Dalmatiner

    • (1) 02.12.14 - 09:04

      Guten Morgen,
      ich würde mich sehr über eure Meinungen und Erfahrungen freuen.

      Kurz zu uns: Wir sind eine Familie mit zwei Kindern (6,5 und 9) und einer sehr lieben gut erzogenen Mischlingshündin.Wir sind sehr sportlich, d.h wir wandern gerne,fahren Fahrrad und Inliner und joggen.
      Wir haben uns viele Gedanken gemacht welche Hunderasse zu uns passen könnte und sind auf den Dalmatiner gekommen.
      Er soll sehr sportlich,kinderlieb und frei von Aggressivität sein.
      Außerdem soll er sehr menschenbezogen und leicht zu erziehen sein.
      Durch unsere erste Hündin bin ich Mitglied in einer guten Hundeschule und würde dort auch die Welpengruppe besuchen.
      Eine sehr gute Züchterin haben wir schon gefunden und Ende März könnten wir eine kleine Hündin bekommen.
      Was haltet ihr von dieser Rasse?
      Habt ihr Erfahrungen?

      Danke und liebe Grüße,

      Mali

      • Hallo!

        Ich bin kein so großer Freund von so ganz pauschalen Rassebeschreibungen. sicher sind Dalmatiner nicht die allerstursten Hunde, aber ein wenig Konsequenz braucht es für die Erziehung schon. Sie sind natürlich keine Jagd- oder Schutzhunde, aber das heißt nicht, dass sie nie aggressiv wären.

        Dalmatiner laufen gerne etwas schneller, also rad fahren, Joggen, Inlinern sollte man sehr oft, wenn der Hund mal ausgewachsen ist. Also macht schon ein wenig Arbeit den Hund auszulasten.

        Bei so großen und schweren Hunden sollte man auch die Wohnsituation in die Überlegung einbeziehen, die Gelenke sind da ja besonders empfindlich, daher muss man den Hund die ersten Monate auf jeden Fall Treppen rauf und runter tragen. ggf. auch die letzten paar Jahre. In einer Etagenwohnung ohne Aufzug oder einem Reihenhaus kann das ein echtes Problem werden. Es ist auch schwierig, solche Hunde mit in den urlaub zu nehmen oder bei Freunden unterzubringen, kleine Rassen sind da oft einfacher. Daher ist es viel unkomplizierter mit einem großen Hund in einer Erdgeschoßwohnung oder wenn der Mittelpunkt des Lebens unten statt findet.

        Hallo!
        Ich persönlich kenne zwei Dalmatiner in der Umgebung, die leider überhaupt nicht nett sind, aber ob das an der Rasse liegt, wohl eher an mangelder Auslastung usw, wie bei sehr vielen Hunden. Ich würde immer einen Hund bevorzugen, den ich noch tragen kann, gerade das erste Jahr dürfen sie keine Treppen laufen und im Alter oder bei Krankheit.
        Wir haben 4 Kinder zwischen 3 und 13 und eine Beagelin. Sie wiegt ca. 10 Kilo, joggt mit mir jeden morgen1,5 Stunden, bellt nicht, knurrt nicht, null Aggressivität, hat noch nie was kaputt gemacht und war als wir sie gekauft haben mit 11 Wochen praktisch stubenrein. Sie verträgt sich mit jedem Hund, Mensch und anderen Tieren.Jetzt ist sie etwas über 2,5 Jahre. Nur Essen darf nicht rumstehen:-p
        Ach ja, im Wald kann sie auch ohne Leine laufen und jagt NICHT!
        Aber egal welche Rasse, die Zucht ist sehr entscheident für das weitere Hundeleben. Also mehrere anschauen und auch die Hundeeltern.
        Lg Sportskanone

