Hamster, was ist Eurer Meinung nach am Wichtigsten???

    • (1) 23.10.13 - 23:52

      Hallo,
      wir haben gestern abend zugesagt zwei Hamster incl. Zubehör zu übernehmen.

      Die Hamster stehen seit drei Wochen bei unserer Nachbarin, die sie aus Mitleid vom Vorbesitzer übernommen hat und müssen nun dort weg. Futter und Streu für die Tiere haben wir eh schon gekauft als sie dort einzogen (ein Hamster ist/war der "Adoptivhamster" unserer Kinder) und nun hat mein Mann erlaubt sie unserem kleinen Zoo "einzugemeinden", obwohl er eigentlich nie Tiere im Haus haben wollte, die auf Streu leben (er hat Heuschnupfen und Asthma).

      Nun haben wir dann also ab dem Wochenende auch Hamster. Ein Hamsterbuch (Hamster von GU) habe ich schon mit Beginn der Adoptivzeit angeschafft und durchgelesen aber ich brauche noch Ratschläge aus der Praxis.

      Was füttert Ihr?
      Füttert Ihr Heu vom Boden oder aus einer Raufe?
      Was haltet Ihr von "Hamsterwatte" oder was bekommen Eure Hamster?
      Wie oft reinigt Ihr den kompletten Käfig?
      Haben Eure Tiere Salz- oder Minerallecksteine?
      In welcher Form füttert Ihr tierisches Eiweiss?
      Wieviel Chinchillasand benötigen die Tiere und wie oft muss er gewechselt werden?

      Die Tiere haben drei Ebenen in Ihrem Käfig, die durch Holzbretter verbunden sind (allerdings normale Bretter, nicht mit Querstäben wie auf einer Hühnerleiter). Jetzt habe ich überlegt, ob es sinnvoll ist, eines der Bretter mit Vogelsandpapier zu bekleben, damit sich die Krallen abwetzen. Was haltet Ihr von der Idee???

      Es wäre super wenn Ihr mir helfen könntet, denn den Tierchen soll es ja gut bei uns gehen.

      Danke schonmal im voraus

      LG
      Wuschelino

      • Hallo

        was bekommen denn die Hamster zur Zeit? Da würde ich dann weiter machen!

        Und Hamster sind keine Kuscheltiere!

        Viel Spass mit eurem Zoo!

        Das wichtigste wäre erst mal, dass man Hamster EINZELN hält. Jeder Käfig sollte 100x50cm als absolut unterste Schmerzgrenze sein. Ein altes Aquarium eigenet sich sehr gut, da muss nur ein Gitterdeckel drauf und man hat gleich auch Platz für mindestens 20-30cm Einstreu.

        Hamsterwatte ist sehr gefährlich, damit können sie sich die Gliedmaßen abschnüren. gib ihnen lieber Klopapier zum Nestbau, das nehmen sie auch gerne.

        Futter großflächig am Boden verstreuen. Ein gutes Futter für den Anfang wäre der "Hamsterschmaus" von JRFarm. Da ist auch schon genug tierisches Eiweiß drin. Zusätzlich frisches Gemüse, Gurke, Zucchini und Möhre ist beliebt, aber auch bittere Salatsorten. Heu dient höchstens zum Nestbau, nicht als Futter (Du schreibst doch von Hamstern, nicht von Meerschweinchen, also in dem Punkt solltest Du Dir wirklich sicher sein?)

        Salz- und Mineralsteine schaden mehr als sie nutzen, also raus damit. man kann sowas alle 2 Wochen für 10 Minuten anbieten, damit sie falls wirklich ein Mangel entstehen sollte was haben - aber bei normaler Fütterung sind sie ausreichend versorgt. Es gibt immer wieder Tiere, denen Salz einfach zu gut schmeckt und die viel zu viel lecken-trinken-lecken-trinken und sich so innerhalb von Tagen die Nieren ruinieren.

        Komplettreinigung steht etwa alle sechs Wochen an, und auch da darf man nur 3/4 der Einstreu erneuern. Und gefähr ein Viertel sollte man aufheben und mit der frischen Streu mischen, damit es noch vertraut riecht. Kommt ein Hamster in ein Gehege das komplett fremd riech pieselt er 5 mal so viel um alles geruchlich zu markieren...

        Chinchillasand sollte in eine große Schale die Platz bietet um sich richtig bequem wälzen zu können. je nachdem ob sie den Sand auch als Toilette nutzen muss man entweder täglich reinigen oder nur wenn es riecht.

        den Käfig finde ich ungeeignet, und Klettertouren würde ich auch verhindern. Hamster klettern gerne nach oben - aber sie haben große Probleme nach unten zu kommen. Da sehen sie nicht wo sie ihre Füße hin setzen müssten, und weil Hamster ja instinktmäßig nicht auf Käfige vorbereitet sind sondern nur auf flaches Grasland, lassen sie sich dann einfach nach unten fallen, wenn sie nicht mehr weiter wissen. Jetzt ist aber ein Sturz aus 50cm Höhe für so ein kleines Tier schon echt lebensbedrohlich, also sollte man dafür sorgen, dass hamster erst gar nciht so hoch klettern können...

