Kaninchen zu dritt halten?

    • (1) 11.01.13 - 22:14

      mir ist leider keine bessere überschrift eingefallen. ich fange einfach mal an zu erzählen:
      leider ist vor einigen wochen eines von unseren 4 kaninchen gestorben.

      wir haben sie paarweise gehalten. männchen und weibchen.
      plötzlich war ja nun das weibchen alleine. sie hing sehr an ihren partner. sie saßen nur zusammen, sie hat ihn ständig geputzt, sich an ihn gedrückt und die nähe sichtlich genossen.
      sie hörte nun leider auf zu fressen und am 2 tag mussten wir etwas unternehmen. wir haben also den versuch gestartet, die drei zusammen zu lassen. sie kennen sich auch. im sommer sind sie immer alle zusammen auf dem rasen gewesen. da flog auch mal etwas fell, aber es kam nie zu richtigen kämpfen. und zum größten teil blieb alles friedlich.

      wir haben sie dann zusammen gesetzt und es gab sofort kurz streit. aber nach kurzer zeit wurde es ruhig und es klappte bisher prima. sie fressen zusammen. den stall für draußen haben wir selber gebaut und dieser ist sehr groß. sie haben also genug platz.können sich auch zurück ziehen etc.

      heute nacht, habe ich sich von draußen "streiten" hören. also man könnte hören, dass es ziemlich rund ging im stall. heute morgen der schock, überall fell im stall und das weibchen was wir dazu gesetzt haben, hatte eine riese bisswunde am bein. es war auch so groß, dass es genäht werden musste und sie nun schmerzmittel und AB bekommt.

      ich habe sie nun erstmal wieder getrennt, damit sie erstmal ihre ruhe hat. sie ist immer eher die dominante gewesen. sie fängt auch meistens den streit an. heute nacht hat sie es aber heftig abbekommen:-(

      nun überlege ich, wie es weiter gehen soll. versuche ich es noch einmal oder soll ich sie doch besser getrennt halten?

      hat jemand erfahrung? oder einen tipp
      lg

      • Hallo!

        Es klappt nicht, wenn Kaninchen nur ein paar Stunden mit Platz laufen und dann in einen kleinen Stall gesperrt werden. Das ist einfach zu eng.

        Kaninchen brauchen mehrere Tage sehr viel NEUTRALEN Platz um sich kennen zu lernen, und auch danach noch einige Wochen ein großes gehege - auf gar keinen fall einen engen Stall.

        Wie Du das technisch umsetzen sollst kann ich Dir auch nicht sagen, aber dass es Wunden gegeben hat liegt einfach nur daran, dass Du es falsch angegangen bist. Du hast ja praktisch ein fremdes Kaninchen nach ganz kurzem Kennen lernen den anderen Beiden ins Revier gesetzt, und die wollten diesen "Eindringling"Natürlich verjagen - und das ging ja nicht wenn die Tür zu ist.

        Jetzt wird es nur schwerer weil der Start alles andere als ideal war - nächstes mal bitte ZUERST informieren und dann handeln... das ging klar zu Lasten der Tiere.

        Hallo!
        Eine Vergesellschaftung von Kaninchen ist nicht immer ohne Tücken und braucht einfach Zeit. Außreichend Platz und genügend Versteckmöglichkeiten (Kartons mit einem Ein- und Ausgang) sind ganz wichtig.

        Ich würde an deiner Stelle abwarten, bis die Narbe gut verheilt ist und es dann nocheinmal versuchen.

        Achte dann darauf, dass du den Ort der Vergesellschaftung gut mit scharfem Reiniger putzt oder eine Stelle nimmst, an der keines der Tiere schon einen Besitzanspruch hat.

        Bei einer 3er Kombination kann es aber auch passieren,dass es nicht so richtig klappen wird. Kaninchen haben da oft ihren eigenen Kopf und man kann es als Mensch häufig gut genug meinen, aber gegen die Wackelnasengene kommt man nicht an.

        Eine weitere Überlegung wäre ein viertes Kaninchen mit dem "Einsamen" zu vergesellschaften, das funktioniert unter Umständen besser, als mit einem Pärchen.

        Da ist es wichtig auf das Alter zu schauen, so dass sie ungefähr gleich alt sind.

        Im Tierheim findet man sicher ein passendes Tier und tut damit noch etwas Gutes.
        Versuch auf jeden Fall dem Tier einen Artgenossen zur Seite zu stellen. Kaninchen alleine zu halten ist nicht artgerecht und macht das Tier absolut unglücklich.

