Affektkrämpfe

Hallo ihr lieben,

Ich suche Austausch zum Thema Affektkrämpfe.

Meine Tochter hatte das erste mal Affektkrämpfe im Alter von 10 Monaten. Zu diesem Zeitpunkt mehrmals täglich. Dies wurde dann langsam weniger. Am Anfang wusste ich garnicht was das ist. Ich war ziemlich verzweifelt, ein blauangelaufenes bewusstloses Kind ohne jegliche Atmung oder Körperspannung. Ich bin als sie dann mehr mal innerhalb weniger Minuten in Ohnmacht gefallen ist und zwischen den Anfällen garnicht richtig zu sich kam, in Krankenhaus. Da ich ja noch nicht wusste das es Affektkrämpfe sind. Ich hatte Angst das ihr Gehirn nicht genug Sauerstoff bekommen könnte und sie irgendwelche Schäden davon tragen würde. Im Krankenhaus wurde erst auf Epilepsie gesetzt. Dieser Verdacht hat sich nach einigen Tests nicht bestätigt.

Sie gaben mir den Tipp, dass wenn sie die Anfälle hat sie einfach auf dem Boden liegen zu lassen, um sie Platz zu schaffen damit sie sich nicht verletzten kann, und sie dann zu ignorieren. Sie würde die Anfälle selbst verursachen um Aufmerksamkeit zu bekommen. Und das mit nur 10 Monaten. Ich habe nicht geglaubt das, dass wirklich so sein kann. Jedoch kammen die ann Fälle immer dann wenn etwas nicht nach ihrer Nase lief.

Wie sahen sie Affektkrämpfe aus?
- Sie bekam ihren Willen nicht, das heißt sie musste aus der Badewanne raus oder durfte nicht noch eine Runde Karussell fahren. Sie sah aus als wolle sie anfangen zu schreien, aber es kam nichts. Sie hielt die Luft an, lief blau an und fing an zu krampfen. Das krampfen kommt einem epileptischen Anfall sehr nah. Danach fiel sie in Ohnmacht und lief sich durch nichts aufwecken. Nicht durch pusten, Wasser, oder kneifen. Mir wurde im Krankenhaus geraten ich solle abwarten. Der Körper fängt nach max. 2 Minuten von allein wieder an zu Atmen. Das passierte dann auch immer "irgendwann" wären den Anfällen kommt es mir vor als würde sie ewig bewusstlos sein.

Nun zum Anlass das ich hier schreibe:

Meine Maus ist nun 3, wir hatten fast ein Jahr Ruhe mit den blöden Krämpfen. Das Krankenhaus sagte mir, dass die Krämpfe meistens zum Schulalter hin aufhören würden. Es gibt aber auch Fälle in denen sie ein Leben lang bleiben.

Wir waren glücklich das wir sie hinter uns hatten.

Leider war dies wohl ein Irrglaube. Heute waren wir den ganzen Tag im Garten. Rasen mähen und co meine Maus War ebenfalls draußen am spielen. Sie War am klettern im Graben und an einem Bäumchen mit ihrem Onkel (9 Jahre). Ich war am Rasen mähen. Hörte also nichts. Ich sah das sie weinte, jedenfalls sah ihr Gesicht so aus. Ich machte den rasenmäher aus und rannte zu ihr. In dem Moment fiel sie bereits in Ohnmacht und landete mit dem Gesicht auf der Straße. Gott sei dank hat sie keine schlimmeren Verletzungen. Sie kam wieder zu sich und beruhigte sich. Sie hatte sich wohl mein klettern stark weh getan. Aber ohne sichtlich Verletzung. Ich war ziemlich ko danach. War ja lange nicht und nimmt mich immer ziemlich mit. Das War der erste Anfall.

Ich mähte weiter. Sie spielte in meiner nähe mit Steinchen. Plötzlich sah ich das sie auf den Popo und dann zu Seite kippte und wieder in Ohnmacht fiel. Ich rannte erneut hin. Sie hatte sie wohl leicht weh getan.

Das dritte Mal War wieder der Wille im Weg. Sie wollte nicht ins Bett und da War der Nächte Krampfanfall.

Nun meine Frage, kennt das jemand, dass die Affektkrämpfe lange nicht da waren und nun wieder kommen. Ich habe angst daß es wieder häufiger vorkommt. Im Kindergarten wird sie dann einen Integrationsplatz benötigen und und und...

Ziemlich langer Text geworden sorry.

Würde mich sehr über Antworten freuen.

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Hallo,

Ich antworte Dir mal kurz.
Unsere mittlerweile 6 jährige Tochter hatte Ihren ersten Affektkrampf mit 1 1/4 Jahren. In den ersten 1-2 Jahren folgten die Affektkrämpfe relativ regelmäßig. Sie hatte nie einen Integrationsplatz im Kiga. War "sogar" im Waldkindergarten.
Die Erzieher wussten halt über die Situation Bescheid.
Ihren letzten Affektkrampf hatte sie vor 1,5 Jahren im Urlaub durch einen Sturz. Da war Sie 4,5 Jahre. Seitdem kein Krampf mehr#klopfaufholz.

Wünsche Euch Alles Gute

Viele Grüße

Wuki73

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Ich habe (bisher zum Glück) keine Erfahrung mit Affektkrämpfen, aber ich finde diesen Artikel hier sehr hilfreich:

http://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/2014/01/pseudo-krupp-fieberkrampf-affektktampf-nachtschreck.html?m=1

Und um den Ärzten entschieden zu widersprechen: Dein Kind fällt aufgrund eines starken Gefühls wie Wut in Ohnmacht, aber ganz gewiss nicht aus purer Absicht! Vielmehr ist die Ohmacht eine Folge davon, dass sie mit ihrem Gefühl noch nicht umgehen kann (sich noch nicht selbst regulieren kann). Andere Kinder werden sich in solchen Situationen z.B. weinend auf den Boden. Du kannst sie aber begleiten wenn sie wütend ist und ihr zeigen, dass Wut ok ist / sie wütend sein darf und sie dann trösten wenn sie mag. Dann lernt sie mit der Zeit, damit umzugehen und die Affektkrämpfe werden automatisch weniger, weil ihre Gefühle sie nicht mehr "überfordern".

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Hallo.
Also Zureden u. Trösten hat bei unserer Tochter absolut nicht geholfen, im Gegenteil Sie sackte immer schnell ab. Grosse Augen, dann verdreht und weg war Sie.

Bei uns hat von mal zu mal nur geholfen Sie sofort abzulenken und aus der Situation zu nehmen.
Aber auch hier ist sicher jedes Kind anders.
Vg