Kastration Hündin

    • (1) 30.12.16 - 20:41

      Hallo,

      unsere Hündin ist jetzt ein Jahr und ihre Blutung liegt ein paar Tage zurück. Derzeit ist sie leider krank :-(. Vor drei Tagen lag sie schlagartig unter dem Tisch, konnte dann das Bein nicht mehr bewegen und bekam Fieber. Netterweise kam unsere Tierärztin trotz Urlaub vorbei und hat sie daheim behandelt. Sie äußerte den Verdacht auf Knochenentzündung verabreichte der Maus drei Spritzen und für fünf Tage Antibiotika. Zudem schaute sie ob nicht was mit der Gebärmutter ist aber da war alles ok.

      So jetzt sind wir beim Thema. Wir möchten unsere Hündin in ein paar Wochen kastrieren (komplett incl. Gesäugeleiste) lassen. Die Angst das sie eine Gebärmutterentzündung bekommt ist einfach zu groß - zudem wohnen bei uns in der Nachbarschaft weitestgehend nur unkastrierte Rüden. Bei unserer etwas weiter entfernten Nachbarin (Hündin 9Jahre) sprang nicht nur ein Rüde über den nicht niedrigen Gartenzaun und dann ging es los.

      Auf Nachwuchs haben wir keine Lust -da wird in ein paar Jahren wenn die Kids groß genug sind eher über einen zweiten Hund nachgedacht und das dann situationsabhängig.

      So jetzt haben wir einen Zeitpunkt in ein paar Wochen ins Auge gefasst den auch die Tierärztin in Ordnung findet - mein Mann nimmt Urlaub für eine Woche und Mausi wird gleich Montags operiert. Reicht das oder sollen wir mehr Zeit einplanen? Ich bin leider da genau in der Probezeit - ich kann keinen Urlaub nehmen. Mein Mann darf ab Montag den Urlaub fürs neue Jahr eingeben und wer als erstes kommt bekommt auch den gewünschten Urlaub.

      Ich hatte während des gesamten Trubels und die Sorge um das Tier ganz vergessen unsere Tierärztin zu fragen.

      Zudem das Thema Ernährung - wir füttern Josera Sensitiv, das Thema Barf ist noch nicht ganz vom Tisch. Ich habe oft genug gelesen dass die Tiere nach der Kastration eher zu noch mehr Hunger neigen und aber einen geringeren Energiebedarf haben. Hat jemand einen Tipp?

      Danke für Eure Antworten

      Geli

      • Ich bin ja grundsätzlich ein Kastrations-Befürworter, aber ich verstehe nicht, warum die Gesäugeleiste entfernt werden soll? Das ist total unüblich und auch ziemlich überflüssig. Zudem ist es eine sehr große OP für die Hündin, da ein großer Hautschnitt nötig ist. Zudem wird i. d. R. erst eine Seite entfernt, dann die andere - eben weil es sonst zu belastend wäre.

        Ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, dass eine Kastration bei jeder Hündin anders verlaufen wird. Meine Hündinnen wurde - bis auf eine - alle kastriert und alle haben es anders weg gesteckt. Die eine ist moppelig geworden und hat zeitlebens keine vorzeigbare Figur mehr gehabt. Die andere wurde im Alter inkontinent. Meine jetzige Hündin hat an den Flanken diesen typischen Babyflaum bekommen und markiert seit dem wie ein Rüde jeden Grashalm beim Gassi gehen.

        Grundsätzlich befürworte ich, bei der Kastration nur die Gebärmutter zu entfernen. Eierstöcke und Eileiter bleiben bestehen. Das ist die schonenste Methode für die Hündin und erfüllt voll ihren Zweck.

        Letztendlich solltest Du beim Futter abwarten, wie Deine Hündin reagiert. Bestimmte Rassen (Labbi, Golden Retriever, Cocker, Beagle ...) sind schon vor der Kastration sehr verfressen - da wird es nachher sicherlich nötig sein, sehr genau auf die Ernährung zu achten.

        LG

        • Gesäugeleiste aus dem Grund von Gesäugetumoren. Da bis zu dem Zeitpunkt noch ein paar Wochen vergehen kann ich mich da noch ein wenig mehr mit dem Thema beschäftigen.

          Für uns wäre es halt nur wichtig wieviel Zeit wir nach der Operation einplanen sollten um sie zu beaufsichtigen.

        Oh Gott, was habe ich denn da für einen Käse geschrieben??? Natürlich müssen die Eierstöcke in erster Linie entfernt werden und die Gebärmutter bleibt natürlich drin!!! Macht ja sonst auch gar keinen Sinn...

        Sorry für die Verwirrung.

    Hallo!

    Lässt Du Dir auch die Brüste abnehmen, nur weil das Risiko besteht, dass Du irgendwann Brustkrebs bekommen könntest? Also nur mal als Frage. Nach der Kastration ist das Risiko für Gesäugetumore ja sowieso schon niedriger, und ich finde, das wird eine verdammt große OP für einen Hund. Und normalerweise sind die ja auch gut tastbar, wenn man öfter mal dem Hund den Bauch streichelt, ich sehe da jetzt keine Not, ohne jedes Anzeichen gleich die Gesäugeleisten zu entfernen.