        (4) 03.12.14 - 11:32

        Hallo,

        Kenne auch ein paar Dalmatiner und ich muss sagen das A und O bei dieser Rasse ist wirklich konsequente Erziehung und Auslastung.
        Dieser Hund will einfach laufen und dass muss man erstmal bieten können, auch wenn man eine sportliche Familie ist. Ihr habt ja auch schon eine Hündin, denk also auch daran, dass diese ab einem gewissen Alter das Tempo des Dalmatiners vielleicht nicht mehr mitgehen kann... Hast du genug Zeit um Beiden dann gerecht zu werden?
        Völlige Freiheit von Aggressivität würde ich dem Dalmatiner auch nicht bescheinigen, er wurde als Kutschenbegleithund gezüchtet und neigt wenn nicht ausgelastet, wie ich finde durchaus zum Verbellen und auch zum Zwicken.

        Was für eine Mischung ist denn deine bisherige Hündin?

        Grüße
        emryn

        • (5) 03.12.14 - 12:10

          Hallo Emryn,
          Danke erstmal für alle Meinungen.
          Unsere Hündin wird im Januar 7 Jahre alt und kommt aus Portugal.Wir haben sie mit zwei vom Tierschutzverein übernommen.Wir lieben sie über alles,aber uns fehlen einfach die ersten zwei Jahre mit ihr.
          Sie ist sehr gut erzogen und unserem Rhodesian Righback Pflegehund (6 Monate) eine gute Ersatzmama.
          Wir wollten schon immer einen zweiten Hund,wollten aber auch einmal von Anfang an alles miterleben also quasi einen Welpen vom Züchter wo man die Elterntiere anschauen kann usw.
          Wir dachten der Dalmatiner würde gut zu uns passen.Das er eine konsequente Erziehung braucht weiß ich natürlich.Aber jetzt habt ihr mich wirklich zum Nachdenken gebracht.

          LG Mali

          • (6) 03.12.14 - 12:47

            Hallo Mali,

            Möchte dir den Dalmatiner gar nicht ausreden, er kann durchaus zu euch passen, aber er muss wohl überlegt sein, da es sich doch um einen Arbeitshund handelt, der eher zu den weniger anpassunsgsfähigen gehört. Leider landen viele von ihnen in Tierheimen, da die Leute irgendwann mit ihrer Energie überfordert sind...
            Und da sich das Leben immer ändern kann (Kinder die groß werden, Zweithunde die alt werden...) würde ich in einer Familie eher einen Hund sehen der sich mehr anpasst bzw. vielfältiger auszulasten ist als nur durch Laufen. Vielleicht ein Collie oder ein Boxer oder ein Retriever oder auch etwas Windhundartiges...

            Grüße
            emryn

      Ich habe nichts gegen die Rasse, halte aber so pauschale Wesenseinschätzungen für gewagt. Es gibt Hunde aller Rassen, die Eurer Wunschvorstellung entsprechen und Dalmatiner, die es nicht tun. Wesentlich wichtiger als die Rasseveranlagung finde ich eine gute Sozialisation und Erziehung.

      LG

      • Es ist ja klar das es von jeder Rasse Gute und schlechte Vertreter gibt.
        Aber nach was soll man sich denn sonst richten wenn man die richtige Rasse sucht.Man liest viel und liest sich natürlich auch die Wesensmerkmale der jeweiligen Rassen durch.
        Wenn man einen Jagdhund sucht wird man doch auch anhand der Wesensmerkmale nachlesen welche Rasse dazu geeignet ist.
        Und so haben wir es auch gemacht.
        Wir suchen halt nur einen sportlichen,kinderlieben Familienhund.

