Beschäftigungsverbot und Homeoffice

Hallo,
ich muss jetzt doch mal hier anonym schreiben da ich mir derzeit die Nacht um die Ohren schlage.
Aktuell bin ich krankgeschrieben und in der 8 SSW. Ich habe einen Bürojob mit Kundenkontakt. Meine Frauenärztin meinte dass sie mich gerne aus dem Verkehr ziehen möchte ich jedoch mit meinem Chef sprechen sollte und mir dieser das BV aushändigen sollte. Jetzt überlege ich die ganze Zeit wie ich es machen soll.... Wenn ich es ihm sage wird er mich wahrscheinlich zu 100% ins Homeoffice verdonnern. Meine Arbeit aber im dauerhaften Homeoffice zu verrichten Stelle ich mir sehr stressig vor. Ich muss ja trotzdem meine "Ziele" erreichen, was im telefonischen Kontakt äußerst schwierig ist. Noch dazu habe ich Zuhause nicht die erforderliche Technik. Natürlich habe ich einen PC und ein Büro Zuhause aber ich brauche zum ausdrucken und versenden von Papieren dauerhaft meine Kollegen die im Büro sitzen. Die Arbeit war während Corona Zeiten auch im Homeoffice durchführbar, jedoch waren die Ziele zu der Zeit auch aufgelöst.... ich war froh als es hieß, dass wir wieder öfter ins Büro dürfen bzw müssen.
Wie würdet ihr vorgehen?

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Du hast die Möglichkeit, einen mutterschutzkonformen Arbeitsplatz zu bekommen ( Material muss Dir gestellt werfen), somit muss Dein AG gar nix.
Wenn der Ärztin der Meinung ist, Dein oder das Leben des Kindes sei bedroht ( DAS ist der Grund für ein medizinisches BV), soll sie es ausstellen.

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Warum will deine Ärztin denn, dass du nicht arbeitest? Das ist wieder so eine nervige Aussage eines Arztes. Entweder du hast etwas gesundheitliches. Dann kann sie dir ein BV ausstellen oder dein Arbeitsplatz ist halt nicht MuSchukonform und dann stellt dein AG es aus.

Ich würde die Ziele gepflegt ignorieren und halt meine Arbeit aus dem homeoffice machen, wenn mein Chef mir homeoffice auferlegt. Wegen ausdrucken etc. Kannst du ja vielleicht mit ihm eine Absprache treffen, wann du mal ins Büro kommst. Ich war selbst die Ss über im HomeOffice, da noch mehr corona letztes Jahr und bin ab und zu ins Büro und habe mir dann einen besprechungsraum gebucht für den Tag oder durfte das Büro meiner Teamleiterin nutzen.

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Ich habe Kontakt zu Geflüchteten und da ist vor allem gerade Corona und TBC im Umlauf. Deshalb hat meine Ärztin direkt etwas Panik bekommen als ich es ihr erzählte.
Ja dann wäre es bei mir vielleicht auch gut wenn ich 1x Wöchentlich Nachmittag ins Büro fahre (wenn keine Kunden da sind) und dann die Dinge ausdrucke oder an Besprechungen teilnehme usw.

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Sofern du keinen Kundenkontakt haben musst, ist doch alles gut. Dein AG stellt dir einen vernünftigen Arbeitsplatz zu Hause und gut ist.

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Ein Bürojob im Homeoffice ist mutterschutzkonform. Da kann höchstens die Ärztin ein BV ausstellen, aber offensichtlich darf sie das ja in deinem Fall nicht.
Also bleibt nur die bisherige Krankschreibung, die du ja sicher nicht grundlos hast.

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Fachlich kann ich leider nichts beitragen.

Aber eine Sache stößt mir trotz allem ein wenig auf:
Angenommen, es gibt im Büro keinen mutterschutzkonformen Arbeitsplatz. Ist es dann zulässig, dass der Arbeitgeber auf deine Ressourcen (dein Büro, dein Strom, deine Heizenergie etc.) zurückgreift? Eigentlich ist ja der AG dafür verantwortlich (auch finanziell) für einen konformen Arbeitsplatz zu sorgen!? Aus meiner Sicht beißt sich das ein wenig mit dem "Abschieben" ins Homeoffice...

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Während Corona war das auch möglich. Und je nach Ort, erspart man sich die Spritkosten und/oder Öffitickets zur Arbeit. In manchen Ländern gibt es auch geringe staatliche Unterstützungen fürs Homeoffice.

Im Angesicht der vielen Berufe im HO und dem Wunsch vieler AN im HO zu arbeiten, wird dieses Argument niemandem helfen.

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Ich würde im Homeoffice arbeiten, sofern dein Chef das so einrichten kann.
Wenn du merkst, dass die Ziele aufgrund der Arbeitsbedingungen nicht erreichbar sind, würde ich mit dem Chef darüber reden, damit man sie ggf. den besonderen Umständen anpassen kann.

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HO ist doch ne super Lösung. Die Technik muss dir dein AG natürlich zur Verfügung stellen. Aber das wird er sicher wissen und machen.

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Ich hoffe es geht dir und dem Kind gut.
Das muss schlimm für euch sein, dass dein oder das Leben deines Kindes aktuell in Gefahr ist.
Schrecklich sowas von Arzt zu hören.

Ich hoffe es geht euch bald besser.

Wenn dein Arbeitgeber dann auch noch eine Gefährdungsbeurteilung macht und er dir einen sicheren Arbeitsplatz geben kann, wäre ja alles super. dann ist es auch nicht langweilig in der SS.

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Was ist denn der Unterschied zwischen Büro und Homeoffice in Bezug auf die Zielerreichung bei deiner Tätigkeit?
Also natürlich vorausgesetzt, dass du PC, Monitor etc bekommst und dort die Programme sauber laufen?
Bei meiner Tätigkeit (ich arbeite ca 70% im HO) macht das nämlich keinen Unterschied. Ich bin im HO sogar produktiver, weil weniger Störungen.
Je nach deinem Grund müsstest du dann mit dem Chef besprechen und schriftlich festhalten, dass aufgrund mutterschutzkonformer Arbeitsplatz, deshalb HO, nur die Ziele A und B eingehalten werden, nicht aber C und D und dass das bekannt ist und akzeptiert wird.
Allerdings bist du ja eh kein ganzes Jahr mehr da, so dass die Zielerreichung nicht so wichtig sein sollte. So ist es zumindest bei uns, da wird das Zielerreichungsgespräch immer am Ende des Kalenderjahres gemacht. Also 2022 ist jetzt ja eh durch und 2023 wirst du ja nur knapp über die Hälfte da sein.