Erfahrung ungewollt Vater

Hallo zusammen, ich bin gerade ungeplant Schwanger. Mein Mann und ich wollten nie Kinder. Und jetzt ist es eben doch passiert. Erst seit ich in dieser Situation bin habe ich mir konkrete Gedanken gemacht und dentiere tatsächlich dazu das Kind zu wollen. Mein Mann aber mal gar nicht. Er will seine Freiheit und Spontaneität nicht verlieren. Aber verlassen würde er mich auch nicht sagt er.

Meine Frage ist, ist hier ein Mann der mal in so einer Situation war? Wie ist es ausgegangen?

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Das ist schon eine Zusage: er wird dich nicht verlassen. :-)
Wenn du dich so schnell umstellen konntest, wird er es vielleicht auch schaffen.
Spontaneität und Freiheit sind ja mit einem Kind nicht zuende. Klar ist man erstmal gebunden. Aber es gibt auch Bereicherung und Möglichkeiten, die man allein zu zweit nicht hat.
Also - ohne Kinder alt werden - das sieht vom bisherigen Standpunkt aus vielleicht verlockend aus: immer so weiter. Als Eltern erlebt man die unterschiedlichen Lebensphasen intensiv. Es gibt Abwechslung und Entwicklung.
Und Spontaneität und Freiheit - kann er voll brauchen und in die nächste Generation weitergeben. Vielleicht sprechen ihn diese Gedanken an? Jedenfalls gibt es viele Möglichkeiten, wie er diese Aufgabe gestaltet, wie sie genau zu ihm passt.
Und natürlich hast auch du diese Möglichkeiten.
Jetzt habe ich nur über seinen Part geschrieben.
Welche konkreten Gedanken haben bei dir die Tendenz zum Kind ausgelöst?

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Ach, ich bin 33 und habe in meinem Leben in verschiedenen Ländern gelebt und bin viel gereist, hab viel gefeiert und immer getan wonach mir der Sinn stand. Jetzt denke ich es reicht eben auch, ich bin bereit nen Gang runter zu schalten, unsere Familien würden sich riesig freuen und helfen (alle davon) und wir haben schon viele Freunde mit Kindern oder die diese bald in Planung haben. Daher denke ich einfach es würde passen.
So komisch es klingt, aber es ist einfach der richtige Zeitpunkt.

Er ist natürlich total verwirrt woher mein Sinneswandel kommt. Aber langsam versteht er es. Aber seine Meinung wird sich nicht mehr ändern.

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Ich habe mich damals gegen das Kind entschieden, da es für mich!!! nicht vorstellbar war, ein Kind zu bekommen was vom Vater nicht gewollt ist.
Ich bin der Meinung, ein Kind sollte von beiden Eltern gewünscht sein.
Für das Kind ist die Ablehnung des Vaters womöglich ein lebenslanges Problem und ich als Mutter bleibe auch mein Leben lang mit dem Vater des Kindes verbunden, was ich mir nicht vorstellen konnte.
Wir haben uns dann natürlich trotzdem getrennt aber so war nicht noch ein Kind involviert.
Ich habe dann später mit einem Mann ein Kind bekommen, der sich das auch gewünscht hat.

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Ich bin vor fünf Jahren ungeplant schwanger geworden, mein Freund und ich waren da gerade ein halbes Jahr zusammen, von der Schwangerschaft haben wir erst im vierten Monat erfahren, für eine Abtreibung wäre es zu spät gewesen. Es war allerdings nicht so, dass er nie ein Kind wollte, aber eben noch nicht (keine Ahnung, wie lange er gebraucht hätte zum überlegen).
Wir sind dann schnell zusammengezogen, das Kind ist jetzt vier. Er ist geblieben, aber in vielen Bereichen zeigte und zeigt sich seine Unzufriedenheit und sein Unwillen, aktiv am Familienleben teilzunehmen. Wenn unser Kind nicht da ist, verhält er sich auch mir gegenüber deutlich anders, steht z.B. am Wochenende früh auf, um mit mir zu frühstücken, wenn unser Kind da ist, schläft er am Wochenende bis mittags. Im Haushalt macht er auch nichts.

