Tier einschläfern & Kinder

    • (1) 06.03.13 - 09:42

      Hallo,

      meine Frage: War bei irgendwem von Euch schon mal ein jüngeres Kind beim Einschläfern eines Tieres dabei?

      Hintergrund:
      Wir haben einen Stall voll Ziegen. Ist ja nun eigentlich mehr ein Nutztier, als ein Kuschelkamerad, der auf dem Sofa sitzt.
      Nun ist es aber so, dass eines unserer Lieblingstiere nicht mehr wirklich zu retten ist. Weil sie schon länger krank ist, haben wir uns natürlich auch intensiver um sie gekümmert und auch die Kinder eine relativ enge Bindung.
      Langsam aber unaufhaltsam geht es jetzt auf den Punkt zu, wo wir uns halt von ihr trennen müssen.
      Wir haben auch schon Tiere zum schlachten weg gegeben, aber das haben sie ja nicht so mitbekommen und die waren auch nur kurz bei uns.

      Jetzt sind die beiden Jüngsten (3J. und 18 Mon.) den ganzen Tag hier, empfangen den Tierarzt immer total freudig.

      Der 3-jährige hat vor sonstigen Ärzten ziemlich viel schiss und ich bin heute super stolz, dass wir es gestern geschafft haben, dass er beim Zahnarzt den Mund geöffnet hat, ohne die Bude zusammen zu brüllen.
      Was nun, wenn der Tierarzt noch einmal kommt, um sie einzuschläfern?
      Bin ich zu der Zeit allein mit den Kindern zu Hause, werden sie unweigerlich hinterherrennen und zuschauen.
      Irgendwie glaub ich, dass das nicht gut ist, das sie das noch nicht so recht verarbeitet kriegen.

      Mein Mann meint dazu nur "Stell dich nicht so an, gehört doch dazu."

      Ich weiss nicht. So sehr leidet das Tier augenscheinlich für sie ja noch nicht.

      Ich hab ein wenig schiss, danach steigt die Angst vor Ärzten oder gar Spritzen garantiert noch weiter an.

      Würdet ihr sie dabei lassen, oder lieber ausquartieren?

      • (2) 06.03.13 - 09:57

        Ich würde es davon abhängig machen, wie verständig das 3 jährige Kind ist. Ich hatte z.B. mit meinen beiden Kindern nie Probleme beim Arzt. Ich konnte ihnen immer vorher erklären was gemacht wird und warum das so ist und sie haben dann "mitgemacht".

        Ich stelle es mir schwierig vor mit einem Kind das in gewissen Situationen "dicht" macht. Man stelle sich nur die Situation vor- ein Kind, das vorher schon immer mal beim Arzt rumgeziepft hat muss vielleicht operiert werden. Und diesem Kind erklärt der Arzt das diese Spritze zum Einschlafen da ist. Ein Kind, das vorher gesehen hat dass das geliebte Tier auch mit einer "Einschlafspritze" ums leben kam, könnte da voreilige Schlüsse ziehen.

        Deshalb nicht so sehr auf das Alter schauen sondern eben wie verständig ein Kind ist.

        LG Mona

        (3) 06.03.13 - 10:05

        Also zuerst: Ich habe noch keine Kinder und deshalb mit dieser Situation noch keine Erfahrung gemacht.
        Ich finde aber, dass man auch kleine Kinder nicht vor allem schützen sollte.
        Als mein Bruder 5 und ich 7 war, haben meine Eltern uns nicht zur Beerdigung unseres Opas mitnehmen wollen und auch wenn wir kein inniges Verhältnis zu ihm hatten, fehlte da irgendwie was (nicht, dass es mein Leben total beeinflusst hat, aber trotzdem).

        Einem dreijährigen kann man die Situation (Tier ist krank, soll nicht leiden) ja eventuell schon mal erklären. Wenn er verständig und sensibel ist, könnte ich mir vorstellen, dass es dann vielleicht sogar besser wäre, er wär dabei, als wenn er hinterher in den Stall kommt und die Ziege ist einfach weg.
        Bei dem kleineren Kind wüsste ich jetzt aber auch nicht. Könnte mir vorstellen, dass das Einschläfern noch so abstrakt ist, dass es ihn zwar beschäftigt, aber nicht traumatisiert.

        Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Kinder den Tierarzt nicht mit "Menschenärzten" in Verbindung bringen, dass die Angst vor Ärzten also nicht steigt.
        Letztendlich kennst du deine Kinder ja am besten und auch den Tierarzt. Wenn du die Situation mit allen besprichst und der Tierarzt alles kindgerecht erklärt, könnte ich mir vorstellen, dass es vielleicht sogar eine interessante Erfahrung sein kann. Ist aber natürlich nur eine Vermutung.

        In dem Alter würde ich sie nicht dabei lassen, das verstehen sie nicht als Akt der Erlösung, dazu sind sie zu klein. Der Arzt bringt ihren "Freund" um, mehr werden sie da nicht sehen.

      • Mein Sohn wird im Juli 3 und ich hab mir gerade vorgestellt was ich machen würde wenn jetzt einer unserer Hunde so krank wäre das wir ihn gehen lassen müssten.

        Ich würde ihn glaub nicht dabei sein lassen. Ich würde mit dem Doc rein gehen und schauen das die Kinder dann anderweitig untergebracht sind. Wenn das Tier gestorben ist würde ich mit ihm zusammen nochmal abschied nehmen und ihm die Zeit lassen tschüss zu sagen, ihn vielleicht nochmal zu streicheln. Ich würde heulen wie ein Schlosshund aber das fände ich ok, das darf er ruhig miterleben das man traurig ist wenn jemand den man sehr lieb hat gestorben ist

        Was mir immer Sorgen macht ist die genaue Formulierung. Einschlafen sollte man ja nicht sagen und wie mein Sohn grad daruf ist würde er bei der Aussage das das Tier gestorben ist immer wieder warum fragen.
        Naja, ich hoffe wir bleiben vor der Situation noch ne weile verschont unsere Hunde sind erst 5 und 4 1/2 ;-)

        LG
        Inka und ich wünsch Euch alles Gute

        • Find ich jetzt nicht so schwierig. Das Tier ist sehr krank und hat Schmerzen. Der Tierarzt gibt ihm eine Spritze, die macht, dass das Herz stehenbleibt. Das tut nicht weh. Daran stirbt das Tier.

          • Das passt schon, sowas in der Art hätte ich jetzt auch gedacht. Man muß halt eben nur aufpassen das man nicht sowas wie "einschlafen" oder so sagt damit sie keine Angst vorm Schlafen haben.

            Ich hoffe einfach wir haben noch laaaange Zeit bis wir in der Situation kommen!

            LG
            Inka

      (8) 06.03.13 - 11:39

      Ich würde meine kinder dazu nichtmitnehmen, nicht in dem alter.
      Es ist was anderes, wenn man sagt, die "lisa" war ganz arg krank und der tierarzt hat ihr nun geholfen und sie springt nun über wolken (nur ein beispiel;-)) als wenn sie sehen, die ziege bekommt eine spritze,mäht noch ein paar mal und rutscht dann weg, reagiert irgendwann nicht mehr. Ich stelle mir das für kinder traumatischer vor, als wenn die ziege in ihrer vorstellung über wolken springt.
      Lg conny

      (9) 06.03.13 - 13:21

      Ich habe meine Kinder in solche Situationen wirklich von klein auf mit einbezogen und alles so erklärt, wie es eben passiert. Ich sehe keinen Sinn darin, sie da anzulügen oder ihnen etwas zu verheimlichen. Meine Große war 3,5 Jahre, als sie dabei war beim Einschläfern unserer alten Katze - und das war gut so. Sie hat es besser weggesteckt als ich und alles wirklich gut verstanden....

      (10) 06.03.13 - 16:39

      Ich würd´s auf gar keinen Fall machen.

      Leider ist das einschläfern ja nicht immer ein sanftes "einschlafen", und grad Ziegen schreien dabei ja mal oder verdrehen die Augen. Würde ich auf gar keinen Fall mit ansehen lassen!