        • Wir haben zwei Rassehunde gekauft, die so ganz anders waren als der Standard verspricht, eine total bekloppte Berner Sennenhündin und einen supertollen Irish Setter ohne jegliche Jagdambitionen, der überall frei laufen konnte und die Zuverlässigkeit in Person war. Er wurde abgegeben, weil er so war, u. a. auch "nicht schußfest", wir hatten aber nie Probleme, wenn bei uns Jagd im Ort war oder Sylvester.
          Schon deshalb halte ich eben nicht viel davon, sich auf die typischen Eigenschaften zu verlassen, die man im Fachbuch oder Rassebeschreibungen findet. Viel wichtiger sind mir Hunde der Rasse, die man persönlich kennt und dann würde ich auch zusehen, aus der gleichen Linie bzw. Zucht einen Welpen zu bekommen.

          Als sportlichen kinderlieben Familienhund würde ich viel eher als einen hibbeligen und anspruchsvollen Dalmatiner einen sportlichen Am. Staff oder Pitbull, Am. Bulldog haben wollen aber ich habe auch eine Schwäche für diese Rassen.

          LG

          • Ich weiß das ein Hund niemals böse auf die Welt kommt und das alles an einer guten Sozialisierung und einer konsequenten Erziehung liegt.
            Aber leider ist man mit so einem Hund gleich abgestempelt egal ob er gut erzogen ist oder nicht.Die Leute wechseln die Straßenseite und gehen einem aus dem Weg.
            das ist echt schade und zeugt davon das solche Menschen keine Ahnung von Hunden haben.
            Trotzdem sind diese Rassen nicht das was wir suchen.

    (11) 03.12.14 - 14:20

    Hallo!
    So, nun kriegst du mal eine Einschätzung von jemandem, der selber Dalmatiner hat und nicht nur welche "kennt" ;-)

    Mein Mann und ich haben unser ganzes Leben lang Hunde (u.a. Dackel, Schnauzer, Staff´s, Rhodesian Ridge, diverse Mixe). Im Moment haben wir 2 Dalmatiner-Damen, 8 und 4 Jahre alt.

    Ja, ein Dalmatiner braucht eine liebevoll-konsequente Hand und eine gute Erziehung, wie jeder andere Hund aber eben auch. Hundeschule ist eine gute Idee, und gerade die erste Zeit, wenn sich das Rudel zusammen rauft, ist manchmal schwierig. Denn DU musst auch lernen, 2 Hunde gleichzeitig zu regeln!

    Ja, man muss sie in der Regel gut auslasten. Sie laufen sehr gerne am Rad, gehen gerne lange spazieren. Aber sie toben, gerade wenn man 2 Hunde hat (so wie ihr dann auch), auch super gerne miteinander und powern sich damit aus. Unsere beiden sind auch absolut erträglich, wenn es mal nicht so viel Auslauf gibt. Im Moment stecken wir mitten im Umzug und die Mädels kommen etwas zu kurz, nur mal Ball werfen im Garten und ne kleine Runde, aber sie sind happy, wenn sie bei uns sind und ihre Decke immer gerade dort liegt, wo im Haus Action ist.
    Unsere zwicken nicht, sie bellen nicht grundlos (anschlagen sollen sie ja) und sie sind beide mit unseren 2 Kindern (2 Jahre und 8 Monate alt) absolut ehrlich und friedlich. Unsere große Tochter legt sich regelmäßig zu den beiden, legt ihren Kopf auf deren Rücken und liest Bücher - ein Bild für die Götter.. Wenn es ihnen zu viel wird, stehen sie auf und gehen auf ihre Decke, die ist für unsere Kinder tabu und dort haben sie ihre Ruhe. Ich habe (und jetzt schreit hier wieder die Gemeinde, ich kenn das schon..) gar kein Problem damit, Hunde und Kinder in einem Raum zu lassen, wenn ich in Hörweite bin, weil ich allen Beteilgten vertraue. Ich sperre sie natürlich nicht zusammen ein, jeder Hund hat eine Rückzugsmöglichkeit.
    Der einzige Nachteil, der mir akut einfällt: sie haaren wie der Teufel.. Das ganze Jahr über. Und die kleinen Haare hängen überall, am liebsten in Fleece-Pullis. Wenn einen das nicht stört..
    Meine Hunde, auch diese beiden, sind eigentlich fast immer aus dem Tierschutz, mind. aber aus 2. Hand, Abgabetiere mit Problemen aller Art gewesen. Ich habe alle meine Hunde geliebt, sie hatten alle ihre Macken, völlig unabhängig von der Rasse. Aber die beiden Dalmi-Mädels sind von allen bisherigen Hunden die unkompliziertesten, obwohl die jüngere gar keine schöne Kindheit hatte und ein echter Problemfall war.