    Nachdem Du da eine Risen-OP planst ist eine Woche Urlaub sicher sinnvoll, die sollte aber dann auch wirklich reichen.

    Nach der Kastration ändert sich bei Hündinnen weniger als bei Rüden. Du kannst die Ration etwas reduzieren und einfach schauen, wie es klappt.

    • Entschieden ist das es eine Kastration gibt. Alles weitere wird später geklärt, auch in welchem Umfeld. Es ist gut zu wissen das es da verschiedene Verfahren gibt. In unserem Fall geht es vorab erst mal um die einzuplanende Zeit die mein Mann Urlaub nehmen muss / möchte um uns umfassend um die Maus kümmern zu können.

      • Hallo!

        Ich würde eher raten, nur die Eierstöcke entfernen zu lassen, die Gebärmutter zu erhalten (damit sinkt das Risiko von Inkontinenz, wenn da ein Organ fehlt klappt es mit der Blase insbesondere wenn sie älter wird immer schlechter). Die Gesäugeleisten würde ich eher drinnen lassen, und einfach 1x pro Woche abtasten, einfach beim Streicheln. Das Risiko ist durch die Kastration sowieso deutlich vermindert. Man darf dann nur einfach nicht ewig abwarten, wenn man da einen Knubbel bemerkt, sondern sollte schnell handeln.

        Wegen der Gebärmutter brauchst Du dann auch keine Sorgen haben. bei kastrierten Hündinnen kommen Entzündungen ebenso wie Gebärmutterkrebs praktisch nicht vor.

        Wenn nur die Eierstöcke raus kommen, ist sie nach 2-3 Tagen wieder völlig auf dem Damm und schmerzfrei, da könntet ihr die Kastra auf einen Donnerstag oder Freitag legen und bis nach dem Wochenende geht es ihr wieder gut. Dann verbrät Dein Mann nicht so viel urlaub alleine.

        Die Frage ist halt echt, wie viel Gewebe entfernt wird und wie viel Wundfläche da bleibt, wenn man gleich Eierstöcke, Gebärmutter und Gesäuge entfernen lässt, sind das halt riesengroße Wundflächen, recht hocher Blutverlust, viele Schmerzen, sie weiß dann kaum, wie sie sich hinlegen soll, weil beide Seiten weh tun (Druck auf die Naht tut ja weh bis nach 10 Tagen die Fäden gezogen werden) und das Infektionsrisiko ist bei so vielen Baustellen halt auch größer.

        • Hallo,

          mein Mann nimmt Urlaub in einem Zeitraum weil eines unserer Kinder Probebeschulung hat an zwei Tagen und das liebe Kind gefahren werden muss. Wenn er dann schon mal daheim ist wäre es sinnvoll das eine mit dem anderen zu verbinden. Ok die Sache mit dem Kind kann ich ggf. auch machen da es auf dem Arbeitsweg liegt und es nur zwei Tage betrifft.

          Unsere Tierärztin hat halt geraten die Gesäugeleisten mit zu entfernen. Aber da muss ich mich erst noch belesen- alles abwägen - haben noch ein paar Wochen Zeit. Da werde ich keine voreiligen Entscheidungen treffen.

          Erstmal muss sie jetzt gesund werden und wir drücken mal die Daumen dass es kein Bänderriss ist und dort auch noch eine Operation droht. Anfang nächster Woche wird auch das nochmal kontrolliert - da brauchen wir Sicherheit. Wäre das aber der Fall hätte sie kein Fieber gehabt sondern nur Probleme beim Laufen.

          Da mein Mann jetzt im Winter eigentlich noch eine Woche Urlaub nehmen muss wäre es zu überlegen die eine Woche geplanten Urlaub zur Kastration in Absprache mit dem Chef auf zwei zu verlängern - da sind wir auf der sicheren Seite. Er ist dann immer noch im Zeitrahmen um seinen Urlaub aus dem Vorjahr wegzunehmen - wenn auch arg knapp. Ich habe mal die Hoffnung da der Chef selbst einen Hund (wenn auch einen der kleiner ist als unser Kater) Verständnis für die Situation hat. Langeweile hat mein Mann sicher nicht - wir haben Haus und Garten und ich arbeite nur Teilzeit.

          Einen guten Rutsch

          Geli

          • Ich hab Mal ein wenig gesucht - hab ja nix besseres zu tun mit Grippe an Silvester zu Hause...

            Also offenbar scheint man nicht mal bei einem einzigen Tumor gleich beide Gesäugeleisten zu entfernen, sondern nach möglichkeit auch da so viel wie möglich zu erhalten. So extrem häufig sind Gesäugetumore auch gar nicht, erst recht wenn noch vor der zweiten Läufigkeit kastriert wird.