        Sie brauchen es eben groß, Ebenerdig und mit richtig tiefer Einstreu, also such besser nach Aquarien. Undichte bekommt man oft geschenkt oder für 5 Euro bei Ebay. Und davon eben zwei weil es Einzelgänger sind die sich sonst früher oder später tot beißen können.

        Dein mann sollte übrigens wenig Probleme haben, wenn er nicht ausgerechnet mistet. In Einstreu gibt es kaum Hausstaubmilben, und Heu ist für Hamster unnötig, wie gesagt, Klopapier reicht für den Nestbau völlig.

        • Danke schonmal für die nette Antwort.

          Ja, es sind Hamster!!! Da bin ich mir ganz sicher.

          Unser "Käfig" ist kein Käfig mit Gitterstäben, aber auch eben kein altes Aquarium. Es handelt sich dabei um eine selbstgebaute Hamsterbehausung. Bodenplatte und Rückwand sind aus Holz, die Seitenteile und das Vorderteil sind Plexiglasplatten in Holzschienen. Der Deckel hat eine Holzumrandung und ist mit sehr feinem Drahtgitter bespannt. Innen drin sind noch zwei zusätzliche Ebenen eingebaut, jeweils auch mit einer Holzkante. Die maximale Fallhöhe der Tiere würde 15 bis 20 cm betragen.

          Heu haben die Tiere bis jetzt wohl immer bekommen und im Hamsterbuch steht auch, dass Heu immer zur freien Verfügung stehen sollte um den Rohfaseranteil der Nahrung zu erhöhen. (Ist aber kein Problem, haben wir sowieso immer da).

          Steine hatten die Tiere bis jetzt 3 im Gehege (einen weißen, einen roten und einen in Maiskolbenform), ich habe aber unsere Nachbarin gebeten diese zu entsorgen, da sie völlig ekelig aussahen. Nich arg benutzt oder so, aber einfach dreckig und unselig.

          Das Plastikzeugs (ein Haus/komischer Plastiktunnel/Aschenbecher) durfte sie dann auch gleich mitentsorgen, denn für Nagetiere möchte ich einfach kein Plastik (und schon gar keinen Aschenbecher, egal wie neu, als Futternapf), wei ich es für saugefährlich halte.

          Als Napf habe ich gestern einen kleinen Porzellannapf für Hamster rübergegeben und noch einen kleinen etwas höheren aus Steingut für das Frischfutter.

          An Frischfutter habe ich bis jetzt all das rübergebracht, was unsere Kaninchen auch bekommen, also Gurke, Salat, Zuchhini, Kräuter, kleine Haselnussäste mit Blättern usw. und es ist wohl angenommen worden.

          Den Chinchillasand würde ich gerne in eine größere (unglasierte) Tonschale (halt so einen großen Blumenuntersetzer) füllen. Ist das o.k oder spricht etwas gegen Ton???

          Die Hamsterwatte kommt dann mal raus und wird durch unbedrucktes Toilettenpapier ersetzt. DANKE!!!

          Für den Winter habe ich schon Blätter von Brennessel, Löwenzahn und Haselnuss gesammelt und getrocknet. Davon kann ich den Hamstis doch sicher aus was abgeben, oder???

          Nachher fahre ich dann mal los und besorge, was mir noch so eingefallen ist...

          LG
          Wuschelino

          • Hallo!

            Auf jedenfall nicht vergessen die Hamster zu trennen!

            Hamster sind absolute EINZELTIERE!

            Das noch so schönste artgerechte Gehege macht keinen Sinn wenn einem Hamster in seinem Revier andauernd ein Artgenosse über den Weg läuft.

            Hamster mögen nur zur Paarungszeit Kontakt zu Artgenossen.

            Gut, da klingt das Gehege schon besser. Du kannst Sandpapier auf die Rampen kleben, da reicht aber ganz normales aus dem Baumarkt mit normalem Holzleim auch. Ich würde eine eher feine Körnung nehmen, Hamster haben sowieso keine Probleme mit der Krallenpflege die machen sie selber.

            Trennen wirst Du sie aber müssen, wenn es jetzt nicht relativ reine Campell-Zwerghamster sind wird es früher oder später blutig krachen. Kein schöner Anblick.

            Hamsterbücher... nett gemeint aber leider eignen die sich eher zum Bilder angucken ohne die Texte zu lesen. Das Problem daran ist, dass die ja zu 90% im Zoohandel verkauft werden. Also darf da nichts drin stehen, womit man den Zoohändlern auf den Schlips tritt. In buchläden findet man solche Bücher ja kaum und sogar bei Amazon gehen die kaum. Also empfiehlt man in diesen Büchern das komplette Zooladensortiment, auch wenn es noch so ein Quark ist, und sogar die Käfiggrößen werden dem angepasst, was der Zooladen eben so verkauft.

