hund einschläfern?

    • (1) 03.04.14 - 20:52

      Hallo ihr Lieben!
      Ich fühl mich grad echt fürchterlich, weil ich in einer total blöden Situation stecke, was den Zeitpunkt angeht. Wir bekommen innerhalb der nächsten 2 Wochen unser drittes Baby und weil ich übers einschläfern nachdenken muss, komme ich mir so mies vor, fast, als müsste der Hund jetzt weichen. Heul mir grad die Augen ausm Kopf, aber ich glaube manchmal, es hat einfach keinen Sinn mehr, im nächsten Moment denk ich mir "jetzt schon?". Unser Teddy ist fast 12 Jahre alt, ein Schäferhundmix aus dem Tierheim, bei uns seit er 3 ist. Aufgrund seiner Epilepsie, die recht erfolgreich mit Tabletten in Schach gehalten wird, hat nie jemand geglaubt, dass er überhaupt so alt werden würde. Bis vor 1,5 Jahren etwa war er noch total fit auf den Beinen, aber es wurde recht schnell immer schlimmer. Er hat in den Hinterläufen immer mehr Muskulatur abgebaut, je weniger Muskeln, umso kürzer hielt er bei Spaziergängen durch. Mittlerweile hat er wohl auch nur noch wenig Gefühl in den Pfoten hinten, denn er steht oft so mit den Gelenken eingerollt, etwa wie wenn wir uns auf die Faust stützen. Er bekam Schuhe, damit er hinten nicht immer in die Grätsche rutscht. Mittlerweile ist es aber so, dass wir im Prinzip nur noch mit ihm rauskönnen, damit er sich lösen kann, denn er fängt nach kurzer Zeit so zu eiern an, dass es aussieht, als fällt er gleich um. Das schlimme: vom Kopf her ist er so fit. Er mag draußen Hundebegegnungen, ist von seiner Art her fröhlich, will auch noch rennen wenn er ohne Leine ist, kann's aber nur von den Vorderläufen her, hinten übersteuert er dann sozusagen und rutscht einfach weg. Er liebt seine Streicheleinheiten, genießt die Zuwendung unserer Kinder, liegt genüsslich auf der Terrasse in der Sonne, frisst ganz normal... Aber sobald er aufsteht frage ich mich jedes Mal, ob es richtig ist, immer noch zu warten oder ob es besser wäre, ihn zu erlösen. Man sagt ja immer, Tiere zeigen einem, wenn es an der Zeit ist, aber ist es nicht falsch, so lange zu warten, bis der pelzige Liebling einem zeigt, dass es ihm dreckig geht?

      Traurige, ratlose Grüße von Mary

      • (2) 03.04.14 - 21:52

        Schwierige Situation, die nur du selber beurteilen kannst!

        Ich kann nur für mich sprechen und würde es davon abhängig machen wieviel Lebensfreude und auch Willen von ihm ausgeht.

        Du kennst deinen Hund. Wenistens kann er noch laufen leidet er sehr stark darunter das er seine Beine nicht so toll kontrollieren kann? Hunde adaptieren sich relativ schnell an solche Umstände. Du sagst er geniesst noch die Sonne, das streicheln, Begegnungen, sein Futter schmeckt...Ich für mich sehe da noch einiges an Lebensqualität

        Wenn das Futter nicht mehr schmeckt, wenn nicht mehr aufgestanden wird, offensichtliche Schmerzen, wenn die Augen sagen "Lass mich gehen" dann wäre für mich der Zeitpunkt gekommen.

        Es ist auf alle Fälle schwierig und egal wie...du wirst oft das Gefühl haben es falsch gemacht zu haben (Ich hab zu lange gewartet, ich hätte länger warten sollen)

        Alles Gute und viel Kraft

        • (3) 03.04.14 - 22:16

          Dankeschön für deine Antwort! Nein, er scheint nicht wirklich drunter zu leiden, wenn er weggerutscht ist, schüttelt er sich kurz und macht weiter als wäre nichts gewesen. Es ist nur einfach nicht schön anzusehen und jeder denkt "och Gott, der ärmste". Von seiner Art her ist er wirklich noch lustig drauf. Vorhin musste ich gleich kurz noch mehr heulen, weil er so süß war. Er kletterte millimeterweise aufs Sofa auf meinen Schoß, schlabberte meine Tränen vom Kinn, stupste mich mit der Nase und rollte sich behaglich brummend halb auf mir ein ;) ging mir gleich besser...

          • Hallo!
            Ich würde ihn nicht einschläfern lassen...warum auch? Scheinbar hat er durchaus noch Lebensfreude und ist halt "nur" körperlich eingeschränkt.