            Das ist halt echt eine richtig große OP, lange Schnitte, große Nähte. Würde ich ohne Not wirklich nicht machen lassen, wenn das Gesamtrisiko dann am Ende irgendwo zwischen 0,5% bei Kastration vor der ersten Läufigkeit und 25% ganz ohne Kastration bei den besonders betroffenen Rassen liegt, ist ja die Wahrscheinlichkeit, dass überhaupt ein Tumor jemals auftritt nicht besonders groß. Und wenn - dann meistens erst ab dem 10. Lebensjahr der Hündin, also sowieso im gehobenem Alter.

    >>Lässt Du Dir auch die Brüste abnehmen, nur weil das Risiko besteht, dass Du irgendwann Brustkrebs bekommen könntest? <<
    manche Frauen, die sich haben testen lassen, lassen sich in der Tag die Brüste amputieren (siehe A. Jolie).

    Aber auch ohne entsprechende Tests sind solche Operationen ein Geschäft, ein Geschäft mit der Angst. Einige Tierärzte stehen den "Menschenärzten" da in nichts nach.

    Die Logik da hinter: Was nicht mehr da ist, kann auch nicht krank werden. Manch mal trifft es dann sogar das kpl. Tier.
    Bei einer Operation ist immer ein bestimmtes Restrisiko beinhaltet, ganz egal was der Grund für die OP ist. Dieses Risiko wird seitens der Ärzte jedoch sehr oft herunter gespielt, die Angst vor Krebs aber geschürt.
    Leider

    • Hallo!

      Naja, bei einer nachgewiesenen Genmutation,die ein rechnerisches Krebsrisiko von 80% bedingt kann ich es ja noch nachvollziehen. Aber bei einem Hund der dank relativ junger Kastration ein Krebsrisiko von eher weniger als 10% haben dürfte finde ich es übertrieben.

      Außerdem selbst im Falle von Knoten in den Milchleisten würde ich schon gar nicht BEIDE Milchleisten gleichzeitig operieren lassen, sondern immer erst die eine und wenn die vollständig abgeheilt ist erst die andere. Der Hund kann sonst ja gar nicht mehr liegen ohne Schmerzen bis die Wunden ordentlich verheilt sind. Das ist doch total unnötig. Wenn man nur eine Seite operiert, kann der Hund immerhin noch auf der anderen Seite schlafen, das ist ja auch besser für die Wundheilung, wenn da kein Druck auf der Wunde ist.

      Ich finde, man kann immer noch operieren, wenn es Knoten tastbar wird, das reicht ja auch meistens aus, wenn man schnell handelt. Natürlich sollte man dann die OP nicht noch ewig raus schieben.

      • >>Ich finde, man kann immer noch operieren, wenn es Knoten tastbar wird, das reicht ja auch meistens aus, wenn man schnell handelt. Natürlich sollte man dann die OP nicht noch ewig raus schieben. <<
        seh ich genau so! Ich habe aber gelernt, dass man das, wo für sich andere entscheiden, akzeptieren muss. Es gibt viele Arten, seine Liebe zum Tier zu zeigen
        >>Der Hund kann sonst ja gar nicht mehr liegen ohne Schmerzen bis die Wunden ordentlich verheilt sind.<<
        aah, ich hab immer noch im Ohr, dass getönt wird, ein Tier braucht nach einer OP (egal welcher) keine Schmerzen haben, es gibt doch Schmerzmittel.

        • Hm. Mir wurde vor ein paar Wochen ein harmloser Weichteiltumor entfernt, bei mir selber, auf den Rippen. Walnussgroß, nichts schlimmes und auch nur eine kleine Wunde. Natürlich bin ich ein Zweibeiner und kann selbst entscheiden, wann und wie viel Schmerzmittel ich nehmen will, und Ibuprofen vertrage ich auch gut. ABER: so stark, dass ich mich auf die Seite mit dem Schnitt hätte legen können waren die dann auch wieder nicht. Auch die 800er nicht. Und das weit über die ersten 2 Tage hinaus, an denen es noch dauernd weh getan hat, sondern bis die Fäden endlich gezogen waren. Solange konnte ich auf der Körperseite einfach gar nicht liegen weil es halt an den Fäden gezerrt hat. Ich hätte mich jetzt auch wirklich nicht 10 Tage mit noch stärkeren Schmerzmitteln zuballern wollen, nur damit ich auf der Naht liegen kann, sondern war ganz froh, dass ich die nach 2 Tagen absetzen konnte, solange ich mich ein wenig geschont habe.

          Außerdem sind Schmerzen ja auch ganz nützlich, klar, nicht die heftigen Wundschmerzen der ersten 2 Tage, aber wenn die dann weg sind, merkt man ja vor allem dann was, wenn man sich übernimmt. Da ist Schmerz wichtig, weil der einem signalisiert, dass man eben keine Spülmaschine ausräumen sollte mit viel Bücken und Strecken, und auch keine vollen Wasserkisten tragen darf, solange die Wunde so frisch ist. Und gerade nachdem man einem Tier nicht erklären kann, dass es sich eben schonen muss, würde ich da immer nur so viel Schmerzmittel geben, dass es erträglich ist, aber nicht komplett schmerzfrei, eben damit es sich weiter schont.

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