Entscheidungsschwierigkeiten - wie macht ihr das???

Schönen guten Morgen.

meine Maus (2,5 Jahre alt) bringt mich mit ihren entscheidungsschwierigkeiten zur verzweiflung. nicht, dass sie bockt, wenn sie ihren willen nicht bekommt, sondern sie ist total traurig. (den unterschied kenne ich bei ihr...;-)

mal ein paar beispiele:
beim einkaufen gibt es die mini-einkaufswägen für kinder oder die großen, an denen vorne ein auto dran ist, in das sich die kinder setzen können. "ich will das auto!" und wenn sie drin sitzt: "nein, will wagen!" dann steigt sie aus - und wenn ich dann den mini-einkaufswagen gelöst habe, sitzt sie schon wieder im auto... sie sollte aus ihren entscheidungen konsequenzen ziehen. also frage ich: "wirklich das auto?" und ein klares "jaaa" folgt. 3 meter gefahren fängt sie jämmerlich zu weinen an... und das hält dann ewigkeiten.

anderes beispiel: wir kaufen einen kinder-regenschirm. zur auswahl stehen blau und rot. das gleiche spiel, sie will den roten. gehen wir weg, will sie den blauen. wenn wir den blauen holen wollen, will sie den roten. also gehen wir zur kasse, wo sie bitterlich mit literweise tränen klagt, dass sie den blauen will. das ging den ganzen weg nach hause so. und zuhause erzählt sie - immernoch unter tränen - ihrem papa, dass sie den blauen will.

und so zieht sich das die ganze zeit hin. ich lasse ihr nur wenige entscheidungen - und mache sie jedesmal total unglücklich, ich habe nur noch ein trauriges kind. heute morgen hat sie sich (von sich aus, ohne dass ich sie vor die wahl gestellt habe) entschieden, mit ihrem puppenwagen in die krippe zu laufen, anstatt mit dem kinderwagen gefahren zu werden. okay. doch dann wollte sie lieber doch im kinderwagen fahren und bücher lesen - und als sie die bücher durch hatte (da waren wir leider noch zuhause), sollte es doch lieber der puppenwagen sein. gesagt, getan. und den ganzen weg hat sie geweint, weil sie den kinderwagen wollte.

wie geht ihr mit solchen situationen um???

danke und gruß
truamfee80

p.s..: sorry fürs viele #bla

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lol, sei nicht sauer, aber ich finde es voll zum schmunzeln....
Obwohl ich die Sizuation noch nicht hatte, finde ich es zum todlachen...

Obwohl ich dich verstehen kann, in der öffendlichkeit ist das bestimmt nicht so toll, wenn das kind was bekommt und dennoch weint.

Aber vielleicht versuchst du ihr mal bei solcher gelegenheit zu erklären, das sie z.b. entweder den roten oder den blauen schirm nimmt. Wenn sie hinterher weint, sag ihr doch...."dann gibt es eben gar keinen!" (beim nächsten einkauf, kaufst du ihr eben einfach einen grünen ;-) da sagt sie bestimmt nicht nein) natürlich nur wenn sie beim einkauf nicht dabei ist, und die anderen farben sieht.
Beim weg in die kita,...kann sie sich nicht entscheiden, gibt es beim nächsten mal eben gar nichts mit, oder du bestimmst einfach was...z.b ein blüschtier!!! BASTA!!!

In dem alter denke ich schon, das sie es versteht.
Ich denke, deine kleine weis wie du reagierst und nutzt es aus. Mit evtl der hoffnung das sie beides bekommt.
Viel erfolg WhiteAngel

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Guten Morgen!

Also ich würde da nicht so ein Gehampel veranstalten lassen.

Einmal umentscheiden ist ja in Ordnung, aber danach bist du als Mutter gefragt und musst ihr eben die Grenze setzen. Das hört sich hart an, erleichtert es aber euch beiden.