            Mein Kater hat mit 2 Jahren einen Krebs entwickelt, das ging einige Monate noch, aber als er dann von jetzt auf gleich nichts mehr fraß, überall hinmachte und nicht mehr richtig laufen konnte, bin ich an dem Tag gleich zum TA zum einschläfern. Du wirst es sehen, wenn der Tag gekommen ist.

            Aber Dein Hund frißt, er freut sich über andere Hunde draußen, er will doch! :-)

            Liebe Grüße!

      Mir fallen gerade Hunderollstühle ein da werden die Hinterbeine mit gestützt.
      Meine Tante hat einen fùr ihren Hasen anfertigen lassen allerdings kostete er 400€ und der Hase lebte nurnoch 2 Wochen.
      Mit Kindern sicherlich unbezahlbar :-(

      Würde ihn noch nicht einschläfern lassen

      (6) 04.04.14 - 08:43

      Ich würde ihn nicht einschläfern! Nach Deinen Schilderungen geht es ihm, bis auf die Bewegungseinschränkungen, sehr gut. Sicherlich wird der Tag kommen, aber dann wirst es an seinen Augen/Blick erkennen.

    • (7) 04.04.14 - 22:13

      Andere Frage: was sagt denn dein Tierarzt?

      Ich denke, wenn man eine vertrauensvolle Beziehung zu einem guten TA hat, kann der einem vor Ort viel besser eine ehrliche Einschätzung geben als wir hier aus der Entfernung, ohne dich und deinen Hund je gesehen zu haben. Ich hoffe sehr, dass du dich nicht nach den hier erteilten Ratschlägen richtest, sondern im Sinne deinens Hundes entscheidest. ICH würde es nämlich ganz anders sehen als der Tenor der bisherigen Antworten.
      Es ist die schwerste Entscheidung, die man als Tierbesitzer fällen muss, diese Verantwortung haben wir bei der Anschaffung des Tieres immer "mitgekauft" und wir müssen ihr nach besten Wissen gerecht werden. Gerade bei diesen chronischen kranken Tieren ist es echt sauschwer, den "richtigen" Moment abzupassen. Ganz anders ist es ja bei akuten Geschichten, Unfälle oder sowas, da wird einem die Entscheidung ja quasi abgenommen.

      Mein Tierarzt ist immer froh, wenn man sich bei ihm Rat holt und es dann gemeinsam entscheidet. Und er sagt, dass er fast immer Besitzer erlebt, die sich hinterher furchtbar schlecht fühlen, weil sie einfach zu spät ihr Tier erlöst haben, noch nie jemanden, der sich zu diesem Schritt zu früh entschieden hat.. Und es ist echt schwer, damit zu leben, dass man sein geliebtes Tier zu lange hat leiden lassen.

      Ich wünsche euch alles Gute!

      • (8) 05.04.14 - 08:55

        Das Tier leidest oder Du?

        Aus dem Text herraus ist nicht wirklich erkennbar ob das Tier leidet. Ganz im Gegenteil ich lese da noch sehr viel Lebensfreude herraus. Gegen Schmerzen kann man was geben, laufen kann er anscheinend auch nich, nach kurzer Anlaufphase. Aber er kann noch laufen. Bloß weil es im Auge des menschlichen Betrachters unschön aussieht?

        Manche Leute lassen ihre Epilepsiehunde einschläfern weil sie es nicht ertragen den Hund im Krampfanfall zu sehen.

        So lange noch Lebensqualität da ist sollte man nicht vorschnell entscheiden, das habe ich bei meinen ersten eigenen Hund gemacht. Das hat mich jahrelang in meinen Träumen verfolgt heute weis ich es besser. Meine Ridgihündin hatte Nierenkrebs mit Metastasenbildung, wurde festgestellt als sie elf war, ich habe dem TA gesagt solange sie schmerzfrei ist und gut drauf ist bleibt sie bei uns. Sie fraß nie mit riesigem Hunger, schon vorher nicht, jetzt musste ich halt phasenweise Leberwurst mit herrein tun damit es ihr schmeckte. Sie spielte bei Spaziergängen immer noch mit unsere Rüden, genoss es in der Sonne zu liegen und räkelte sich wohlig grunzend auf ihrem Sessel.
        6 Monate später, eines morgens kollabierte sie, konnte nicht mehr aufstehen. Unser TA kam sofort und schläferte sie auch umgehend nach der Untersuchung ein. Wichtig war in dem Moment, ich blieb bei ihr.
        Auch wenn ich immer noch mit Wehmut an sie denke, bin ich Vorwurfsfrei. Ich habe sie nicht leiden lassen sondern sie gehen lassen als es soweit war.

        Bloss weil ein Hund nicht mehr richtig laufen kann heisst es nicht das sein Leben nicht mehr lebenswert ist. Im Alter ist es ganz normal das man ncht mehr so flott unterwegs ist

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