Wie reagiere ich richtig ? Kind 3,5 Jahre

    • (1) 04.02.19 - 13:08

      Hallo ihr lieben,

      Ich weiß nicht, in welcher tollen Phase wir uns befinden 😬 aber mein kleiner hat sich bei Wut absolut nicht im Griff!
      Es kam es jetzt schon 2 mal innerhalb einer Woche vor, wo es echt eskaliert ist, er hat getopt, geschrien, gebrĂŒllt ...
      Es fÀngt mit einem nein zu mir an, dann kommt ich bin ein doofmann, blödmann oder sogar Arschloch, werde gehauen und getreten! Ich sage ihm deutlich, dass ich die Mama bin und kein blödmann, und das es so hier nicht lÀuft... und dann steigert er sich richtig schön rein! Ich gehe raus aus der Situation, er kommt mir hinter her, ich soll wieder den Raum verlassen!

      Was kann ich hier tun? Aus seinem Zimmer kommt er wieder raus ..

      Er kann Bocken und wĂŒten wenn er es gerade will, ich verstehe da ihn manchmal.. aber die AusdrĂŒcke und das hauen gehen nicht!

      Liebe GrĂŒĂŸe

      • (2) 04.02.19 - 13:12

        Das klingt wie der Sohn meiner Freundin. Sie macht es so das sie ihn in den hausflur schickt wo er seine Wut raus schreien kann bis er sich wieder beruhigt hat und sich entschuldigen muss. Bei meinem Sohn ist es nicht so schlimm, ich setze ihn auf einen Stuhl und sage ihm er dĂŒrfe erst wieder aufstehen bis er wieder lieb ist. WutAusbrĂŒche sind in dem Alter ganz normal, die kleinen wissen nicht wie sie. Ihrem Ärger sonst Luft machen können. Vllt hilft dir eine von diesen Varianten weiter. Aber vergiss nicht das du ihm erklĂ€rst das er so nicht mit dir sprechen darf. Das dich das traurig macht und du es nicht schön findest wenn er so was zu dir sagt.

        (3) 04.02.19 - 13:23

        Also erst mal wĂŒrde ich von den Tipps meiner Vorschreiberin auf jeden Fall abraten! Das ist einfach nur abwertend und vermittelt dem Kind, dass es nur unter bestimmten Bedingungen geliebt und akzeptiert wird, nĂ€mlich wenn es "brav" ist - meiner Meinung nach das Schlimmste, was man einem Kind mit auf den Weg geben kann.

        Dein Kind braucht keine Bestrafung, es braucht Hilfe.
        Er bockt und wĂŒtet ja nicht rum, weil er Spaß dran hat, sondern weil er einfach noch nicht anders mit seinen Emotionen umgehen kann.
        Da nĂŒtzt es glaube ich wenig, bei den Situationen anzufangen, wo es eh schon eskaliert ist, da ist es einfach schon "zu spĂ€t", da hilft nur Schadensbegrenzung betreiben uns aushalten. Viel wichtiger ist doch die Frage: Wodurch werden die WutanfĂ€lle ausgelöst? Ist es wirklich Wut oder doch eher Frust oder EnttĂ€uschung? Wie geht er sonst (wenn es eben nicht eskaliert) mit diesen GefĂŒhlen um? Was sagst du ihm, wie er damit umgehen kann? Was lebst du ihm vor, was tust du in Situationen, wo du dich so fĂŒhlst?
        Vielleicht willst du dazu nochmal etwas schreiben...

        • (4) 04.02.19 - 13:59

          Danke, fĂŒr Deine Antwort! Es ist definitiv Wut! Ich erziehe sehr auf Augenhöhe und akzeptiere total seine Meinung, aber manchmal muss ich mich halt auch mal durchsetzen! Das Akzeptiert er nur sehr schwer!
          Ich möchte ihn auch in seiner Wut alleine lassen, aber das beschimpfen und das bestimmen, wo ich mich aufhalten soll, finde ich, geht gar nicht!
          Ich bin glĂŒcklicherweise ein entspannter Mensch, aber auch erst, seit dem er auf der Welt ist 😂 es dauert, bis ich „laut“ werde! ErklĂ€re ihm dann aber auch, warum und das ich ihn lieb habe, aber wĂŒtend, traurig und sauer sein, halt zum Leben dazugehört!