        Viele Grüße,

        wolkenkuckucksheim

        (4) 14.01.13 - 13:19

        Huhu,

        wenn ein einzelnes zu einem eingefahrenen Pärchen dazukommt, hat es meist schlechte Karten. Zumal die neue einfach in das Revier der beiden mit reinkam.

        Auch wenn sich die Tiere schon mal begenet sind, sie sind sich trotzdem fremd und gehören nicht zu einer Gruppe in der die Rangordnung klar geregelt ist.

        Du mußt bei einer ZF bestimmte Regeln einhalten, dazu gehört als erstes ein neutraler Boden wo noch keiner war, viel Platz, Ausweich- und Versteckmöglichkeiten mit 2 Ausgängen zB. Kartons (keine Häuschen als Fallen!), verteilte Leckerlis, viel Zeit und Geduld. Eine ZF kann über mehrere Tage gehen. Sie ist erst geglückt, wenn alle Tiere entspannt nebeneinander fressen können.

        Danach gehts am besten in ein neues Gehege. Geht dies nicht, muß das Gehege der alteingesessenen gut gereinigt und so gut es geht umstrukturiert werden. Auch nach der ZF sollte es so sein, daß die Tiere nie auf kleinem Raum (Stall) zusammen sitzen müßen, also immer nach Belieben raus und rein können. Denn auch danach kann es immer wieder zu Reibereien kommen.

        Meine Erfahrung: Ich hatte vor vielen Jahren aus der Not ein Weibchen zu meinem Pärchen aufgenommen. Nach gelungener ZF ging alles 3 Monate gut. Tägl. Auslauf im Garten, als Stall diente ein umgebautes Kinderspielhaus mit 4 qm. Ich mußte aber bald mein Fehler einsehen: Der Platz war nicht ausreichend. Eines nachts gab es Mord u. Totschlag unter den Weibern. Ergebnis: eine abgerissene Unterlippe und 2 aufgeschlitzte Bäuche.

        Danach war paarweise Trennung angesagt. Erst als wir umgezogen sind und unser großes Gehege (25 qm plus 15 qm Stall) gebaut haben, habe ich beide Paare und noch ein weiteres Paar darin vergesellschaftet. Es gab nie wieder solche Verletzungen. Mit einiger Zeit haben 2 Paare sogar untereinander getauscht, die Tiere haben ja erst in der Gruppe die Möglichkeit, sich ihren Partner auszusuchen.

        Eine 3er Kombi würde ich generell nicht empfehlen. Ich habe die Erfahrung gemacht (auch durch Todesfälle), daß dabei immer eines auf der Strecke bleibt.

        Wenn Du bereit bist, wieder aufzustocken, würde ich Dir empfehlen wieder einen Kastraten aufzunehmen, diesen mit der einzelnen Dame zu vergesellschaften und erst danach alle zusammenzuführen. Das funktioniert besser, als wenn ein einzelnes Tier als Buhmann zu einem Pärchen dazukommt.

        Allerdings kann eine Gruppe nur mit dauerhaft viel Platz zusammen gehalten werden. Vielleicht überlegst Du Dir mal ein großes solides Gehege zu bauen, das ringsum gesichert ist, damit alle ohne Gefahr auch nachts rein und raus können.

        Wenn Du kein weiters Tier mehr willst, würde ich für das übrige ein gutes Zuhause suchen, denn Einzelhaltung ist ja wie Du bestimmt weißt, das Schlimmste für ein Kaninchen.

        LGs

      • (5) 14.01.13 - 20:57

        Hi,

        ich hatte schon 3er Gruppen und die haben ganz gut funktioniert ABER: Du kannst, wie dir die anderen auch geschrieben haben, nciht einfach nach einmal zusammen laufen lassen gleich alle in einen Stall stecken. Vor allem nicht in den, in dem das Pärchen vorher schon gewohnt hat. Dass die ihr Revier verteidigen ist klar.

        Ich habe VG's immer im Bad gemacht. Einen alten Teppich auf den Boden damit sie nicht rutschen, ganz viel Futter verteilt damit sie abgelenkt sind und viele Klos. Erst wenn's da gut geklappt hat kamen sie zusammen ins (gründlich gereinigte) Gehege.

        Jetzt im Winter bräuchtest du einen kühlen Raum, ungeheizt, in dem du sie vergesellschaften kannst.

        Wenn die beiden anderen aber schon so eingeschworen sind, wäre ein neuer Partner für sie vielleicht die bessere Alternative. Es kann bei 3en schon sein, dass einer außen vor bleibt, ein gewisses Risiko ist immer dabei.

        LG juju

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