Bei├čer, Hilfe ­čÖł

Hallo an alle Mamis,

Mein Sohn ist 14 Monate alt und besucht die Krippe, jetzt ist es so das er dort Kinder bei├čt. Er ist ein schlauer, fr├Âhlicher kleiner wildfang. Die Erzieherinen gaben mir dort ein Buch zum Thema bei├čen mit was mir aber null weiterhilft, da es an Erzieherinen in der Krippe gerichtet ist( bin selbst Erzieherin in der Krippe und man sollte meinen ich wei├č wie das zu handhaben ist aber nein ­čśé­čÖł)

Er bei├čt zuhause auch mich und den Papa, meistens wenn er was nicht darf oder sich richtig freut ( merkw├╝rdig oder?)

Ich sage ihm das es wehtut und versuche dabei ruhig zu bleiben was manchmal wirklich schwer ist weil es echt verdammt wehtut ­čśů­čÖł. Er bekommt grade seine Backenz├Ąhne und ich versuche ihm eine Alternative zum reinbei├čen zu geben die er meistens auch nutzt aber eben nicht immer.

Habt ihr noch Tipps, bitte ­čśů

Herzliche Gr├╝├če
Jacqueline mit klein Emil

Warum versuchst du ruhig zu bleiben, wenn es weh tut?
Ich sag richtig laut "Aua, aufh├Âren" und er h├Ârt auf. Nat├╝rlich muss man es immer wieder sagen, aber irgendwann wird es sicher in Langzeitged├Ąchtnis sickern.

Manche Kinder finden so eine Reaktion total spannend und sind dann motiviert so was nochmal zu machen. Die Empathie fehlt ja noch aber daf├╝r mangelt es nicht an Neugierde.
Da ist also jedes Kind anders, gut m├Âglich dass die TE darum kein gro├čes Tamtam machen will

Hi!
F├╝r mich klingt es als w├╝rde er Bei├čen um Stress abzubauen, negativen und positiven Stress. Manche Kinder schreien oder hauen sich selbst. Da haben die Kleinen ja die unterschiedlichsten Wege. Im Fokus steht die eigenen Emotionen zu regulieren und Empathie ist quasi nicht vorhanden. Auch wenn du das sicher wei├čt finde ich es hilfreich sich selbst in stressigen Situationen daran zu erinnern.
Da das Bei├čen f├╝r alle anderen wirklich bl├Âd ist w├╝rde ich weiterhin mit ihm ├╝ben und nach guten Alternativen suchen. Wenn er zur Stressregulierung K├Ârperkontakt sucht und seine Kraft nutzen m├Âchte k├Ânnte er zum Beispiel in deine Handfl├Ąchen schlagen. Oder dich feste dr├╝cken, also umarmen. Oder gegen deine Handfl├Ąchen schieben.
In der Krippe ist es meiner Meinung nach Aufgabe der Erzieher darauf zu achten dass der Kleine die anderen Kinder nicht bei├čt. Sie kennen das Problem ja und k├Ânnen rechtzeitig unterst├╝tzen und Alternativen anbieten. Ihr k├Ânnt ja gut eure Erfahrungen austauschen, vielleicht hilft zuhause auch das was in der Krippe hilft.
Nun ist dein Kleiner ja wirklich noch sehr jung, das Verhalten absolut normal und es dauert sicherlich noch eine Weile bis das Problem v├Âllig verschwindet. Trotzdem und auch grunds├Ątzlich kann es sehr hilfreich f├╝r ihn sein wenn du mit ihm auch ├╝ber deine eigenen Emotionen und deinen Umgang damit sprichst. Du k├Ânntest zum Beispiel erkl├Ąren ÔÇ×Ich bin w├╝tend weil Kollegen gemein zu mir waren und darum muss ich mal laut schimpfen. Danach geht es mir besser.ÔÇť oder auch ÔÇ×Ich war auf der Arbeit heute sehr erfolgreich und das freut mich so sehr, dass ich Papa feste umarmen willÔÇť. Gerade durch das Vorleben lernen Kinder ja am meisten und adaptieren Verhaltensweisen oft sehr gerne, da kann man die Dinge auch direkt ansprechen.

Dein Kommentar ist sehr hilfreich ­čśŐ
Danke dir ­čŹÇ
Ja ich versuche ihm immer im ruhigen Ton zu sagen das es mir weh macht.

Hey, meine hat auch gebissen (bin auch Erzieherin und war auch trotzdem ratlos). Ich habe konsequent "Nein" gesagt und sie aus der Situation genommen. Aufm Spielplatz usw musste ich zu der Zeit nah an ihr dran sein und hab versucht es vorher zu unterbinden oder falls zu sp├Ąt wieder nein und aus der Situation genommen und mich dann dem "gesch├Ądigten" Kind zugewandt und getr├Âstet.
Hat aber lange gedauert bis der Groschen gefallen ist ;-) also vielleicht wars auch falsch

In dem Buch "das gew├╝nschteste Kleinkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn" hat hierzu ein paar Seiten, in denen L├Âsungsvorschl├Ąge aufgef├╝hrt sind und auch die Hintergr├╝nde weshalb manche Kinder bei├čen (Kommunikationsversuch, aus Emotionen - Wut aber auch Liebe, usw.).

Laut Aua zu rufen, ist da laut Autoren eher kontraproduktiv, da das Kind die Reaktion spannend findet und es dementsprechend immer wieder austestet. Man soll, insofern in der Situation m├Âglich, m├Âglichst ruhig sagen, dass es einem weh tut und dass das Kind einen stattdessen fest umarmen kann (man sollte das dann vormachen).

Bei bei├čen als Kommunikationsversuch bei anderen Kindern sollte man m├Âglichst vorher einschreiten (wenn man die typischen Situationen kennt) und zum Beispiel f├╝r das eigene Kind das andere Kind fragen, ob es mit dem Spielzeug spielen darf.

Das sind nur ein paar Beispiele. Ich selbst kann das nur so wiedergeben und nicht aus der Praxis sprechen. Aber vielleicht hilft es dir ja weiter. Es kann wohl aber leider auch einige Zeit dauern, bis das Kind davon etwas annimmt. Oder ob es ├╝berhaupt etwas davon annimmt..

Ich hab schon viel von dem Buch geh├Ârt ­čÖł
Ich glaube ich werde es mir besorgen.
Danke dir ­čŹÇ