraussetzung für die Jahressonderzahlung - vulgo Weinachtsgeld - dann besteht, wenn der MA exakt am 1.12. beschäftigt ist.
          Scheidet er zum 30.11. aus, dann gibt's nix, scheidet er zum 2.12. aus, dann gibt's volles Weihnachtsgeld.
          Ganz einfach.

          • Habe heute mit der Personalabteilung gesprochen. Deine Aussage ist genau richtig. Der neue AG hat vollstes Verständnis für meine Argumentation, dass ich die Jahressonderzahlung noch mitnehmen möchte (ich arbeite im Wirtschaftsbereich) und ich werde zum Jahreswechsel wechseln.

            (6) 20.09.19 - 08:02

            Ganz so einfach ist esaugenscheinlich nicht ... :

            "Rückzahlung von Weihnachtsgeld: Regelungen

            Was geschieht nun aber, wenn der Arbeitnehmer das Weihnachtsgeld zum Ende des Jahres annimmt, dann kurz darauf aber kündigt?

            Auch in diesem Fall stellt das Bundesarbeitsgericht klar: Wenn der Arbeitgeber vor der Kündigung davon ausgegangen ist, dass das Arbeitsverhältnis im Folgejahr fortbesteht, kann er eine anteilige Rückzahlung von dem Weihnachtsgeld fordern.

            Unter 100 Euro Weihnachtsgeld ist der Arbeitnehmer jedoch von dieser Rückzahlungsregel befreit. Ab dem Betrag eines Monatsgehalts ist der Arbeitnehmer bis einer Kündigung vor dem 1. April an eine Rückzahlung gebunden. Bei einem Weihnachtsgeld, das über dem regulären Monatsgehalt liegt, hat der Arbeitgeber bis zum 1. Juni Anspruch auf anteilige Entschädigung und das Weihnachtsgeld muss teilweise beglichen werden.

            Rückzahlung von Weihnachtsgeld: Ja oder Nein?

            Inwiefern ab wann wieviel Weihnachtsgeld von wem zurückgefordert werden kann, wird schließlich von der letzten Instanz, dem Arbeitsgericht, entschieden. Wer sich in seinem Fall unsicher ist, sowohl aus Sicht der Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer, sollte sich umbedingt vorher Rat von einem Experten im Arbeitsrecht holen. Dieser Artikel gilt als Richtlinie und gibt generelle Tipps, ist aber keineswegs rechtsgültig.

            In jedem Fall: Frohe Weihnachten!"

            Quelle: https://www.karrierepropeller.de/rueckzahlung-von-weihnachtsgeld/

            und: https://www.merkur.de/leben/geld/weihnachtsgeld-zurueckzahlen-kuendigung-tvoed-metall-rentenbeginn-brutto-oder-netto-zr-9423370.html

            ergoogelt kann man sich zu dem Thema auch noch so manches.

            Weiterhin bin ich weder Rechtsanwältin noch sonst was.
            Da du dir aber in deiner Aussage "absolut" sicher zu sein scheinst, wird dort der große Unterscheid zwischen uns beiden liegen ;-)
            Gut, dass ich mir nur "relativ" sicher bin, denn ich bin nicht allwissend und möchte hier keinen 100%ig sicheren Rat erteilen und nachher steht der TE wie der Ochs vor dem Berg.

            Zwischen dem "Weihnachtsgeld aufgrund Anspruchs erhalten" und "Weihnachtsgeld aufgrund Ausscheidung aus dem Unternehmen zurückzahlen müssen" liegen immer noch Unterschiede, UNTER ANDEREM darin, aus welchem Grund der Erhalt des Weihnachtsgeldes erfolgt, was tarifvertraglich als auch arbeitsvertraglich geregelt ist.
            Und ich bin mir "relativ" sicher, dass du den Arbeitsvertrag des TE mitsamt möglicher arbeitsvertraglicher Regelungen dazu nicht vorliegen hast, korrekt?

            Ich kann mit meinem "Rat" falsch liegen, daher argumentiere ich entsprechend und gebe keine klare Aussage von mir, dass dieses oder jenes "ganz einfach" so ist.

            • (7) 20.09.19 - 11:03

              Nun,
              im TV-L W gibt es keinerlei Anhaltspunkt dafür, das die Sonderzahlung als Prämie für langfristige Tätigkeit gedacht ist. Ganz im Gegenteil ist sogar exakt geregelt das auch MA bei unterjährigem Einstieg dies anteilig bekommen, und genau auf diesen Unterschied zielen die von dir verlinkten Artikel ab.
              Offensichtlich sieht das die betroffene Personalstelle ja genau so.

              • (8) 23.09.19 - 06:48

                Ich denke, das regelt in dem Fall der individuelle Arbeitsvertrag des AG´s, nicht der Tarifvertrag, oder?!
                Ab diesem Punkt kenne ich mich aber NULL aus - mein AG zahlt in Anlehnung an den TVÖD. An diesen fest gebunden ist der AG somit nicht.

                Wenn ein AG voll nach Tarifvertrag zahlt und an diesen gebunden ist, sieht das möglicherweise anders aus.

                Aber wie gesagt, hier endet mein Kenntnisstand :-)

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