          • (5) 04.02.19 - 14:00

            - nicht in seiner Wut alleine lassen ;)

            (6) 04.02.19 - 20:53

            Also das mit dem Beschimpfen, da denke ich persönlich mir: Ich bin erwachsen, da steh ich drĂŒber. Da kann ich lieber in einem ruhigen Moment nochmal sagen, dass ich das nicht möchte. Aber in dem Moment ihm den Mund zu verbieten, bringt glaube ich einfach nicht viel. Er ist wĂŒtend auf dich, er WILL die Aggression gegen dich richten. Und es ist doch schonmal besser, wenn er das mit Worten tut und nicht mit Taten. Da wĂŒrde ich tatsĂ€chlich das Verhalten (nicht das Kind!) ignorieren in dem Moment.
            Herumkommandieren lassen musst du dich natĂŒrlich nicht. Aber es ist ein großer Unterschied, ob du authentisch deine persönlichen Grenzen vertrittst oder dich als erzieherische Maßnahme einfach mal durchsetzen willst. Beispiel fĂŒr das erste wĂ€re: "Ich habe verstanden, dass du möchtest, dass ich aus dem Zimmer gehe. Ich habe aber wirklich keine Lust, jetzt im Flur zu sitzen, daher bleibe ich hier. Wenn du Abstand willst, kannst du gerne woanders hingehen oder ich setz mich mal da hinten aufs Sofa" ... whatever.. Also einfach herauskristalliesieren: Dir ist X wichtig, mir Y und das steht sich im Weg - doof und völlig verstĂ€ndlich, dass dich das wĂŒtend macht, aber so ist es jetzt. Übrigens ein ganz toller Tipp: "Hast du noch eine Idee?" --> das Kind fragen. Mein Sohn hat bei uns schon so manche Katastrophe abgewendet, man muss ihm nur die Gelegenheit dazu geben. Und so fördert man das eigenstĂ€ndige Lösungen finden.

            NatĂŒrlich ist es auch wichtig, seine eigenen Grenzen zu wahren, denn das will man dem Kind ja vorleben. Außerdem braucht das Kind Eltern, die nicht immer nachgeben (aber weil sie eigene Grenzen haben, die sie ihm aufzeigen und nicht aus erzieherischer Maßnahme heraus!). Konflikte wollen auch geĂŒbt sein. Eltern als Sparringspartner, wie Jesper Juul es so schön nennt.

            Aber sich einfach "aus Prinzip" nicht herumkommandieren lassen möchten wobei es einem in dem Moment eigentlich völlig egal ist, ob man nun im Wohnzimmer oder in der KĂŒche ist, finde ich nicht sinnvoll. Warum sollte man es sich und dem Kind unnötig schwer machen. Das kann man natĂŒrlich dann auch so kommunizieren "Ich mag es an sich nicht, wenn du mich woanders hinschickst. Aber ich habe kein Problem damit, in die KĂŒche zu gehen. Wenn es dir hilft, mache ich es gern."

            Ich habe jetzt einfach mal beides erlĂ€utert wie ich es meine, ohne natĂŒrlich zu wissen, was deine Intention ist. Vielleicht kannst du ja etwas draus mitnehmen.

            Eins noch: Du kannst deinem Kind alles sagen. Was du gut findest und was nicht, was du möchtest und was nicht. Es versteht dich. Wirklich. Es gibt keinen Grund, laut zu werden oder sonstige Maßnahmen zu ergreifen, mit der richtigen Kommunikation kann man viel mehr erreichen.

