Akute Niereninsuffizienz Katze

    • (1) 29.08.19 - 06:55

      Mein Kater (ca 13 Jahre, reine Hauskatze, war immer ein echtes Dickerchen) hat binnen kürzester Zeit extrem an Gewicht verloren. Zunächst dachte ich, er verschmäht einfach mal wieder grundlos die lieb gewonnene Futtermarke. Hatten wir in den vergangenen Jahren öfter. Nach einigem durchtesten, hatten wir dann was gefunden, was er mehr oder weniger fraß. Dann hat er aber immer weniger gefressen, und ich dachte mir, er hätte vielleicht altersbedingt einfach weniger Appetit und war sogar froh, das er mal etwas abnimmt denn er hatte seit ich ihn kenne (11 Jahre) immer starkes Übergewicht. Sämtliche Diätversuche über die Jahre (auch mir tierärztlicher Unterstützung) haben nichts gebracht, ich hab mich dann irgendwann damit abgefunden 🤷‍♀️
      Wie viel er tatsächlich an Gewicht verloren hat, war mir nicht bewusst. Er hat sehr dickes und längeres Fell und man sah es ihm nicht so an. Schmusen konnte man mit ihm noch nie, auch auf den Arm nehmen hat er gehasst. Also ist mir der zu hohe Gewichtsverlust nicht so aufgefallen. Ich weiß, ich hätte es merken müssen! Bitte nicht drauf rumreiten, ich fühle mich schon schlecht genug! 😭

      Nun waren wir beim Tierarzt und der macht uns nicht viel Hoffnung. Er meinte, es wäre eine akute Niereninsuffizienz einhergehend mit Wassereinlagerungen, Blutarmut und Untertemperatur. Das ganze wohl auch bedingt durch den hohen Gewichtsverlust, aber was zuerst da war, die Niereninsuffizienz oder die Appetitlosigkeit, konnte er nicht sagen. Durch den Fettabbau beim Gewichtsverlust werden wohl Ketone freigesetzt, die wiederum die Nieren schädigen und gleichzeitig ein Sättigungsgefühl auslösen. Also ein Teufelskreis. Der Doc sprach davon, das eine Dialyse theoretisch möglich wäre, er dies aber eigentlich für unsinnig hält.
      Er hat unserem Kater zwei Spritzen gegeben, und uns bis morgen Mittag Zeit gegeben. Wenn er nicht wieder anfängt zu fressen, dann meinte der Arzt, es wäre besser ihn zu erlösen.

      Nun meine Frage: hatte jemand mal ein ähnliches Problem? Gibt es wirklich keine andere Möglichkeit? 😢 Ich möchte unseren Kater nicht leiden lassen, und ich sehe wie schwach er innerhalb nicht mal einer Woche geworden ist, aber ich habe Angst, das ich einfach zu schnell aufgebe!

      • (2) 29.08.19 - 09:30

        Hallo!

        Ich hatte das leider schon bei zwei meiner Katzen. Ich kann dir nur raten, ihn gehen zu lassen. Wir haben versucht zu kämpfen, aber durch die Entkräftung kamen dann Infektionen, erst die Blase, kaum war das mühsam im Griff, dann eine Lungenentzündung. Wir hätten sie früher gehen lassen sollen, die letzten Wochen waren einfach nicht mehr schön, sondern dauernd krank, Tierarzt, Spritzen, mühsam zum Fressen überreden mit Lieblingssachen.

        Tut mir echt leid, aber aus meiner Erfahrung: selbst wenn die Werte etwas besser werden, richtig gut wird es nicht mehr.

        Und bei Langhaarkatzen ist das Gewicht wirklich schwer zu schätzen, vor allem wenn sie sich nicht gern anfassen lassen.

      Hallo, es tut mir sehr leid für dich und deine Katze. Ich habe auch schon mehrmals die Erfahrung mir der chronischen und akuten Niereninsuffizienz bei Hund und Katze machen müssen. So wie du deine Katze beschreibst befindet sie sich bereits in einem sehr kritischen Stadium. Eine weitere Therapie würde ihre Lebenszeit vermutlich nur unwesentlich verlängern allerdings bei sehr schlechter Lebensqualität. In meinen Augen solltest du den Rat des Tierarztes befolgen und ihn gehen lassen. Ich weiss, wie du dich jetzt fühlst, wenn du diese Entscheidung treffen musst. Entscheidexaber auch immer im Sinne des Tieres. Alles Gute

