Mein Sohn beißt und kratzt

Hallo Ihr lieben,
ich brauche Mal Euren Rat.
Mein Sohn, 21 Monate, kratzt und beisst.
Meistens nur mich. Ich weiss einfach nicht weiter.
Wenn er das macht, ist er meistens müde und dreht voll auf. Ich habe schon versucht aus der Situation zu gehen, ihm zu erklären das es Mama wehtut und geweint. Es bringt alles nichts, er fängt an zu lachen und versucht es wieder. Er lacht auch nicht jedesmal, auf einmal ist er dann so wütend, dann erkläre ich ihm, das er , wenn er so wütend ist, sein Kuscheltier beißen oder kratzen kann aber das ruft natürlich nicht die tolle Reaktion von Mama auf dem Plan. Manchmal will er kuscheln (was schon sehr selten ist) und dann beisst er auf einmal oder kratzt mir das Gesicht blutig. Da bin ich froh, das ich beim Einkaufen Maske tragen muss...🥺
Beim Papa macht er es sehr selten.
Ich habe auch überlegt ob es an uns liegt, ob wir oder ich ihm zu wenig Aufmerksamkeit schenken aber das kann ich verneinen, Wir gehen raus, toben, spielen zusammen, daran kann es, glaube ich, nicht liegen...
Habt ihr Tipps für mich?

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Hallo,

Tipps kann ich dir leider nicht geben, da es bei uns, ebenfalls 21 Monate alt, genauso ist. Auch bei seinen Geschwistern.
Allerdings beißt, kratzt und kneift er viel, wenn er sauer ist.

Aber, wenn er müde ist oder beim kuscheln, "kribbelt " er an unserer Haut.
Mit Vorliebe bei mir am Oberarm und Hals und bei meinem Mann am Oberarm, Hals und Ohrläppchen.

Über Rückmeldungen bin ich gespannt und klinke mich hier ein.

LG

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Hallo!
Meine jüngere Tochter hat immer ihre ältere Schwester gekratzt und gebissen.Alles reden hat aber auch gar nichts gebracht,die sind in einem Alter,wo sie den Ernst der Lage nicht wirklich abschätzen können und nicht verstehen,wann es wirklich ernst gemeint ist.Als sie der grossen nur knapp unters Auge eine stark blutende Wunde verursacht hatte war es vorbei und ich hab ihr eine Ohrfeige verpasst,nicht auszudenken was passiert wäre,wenn sie ihr Auge getroffen hätte.Danach hat sie nie wieder gebissen.Ich weiss,das es nicht das optimale war aber es muss nicht wirklich erst etwas passieren was einen lebenslangen Schaden mit sich gebracht hätte.Ich hoffe,ihr findet eine andere Lösung und das war nur meine Erfahrung in dem bereich.Schliesslich war und bin ich der älteren Tochter gegenüber auch in der Pflicht sie zu schützen und zum Glück hat sie es sich dadurch angewöhnt.

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Hallo, danke für Deine Geschichte.
Es ist wirklich schwierig das richtige Maß zu finden.
Ich habe wirklich Angst, wenn er mich wieder so zu packen hat und nicht loslässt und ich im dann im Affekt " eine verpasse" .
Als er Mal wieder in mein Gesicht kniff habe ich die Arme genommen um ihn los zubekommen. Dabei habe ich ihn, wirklich ausversehen, gekratzt, da war die Hölle los... Ich dachte, das er sich das dann vielleicht gemerkt hat, Fehlanzeige....

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Das ist wirklich nicht schön und ich weiß nicht ob ich dir einen guten Tipp geben kann. Vielleicht kennt dein Kindarzt eine Anlaufstelle die dir in der Situation helfen kann.