      Allerdings würde ich mit meinem Kind hinterher auf jeden Fall zum Tier gehen und ihn den toten Körper anschauen lassen, mit der entsprechenden Erklärung (" Ziege ist nun eingeschlafen, weil sie sehr krank war und ist jetzt auf einer grünen Wiese über den Wolken").

      hi!

      meine 5 jährige hatte auch schon immer angst vor ärzten. das unser tierarzt hund und später katze eingeschläfert hat, hat sie aber nie auf sich bezogen, ist schliesslich der arzt für tiere, nicht für menschen.
      direkt dabei war sie allerdings nicht, um es "live" zu sehen.

      (12) 07.03.13 - 07:39

      hallo!
      ich bin dafür, kinder mit einzubinden - aber in dem fall sehe ich es so:

      -das tier bekommt eine spritze
      -das tier ist danach tot

      die kinder sind noch klein und können verstehen, dass es dem tier nicht gut ging vorher und dass es erlöst worden ist.

      was sie nicht verstehen werden, ist, dass die nächste spritze, die SIE bekommen werden (impfen, blutabnehmen) für einen anderen zweck bestimmt ist udn sie danach eben nicht tot sind.

      nein, ich würde den tierarzt machen lassen und mit den kindern derweil ball spielen oder sie kurz von der nachbarin o.ä. beaufsichtigen lassen. den kindern erklären, dass der tierarzt nach der ziege schaut - nun ja, und später ist sie eben gestorben.

      lg

      (13) 07.03.13 - 08:20

      Hallo,

      ich würde es nicht machen und vielleicht eine Nachbarin oder Freundin darum bitten, auf das Kind zu sehen.

      Meine Kinder waren nie dabei, wenn ein Tier eingeschläfert wurde.

      Mein Neffe allerdings war ca. 8 Jahre, als der Familiendackel operiert werden musste. Er wollte unbedingt dabei sein, als der Hund in Narkose gesetzt wurde. Leider fing der alte Hund unmittelbar nach der Spritze an zu kotzen und zu husten. Der Junge war fertig und fiel seiner Oma heulend in die Arme, als er abgeholt wurde.
      Die Op hat der Hund zwar gut überstanden, mein Neffe hat sich davon nicht so gut erholt.

      LG
      Karin

      (14) 07.03.13 - 18:15

      Hallo,

      wieso kannst Du das Tier nicht begleiten und ein babysitter passt für die paar Minuten mal auf Deine Kinder auf. Mehr als 2 Stunden wird es nicht dauern.

      lg
      Jono

      • (15) 08.03.13 - 07:31

        Hab ich irgendwo gesagt, dass das nicht geht?#kratz

        Ich habe doch nur gefragt, ob jemand schonmal so kleine Kinder dabei hatte und wie sie es aufgefasst haben.

    (16) 08.03.13 - 07:45

    Danke für Eure Antworten.

    Ich denke, ich werde bei meinem anfänglichen Gefühl bleiben und sie nicht dabei lassen.

    Das Tiere sterben ist ihnen, bzw. dem 3-jährigen schon klar. Er hat schon mehrere natürlich verstorbene Tiere mitbekommen. Auch, dass die Ziege krank ist, ist ihm klar. Er war ja bei sämtlichen Tierarztbesuchen immer an forderster Front mit dabei.

    Mit den Begrifflichkeiten Einschläfern oder lieber erwähnen, sie ist gestorben und springt jetzt über die Wolken....dafür ist es auch schon zu spät.
    Sein älterer Bruder hat ihm bereits erzählt, dass sie "eingeschläfert" werden soll. Wieviel er sich jetzt unter den Erklärungen vorstellt....keine Ahnung.

    Es ging mir also wirklich nur noch um den Zusammenhang: Arzt-Spritze-Sterben
    und wie man das in dem Alter wohl so auffasst.

    (17) 09.03.13 - 23:15

    Ich würde dafür sorgen, dass die Kinder nicht dabei sind.

    Gruß

    Manavgat

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