Ich finde schon, dass Kinder in dem Alter gewisse Dinge selbst aussuchen oder entscheiden dürfen.
Wenn dann aber so ein Theater entsteht, würde ich ihr klar sagen, dass sie sich das so ausgesucht hat, man sich nicht tausendmal umentscheiden kann und es jetzt so bleibt und basta.
Beim nächsten Mal kann sie ja die andere Möglichkeit wählen ;-)

Liebe Grüße und Viel Glück! Lena

3

Hallöchen,

das sind völlig normale Situationen - und die Kinder haben wirklich Schwierigkeiten!!

Das Problem ist nämlich: Sie wissen genau, dass sie das eine nicht haben können, wenn sie sich für das andere entschieden haben #gruebel

Versuche erstmal diese Entscheigungssituationen zu umgehen - z.B. sage, dass es heute den Einkaufswagen gibt und nächstes Mal das Auto. DU triffst die Entscheidung, teilst ihr das Ergebnis aber natürlich mit.

Regenschirm: Du solltest Dich für eine Farbe entscheiden und ihr diese schmackhaft machen - passt gut zu den Gummistiefeln, der Regenjacke.... #bla #bla

Die Kleinen können das einfach noch nicht von sich aus und brauchen unsere Hilfe in diesen Fällen

Gruß

Karen

4

Hallo,

das Verhalten Deiner Tochter macht eigentlich ganz deutlich, dass sie völlig überfordert damit ist ihre eigenen Entscheidungen zu treffen.

Also würde ich ihr die Entscheidungen für die nächste Zeit eben einfach wieder abnehmen. DU entscheidest beim Einkaufen gibt es z.B. heute das Auto und wenn sie motzt sagst Du ihr, beim nächsten mal bekommt sie dann den kleinen Wagen.

Außerdem würde ich im Leben nicht so ein Theater veranstalten. Wenn sie sagt sie möchte den blauen Schirm, dann gibt es den blauen Schirm, kein erst blau, dann rot, dann wieder blau, dann wieder rot, bei rot bleibst Du dann weil Du genervt bist und anschließend gibt es ein Drama.

Kinder möchten i.d.R. genau das was sie im 1. Impuls entscheiden, das was danach kommt möchten sie eben noch zusätzlich haben und wenn man sie vor die Wahl stellt ist es für Kinder in diesem Alter eben schwer bis gar nicht begreiflich zu machen warum sie sich überhaupt entscheiden müssen und nicht einfach beides geht.

Mein Sohn ist erst 2 Jahre und 3 Monate, ich lasse ihm auch bei Kleinigkeiten die Wahl. Wenn er sich bei der Entscheidung schon einiges an Zeit lässt und "äääh äääh" sagt, merke ich da schon dass er Schwierigkeiten hat die Entscheidung zu treffen und entscheide dann eben für ihn, außerdem bleibt es bei uns bei der 1. Wahl und zwar immer. Wir haben extrem selten ein Drama wegen der falschen Entscheidung ;-)

Und in ein paar Wochen versuchst Du es dann eben wieder, möglicherweise ist es für sie ja dann schon leichter ihre eigenen Entscheidungen zu treffen ;-)

lg Krüml

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lieben #danke für eure meinungen. nur zur richtigstellung: ich bleibe - spätestens nach dem 2. mal umentscheiden hart, und erkläre ihr in ruhe, dass sie sich für ... entschieden hat und das jetzt so bleibt.

theater in der öffentlichkeit ist nicht sooo das problem (auch wenns unangenehm ist...), sondern, dass ich ein trauriges kind habe. normalerweise ist sie der pure sonnenschein - doch wenn ich ihr ne freude machen will "welches buch magst du haben?" ist sie wirklich tod-unglücklich. und das ist belastend, wenn man sein kind unglücklich macht. ich aber nicht weiß, wie ich rauskommen soll aus dem teufelskreis.

für sie entscheiden hab ich auch schon versucht, mit der option, das andere das nächste mal zu nehmen (beispiel einkaufswagen). "ich möchte aber..." und dann fließen die tränen - wie schon gesagt: literweise...