      (7) 04.02.19 - 14:43

      Hallo,
      Mein Tochter fast 3 hat seit kurzem ab und zu Momente, in denen sie auch auf einmal wĂŒtend ist und dann ganz oft die Zunge rausstreckt, versucht zu hauen (wobei sie da meistens schon kurz davor selbst zurĂŒck zieht) und ich merke einfach, dass sie es selbst garnicht richtig kontrollieren kann in dem Moment. Sie weiß sich in dem Moment grad nicht anders zu helfen. Anfangs habe ich auch „geschimpft“ und gesagt das es so nicht geht usw. das hat es aber nur viel schlimmer gemacht.
      Seit kurzem Strecke ich ihr die Arme entgegen und sie kommt sofort in den Arm
      Und fÀngt dann meistens an zu weinen. Man merkt richtig wie dann alles raus kommt. Dann kann ich auch mit ihr reden. Ich frag sie dann was denn los ist und sage ihr, dass ich sie verstehen kann aber es nicht schön ist wenn sie haut oder so.
      Hast du es damit evtl. Schon versucht? Ihn aus der Situation raus zu holen?
      Liebe GrĂŒĂŸe 😊

      (8) 04.02.19 - 18:26

      Ignorieren.
      Ignoriere ihn wenn er tobt.Mach einfach das normal weiter was du gerade tust. Tu einfach so als wÀre gar nichts und falte z. B. weiter die WÀsche. Ohne Publikum ist toben nÀmlich fad.
      Wenn er wieder bereit ist ihn in den Arm zu nehmen, dann mach das und sag ihm, dass du ihn immer lieb hast, auch wenn er außer sich ist vor Wut. Bei meinen Kindern hat das gut funktioniert und die AnfĂ€lle wurden weniger.
      Das gewisse AusdrĂŒcke nicht ok sind vermittelst du ihm eh. Trotzdem wĂŒrde ich ihn mal fragen ob er ĂŒberhaupt weiß was gewisse AusdrĂŒcke bedeuten. Meistens wissen sie es nĂ€mlich nicht und sind dann selbst erstaunt was sie so vom Stapel lassen.

      (9) 04.02.19 - 21:04

      Also wenn ich in solchen Situationen Versuche zu reden wird es meistens schlimmer. Ich lasse sie einfach toben und wenn sie sich beruhigt hat sage ich evt nochmal das die o das nicht geht und dann ist es abgehackt. Was ihr hilft ist z.b rennen ich fahre ihr dann auch: renn durchs Zimmer o stampf mit dem Fuß o haue ins Kissen, einfach damit die Wut raus kann.
      Sie hatte Mal eine Phase da hat sie mich gebissen, ich habe irgendwann bemerkt wann sie will und ihr z.b ein Kuscheltier hingehalten und gesagt: da rein darfst du. Und natĂŒrlich auch gesagt dass es nicht geht ĂŒber weh tut. Rausschicken tun wir sie nur wenn sie wirklich Mist baut, damit sind wir sehr sehr sparsam.
      Lg

      (10) 04.02.19 - 21:12

      Hi,

      Also meine Maus ist jetzt 2.6 Jahre und mitten in der autonomiephase.
      Nun ist ja auch jedes Kind anders und man "muss" ausprobieren was hilft um den kleinen grĂ€mmlins in ihrem gefĂŒhlschaos zu helfen.

      Kleines Bsp:

      ich weiß nicht mehr warum meine Tochter sauer war aber sie hat ihren Frust raus gelassen in dem sie ihr spielzeug vom Tisch geworfen hat. Ich hab sie machen lassen "nur zugesehen" und sie beruhigte sich ziemlich zĂŒgig. Sie hat sich dann zu mir an Tisch gesetzt kuckte sich um und fing bitterlich an zu weinen und meinte Tschuldigung Mama das war meine schuld hab spielzeug durch die KĂŒche geworfen. Und dann ihre Schnute dabei zuckersĂŒĂŸ 😅
      Wir haben dann darĂŒber gesprochen ich hab ihr gesagt das ich es verstehe das sie wegen x sauer ist und das sie die Wut iwo raus lĂ€sst.

      HÀtte ich sie mir zb geschnappt und aus der Situation raus genommen hÀtte sie mich locker gehauen. Deswegen erst mal in Ruhe lassen aber trotzdem anwesend sein um zu zeigen das man da ist.

      Viel Kraft an alle fĂŒr diese netten Phasen der kleinen sĂŒssen grĂ€mmlins 😍

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