Hartz4 und Haustiere anschaffen!

    • (1) 13.03.13 - 10:42

      Hallo #winke

      Eine Freundin von mir ist momentan arbeitssuchend und empfängt Hartz4.
      Sie ist ein großer Katzenfan und hätte am liebsten wieder eine Hauskatze.#katze

      Bisher hat sie sich aber wegen ihrer finanziellen Situation gegen eine Anschaffung entschieden was ich sehr vernünftig finde denn besonders Tierarztkosten sind nicht einkalkulierbar und können unter Umständen sehr teuer werden.
      Auch die monatlichen Futter und Verpflegungskosten sind ja auch nicht ohne.

      Schweren Herzens hat sie sich also entschieden erst eine Katze ins Haus zu holen wenn sie wieder einen neuen Job gefunden hat.

      Leider denkt nicht jeder so vernünftig,daher würde mich mal interessieren,was ihr davon haltet wenn Hartz4 Empfänger mit wenig Geld sich in dieser Situation auch noch Tiere anschaffen müssen? Meine also nicht die Tiere die schon vor der Arbeitslosigkeit da waren!

      Ich denke spätestens bei der tierärztlichen Versorgung wie eventuell notwendige teure Behandlungen oder Operation bleiben diese Tiere oft auf der Strecke was sehr traurig ist :-( Aber daran denken viele bei der Anschaffung eines Tieres wohl nicht.#kratz

    Naja,

    es gibt Gründe dafür und dagegen

    - es gibt auch Tiertafeln, wo man Futterspenden erhalten kann.
    - auch gibt es in Großstädten medizinische Versorgung
    - Tier helfen den Menschen, damit sie in der Arbeitslosenzeit nicht komplett vereinsamen und mit Tieren eine Aufgabe haben
    - lieber ein Tier beim Arbeitslosen lassen anstatt ins Tierheim abzugeben.

    ABER... das sind oft Unterstützungen für Tiere, die vor der Arbeitslosigkeit angeschafft worden sind!!!!

    Meiner Meinung ist solch ein Handeln Verantwortungslos!!!! JETZT ein Tier anzuschaffen!

    Lisa

    Hallo,

    uff, schwieriges Thema.

    Ich persönlich kenne im Ort eine Familie (beide Eltern im ALG II-Bezug), die einen kleinen Hund haben und diesen vorbildlich behandeln. Als dieser sich einmal die Pfote eingeklemmt hatte, wurde er tierärztlich behandelt. Wie sie das finanziell geregelt haben, weiß ich allerdings nicht. Unsere Tierärztin bietet einkommensschwachen Menschen die Möglichkeit der Teilzahlung an.

    Ich würde niemals pauschalisieren und sagen, dass sich Menschen im ALGII-Bezug keine Tiere anschaffen sollten.

    Allerdings gebe ich dir insofern Recht, dass oft nicht an die Folgekosten gedacht wird, gerade wenn mehrere Tiere gehalten werden.
    Ganz und gar ablehnen würde ich es, wenn notwendige Impfungen aus Kostengründen unterbleiben oder z. B. bei den Kindern am Essen gespart werden muss, weil für Mopsi oder Mietzi noch Futter gekauft werden muss.
    Allerdings gibt es auch Fälle, wo so ein Hund für einen alleinstehenden Menschen der einzige verlässliche Sozialpartner ist, in solchen Fällen würden diese wahrscheinlich das letzte Hemd für ihr Tier geben.

    Wirklich wundern tut mich persönlich, wenn ALG II-Empfänger mit dem teuersten Handy herumrennen, die teuersten Elektronik-Geräte in der Wohnung haben und offensichtlich nur in Markenklamotten herumlaufen. Das sind für mich Ausgaben, die ich dann eindeutig anders verwenden würde.

    LG Nici

    • Ich bin sehr tierlieb und hätte am liebsten einen kleinen Zoo zuhause mit ganz unterschiedlichen Haustieren.

      Leider hätte ich aber weder das Geld noch die Zeit für viele Tiere.

