Kein guter Zeitpunkt für eine Gehaltsverhandlung?

Hallo,

ich habe vor einem Jahr in eine andere Abteilung hausintern gewechselt und mich mittlerweile eingearbeitet. Besondere Verantwortung habe ich nicht, allerdings deutlich mehr zu tun, als in meinem alten, eher anspruchslosen Job in derselben Firma.

Nun möchte ich um eine Gehaltsanpassung bitten. Aber ist das eine gute Idee? Allen Firmen geht es gerade nicht besonders gut. Auch das Schulwesen (wo ich bin) leidet unter den erhöhten Kosten etc.

Ist es überhaupt eine gute Idee, in solchen Zeiten mehr Gehalt zu fordern? Oder kann ich damit rechnen, dass der Chef sagt, die Situation sei schlecht und ich möge es in einem halben Jahr nochmal probieren.

Was würdet ihr raten? Wie könnte ich argumentieren, um doch etwas mehr rauszuschlagen? Neue Aufgaben habe ich ja, nur eben praktisch keine wirkliche Verantwortung. Ist halt eher ein einfacher Verwaltungsjob. Mit gestiegenen Lebenserhaltungskosten werde ich natürlich nicht argumentieren.

Vielen Dank im Voraus für Tipps und Einschätzungen der Situation!

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Mehr als ein nein kannst du nicht bekommen.

Um Argumente zu finden, kannst du dir zB folgende Fragen beantworten:
Warum solltest du eine Gehaltserhöhung bekommen?
Was hat die Firma von dir für einen Mehrwert?
Kannst du dich weiterbilden?
Hast du dich vielleicht schon weitergebildet?
Was könntest du in Zukunft vielleicht übernehmen?
Machst du deine Arbeit besser als andere? Wenn ja, wie sieht das „besser“ aus?

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Danke für die Fragen. Die sind recht einfach zu beantworten: Weitergebildet habe ich mich nicht, höchstens in den neuen Bereich eingearbeitet, was ich als Argument nutzen möchte. Besser als andere bin ich leider nicht. Eine andere Kollegin bewundere ich sehr, dafür, was sie alles auf dem Schirm hat und wie viel sie leistet. Sie hätte definitiv eine verdient, traut sich aber nicht, zum Boss zu gehen.

Na ja, ich könnte sagen, dass mir demnächst doch mehr Verantwortung übergeben wird. Das ist in unserer Abteilung leicht. Kaum sagt man, man sei dazu bereit - zack, hat man mehr Arbeit! ;-)

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Hast du Angst von deiner Gehaltsforderung geht der Laden pleite? Wenn nein, dann wüsste ich nicht warum es dich als AN groß stören sollte ob es dem Unternehmen grad auch grad alles teuer ist.

Ansonsten kannst du natürlich mit der Erfahrung werben bzw. Mit konkreten Erfolgen. Gleichzeitig ist auch die Inflation durchaus ein Argument, dein Reallohn ist gesunken, dass muss man als AG nicht zu 100% ausgleichen, aber es ist auch nicht gänzlich egal.

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Vielen Dank für deinen Input.

Na ja, ich weiß nicht, wie es um unsere Firma steht. Aber ich würde es als Argument gegen eine Erhöhung gelten lassen, wenn der Chef sagt, der Firma ginge es schlecht. Ich mein, ich kann schlecht etwas anderes behaupten. ;-)

Erfolge habe ich leider keine. Ist halt ein Verwaltungsjob ohne nennenswerte Verantwortung.

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Sorry, aber Erfolge im Job kann jeder haben egal wieviel Verantwortung man hat.

Das ist in einem Routine Verwaltungsjob vielleicht manchmal schwieriger zu Sagen, aber ich saß lange genug mit meinem admin Team zusammen um Smart Ziele zu formulieren.
Du scheinst dich selbst recht klein zu machen. Machst du deine Arbeit gut und trägst irgendwie zum Unternehmenserfolg bei, dann ist das auch ein Grund für angemessene Bezahlung.

Bearbeitet von WarumNichtmachen
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Du arbeitest in der Verwaltung im Schulwesen? Ist das dann nicht öffentlicher Dienst?
Dann müsstest du schon eine höherwertigere Tätigkeit neu hinzu bekommen haben, um höher gruppiert zu werden.

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Nee, es ist eine private. Da bestimmt unser Chef das Gehalt.

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"Nun möchte ich um eine Gehaltsanpassung bitten."

Man bitte nicht, man fordert und begründet und zieht andernfalls Konsequenzen.

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Danke, du hast Recht.

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„Allen Firmen geht es gerade nicht besonders gut. Auch das Schulwesen (wo ich bin) leidet unter den erhöhten Kosten etc.

Ist es überhaupt eine gute Idee, in solchen Zeiten mehr Gehalt zu fordern?“

Würde ein Mann sich solche Gedanken machen? Niemals. Du bist weder Mutter Theresa, noch willst du wen abzocken. Du möchtest bloss einen fairen(!) Lohn. Dann bring die Argumente und hör auf, dich kleinzureden und noch dazu dir Gedanken um andere zu machen. Denen fällt ja auch nicht ein, dass sie dich besser entlöhnen könnten, ob es dir zuhause finanziell reicht. Es ist eine Geschäftsbeziehung und nichts anderes. Du musst nach der Erhöhung auch nicht ewig dankbar sein. Jeder kriegt nur das, was er verdient. Also, Mindset ändern und ab ins Gespräch mit dir 😊.

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Danke, du hast Recht mit dem Vergleich. Männer sind da meist viel selbstbewusster, wenn es um Geld und Karriere geht. Ich muss mir echt ein anderes Mindset zulegen und selbstbewusster auftreten, immerhin habe ich fast sieben Jahre lang keine Gehaltsanpassung erhalten.

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Hallo!

Das ist eine typische Frauenfrage. Wie schon jemand schrieb: Würde ein Mann sich diese ganzen Unsicherheiten erlauben?
Zerdenk das nicht so. Du willst mehr Gehalt? Dann geh und , was möglich ist. Überlege Dir vorher, wie Du das begründest, welche Argumente Du vorbringen kannst usw.
Mehr als ablehnen können sie nicht.

Viel Erfolg!

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Das hat weniger was mit Mann/Frau zutun, sondern das ist Typabhängig.
Ich kenne einige Männer, die das genauso tun.

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Ja, danke, du hast Recht. Es ist immer nur so ein (völlig falsches) Gefühl, dass ich dem Chef etwas aus dem Kreuze leiern will, obwohl nach sieben Jahren ohne Gehaltserhöhung ja eine drin sein müsste. Nur ist dieses blöde Gefühl eben da ....