            Heu ist zwar kein Problem, aber wird nicht gefressen. Es ist gut um stabilere Gänge graben zu können und wird teilweise zum Nestbau verwendet. aber wenn man einen Allergiker in der Familie hat gibt es Alternativen dazu. Daher ist eine Raufe völliger Unsinn.

            Hamster sind sowieso sehr reinlich und suchen sich eine Kloecke aus - da würde ich auch eine Sandschale hin stellen. Deswegen auch eher eine lackierte Schale, damit kein urin einzieht. Ich hatte da schon alles von der Müslischale bis zur Auflaufform in Verwendung.

            Hamster sind nur in geringem Umfang auf frisches Futter aus, das sind in allererster Linie Körnerfresser. Wenn Du etwas tiefer in die Materie eintauchst kannst Du sogar das futter selber mischen. Also nicht zu viel Gemüse geben, und getrocknete Kräuter interessieren sie eher gar nicht. Da machst Du die Kaninchen viel glücklicher mit.
            Für die Hamster würde ich eher verschiedenfarbige Kolbenhirse oder allgemein Getreideähren besorgen. Es sind Stepppentiere, die sich da die Körnchen von Gräsern und Wildgetreide raus puhlen, die zu ihrem Bau tragen und einlagern. Wenn sie zufällig was frisches finden wird das auch gefressen, aber eben eher in geringen Mengen.

            Daher sind sie auch Einzelgänger, ihre Heimat ist so karg, dass sie nur selten in ihrem Revier so viel Nahrung finden, dass davon auch zwei Hamster satt werden könnten. Also werden sogar die eigenen Jungen recht schnell verjagt, der Nahrungsdruck ist einfach zu groß. Und auch als Haustiere - selbst mit vollem Napf sagt ihnen ihr Instinkt dass sie den Feind verjagen müssen. Zur Not tot beißen, und das sehr sehr ernsthaft.

            Selbst zur Zucht setzt man Hamster wirklich nur wenige Minuten unter strenger Beobachtung zusammen, selbst wenn das Weibchen Aufnahmebereit ist kann es durchaus sein dass die Stimmung kippt und sie kämpfen. Aber züchten willst Du sicher nicht, alle 4 Wochen 8-12 Welpen sind nicht einfach zu vermitteln.

      Hallo,

      also ich hatte auch mal einen Dsungaren und hatte mich damals ausführlich mit dem Thema beschäftigt.

      Hier eine kleine Zusammenfassung:
      - unbedingt einzeln halten
      - beim Futter drauf achten, dass es ohne Zucker ist (kein Vitakraft)
      - Futter auf dem Boden verstreuen, damit sie suchen müssen
      - wenig fette Körner wie Sonnenblumenkörner (machen dick)
      - keinesfalls Hamsterwatte, bei mir gabs Natur-Tempos und Klopapierrollen
      - den Käfig hab ich nicht besonders oft gereinigt, die Störung mögen die gar nicht, die Pinkelecken aber öfter mal reinigen
      - einen Mineralstein hatte ich drin für die Zähne
      - Eiweiß in Form von Bachflohkrebsen (gibts getrocknet bei Kaufland)
      - ab und zu auch mal Ei
      - keinerlei Obst füttern
      - keine Salate, kein Kohlgemüse
      - am besten Gurke, Paprika, Tomate ohne Kerne
      - meiner hat seinen Chinchilla-Sand geliebt und hat sich oft drin rumgekullert, der muss nicht oft gewechselt werden
      - auf keinen Fall ein Laufrad mit Schereneffekt nehmen - am besten sind die Robowheel

      Melde dich am besten mal in einem Hamsterforum an. Da bekommst du gute Tipps.

      LG

      • DANKE

        Hamsterrad haben die zwei ein geschlossenes aus Holz.

        Bachflohkrebse kann ich nicht füttern, da reagiert mein Mann extrem allergisch drauf (geht schon bei unseren Gelb- und Rotwangenschildkröten nicht).
        Was hältst Du denn von Tatar??? Bekommen die Schildis auch zwischendurch immer mal wieder.

        Kann ich Tomate (als Nachtschattengewächs) wirklich verfüttern??? Unsere Kaninchen dürfen die nicht haben, deshalb wäre ich mir da jetzt unsicher. Oder sind nur die Kerne nicht gut für die Tiere??

        Bitte kein Tartar für Hamster! Die sind da zu empfindlich. Überhaupt bin ich kein Freund davon landlebewesen Wasserkrebse zu verfüttern. Ich würde eher richtung getrocknete Bombyx gehen, oder zur Not Hundetrockenfutter. Wobei viele gute Hamstermischungen schon genug tierisches Eiweiß enthalten.

        Tomate ist übrigens auch für Kaninchen erlaubt, nur Blatter und Stiehle dürfen sie nicht, die eigentliche Frucht schon.

        hallo
        kaninchen dürfen tomaten fressen. nur nicht blätter, stengel und strunk. also eigentlich das gleiche wie wir menschen.
        grüße

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