Ansonsten kann ich nur aus meiner Erfahrung erzählen. Mein Sohn ca mit 22 Monaten angefangen in Situationen in denen er nicht weiter wusste oder wütend war mich zu schlagen. Am Ende hat es geholfen ihn erst sitzen zu lassen, manchmal in den Flur zu setzten, manchmal bin auch ich einfach aus dem Zimmer gegangen. Dann bin ich zu ihm und habe ihm gesagt das ich ihn verstehe warum er so traurig/wütend ist und das ich es auch wäre, aber ich möchte niemanden verletzen und weil er so traurig ist drücke ich ihn weil er wissen soll das ich ihn liebe.
Hab ihn dann fest gedrückt und was zu essen und trinken angeboten. Meist hat er nach so einen wutanfall durst gehabt.
Selten hatte er einen wutanfall von 30 Minuten meist konnte ich ihn zwischen 10 und 20 Minuten beruhigen. Aber ich hab es mit ihm ausgegsessen.


Es war aber auch eine schwere Zeit für ihn. Er kam in die Autonomie Phase und ich war hoch schwanger konnte dadurch auch nicht mehr viel machen. Dazu kam ein Umzug und Schlußendlich der erste Corona Lockdown.

Schau einfach mal was dein Kind emotional belasten könnte. Denn manchmal sehen sie taff aus und brauchen doch ganz viel Liebe gerade.

Mittlerweile ist mein Sohn 3,5 und wenn es mir zu bunt wird steck ihn ihn in sein Zimmer. Ich sag ihm dann er darf zu mir kommen wenn er getröstet werden will. Dann kommt er sofort zu mir und ich kuschel ihn, rede aber noch mal das ich ihn verstehe aber nicht gehauen werden will.

Er hat immer nur mit den Fäusten geschlagen, was er mittlerweile nicht mehr macht. Gebissen und gekratzt hat er zum Glück nie. Du musst selbst sehen wie emotional reif dein Kind ist. Mein Sohn hat da schon viel Verständnis in dem Alter gehabt.

Ich wünsche dir alles Gute.

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Hallo, danke für Deine Antwort,
das habe ich auch versucht, mit ihm zu reden aber es gibt dann kein Durchkommen. Im Gegenteil, gehe ich weg, läuft er hinterher und versucht mich zu beißen. Übrigens, in der Pofalte tut es besonders weh...🥴
Er ist auch überhaupt kein Kuschelkind 😔 Ganz selten kommt er Mal. Und wenn er kommt, habe ich Angst das er beisst. Das ist doch nicht normal, das ich Angst vor meinem Kind habe...,😟 Wir hatten schon einmal eine schwere Phase, dann würde es wieder besser. Ich bin auch bei Wutanfällen bei ihm und Versuche für ihn da zu sein. Die Attacken gibt es auch wenn er was nicht will, zb Windeln wechseln oder anziehen. Das kündige ich immer mehrmals vorher an das er sich darauf einstellen kann aber es bringt leider nichts.
Das mit dem Kinderarzt habe ich auch schon überlegt, ich werde mir da einen Termin holen.

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Das ist ja kein schöner Zustand. Und das er es auch bei dem Papa macht ist auch nicht gut, da hätte man sonst sagen können das der Papa in solchen Situationen eingreifen soll.

Ich drücke euch die Daumen, das der Arzt die richtige Anlaufstelle ist.

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Hallo! Ich kann verstehen, dass das belastend ist. Aber ich möchte dir folgende Tipps geben, die dir vielleicht helfen dein Kind besser zu verstehen:

1. Kinder in dem Alter fühlen teils wirklich intensive Emotionen. Sie wissen aber nicht wie sie ihre Emotionen raus lassen sollen. Oft ist halt hauen etc ein Ventil. Manchmal auch für Liebe und für Freude. Oder auch Wut.

2. Kinder in dem Alter können ein "nicht" nicht verstehen. Sie brauchen positive Handlungsanweisungen. Also "Hör bitte auf die Mama zu hauen. Wenn du sauer bist, dann darfst du das Kissen hauen." Also eine Alternative Möglichkeit bieten die Emotionen rauszulassen. Oder statt hauen dich streicheln. Das klappt bei uns ganz gut. Immer einen Alternativvorschlag machen je nachdem was du glaubst welche Emotionen für das Hauen verantwortlich ist.

3. Wenn dein Kind dich anlacht, während du erst sagst, dass es dir wehtut, dann ist das nicht, weil es Spaß hat dir wehzutun. Kinder machen NIE etwas gegen ihre Eltern. Das ist auch Evolutionstheoretisch sehr unlogisch. Kinder lachen um die Eltern zu besänftigen. Also "schau Mama, ich lächle, es ist doch alles gut, sei nicht sauer, lächel mit".