      Ich könnte den Tieren nicht gerecht werden und das wäre nicht fair.
      Hätte ich im schlimmsten Fall beispielsweise gleich mehrere Tiere die ärztliche Behandlungen bräuchten hätte ich ein dickes Problem.

      Und die wenigsten Tierärzte würden sich auf Ratenzahlung einlassen was man heutzutage auch verstehen kann.

      Daher bleibt mein kleiner Haustierzoo ein Traum ;-)

Ich halte nichts davon wenn man sich dann in dieser Situation für ein Tier entscheidet. Es kann natürlich sein das man schon ein Tier hat und dann seine Arbeit verliert, auf der sicheren Seite ist man da nie.

Es geht dabei nicht mal um teure Op´s, ich war heute mit meinem Kater das 2. mal in dem Jahr beim Tierarzt und habe nun insgesamt 130€ ausgegeben. Dabei war die Kastration, 2 Impfungen, Krallenstutzen, Nachuntersuchung und chippen.

Meine 2. Katze muss auch noch zum Tierarzt, mal schauen was das dann kostet. Die hat in der Anschaffung 120€ gekostet und war einmal beim Tierarzt für 60€.

Als Hauskatze wären 2 Katzen toll. ;-)

Dann einmal im Monat frisches Futter (Barf) das kostet 50€

Zusätze für das Barf und Zubehör 50€

Katzenstreu einmal im Monat ca. 15€

Kratzbaum, wir haben NOCH einen kleinen der hat 20€ gekostet. Es soll aber bald ein großer her, das kostet dann nochmal um die 100€.

Futternäpfe ca 20€

Katzengras 3€

Haarbürsten und Pflegeartikel 20€

Katzenklo, teilweise 2 Katzenklos 15 - 30€

Schlafplätze ca 30€

Wenn ich da die laufenden Kosten anschaue haben mich meine Katzen in den ersten 3 Monaten ca 560€ gekostet. Wie soll das ein Mensch mit Arbeitslosengeld 2 bezahlen? Das ist aber wohlgemerkt für 2 Katzen.

Ich finde dieses Denken etwas fragwürdig.

Wenn ein Tierschutztier die Wahl hätte, bei Deiner Freundin zu leben oder sein weiteres Dasein im Tierheim zu verbringen, welche Möglichkeit würde wohl dieses Tier wählen?

Sicherlich würde dieses Tier mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit mit Discounterfutter ernährt werden und man würde zweimal überlegen, ob man bei jeder Krankheit zum Tierarzt geht - aber so what?? Das Tier wird trotzdem ein besseres Leben führen, als im Tierheim.

Ich finde es merkwürdig, wenn immer nur die Reichen und Schönen ein Recht auf Tiere haben. Viel wichtiger finde ich die Grundeinstellung des Meschen - z.B. wie er zum Tier steht und es nach bestem Wissen und Gewissen versorgen würde. Das dies zwangsläufig nicht immer die Idealoption ist, steht außer Frage.

Jede größere Stadt bietet Tiertafeln an. Viele Tierärzte sind diesen Organisationen angeschlossen. Es ist immer möglich, ein Tier medizinisch grundzuversorgen. Und dem Tier ist es schnurtz-piepe, ob sein Frauchen Harzt 4 bekommt, solange es liebevoll versorgt wird.

  • Medizinisch Grundversorgen geht vielleicht noch wenn man sparsam ist aber welcher Tierbesitzer möchte schon gerne sein Tier einschläfern lassen nur weil er sich die lebensrettende OP nicht leisten kann?

    Sorry aber man sollte immer von der schlimmsten Situation ausgehen auch wenn die hoffentlich niemals in einem Tierleben auftreten wird.

    • Ich rede hier nicht von Tieren vom Züchter. Ich rede von Tierschutztieren. Deren Alternative ist:

      Tierheim oder neuer Besitzer.

      Und da stellt sich für mich nicht die Frage, welche Alternative die bessere ist.

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