Du solltest Deine Entscheidung nicht von den Wünschen Deines Mannes abhängig machen, auch wenn sich das jetzt hart anhört. Du solltest eher überlegen, mit welcher Entscheidung Du besser klarkommst.
Ich konnte z.B. bis weit in den siebten Monat der Schwangerschaft wenig Freude zeigen und habe Schwierigkeiten gehabt, alles zu akzeptieren, die Kleidung und die Ausstattung habe ich erst sehr spät gekauft und war weitestgehend allein damit, mein Freund hatte auch daran nie Interesse. Nicht jeder kann mit so etwas umgehen, sondern braucht Unterstützung von außen. Es ist unglaublich kraftraubend, wenn der Partner nicht mitzieht.

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"steht z.B. am Wochenende früh auf, um mit mir zu frühstücken, wenn unser Kind da ist, schläft er am Wochenende bis mittags. Im Haushalt macht er auch nichts."

Wie ein (böser) Stiefvater 😳.

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Ganz ehrlich, dem würd ich geben. Dann kann man es auch lassen. Und, so leid es mir tut, dazu gehört auch eine Frau, die sich das gefallen lässt. Nicht böse gemeint. Aber der wäre sicher nicht mehr lange mein Freund.

Mein Vater hat mich auch nicht gewollt, meine Mutter schon. Die beiden waren noch ein paar Jahre zusammen, nachdem ich zur Welt kam. Ganz ehrlich: Ich hab es immer gespürt und als meine Eltern sich getrennt haben, war das auch für mich als Kind eine Erleichterung!

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Ich würde sagen das Kind wollte zu euch und dann sollte man das schöne Schicksal annehmen, ein wunderbares Geschenk. Involviere deinen Mann in der Schwangerschaft, aber nicht zu viel. Ich denke und hoffe für dich, er wird sich dann auf euer Kind freuen und es lieben. Alles Gute!

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Ich kann natürlich nicht aus der Sicht eines Mannes schreiben, aber aus der Sicht eines Unfalls.
Meine Eltern sind zusammen weggefahren, meine Mutter dachte wohl mit Freunden (war aber nicht so). Naja an diesem Wochenende ist es passiert. Und irgendwie wurde auch nicht verhütet (einmal wird schon nichts passieren- Student halt😅).
Naja ist doch was passiert. Erst wollte der eine Abtreiben und der andere Behalten, dann andersrum und dann waren die 12 Wochen vorbei. So beschreibt es meine Mama. Naja meine Eltern waren also nicht zusammen und trotzdem bin ich dann gekommen.
(Hab ich natürlich erst erfahren, als ich erwachsen war.)

Sie sind dann zusammengezogen und haben es miteinander probiert, hat aber nicht so geklappt und mein Vater hat (später) eine neue Frau (jetzt Ehefrau) kennengelernt und mit ihr noch 4 Kinder bekommen.

Und trotzdem war er mir ein guter Vater, hat sich immer um Mama und mich gekümmert, Ausflüge gemacht,... Ich hatte nie das Gefühl ungewollt zu sein. Und ich glaube, dass Beide extrem froh sind mich doch bekommen zu haben.

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Hey!

Meine Gedanken nach dem ersten Lesen deines Beitrags:

Er würde dich nicht verlassen und du möchtest das Kind eigentlich schon. Unten hast du noch geschrieben, dass du dich ausgelebt hast.

Dann würde ich es bekommen.
Sprecht darüber, was deinem Mann wichtig ist und versucht, das mit Kind umzusetzen.
Ein Leben mit Kind ist nicht wie das Leben ohne- aber vielleicht hat er Wünsche, die man beachten kann. Ab einem gewissen Alter. Gibt es Großeltern, die das Kind mal betreuen würden?

Ich rate Frauen immer von einer Abtreibung ab, wenn sie das Kind eigentlich bekommen möchten. Versucht, einen Kompromiss mit Kind zu finden.

Ich arbeite mit Kindern zusammen, von denen manche ohne ihren Vater aufwachsen. Zu denen sage ich, wenn sie damit hadern, dass diese Väter eben nicht Väter sein wollten- dass das nichts mit ihnen als Mensch zu tun hat.
Zumeist sind diese Kinder glücklich zu leben, leben eben ohne diesen Mann, haben aber andere männliche Bezugspersonen.
In der Pubertät kommt die Frage nach den Wurzeln auf- aber die kann man dann beantworten.
Aber in diesen Fällen war die Ausgangssituation auch eine andere.