    Wenn du noch Fragen hast, schreib mir gerne!
    kathy

    • Hallo Kathy,
      vielen vielen Dank für deine Antwort.
      Ich bin echt schon ins Zweifeln gekommen ob das die richtige Hunderasse für uns als Familie ist.
      Aber du hast mir echt Mut gemacht.
      Vielen Dank : )

      PS: Darf ich dich anschreiben wenn ich typische Dalmifragen hab?

      LG Mali

      • Klar, meld dich, wenn du Fragen hast!

        P.S. Unser Mädels haben keine Allergien, keine Milben, keine Blasen oder Nierenprobleme. Auf Taubheit sollte man allerdings wirklich testen lassen. Je weißer der Dalmi, desto größer die Wahrscheinlichkeit auf Taubheit.

Eine kleine Anekdote zu Dalmatinern:

Die Kinder unserer Nachbarn haben vor einigen Jahren ihren Hund mit schwarzen Filzstiften angemalt, weil sie wollten dass er komplett schwarz wird #zitter

Die Mutter war natürlich ausser sich :-[

Noch besser wurde es allerdings, als es beim Gassi gehen geregnet hatte - da verwandelte sich das Schwarz nämlich in Lila.

Der arme vierbeiner sah aus wie die Milka Kuh... #schrei

Ganz wichtig wäre noch:

- Viele Dalmatiner sind taub, oder hören auf einem Ohr nichts. Das hängt mit ihrer Farbgebung zusammen.
Achte drauf, dass Dein Welpe da getestet wurde, der Test ist nämlich recht teuer. Du hast aber auch ein Problem, wenn Du Deinen Hund nicht rufen kannst.

- Dalmatiner haben extrem häufig Harnsteine und Blasenprobleme. Das ist absolut Rassetypisch und höchstens durch angepasste Fütterung zu beeinflussen. Die ständigen Steine reizen die Blasen und den harnleiter, wodurch es sehr oft Blasenentzündungen gibt. Das ist bei ALLEN Dalmatinern der Fall.

- Dalmatiner haben eine erhöhte Allergieneigung, insbesondere was Futter angeht.

- Dalmatiner neigen stärker als andere Hunde zu Milbenbefall.

- wie alle großen Rassen sind Hüftprobleme sehr häufig.

Am Ende musst Du wissen, ob Du damit umgehen kannst. Leider sagt einem das nicht jeder Züchter und es steht auch nicht in allen Büchern drin, das erfährt man nur direkt von Haltern. Aber so wie Retriever und Labradore häufiger Durchfall haben, haben Dalmis eben häufiger Blasenprobleme, und das sollte man schon auch wissen.

Sonst muss Dir klar sein, dass Dalmatiner als Kutschbegleithunde gedacht waren - viele Kilometer am Tag in flottem Tempo neben einer Kutsche her laufen und ggf. verteidigen. Die haben also echt Energie ohne Ende, und wenn diese Energie nicht ausgelastet wird neigen sie eben dazu Probleme zu machen. Das macht sie nicht gerade zu "Idealen Familienhunden" - und ist Dir eigentlich schon mal aufgefallen, dass fast alle Züchter ihrer Rasse dieses Etikett anhängen wollen, ob Labrador, Berner Sennenhund oder Spaniel?

Les Dir auch mal das hier durch:

http://www.drachenstein.ch/Dalmatiner/Dalmatiner.html

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