      NICI

      • Danke auch dir für deine Antwort! Du hast Recht, ich muss wohl akzeptieren das ich ihn gehen lassen sollte, so lange er noch nicht zu sehr leidet 😔 Er wird zusehends schwächer und ich denke, der Arzt hat uns einfach nur noch ein bisschen Zeit gegeben damit wir Abschied nehmen können. Ich hatte überlegt mir eine zweite Meinung einzuholen, aber ich glaube das macht keinen Sinn mehr 😢

        • Hallo kalada,

          lass Dich erstmal drücken wenn Du magst.
          Akute Niereninsuffizienz (CNI) muss heute überhaupt kein Todesurteil mehr sein, auch wenn viele Tierärzte das mangels Erfahrung anders sehen. Ich habe selbst drei CNI Katzen, eine davon lebt bereits seit drei Jahren damit und das sehr gut :). Zum Zeitpunkt der Diagnose hat uns kein Tierarzt mehr Hoffnung gemacht, bis wir den "Richtigen" gefunden haben. Es war ein sechswöchiger Kampf, aber seitdem ist unser Jimmy fast immer stabil - frisst, trinkt, spielt und kuschelt. Es gibt immer Hoffnung! Ich würde mir unbedingt eine zweite Meinung einholen und Du kannst auch viel selbst tun! Wenn ich Dir mit Tipps oder Erfahrung helfen kann, melde Dich einfach!

          Liebe Grüße,

          Rosalee

          • Ups, hat sich doch glatt der Fehlerteufel eingeschlichen: Akute Niereninsuffizienz ist natürlich ANI und nicht CNI, allerdings wird aus der ANI gerne eine CNI. Man sollte echt noch mal drüber lesen, bevor man abschickt ;)
            Zur Not fahr mit Deinem Katerchen in die nächste Tierklinik, erfahrungsgemäß können sie ihm dort besser helfen.

            Hallo! Danke für deine Antwort. Leider hat er es nicht geschafft und ist bereits über die Regenbogenbrücke gegangen 😢
            Er hat überhaupt nichts mehr fressen wollen und auch kein Pipi mehr gemacht, war voller Ödeme und schwach usw... Es war besser so. Unser Tierarzt hat sehr viel Erfahrung und ich denke, es war besser so...

    Ich hatte auch mal nen Kater der früher nicht dick war aber dann eben doch gut abgenommen hatte. Zuerst wars eher der altersbedingte Muskelabbau der im Winter wieder fast hinfällig war. Im Winter hatte er wieder Normalgewicht im Sommer weniger. Ging so 2 Jahre. Nach 2 Jahren blieb er mager und nahm noch ein wenig ab. Da bin ich wieder zu unsrer Tierärztin die dann auch Nierenprobleme diagnostizierte. Eine gewisse Zeit gings noch gut und dann hatte er schlagartig immer mehr mit Kraftlosigkeit zu kämpfen, war fast apathisch und fraß nicht mehr. Alles innerhalb von 3 Tagen. Da wußte ich das es Zeit ist ihn gehen zu lassen. Das hab ich dann auch.

    Ela

    • (10) 02.09.19 - 18:59

      Danke für deine Antwort. Mein Kater hat auch innerhalb von 3-4 Tagen massiv abgebaut, Sonntag saß er noch bei uns am Esstisch und hat gebettelt, von Montag an hat er plötzlich keinen Krümel mehr gefressen. Mittwoch war ich beim Arzt und Freitag habe ich ihn über die Regebogenbrücke ziehen lassen müssen 😢🌈 Er hatte donnerstags schon kaum noch Kraft, selbst das Miauen hat ihn angestrengt 😔 Es war besser so, auch wenn es mir sehr schwer gefallen ist. Es ging alles in nicht mal einer Woche so stark bergab, das ich mir (und vor allem ihm!) eine zweite Meinung erspart habe...

      • (11) 02.09.19 - 19:40

        Tut mir ehrlich leid für dich. Aber wer weiß wofür es gut war das es sich von alleine entschieden hat. Meine Tierärztin hat mir auch erst hinterher gesagt das sie sich nach dem letzten Besuch schon dachte das sie mich bald wieder sehen würde. Da er damals aber erst noch fit war und fraß sah ich in jenem Moment "keinen" Anlass. Mir war aber durchaus klar das es nicht mehr sehr lange gehen würde. Ela

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