liebe grüße

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ich finde es voll schön, dass du wahrnimmst, dass sie echt traurig ist und nicht "theater macht" wie so viele denken!
und ich finde es auch wichtig, dass sie entscheiden darf, auch wenns ne wahnsinniig große aufgabe für sie ist.
die konsequenz aus den schwierigkeiten sollte aber meiner meinung nach nciht sein, dass du sie ihr abnimmst (hast du ja auch nicht vor) sondern, dass du ihr hilfst.
also wenn du merkst, sie steuert auf den roten schirm zu mal den satz fallen lassen: also ich finde den roten echt ziemlich toll!
und danach nciht lang rumstehen lassen und gucken, sondern weg von der alternative und solange "plappern" bis sie selbst auch fest davon überzeugt ist, dass sie die richtige wahl getroffen hat.
"klasse ausgesucht!" "ich bin echt stolz, dass du so ne tolle wahl getroffen hast! und schau mal da den verschluss, kannst du bestimmt schon ganz allein auf und zu machen. probier mal" usw.

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Ich würde ganz klar durchziehen, dass die erste Entscheidung gilt, so machen wir das und so ein Theater hatten wir noch nie.

Andrea

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Hallo,

Beispiel Einkaufswagen:
sie wird gefragt und das wird genommen. Wenn Sie zickt gibt es nichts und es geht in den ganz großen vorne rein. Einmal umentscheiden ist ok.
Deine Tochter tanzt Dir auf der Nase rum

Schirm: ich frage und sie sagt eine Farbe. Bis zur Kasse darf sie noch umentscheiden, wenn ich bezahlt habe ist es Ihr Schirm.

Ich denke es ist Deine Aufgabe Ihr das zu erleichtern. Sie ist verzweifelt weil sie nicht weiß was sie tun soll. Frag sie 1x und dann nicht mehr. Wenn sie sich entschieden hat, bleibt es so. Nur aus Mitleid solltest Du nicht nachgeben, sie ist nicht unglücklich sondern verzweifelt. Mama muß helfen und Ihr zeigen das sie stark ist. Ich bestärke meine Tochter in allem. Oh toll, dann nehmen wir den Mini Einkaufswagen - und los geht es. Nix mit noch ins Auto setzen sondern losschieben.

Der blaue Schirm ist total toll, den wird Papa gut finden. Hast Du gut ausgesucht....

Zieh das ein paar Mal durch und es wird Ihr leichter fallen und sie wird zufriedener sein. Sie braucht Deinen Rückhalt... groß werden ist schwer #schwitz

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Hallo,

ich kann dich voll und ganz verstehen.

Laura wird im August 4 Jahre alt. Bei uns geht das so:

Wir frühstücken zusammen und Laura sagt: Ich möchte Honig aufs Brot. Dann nehme ich den Honig, möchte ihr ein Brot machen, dann ruft sie: Nein, ich möchte Marmelade. Ich dann: Ok, ich mache dir Marmelade drauf. Sie wieder: Nein, ich möchte Honig usw.

Dann:

Mama, gehen wir heute spazieren. Ich: Ja, wenn Helena wach ist, ziehen wir uns an und gehen spazieren. Wir gehen spazieren, Laura möchte dann lieber im Garten spielen, spielt sie im Garten, möchte sie spazieren gehen und erzählt abends ihrem Papa, dass die Mama nicht mit ihr spazieren gegangen ist.

Oder:

Mama, stellst du unsere Planschbecken auf. Ich: Ja, dass mache ich gleich. Aber sie geht nicht rein. Wird das Wasser rausgelassen und das Becken saubergemacht, weint sie, dass kein Planschbecken da ist.

Du siehst, bei uns ist es nicht anders.

LG Heike

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Hu hu,
also traurig ist dein Kind bestimmt nicht. Sie ist wohl eher noch zu klein als die Tragweite Ihrer Entscheidungen zu überblicken.
Ich würde aber auch nicht so nen Aufstand veranstalten. Einmal umentscheiden wäre für mich auch ok. aber dann entscheide ich! Wenn es dann geheul gibt, gibt es nichts.
Da musst du auch kein schlechtes Gewissen haben, oder denken dein Kind ist traurig. Sie kann anoch nicht entscheiden und dieses hin und her verunsichert Sie nur. Sie muss sich drauf verlassen können, das Mama das schon regelt. Sei ein bischen entschlossener und lass deiner Tochter nicht zuviel Entscheidungsfreiheiten das überfordert Sie noch.