Mein Mann hat kein Interesse mehr an Sex

Hallo,

wir sind seit 19 Jahren ein verheiratet , haben zwei Kinder (13 & 8) und seit 7Jahren hatten wir keinen Sex mehr.

Anfangs konnte ich noch gut damit leben, mittlerweile belastet es mich von Woche zu Woche mehr. Er hat einfach null Interesse daran. Nicht mal kuscheln oder knutschen mag er. Den letzten richtigen Kuss hatte ich letzten August.

Er war beim Urologen. Da kam raus, dass sein Testosteron im Keller ist, der Arzt hat ihm testogel aufgeschrieben, dass steht allerdings unbenutzt im Schrank, die Nebenwirkungen machen ihn Angst.

Ich bin ja selbst schuld, dass ich nicht früher was gesagt oder unternommen habe. Er findet, dass alles wie es ist, so gut ist. Zu einer Ehe gehört seiner Meinung nach mehr als nur Sex. Er hat ja Recht, aber ich komme mir vor, wie lebendig begraben. Ich bin 40Jahre alt, dass kann doch nicht alles gewesen sein. Für die Kinder und den Haushalt bin ich gut genug, als Frau nimmt er mich nicht mehr wahr.

Meine Bedürfnisse interessieren ihn nicht. Was soll ich nur dagegen machen?

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Zu einer Ehe gehört aber AUCH Sex. Und dass er sich nicht mal versucht zu bemühen zeigt mir, dass ihm der Alltag zu bequem geworden ist. Mit anderen Worten: er hat keinen Bock. Und immerhin läuft die Ehe auch nach 7 Jahren noch irgendwie. Aus Gewohnheit.
Menschen wie dein Mann erkennen ihre Fehler erst wenn es zu spät ist.

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Hallo, ich war noch nie so lange mit einem Mann zusammen und kenne auch so lange Sexpausen nicht aber ich würde dir trotzdem gerne was dazu schreiben.

Eine Affäre kannst du ausschließen?
7 Jahre ist verdammt lange. Ich kenne keinen Mann der das aushalten würde, also rein körperlich. Befriedigt er sich auch nicht selbst? Also liegt es tatsächlich an den Hormonen, dass man derartig lange Unlust verspüren kann?

Gerade wenn er eh beim Urologen war und Medikamente bekommen hat, sollte er diese schon nehmen. Ich mein wie schlimm können die Nebenwirkungen schon sein? Also dass Mann jahrelang auf Sex verzichten kann/mag.

Ich würde mit ihm auf jeden Fall darüber reden, gerade wenn der Frust bei dir so groß ist, dass du auch in Gefahr läufst, dir das körperliche vielleicht irgendwann woanders suchst. Das sollte ihm auch bewusst sein.

Und körperliche Zuneigung hat ja nicht zwingend was mit Sex zu tun. Also somit auch nicht mit den Hormonen. Normal braucht man ja trotzdem Liebe und Zuneigung in Form von Umarmungen, Kuscheln, Küssen. Das ist schon eher abnormal würde ich sagen.

Ich mein ihr seid schon sehr lange zusammen. Natürlich kann sowas mal abschwächen, aber letzter Kuss im August... phu da hätte ich schon Sorgen. Kann dich sehr gut verstehen.

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Hallo, ja eine Affäre kann ich ausschließen. Sein Testosteron ist so niedrig, dass selbst der Urologe überrascht war. Er ist erst 46.

In den letzten Jahren hatte er viel um die Ohren, da hat er die Unlust auf Stress im Beruf und auf die Pflege seiner Eltern geschoben.

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Bei mir war es ähnlich, wenn auch mein Mann mir eine offene Beziehung vorschlug und als ich es nicht mehr aushielt und mit jemanden andren was hatte, bestand er drauf dass er nun auch dürfe!
Jetzt bin ich getrennt und in einer Beziehung mit einem Mann, der wirklich alles dafür tut, dass es mir gut geht.
Mein Rat: Trenne dich so schnell du kannst! Ich hätte es Jahre früher machen müssen!
Wenn dein Mann überhaupt nichts dafür tut dass es besser wird, bist du ihm einfach egal!

