Brauche eure Hilfe- Was habe ich falsch gemacht?

    • (1) 29.01.19 - 14:19

      Hallo,

      ich wollte euch mal unsere Situation schildern, die mich gerade etwas ratlos dastehen lässt.
      Mein Sohn (2 Jahre, 8 Monate) war als Baby stets unzufrieden. Ab dem 2.Lj kamen viele Wutanfälle hinzu und es war oftmals sehr anstrengend. Ich las Ratgeber, um mich über die Entwicklung und den Umgang mit Kleinkindern schlau zu machen. Diese halfen mir auch mit meinem Kind so umzugehen, dass das Zusammenleben harmonischer wurde. Ich kenne ihn sehr gut und weiß wie ich mit ihm reden muss, um Wutanfälle zu vermeiden und dass er sich verstanden fühlt.

      Nun gibt es zwei Situationen, zu denen ich gerne eure Einschätzung hätte:

      1. Bei meinem Mann benimmt er sich zum Teil richtig schlecht und unerzogen. Sind wir in der Öffentlichkeit und mein Mann kümmert sich um ihn, schäme ich mich schon regelrecht für das Verhalten meines Sohnes. Z.B. sagt er ihm, dass er sich hinsetzen soll. Macht er dann nicht, sondern turnt auf dem Stuhl. Mein Mann fordert ihn 10x, immer lauter werdend, dazu auf, ohne Erfolg. Komme ich dann dazu und sage es es einmal, hört er sofort.
      Ich bin aber keine ,,strenge Mutter“ in dem Sinne, sondern habe mir durch viel Geduld und liebevolllem Umgang Respekt verschafft. Mein Mann hat ihn nicht.

      Habe ich nun etwas falsch gemacht, weil er nur auf mich ,,hört“? Mein Mann wird nie hinter die kindliche Logik blicken. Er geht ziemlich unlogisch mit ihm um. (Leider hört sich das sehr negativ an. Mein Mann ist dennoch ein ganz toller Vater, da er alles für ihn tut.)

      Ein anderes Beispiel zur Verdeutlichung: Windel muss gewechselt werden. Papa sagt: komm bitte ins Bad. Sohn sagt Nein und lässt sie sich nicht wechseln.

      Ich sage das Gleiche und er kommt.


      2. So weit, so gut. Ich habe meistens die Situatuon zuhause im Griff. ABER: Wenn ich dann doch auf den falschen Knopf drücke, eskaliert die Situation. Z.B. Beim Schlafengehen. Wenn ich hierbei die falschen Worte wähle, kann es sein, dass er anfängt wie verrückt zu brüllen, dass er nicht ins Bett will. Und solch ein Anfall kann dann auch gerne mal ne Stunde gehen.
      Es kann doch nicht sein, dass ich immer PERFEKT sein muss, um ein harmonisches Miteinander zu haben. Das schlaucht einfach. Vor allem, wenn dann die Situation doch eskaliert, mache ich mir Vorwürfe und könnte heulen, weil ICH es ja hätte vermeiden können.

      So nun mag man glauben, ich hätte einfach falsch erzogen. Ich weiß aber nicht wo, wie und wann?

      Als die Wutabfälle begannen, habe ich zunächst, wie ich auch erzogen wurde, mit Strenge und Druck reagiert. Aber dies erzeugte nur Gegendruck und führte gar nicht zum Erfolg.

      Ich weiß einfach nicht was ich falsch gemacht habe? Bitte helft mir! Das kann doch alles nicht normal sein.

      • Wutanfälle sind normal und die perfekte Mutter gibt es nicht. Wutanfälle sollte man auch gar nicht zu vermeiden versuchen, denn sie sind wichtig für das Kind.
        Was du tun kannst: Stärke deinem Mann den Rücken! Dann kriegt er eben einen Tobsuchtsanfall, aber er sieht, dass Mama und Papa an einem Strang ziehen.
        Dein Sohn muss dringend Frustrationstoleranz entwickeln, denn die braucht!!! er

        • Ja das stimmt! Seine Frustrationstoleranz ist sehr gering. Es hört sich auch so an, als habe er keine, weil ich ständig versuche Wutanfälle zu vermeiden. Aber hat ja dennoch mindestens einen Wutanfall täglich. Also genügend, um zu lernen damit umzugehen.
          Weiß aber gar nicht so genau, wie man Frustrationstoleranz entwickelt?!