Also: Versuche die Emotionen hinter dem ganzen zu analysieren. Gib deinem Kind Alternative Möglichkeiten an die Hand seine Emotionen rauszulassen und dir zu zeigen. Mit Positiv-Formulierungen. Nicht-Fomulierungen sind für Kinder in dem Alter einfach Nutzlos.

Das funktioniert bei uns sehr gut. Das Hauen und beißen hat sich stark reduziert. Es kann natürlich dauern, bis man eine wirkliche Verbesserung sieht. Aber so ist das mit Kindern. Ganz wichtig ist auf jeden Fall, dass du deine Grenzen warst. Also dass dein Kind auch lernt, dass Mama auch Grenzen hat. Das ist auch später besser wenn es lernt seine eigenen Grenzen abzustecken.

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Achja. Es kann auch einfach ein Weg sein mit dir in Verbindung zu kommen. Kinder müssen sozial adäquate Varianten dafür lernen. Die wissen das nicht einfach so. Da muss man als Eltern liebevoll Alternative Wege aufzeigen.

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Du musst wirklich konsequent sein. Wenn er anfängt zu beißen oder zu kratzen: Auf Abstand halten und/oder runtersetzen, so dass er gar nicht erst zum Zug kommt. Je öfter ein Verhalten ausgeführt wird, desto weiter sinkt die Hemmschwelle dafür.
Lange Erklärungen sind für wütende Kinder in dem Alter viel zu viel. Eine knappe Ansage reicht: "Nicht beißen, das tut mir weh!" Ruhig auch in einem etwas strengeren Ton, er soll mitbekommen, dass du es Ernst meinst.
Das ist Erziehungsarbeit. Es geht darum, dass dein Kind lernt, die Grenzen anderer zu respektieren. Das bedeutet, dass er verinnerlicht, dass er anderen nicht weh tun darf - völlig Wurst, ob er gerade überbordende Freude, Frust, Wut, Müdigkeit oder was auch immer empfindet. Dafür ist er keinesfalls zu klein!

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Hallo,

Unser Sohn ist noch 23 Monate und bei uns hat das auch angefangen als er 21 Monate alt war... Einmal hat er mir so sehr ins Gesicht gekratzt, dass es so aussah als hätte ich ein blaues Auge...

Meist tat er es, wenn er wütend war oder er seine Paw Patrol Folge schauen durfte-und dann völlig aus dem Nichts hat er zugebissen. Oft wurde es blau.
Manchmal auch einfach auch toben und Grenzen testen.


Was wir getan haben ( situativ) bei beißen, kratzen, kneifen :

- in der Wutsituation hab ich ihn in sein Zimmer gebracht und erst mal bocken lassen... Nach 2 Minuten bin ich rein, hab ihn in den Arm genommen und gesagt, dass es mir weh tut. Das kuscheln, küssen und kitzeln viel schöner ist
Das mussten wir teilweise in einer halben Stunde 2-3 mal machen. Aber das er es verstanden hatte, war klar als ich fragte : "Was machen wir da?" "kuscheln, Mama" und dann hat er mich gedrückt

In der Tobesituation :
- toben unterbrochen
- halt, Stopp, dass tut weh
-wenn er provokant weiter gemacht hat, toben abgebrochen und gegangen

Dann gab es mal eine ganze Weile kein Paw Patrol

Man muss wirklich konsequent bleiben und die Grenzen aufzeigen. Ich bin auch mal lauter geworden. Seit vorgestern wird es besser, da gab es es noch mal einen riesen bockanfall. Ich denke, diese Phase ist normal und viele müssen da durch. Und die Phase geht vorbei (es kommen neue). Übrigens hab ich auch meistens die Gewalt meines Kindes abbekommen. Ich schätze es liegt tatsächlich an der Hauotvezugsperson. Papa hat zwar auch mal was abbekommen, aber definitiv nicht in dem Ausmaß. Halte durch.

LG Audrey