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Was sagt er denn wenn du ihm das genau so sagst? Oder zu zeigst ihm deinen Beitrag hier? Was soll reines Testosteron bei nachgewiesenem Testosteronmangel denn für schreckliche Nebenwirkungen machen?...

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Depressionen, Glatzenbildung, Gewichtszunahme, ich glaube, dass sind die, die ihm am meisten Angst machen, keine Ahnung, vielleicht bin ich ihm wirklich egal

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Aber wenn er doch einen Mangel hat, wird das so nicht passieren.. er könnte doch mal anfangen mit der halben Menge und schauen wie es geht. Mit Testosteronmangel hat er natürlich wenig bis keine Lust auf Sex.. liegt in der Natur der Sache.
Rede nochmal in Ruhe mit ihm darüber und sag ihm wie sehr es dich belastet und ob er für dich etwas daran ändern will. Erinnere ihn vielleicht an früher (sag vielleicht erinnerst du dich noch du mochtest es so wenn wir das und jenes getan haben) und dass du diese intime Zweisamkeit mit ihm vermisst.

Wir hatten auch immer auf und abs und man muss irgendwie am Ball bleiben bei dem Thema. Bei uns bin ich das Problem durch dauerhafte Hormontherapie ohne die ich jährlich operiert werden müsste. Null Libido..

Wenn er dann nichts tut, hast du einen guten Anhaltspunkt was du ihm noch bedeutest und kannst gegebenenfalls weiter vorgehen. Ihr seid ja noch keine 70.

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Er meint immer, ich sei nicht "normal".
Alle anderen Frauen die er aus unserem Bekanntenkreis kennt, wären froh, wenn ihr Mann sie diesbezüglich in Ruhe lassen würde.

Keine Ahnung was ich machen soll. Sonst ist alles gut, wir verstehen uns und wir funktionieren als Eltern super zusammen.
Aber das kann doch nicht alles gewesen sein, oder?

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Wenn er dir sagt, mit dir sei was nicht in Ordnung und du froh sein kannst, wenn er keinen Sex will - da ist doch auch sonst nicht "alles gut".

Haben sich die ganzen Probleme, von denen du hier schon geschrieben hast, in Rauch aufgelöst oder wie kommt es, dass der Mann, der dich im wahrsten Sinne des Wortes wie dein Forenname behandelt hat, plötzlich wieder einer sein kann, mit dem man sich gut versteht?

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Hallo,
Wie gesagt, wir funktionieren als Eltern und als Team super, jeder kann sich auf den anderen verlassen und seit seine Eltern nicht mehr Leben, nicht böse gemeint, ist auch er wesentlich entspannter und hat mehr Zeit für uns als Familie.
Er plant, was wir alles jetzt machen können, wo die Pflege nicht mehr im Vordergrund steht.

Im letzten Jahr habe ich auch an mir und meiner Figur gearbeitet und 24 kg abgenommen. Er reagiert schon ziemlich eifersüchtig, wenn andere Männer ihm sagen, dass er eine tolle Frau hat und er aufpassen soll, dass kein andere sie ihm weg schnappt.

Ich dachte, dass hätte was zu bedeuten, wahrscheinlich habe ich mich getäuscht.

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Viel beizutragen habe ich nicht. Ich wollte dich nur wissen lassen, dass du nicht alleine bist. Bei uns sind es zwar „erst“ zwei Jahre, in denen mein Mann nicht mit mir schlafen will, aber ich weiß wie schmerzhaft und demütigend es ist, immer wieder abgewiesen zu werden und sich als Frau unsichtbar zu fühlen.

Ihr habt den großen Verteil zu wissen, woran es liegt und dort ansetzen zu können (mein Mann verweigert leider den Arztbesuch). Wäre es vielleicht sinnvoll, wenn er noch einmal mit dem Urologen über seine Sorgen wegen der Nebenwirkungen spricht? Vielleicht kann der diese ja ausräumen oder ein anderes weniger hoch dosiertes Präparat verschreiben. Vermutlich wirst du nicht daran vorbei kommen mit deinem Mann Klartext zu sprechen, dass du so nicht mehr weitermachen kannst.