Achso, ich kenne nur eine Frau, die nicht gewollt Mutter geworden ist. Sie ist glücklich mit ihrem Kind, aber der Mann übernimmt nach Absprache auch einen großen Teil. Sie gibt früh wieder Teilzeit arbeiten und ist somit nicht vollkommen raus aus dem gewohnten Leben.

Liebe Grüße
Schoko

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Ich bin zwar nie ungewollt schwanger geworden, aber kann dir sagen, dass man mit einem Kind nicht vollends seine Spontanität und Freiheiten aufgibt. Zugegeben, die ersten 3-4 Monate mit Kind waren sehr, sehr anstrengend, aber das lag auch mehr darin, dass man sich erst einmal in die Rolle als Mama/Papa reinfinden muss und Baby und Eltern sich ja nach der Geburt auch erst kennenlernen müssen ;-) Aber danach empfand ich es nicht mehr so anstrengend und ich habe mit meiner Kleinen viele Ausflüge gemacht. Klar, man unternimmt zwangsläufig andere Dinge wie früher (weniger bis gar nicht Feiern gehen z.B.), aber das heißt ja nicht, dass es für immer ist.
Und auch wenn ihr es euch jetzt vielleicht noch nicht so gut vorstellen könnt: wenn das Kleine erst einmal da ist und man sich daran gewöhnt hat, dann ist es für einen das Wichtigste auf der Welt und man unternimmt gerne den 100. Ausflug in den Zoo oder den Indoor-Spielplatz, wenn man das Kind dann strahlen sieht :-) Und wenn ihr doch mal euren jetzigen Freizeitaktivitäten nachgehen wollt, dann können ja vielleicht die Großeltern oder Onkel/Tante als Babysitter herhalten?

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Hallo,
Mit Kind kann man auch vieles machen. Ok nicht in den ersten Jahren gleich, aber danach schon.
Ich liebe es zum Beispiel Konzerte und Festivals zu besuchen. Spiele selbst in einer Band.
Alles frage der Organisation. Mein Kind ist jetzt 9 und bald darf sie mit mir zu den Festivals. (Falls es je wieder welche gibt)

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Hallo ☺️
Erstmal ♥lichen Glückwunsch zur Schwangerschaft! 😉

Dass dein Partner dich nicht im Stich lassen würde, finde ich schonmal gut!

Bei mir war es ein bisschen anders, und doch ähnlich.
Ich bin zum 3.kind schwanger geworden, als die Familienplanung eigentlich abgeschlossen war.
Mit den zwei großen waren wir zu dem Zeitpunkt auch schon relativ flexibel, was reisen, ausgehen... betrifft. Die Paarzeit, die wir nach Jahren mit Babys und Kleinkindern plötzlich wieder hatten, haben wir sehr genossen.

Tja, und dann hat sich ungeplant, trotz Pille, noch ein Würmchen eingeschlichen! 😊

Mein Mann hat das Ganze erstmal nicht sehr gut aufgenommen. Er war tagelang sehr in sich gekehrt.
Ich hätte es aber niemals geschafft, abzutreiben. Das hat er gewusst.
Und ich habe gewusst, dass er mich und die Kinder niemals im Stich lassen könnte. ♥️
Für ihn war der Gedanke an ein weiteres Kind trotzdem sehr schwer und er hat recht lange gebraucht, sich damit "abzufinden."

Ich glaube, dass Männer (zumindest war es bei meinem so) länger brauchen, um Gefühle für das Baby im Bauch zu haben. Als Mama ist das gefühlsmäßig nochmal was anderes. Mein Mann hat eher rational gedacht.
An den Platz den wir mit drei Kindern brauchen, das Geld...

Tja und dann kam der Knirps zur Welt und hat uns alle verzaubert. 💕
Mein Mann liebt ihn seit der ersten Sekunde abgöttisch, genau wie die anderen beiden.
Eine Weile nach der Geburt hat er sogar gemeint, ihm tun im Nachhinein die Gefühle leid, die er gegenüber dem kleinen am Anfang der Schwangerschaft hatte. Er könnte sich nicht vorstellen, dass er nicht hier wäre. 😉

Natürlich weiß man im Vorhinein nie, wie sich etwas entwickelt. Und so eine Entscheidung muss gut überlegt sein, es geht schließlich um das Leben eines kleinen Menschleins! 😉

Ich wünsche dir alles Gute! 🍀