          • Frustrationstoleranz entwickelt man nicht, indem man möglichst häufig mit Frust konfrontiert wird (ist allerdings eine weit verbreitete Meinung), sondern dadurch, dass einem der Umgang mit Frust erklärt und vorgelebt wird.

            Dein Mann ist zB sicher frustriert, wenn er seinen Sohn ruft und der kommt nicht. Was tut er dann? Er ruft immer wieder und wieder und wird dabei lauter - wohl nicht so eine tolle Strategie. Ich sag das nicht, um auf deinem Mann rumzuhacken! Hab das nur als Beispiel genannt, weil du es geschrieben hattest. Du kannst dich also fragen: Wie gehe ich mit Frust um? Wie wünsche ich mir für meinen Sohn, wie er damit umgeht?

            Tatsächlich verfällt man sehr oft in genau die Erziehungsmuster, die auch bei einem selber angewendet werden. Sich zu informieren und zu reflektieren lohnt also, wenn man denkt, seine eigene Erziehung hätte Schwachstellen - also quasi immer ;-)
            Was tust du denn nun statt Strenge und Druck?
            Immer alles versuchen so hinzubiegen, dass nichts eskaliert, geht natürlich auch nicht und ist wie schon geschrieben wurde nicht zielführend. Denn dein Sohn braucht nicht nur Verständnis und Liebe, sondern auch Führung und authentische Eltern, die ihm vorleben, dass man für seine Bedürfnisse und Wünsche einsteht. Er hat ein grundlegendes Bedürfnis danach, dass seine Eltern ihn anleiten und führen, auch wenn er das nicht so zeigt. Jedes toben ist eigentlich nur ein "Hilfe Mama, ich kann es nicht besser".

            Ich weiß, das waren keine konkreten Tipps, aber vielleicht nochmal was zum Nachdenken.
            Natürlich solltest du in Betracht ziehen, dass es unter Umständen wirklich kein "normales" Verhalten ist und evtl ärztliche abklären, ob irgendwelche Beschwerden vorliegen.

            Und nein, immer perfekt sein ist definitiv nicht die Lösung, denn es ist kein harmonisches Miteinander, wenn du deinen Sohn ständig wie ein rohes Ei anfassen musst.
            Vielleicht mag dein Mann ein paar Bücher über kindliche Entwicklung lesen? Wenn ihr euch die Erziehung teilt, finde ich das schon sehr wichtig.

      Go!
      Meiner Meinung nach, hast du nichts falsch gemacht!
      Du hast dich belesen und Dir die Zeit genommen, dein Kind kennenzulernen, du weißt, wie er tickt. Dass dein Mann sich damit nicht auseinandersetzen will, ist nicht dein Fehler! Da muss er selber was tun, oder eben damit klarkommen, dass es bei ihm nicht so läuft . Da hast geschrieben, du hast Dir mühevoll den Respekt deines Kindes erarbeitet. Das finde ich gut, sollte dein Mann auch tun, das kannst nicht du für ihn machen.
      Und Wutanfälle kann man nicht immer vermeiden, sollte man auch nicht. Hilf deinem Sohn dadurch und gönn dir auch mal Auszeiten, damit du, wenn es drauf ankommt auch die Nerven nicht verlierst.
      Ich finde, du machst das gut, weiterhin starke Nerven!
      Gruß Pfreni

    Hallo liebes,

    Ich wünsche dir erst mal alles gute du arme das hört sich sehr anstrengend an.

    Ich finde Kinder in dem Alter sind sehrrrr Klever, sogar Klever genug zu wissen dass viele erwachsene genau diese Eigenschaft unterschätzen.
    Du sagst du handelst immer so, dass nichts eskaliert. Dein Kind spürt deine Anspannung und deine zögernde Art. Es kann nicht sein dass du ständig aufpassen musst, das zerrt doch an den Nerven. Ich denke dein kleiner weiß „wenn sie nicht das tut, was ich will, dann schreie ich los. Der Papa macht da sowieso nicht mit und Mama kommt mir sowieso zur Hilfe“.... ich kenne euch und eure Situation nicht, aber könnte das evtl das Problem sein? Ansonsten mit dem Kinderarzt sprechen und ggf Hilfe holen? Manchmal hilft es das Kind schreien zu lassen, damit es lernt sich von selbst zu beruhigen. Habt ihr das mal probiert? Ich rede hier natürlich nicht von std langen schreien lassen, sondern in Maßen (denke als Mama kannst du das am besten einschätzen wie lange) und mit Unterstützung.

    Lg ❤️

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