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Du machst dieses Trauerspiel nun schon seit geschlagenen sieben Jahren mit.

Ich meine nicht, dass da noch viel zu retten ist. Selbst wenn er sich für eine Therapie mit Testogel entscheiden würde - er wäre dann immer noch ein Vollpfosten. Lieblosigkeit, in seinem Fall kann man es schon Bösartigkeit nennen, lässt sich damit jedenfalls nicht behandeln.

Du hast sein Verhalten schon 2015 ausführlicher beschrieben. Ich will das hier gar nicht wiederholen, aber sinngemäß meinte er Schokolade und Chips fressend auf dem Sofa, du müsstest doch nur so attraktiv sein wie deine Freundin, dann würde er auch wieder mit dir kuscheln. Würdest du so aussehen wie vor der Geburt der Kinder, wären alle Probleme gelöst. Er hat sich auf die Zeit gefreut, wenn du mal ein paar Wochen auf Kur bist, weil das Haus dann mal ordentlich ist usw. usw. Zu seiner schrägen Einstellung passt es auch, dass er über Sex spricht, als wäre das etwas, das Männern Frauen antun, so dass du froh sein kannst, dass er dich damit in Ruhe lässt.
Du wolltest eine Paarberatung aufsuchen, dein Mann war dagegen.

Statt das Problem anzupacken, wo es ist, hast du Nebenkriegsschauplätze gesucht, indem du dein Neidverhalten bezogen auf deine Freundin geschildert und dich lang und breit über deine Figur ausgelassen hast.

Als andere dann das Verhalten deines Partners thematisiert haben, meintest du, dass du schon über Trennung nachgedacht hast, aber dir das nicht zutraust.

Ich kann dir nur empfehlen, nicht noch weitere Jahre in den Sand zu setzen und auf etwas zu hoffen, das niemals passieren wird, bis auch der Rest deines Selbstwertgefühls auch noch weg ist. Eine Paarbeziehung kann nicht gerettet werden, wenn nur einer das möchte.

Wenn du meinst, das nicht alleine packen zu können, dann lass dir helfen, nimm für dich alleine eine Therapie in Anspruch, es gibt Beratungsstellen.

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Er scheint ja laut Urologen Testosteronmangel zu haben. Dann ist es ja normal, dass er keine Lust auf Sex hat und es dann auch nicht ändern, da er es aufgrund der fehlenden Lust ja auch nicht vermisst wieder Lust zu haben.. ;-)
Also würde ich das an deiner Stelle nicht persönlich nehmen.
Ich gehe mal davon aus, dass er dich immer noch sehr liebt.

Dass zu einer Beziehung immer Sex gehören muss (hatte hier jemand geschrieben), unterschreibe ich so nicht. Ich kann mir sehr gut vorstellen, meinen Mann weiter zu lieben wenn eine Krankheit dazwischen kommt oder wir Opa und Oma sind und einfach keine Lust mehr auf Sex haben.. ganz egal wie lang.

Entweder lässt er mögliche Ursachen behandeln oder eben nicht. Man könnte das ganze ja mit einer Hormontherapie behandeln -aber wer will das schon?
Ich kann verstehen, dass er aufgrund der möglichen Nebenwirkungen, keine machen möchte.

Wenn dir Sex in einer Beziehung so wichtig ist, solltest du dir überlegen ob Selbstbefriedigung oder eine Affäre (mit Zustimmung deines Mannes) ausreichen würde um glücklich zu sein. Ansonsten bleibt wohl nur die Option Trennung.

Aber deinen Partner in dem Bereich zu drängen, halte ich für nicht richtig.
Er ist nun mal ein Mann ohne viel Testosteron.. das musst du nun tolerieren. Entweder liebst du ihn so oder eben nicht. Wenn nicht grad Krebs die Ursache ist, wirst du ihn sicher nicht so leicht umstimmen können es behandeln zu lassen.

Es sei denn es steckt nur Übergewicht oder so dahinter.. dann wäre z.B. gemeinsames Joggen, neue Ernährung, ein neuer gemeinsamer Lebensstil eine Möglichkeit, ihn zu ändern.

Mögliche Auslöser:
Entzündungen und Verletzungen der Hoden sowie Tumore
Angeborener Hochstand der Hoden (Kryptorchismus)
Natürlicher Alterungsprozess
Bestimmte Krankheiten: z. B. Mumps
Bestimmte Medikamente: z. B. Dopingmittel oder Zytostatika (Krebstherapie)
Ungesunder Lebensstil: Stress, ungesunde Ernährung, gestörter Schlafrhythmus, Alkohol- und Drogenkonsum, Bewegungsmangel, Übergewicht

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Warum gehst du davon aus, dass er sie liebt? Er ignoriert ihre Bedürfnisse seit sieben Jahren und meint, sie soll froh sein, dass er keinen Sex will.

Ein Mann, der seiner Frau sagt, sie solle gefälligst wieder so aussehen wie vor der Geburt der Kinder und ihr dauernd unter die Nase hält, wie attraktiv ihre Freundin ist, der froh ist, wenn sie ein paar Wochen weg ist, ihr sagt, Zuwendung gibt es wieder, wenn sie besser aussieht und für den sie nur noch als Putzfrau taugt, wird seine Frau kaum lieben.

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Ich habe -außer von dir- nirgends gelesen, dass er zu ihr gesagt haben soll, dass sie mal besser aussehen soll und es dann wieder klappt..

Ich gehe von dem Standpunkt der TE und der Aussage des Urologen aus: Er hat Testosteronmangel der unabhängig vom Aussehen des Partners ist...
der dazu führt, dass er allgemein keine Lust auf Sex und Zärtlichkeiten hat.
Daher kann er diese Zärtlichkeiten auch nicht vermissen.

Von daher möchte er sich auch nicht für den Partner ändern, da er nunmal keine Sehnsucht mehr danach hat.

Geht künstlich kastrierten /Zwangskastrierten/ Straftätern/ Hodenkrebspatienten denen z.B. durch eine Hormontherapie das Lustempfinden genommen wird, auch so.

Ich finde es eher respektlos von der Frau, wenn sie auf die Testosteronterapie und Sex besteht, obwohl der Mann nicht möchte.

Sie soll sich jemanden anderen suchen, wenn er sie nicht mehr glücklich macht.

Aber man wirft sicherlich wegen Sexproblemen nicht direkt die gesamte Beziehung hin....
eine Beziehung besteht aus so vielen Bereichen..da ist Sex nun wirklich nicht das allerwichtigste wenn es ansonsten rund läuft

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Ich halte übrigens in dem Fall auch nix von Hormonpräperaten. Denn selbst wenn es funktionieren würde und er dann mehr Lust auf Sex bekäme kann ich mir vorstellen, dass es dennoch nicht sonderlich erfüllend wäre. Schließlich hat man doch dann immer im Kopf, dass er nur wegen den Medikamenten Lust hat und so ist oder?

Mag auch die Pille für mich nicht, da sie Stimmungsschwankungen, Charaktereigenschaften und körperliche Beschwerden auslösen, die eigentlich gar nicht zu mir passen.......

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Manchmal geht es aber leider nicht ohne. Und Testosteron ist wenigstens genau das gleiche, das sonst der Körper herstellen würde.
Bei der Pille sinds ja künstliche Hormone, die da einiges ummodeln..

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Hallo,

Ich denke, da er sich nicht dazu durchringen kann, die Medikamente zu nehmen, muss ich wohl oder übel damit klar kommen, dass es so ist wie es ist.

Wenn die Kinder irgendwann mal groß genug sind, kann ich mich immer noch trennen. Eine Arbeitskollegin von mir hat sich getrennt, als der jüngsten 18 wurde.

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